PKV in BW über Öffnungsaktion - Vergleich und Einschätzung?

Begonnen von dr42, 23.03.2026 18:07

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dr42

Moin,

ich hab mich die letzten Wochen mit allen möglichen Versicherungen auseinandergesetzt und mich hier durchs Forum geklickt. Nun würde gerne nochmal eure Einschätzung abwarten, bevor ich (im besten Fall noch Ende März) den Antrag stelle, vielleicht hab ich ja etwas entscheidendes übersehen.

Hintergrund: Lehramtsanwärter in BW, PKV nur über Öffnungsaktion möglich. Späteres Upgrade eher unwahrscheinlich.

DBV
BS50-UA, B3-U, BZ50-UA   
+ Einziger Tarif über GOÄ hinaus. auch Zahn über GOZ hinaus.
- Hilfsmittel teils gebunden

Allianz
BHA51, BHK51, BHZ51
+ Zweibettzimmer und Wahlarzt inklusive, solide Gesamtleistung
- GOÄ begrenzt

Signal Iduna
R-KOMFORT-B+ 50
+ sehr gute Zahnleistungen und starke ambulante Leistungen.
- Keine GOÄ-Öffnung, stationär schwach.

Debeka
B30A, B20A
+ solide Grundabsicherung, gute Psychotherapie
- strikte GOÄ-Begrenzung, zusätzliche Begrenzungen (z. B. Heilmittel)

HUK-Coburg
BAK
-GOÄ begrenzt, viele Limits (z. B. Zahn-Preislisten), insgesamt schwächste Leistungen
____

Das wäre jetzt auch mein Ranking. DBV hat nach meiner Einschätzung die besten Leistungen (vor allem über GOÄ hinaus), dafür kein Zweibettzimmer und Wahlarzt wie bei der Allianz.

Wo würdet ihr da den Fokus setzen?
Habe ich etwas entscheidendes übersehen? Vielleicht sogar eine leistungsstarke PKV?

Und ein weiterer Punkt:
Sollte ich trotz der Einschränkung die 22 Euro für die Wahlleistungen im Krankenhaus der Beihilfe trotzdem zahlen?  Oder bringt das gar nichts, da die PKV ja keine Wahlleistungen anbietet?

Vielen Dank für eure Einschätzung!

Grüße

Daniel

Roderick85

#1
An deiner Stelle würde ich die 22€ bezahlen und den Teil der Beihilfe mitnehmen.

Die Arbeit die du dir gemacht hast, ist gut und schön. Respekt dafür, aber auch hier gilt der altmodische Satz:

"Geh zu einem Makler, lass ihn eine anonyme Risikovoranfrage stellen und warte auf die Ergebnisse." Der Makler ist fähig dazu dir die genauen Unterschiede der einzelnen Versicherungen zu erläutern, speziell auch auf die typische Landesbeihilfe bezogen und kann gucken welche PKV da eventuelle sogar Synergieeffekte erzeugt.

Des weiteren gilt, nicht jede PKV hat die gleichen Annahmerichtlinien. Du schreibst, dass du nur über die Öffnungsaktion reinkommst. Vielleicht sieht das eine PKV anders und du bekommst sogar ohne Probleme einen Beihilfeergänzungstarif. Denn eine "normale" Annahme, wenn auch mit Risikozuschlag, und einem Beihilfeergänzungstarif ist jederzeit der Öffnungsaktion vorzuziehen.

Ich persönlich würde die Allianz der DBV vorziehen, da die Allianz die besseren Bedingungen bietet. 


dr42

Danke für die Rückmeldung!

Eine anonyme Risikovoranfrage ist bereits erfolgt, wurde von allen Versicherungen abgelehnt. Dementsprechend hat auch kein Makler ein Interesse daran, mich zu beraten und wenn dann nur zu horrenden Preisen.

Was genau würde dich zur Allianz bringen anstatt zur DBV?

clarion

Du musst wissen, ob Du ein paar 100 Euro für einen Makler ausgibt. Es könnte ein Fehlinvestition sein, oder sehr sehr viel Geld sparen!

Wenn man über die ÖA aufgenommen wird, bekommt man oft die Zusatztarife für die Wahlleistungen nicht. Ich selbst halte Wahlärzte nicht für erforderlich. Wenn an etwas "Schwieriges" hat, kommt der Chefarzt auch ohne wahlärtzliche Leistung. Und in Routinerfällen ist man auch beim Oberarzt gut aufgehoben.

Gewerbler

Wieso bekommst du bei der DBV keine Wahlleistungen und Zweibettzimmer? Über die Öffnungsaktion steht dir ja eine Beihilfe-konforme Versicherung zu, also müsstest du eigentlich - sofern du die 22 € bei der Beihilfe akzeptierst - auch Zugang zu den beiden Punkten haben.
Ob man das möchte (siehe @clarion) steht auf einem anderen Blatt und ist natürlich eine persönliche Entscheidung. Man kann das aber später jederzeit wieder abwählen - dazu nehmen geht allerdings nur am Anfang  :)

Im übrigen würde ich auch zu einem (Honorar-)Makler raten, es gibt auch welche, die die ÖA für einige 100 und nicht für 1000e € vermitteln...

Beamtenhustler

Zitat von: clarion in 24.03.2026 06:40Du musst wissen, ob Du ein paar 100 Euro für einen Makler ausgibt. Es könnte ein Fehlinvestition sein, oder sehr sehr viel Geld sparen!

Wenn man über die ÖA aufgenommen wird, bekommt man oft die Zusatztarife für die Wahlleistungen nicht. Ich selbst halte Wahlärzte nicht für erforderlich. Wenn an etwas "Schwieriges" hat, kommt der Chefarzt auch ohne wahlärtzliche Leistung. Und in Routinerfällen ist man auch beim Oberarzt gut aufgehoben.

Als es die Barmenia im Rahmen der ÖA noch zur Auswahl gab, hätte ich gesagt "Eine Honorarberatung lohnt sich nicht, ab zur Barmenia". Mittlerweile sehe ich das auch anders. Die Fallhöhe von der Barmenia zu den anderen ist leider so immens hoch, dass man sich das alles dreimal überlegen muss. Und die Debeka dreht wirklich jedes Jahr an der Preisschraube. Mittlerweile ist man bei einem Mitte 30-Jährigen bei 500+ Euro über die ÖA. Wo soll das alles noch enden? Bei mir ist es mit der Entscheidung im nächsten Jahr auch soweit.

Wo ist denn die Ottonova?

clarion

Die Debeka dreht nicht jedes Jahr an der Preisschraube. In 10 Jahren waren es drei Mal.

Knapp 500 Euro bei 50% Beihilfe zahle ich bei der Debeka auch, ich bin aber erst mit ü40 eingestiegen und nicht mit Mitte 30. Bist Du sicher, dass Du nicht übertreibst?

Besoldeter

Ich habe mich wegen ÖA bezogen auf beihilfeberechtigtes Familienmitglied gegen eine Pauschale von einem VersicherungsBERATER (nicht Makler!) beraten lassen. Das war sehr aufschlussreich bezogen auf unterschiedliche Fallstricke in all den Tarifen. Alle hatten ihre Macken. Wichtig war, dass wesentliche Risiken im Grundtarif abgedeckt sind, nicht über teilweise kaum erreichbare Wahltarife. Es hängt auch vom Grund der ÖA ab, was hier am besten passt. Und dann gibt es noch Zusatzversicherungen anderer Gesellschaften, von denen ich nichts wusste, z.B. bezogen auf Kurtagegeld, was bei klassischen PKVs fast gar nicht abgedeckt ist, aber große Kosten verursachen kann. Auch 1-Bett-Zimmer lässt sich z.B. über zusätzliche, hohe Krankenhaustagegelder gegenfinanzieren, die sonst in ÖA meist nur gering versicherbar sind. Usw.

Ich kann also nur empfehlen, sich anständig unabhängig beraten zu lassen. Die Kosten sind im Vergleich zu den potentiellen Konsequenzen der Entscheidung sehr niedrig.