Besoldungsrunde 2026-2028 Hessen

Begonnen von InternetistNeuland, 27.03.2026 10:35

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Finanzer

Beschlussprotokoll ist online:
https://hessischer-landtag.de/termine/innenausschuss-40-sitzung

D e r L a n d t a g w o l l e b e s c h l i e ß e n :
1. Der Landtag stellt fest, dass das Bundesverfassungsgericht mit seinem Beschluss vom
17. September 2025 die Maßstäbe zur Bestimmung einer amtsangemessenen Alimentation
fortentwickelt und allen Dienstherren einen ausdrücklichen Prüf- und Handlungsauftrag
erteilt hat. Die Hessische Landesregierung hat eine Überprüfung der Besoldung und Ver-
sorgung angekündigt, jedoch bislang keine abschließenden Berechnungen zu den finanzi-
ellen Auswirkungen vorgelegt. Zugleich ist nicht ausgeschlossen, dass sowohl strukturelle
Anpassungen als auch rückwirkende Nachzahlungen erforderlich werden. Vor diesem Hin-
tergrund bestehen für den Landeshaushalt 2026 potenziell erhebliche, derzeit noch nicht
abschließend quantifizierbare finanzielle Risiken. Haushaltsklarheit und Haushaltswahrheit
gebieten es, diese Risiken transparent darzustellen und angemessen zu berücksichtigen.

2. Der Landtag fordert die Landesregierung auf, dem Hessischen Landtag vor der ab-
schließenden Beschlussfassung über den Haushalt 2026 umfassend über den Stand der
Überprüfung der Beamtenbesoldung zu berichten. Dabei sind insbesondere der Stand der
Datenerhebung und -auswertung, die voraussichtlich betroffenen Besoldungsgruppen,
mögliche Szenarien finanzieller Auswirkungen sowie die Konsequenzen für die mittel-
fristige Finanzplanung nachvollziehbar darzustellen.

3. Der Landtag fordert die Landesregierung ferner auf, sofern bis zur Verabschiedung des
Haushalts 2026 keine abschließende und belastbare Quantifizierung der finanziellen Aus-
wirkungen möglich ist, im Haushalt 2026 eine angemessene globale Vorsorgeposition zur
Absicherung möglicher Mehrbelastungen aus der Umsetzung der verfassungsrechtlichen
Vorgaben einzustellen und diese transparent auszuweisen.

4. Der Landtag fordert die Landesregierung darüber hinaus auf, sobald die Berechnungen
abgeschlossen und der konkrete Handlungsbedarf beziffert ist, unverzüglich einen Gesetz-
entwurf zur Anpassung der Besoldungs- und Versorgungsregelungen vorzulegen und – so-
weit erforderlich – einen Nachtragshaushalt einzubringen, um die Umsetzung der verfas-
sungsrechtlichen Vorgaben haushaltsrechtlich ordnungsgemäß abzubilden

Ergebnis:
Punkte 1,2 und 4 abgelehnt. CDU, SPD gegen AFD, Grüne, FDP
Punkt 3 abgelehnt. CDU, SPD, AFD gegen Grüne, FDP

Aus dem Protokoll ergibt sich die Anwesenheitsliste, die Beteiligte kann man ja direkt hierzu befragen.

ExponentialFud

Buhuuu, die Grünen haben mit der AfD gestimmt, buhuuuu!!!

Knoppi88

Zitat von: Finanzer in 17.04.2026 11:25Beschlussprotokoll ist online:
https://hessischer-landtag.de/termine/innenausschuss-40-sitzung

D e r L a n d t a g w o l l e b e s c h l i e ß e n :
1. Der Landtag stellt fest, dass das Bundesverfassungsgericht mit seinem Beschluss vom
17. September 2025 die Maßstäbe zur Bestimmung einer amtsangemessenen Alimentation
fortentwickelt und allen Dienstherren einen ausdrücklichen Prüf- und Handlungsauftrag
erteilt hat. Die Hessische Landesregierung hat eine Überprüfung der Besoldung und Ver-
sorgung angekündigt, jedoch bislang keine abschließenden Berechnungen zu den finanzi-
ellen Auswirkungen vorgelegt. Zugleich ist nicht ausgeschlossen, dass sowohl strukturelle
Anpassungen als auch rückwirkende Nachzahlungen erforderlich werden. Vor diesem Hin-
tergrund bestehen für den Landeshaushalt 2026 potenziell erhebliche, derzeit noch nicht
abschließend quantifizierbare finanzielle Risiken. Haushaltsklarheit und Haushaltswahrheit
gebieten es, diese Risiken transparent darzustellen und angemessen zu berücksichtigen.

2. Der Landtag fordert die Landesregierung auf, dem Hessischen Landtag vor der ab-
schließenden Beschlussfassung über den Haushalt 2026 umfassend über den Stand der
Überprüfung der Beamtenbesoldung zu berichten. Dabei sind insbesondere der Stand der
Datenerhebung und -auswertung, die voraussichtlich betroffenen Besoldungsgruppen,
mögliche Szenarien finanzieller Auswirkungen sowie die Konsequenzen für die mittel-
fristige Finanzplanung nachvollziehbar darzustellen.

3. Der Landtag fordert die Landesregierung ferner auf, sofern bis zur Verabschiedung des
Haushalts 2026 keine abschließende und belastbare Quantifizierung der finanziellen Aus-
wirkungen möglich ist, im Haushalt 2026 eine angemessene globale Vorsorgeposition zur
Absicherung möglicher Mehrbelastungen aus der Umsetzung der verfassungsrechtlichen
Vorgaben einzustellen und diese transparent auszuweisen.

4. Der Landtag fordert die Landesregierung darüber hinaus auf, sobald die Berechnungen
abgeschlossen und der konkrete Handlungsbedarf beziffert ist, unverzüglich einen Gesetz-
entwurf zur Anpassung der Besoldungs- und Versorgungsregelungen vorzulegen und – so-
weit erforderlich – einen Nachtragshaushalt einzubringen, um die Umsetzung der verfas-
sungsrechtlichen Vorgaben haushaltsrechtlich ordnungsgemäß abzubilden

Ergebnis:
Punkte 1,2 und 4 abgelehnt. CDU, SPD gegen AFD, Grüne, FDP
Punkt 3 abgelehnt. CDU, SPD, AFD gegen Grüne, FDP

Aus dem Protokoll ergibt sich die Anwesenheitsliste, die Beteiligte kann man ja direkt hierzu befragen.

Vielen Dank für Deine Mühe! Ich hatte mir ein konkreteres Ergebnis erhofft. Seit dem Urteil im September 2025 scheint sich bei der hessischen Landesregierung leider kaum etwas zu bewegen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Innenminister bereits angekündigt hat, die amtsangemessene Alimentation bis 2026 wiederherzustellen.

Finanzer

Zitat von: Knoppi88 in 17.04.2026 12:33Vielen Dank für Deine Mühe! Ich hatte mir ein konkreteres Ergebnis erhofft. Seit dem Urteil im September 2025 scheint sich bei der hessischen Landesregierung leider kaum etwas zu bewegen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Innenminister bereits angekündigt hat, die amtsangemessene Alimentation bis 2026 wiederherzustellen.

Nichts zu Danken.
Bis Sommer wird definitiv was passieren, mindestens ein Entwurf, eventuell auch ein Gesetz.
Das Problem wird sein, es wird nur aus Sicht der Regierung zu einer Amtsangemessenen Alimentation führen.
Wir und das BVerfG werden da wohl anderer Meinung sein.

Ich gehe 100% davon aus, das der DH versucht ein Partnereinkommen einzuführen.

Standesbeamter

Zitat von: Finanzer in 17.04.2026 12:39Ich gehe 100% davon aus, das der DH versucht ein Partnereinkommen einzuführen.

Bekomme ich jetzt von meinem Dienstherr eine Frau oder nur Ihr Einkommen? Es macht nämlich einen Unterschied, ob das Einkommen fiktiv ist oder die Hälfte der Miete im Ballungsraum begleicht ...


Ministerialrat

Zitat von: Finanzer in 17.04.2026 12:39Nichts zu Danken.
Bis Sommer wird definitiv was passieren, mindestens ein Entwurf, eventuell auch ein Gesetz.
Das Problem wird sein, es wird nur aus Sicht der Regierung zu einer Amtsangemessenen Alimentation führen.
Wir und das BVerfG werden da wohl anderer Meinung sein.

Ich gehe 100% davon aus, das der DH versucht ein Partnereinkommen einzuführen.
Diese fehlende Wertschätzung und eigentlich nahezu schon Diffamierung der Beamten, die dieses Land am Laufen halten, während sich besagte Entscheidungsträger mit horrenden Diäten die Taschen füllen ist echt nicht mehr feierlich. Alleine schon die Verschiebung der Besoldungserhöhung auf 12/2025 war eine Frechheit und nun wird in so einer Lage auch noch über irgendwelche "Rechentricks", die Beamte dann doch wieder unteralimentieren lassen, nachgedacht. Der öD ist echt nicht mehr feierlich. Und dann wundern sie sich, wenn Personal fehlt, weil keines mehr nachkommt bzw. die meisten so schnell wie möglich das Weite suchen. Ein wahres Armutszeugnis für dieses tiefsinkende Land.

Marius

Gestern vermeldet der dbb Hessen:
Heini Schmitt verabschiedet – Poseck kündigt baldigen Besoldungsgesetzentwurf an
https://www.dbb-hessen.de/aktuelles/news/heini-schmitt-verabschiedet-poseck-kuendigt-baldigen-besoldungsgesetzentwurf-an/

"Im Zuge seiner Laudatio kündigte Poseck an, dass das Land ,,relativ bald einen ganz konkreten Vorschlag machen werde", um die hessische Besoldung endlich verfassungskonform zu gestalten. Dabei sprach Poseck von einem Zeitplan bis zur Sommerpause. In die Beratung des Gesetzentwurfs wolle die Landesregierung den dbb Hessen mit einbinden und beteiligen, versprach der Innenminister.

Worte des Ministers, die auch Dr. Michael Demel gerne hörte, wenngleich er mahnte: ,,Ich hoffe es ist eine Einbeziehung und eine Einbindung und nicht nur eine Unterrichtung über das, was passieren wird", richtete er die Worte an Poseck. Deshalb sei es wichtig, ,,sehr früh auf die Verbände zuzugehen und darauf zu achten, dass endlich Rechtsfrieden hergestellt" werde."

An die Fachexperten: Wenn von "bis zur Sommerpause" die Rede ist: Wann könnte ca. mit einem (öffentlichen) Gesetzesentwurf zu rechnen sein?

Finanzer

@Marius: Sommerpause im Hessischem Landtag ist von Ende Juni bis Anfang August, wenn ich den Terminkalender richtig verstehe.

Passend zum Thema:
https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/thomas-hering/fragen-antworten/wie-ist-der-weitere-zeitplan-fuer-die-anpassung-der-beamtenbesoldung

Ich erwarte, das wir Anfang Juni schlauer sind... nur das wir substanziell reicher sind, das erwarte ich für dieses Jahr nicht mehr. Aber lassen wir uns überraschen.

Hebamter

Die Antwort des Herrn MdL könnte man böswillig schon so verstehen, dass das Hessenticket auf die verfassungsgemäße Anpassung der Besoldung angerechnet wird? ???  Wie schon an anderer Stelle geschimpft; Lehrerinnen und Lehrer, Polizistinnen und Polizisten sind vorn dabei wenn die Versäumnisse der Politik in der Gesellschaft ausgebügelt werden müssen. Gerechte und wertschätzende Behandlung dürfen sie allerdings nicht erwarten. Es ist so bitter.

Beamtibus

Zitat von: Hebamter in 22.04.2026 14:40Die Antwort des Herrn MdL könnte man böswillig schon so verstehen, dass das Hessenticket auf die verfassungsgemäße Anpassung der Besoldung angerechnet wird? ???  Wie schon an anderer Stelle geschimpft; Lehrerinnen und Lehrer, Polizistinnen und Polizisten sind vorn dabei wenn die Versäumnisse der Politik in der Gesellschaft ausgebügelt werden müssen. Gerechte und wertschätzende Behandlung dürfen sie allerdings nicht erwarten. Es ist so bitter.

Als hessischer Kommunalbeamter habe ich nicht einmal das Hessenticket...