muss ich Bereitschaft machen

Begonnen von DoroP, 04.03.2026 23:47

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DoroP

Hallo,

wir sind eine relativ knapp besetzte "Abteilung" mit 6 Vollzeitstellen.
Früh Spät Mittel und Nachtdienst.
Da eigentlich ständig einer in Urlaub ist halten 5 Leute den Betrieb aufrecht.

Sollte jemand Krank sein bricht alles zusammen und die verbleibenden 4 Leute müssen Überstunden machen und Dienste besetzten , die vom Übergang gar nicht erlaubt sind, geschweige denn eine Pause ermöglichen.
Wir arbeiten nach einem Schichtplan wo wir nur ein freies Wochenende in 6 Wochen haben.

Kurz gesagt, damit es nicht eskaliert und ein Kollege einspringen muss, gehen wir alle arbeiten obwohl wir eigentlich erkrankt sind.

Nachdem ein Kollege im Nachtdienst Durchfall hatte ....den Rest kann sich jeder denken, habe ich unseren Vorgesetzten um eine Lösung gebeten.
Ich habe ihm gesagt, dass keiner der Kollegen Nachts erreichbar ist und wir eine Lösung brauchen falls jemand dann erkrankt.
Da unsere Dienststelle zur sogenannten kritischen Infrastruktur gehört und nicht unbesetzt bleiben darf, können wir nicht einfach nach hause gehen.

Es gibt keine übergeordnete Bereitschaft die für uns zuständig ist.

Die einzige Lösung die uns vorgeschlagen wurde ist keine Lösung in unserem Sinne sondern ausschließlich für den Arbeitgeber.

Man möchte uns jetzt eine Bereitschaftsdienst aufdrängen.
Jeder Kollege muss abwechselnd alle 6 Wochen Bereitschaft machen und erreichbar sein und damit einen Teil seiner Freizeit opfern.

Unser Vorgesetzter verkauft das nun als Ergebnis von seinem tollen Einsatz, wir bekommen nun horrende Summen an Bereitschaftszulage
Wenn ich das richtig ergoogelt habe wären dass zwischen 2 und 3,50 pro Bereitschaftsstunde.
also bei 8 Bereitschaftsstunden bei 7 Tagen gerade mal ca 150Euro dafür, dass ich in der Woche nicht machen kann was ich will.

Wie ist das mit den Ruhezeiten geregelt?
Wenn ich zB bis 22 Uhr Spätdienst hatte, danach Bereitschaft bis 6 Uhr wann kann ich dann wieder normal Dienst machen? Oder anders gefragt.
Wenn ich bis 22 Uhr arbeite und erst mal abschalten muss und um 0 Uhr ins Bett gehe und um 3 Uhr angerufen werde  und total müde bin was mache ich da?

Muss ich diese Bereitschaft machen oder kann ich mich dagegen wehren?

LG

MoinMoin

Habt ihr einen Personalrat?
Wie werden die angeordneten Überstunden abgegolten?
Warum geht ihr arbeiten, obwohl ihr der AG es nach dem Gesetz nicht anordnen darf, wegen Ruhezeiten etc? Damit seit ihr Teil des Problems und ,,selber Schuld"

Ihr arbeitet vielleicht in einer kritischen Infrastruktur, aber ihr seit für das Versagens des AGs, dass er eine Unterbesetzung hat, nicht verantwortlich.
Wer arbeitsunfähig ist und trotzdem zu Arbeit geht ist ebenfalls Teil des Problems.

Und Bereitschaftsdienst kann tariflich und arbeitsrechtliches angeordnet werden, sofern nichts gesondertes vereinbart ist.

Bzgl. Bereitschaftsdienst im Anschluss und ohne Pause und der Gefahr, dass man das der AG Gesetz verletzt, wenn du zum Einsatz musst, ist natürlich kritisch. wg. Arbeitshöchst Grenzen und Pausen Pflichten.
Geht in die Gewerkschaft und lasst euch da fachkundig arbeitsrechtlich beraten.

Ihr seit nicht verantwortlich dafür, dass der AG auf ganzer Linie mit seiner Personalpolitik versagt!!

Bubi11

Warum habt ihr noch keine Überlastungsanzeige gemacht? Dann regelt sich so etwas sehr schnell in der Regel.

Schokokeks

Zitat von: DoroP in 04.03.2026 23:47... Nachts erreichbar ist und wir eine Lösung brauchen falls jemand dann erkrankt. ...

Zitat von: DoroP in 04.03.2026 23:47... Bereitschaftsdienst ...

Problem erkannt und gelöst, ist doch TOP 👍

Wie oft kommt es denn vor, dass Ihr nachts eine Benachrichtigung bekommt und in welcher Art kritischer Infrastruktur arbeitet Ihr denn?

Wo kann man sich bei euch denn bewerben, wenn man 40 Tage Urlaub bekommt?
Quereinsteiger mit Hang zum Monk

DoroP

Hallo,

wir haben einen Betriebsrat und den werde ich auch hinzu ziehen.

Ich weiß, dass es nicht gut ist wenn wir arbeiten wenn wir krank sind aber wir reden es uns immer schön.
Wenn einer krank ist und zu Hause bleibt, muss ein anderer einspringen und auf seine freien Tage verzichten.

Also eine Bereitschaft ist keine Lösung in unserem Sinne sondern einzig für den Arbeitgeber.
Keiner der Kollegen möchte in seiner Freizeit ständig für den Arbeitgeber erreichbar sein und durch die Bereitschaft werden wir dazu gezwungen.
Durch die Bereitschaft ist der Arbeitgeber abgesichert, dass unsere Dienststelle immer besetzt ist und bringt uns weniger Freizeit

wie kommst du auf 40 Tage Urlaub?
Ich habe nur geschrieben "eigentlich ständig"
30 Tage Urlaub ist normal.
5 Tage zusätzlich wegen dem Nachtdienst ist auch normal
2 Kollegen haben eine Woche zusätzlich wegen Schwerbehinderung
 an Feiertagen spart man Urlaub der ein anderes Mal genommen wird.

also fast immer

UNameIT

Macht ihr angeordnete Überstunden oder Gleitzeit?

Das einzige das sich wirklich was ändert, ist, wenn ihr konsequent als Team euch aufstellt.
Keine Arbeiten an Ruhetagen mehr. Immer wieder darauf hinweisen, das euch etwas gesetzlich nicht erlaubt ist.

Die Stelle darf nicht unbesetzt sein? Nicht euer Problem, sondern das von eurem Chef. Ihr könnt nicht einfach bleiben und nochmal ne Schicht arbeiten. Nie mehr als 48h in der Woche im Durchschnitt aufs Jahr gerechnet. Nie mehr als 60h die Woche im allgemeinen.
Achtung Pflege: Max 12h , wenn im Anschluss 11 Stunden Ruhezeit. Ansonsten kann bei Pflege die Ruhezeit auf 10h reduziert werden, aber nur in Ausnahmefällen.

Max 19Tage am Stück arbeiten.

Euch arbeitsrechtlich Beraten lassen und als Team geschlossen gegen den Chef stellen. Und Meldung an die zuständige Arbeitsschutzbehörde geben.