[Allg] Verbeamtung mit Mitte 40 – lohnt es sich?

Begonnen von Td38, 02.04.2026 15:57

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Karotte123

Ich stehe vor einer ähnlichen Situation,

zur Rente -es gibt den Versorgungsrechner der BVA, der ist zwar Bund aber die meisten Länder haben ja eine ähnliche Regelung.

Das kann man ja durchrechnen, bei mir ist es so das VBL und Rente soweit angerechnet werden, das ich am Ende genau das rausbekomme, was ein gleichwertiger Beamter bekommt der mit dem Höchstsatz in Pension geht.
Einfaches Beispiel Pension 3000 Euro, ich habe bereits 1500 Euro an Renten, dann gibt es nur noch 1500 Euro Pension, da ich nicht mehr haben kann als ein gleichgestellter Beamter. Das mag in anderen Konstellationen anders aussehen, aber bei der Vergleichsberechnung werden Zeiten im öD (+ggf Bundeswehr) mit gezählt.

Warum die PKV über Öffnung so verteufelt wird erschließt sich mir nicht ganz, klar ist ein Ergänzungstarif super, der zahlt dann ja alles (bzw das war in den Bestimmungen steht) aber ehrlich selbst ohne Ergänzung steht man in vielen Dingen besser da als durch die Versorgung der GKV. Immerhin zahlt ja die private ihren Anteil schonmal komplett, das ist gerade im Bereich Zahn teilweise mehr als der Festzuschuss. Und dann zahlt ja noch die Beihilfe auch was.

Letztendlich sollte man sich die Zeit nehmen das für und wider durchzugehen und auch Vergleichsberechnungen zu machen. Wir wissen ja auch nicht was in Zukunft ist, aber grundsätzlich sehe ich da Beihilfe, PKV und Pension etwas sicherer und planbarer an als GKV und Rente.

Organisator

Zitat von: Karotte123 in 13.05.2026 10:20Letztendlich sollte man sich die Zeit nehmen das für und wider durchzugehen und auch Vergleichsberechnungen zu machen. Wir wissen ja auch nicht was in Zukunft ist, aber grundsätzlich sehe ich da Beihilfe, PKV und Pension etwas sicherer und planbarer an als GKV und Rente.

Wobei das aber nur Randaspekte sind. Wesentliche Frage sollte sein, ob man lebenslang in einem Dienst- und Treueverhältnis sehen will oder lediglich Arbeit gegen Geld tauschen.

Karotte123

Ich setze das mal voraus,

viele finanzielle Aspekte sind ja auch über die Reproduktionsrate geregelt, die irgendwann mal wegfallen wenn das Kindergeld wegfällt und gleichzeitig sinkt je nach Dienstherr auch noch der Beihilfeanspruch und die PKV steigt auf 50%

Wer da nur aufs finanzielle schaut, guckt dann etwas sparsam.

In meinem Bewerbungsprozess und Auswahlverfahren, war aber auch die Kommission sehr erpicht darauf Fragen in diese Richtung zu stellen und dort auch auszusieben.




Td38

Das Dienst- und Treueverhältnis sehe ich nicht als Problem. Ich habe mich umfangreich über die mir angebotene Stelle informiert, sie interessiert mich sehr, aber letztendlich kann ich auch nur Vermutungen darüber anstellen, ob mir die Arbeit auf Dauer gefällt, da ich aus einem sehr unterschiedlichen Bereich komme. Es gibt jedenfalls keinen Weg zurück und auch später vermutlich kaum Alternativen. Soweit das Risiko. Unter diesen Umständen möchte ich wenigstens die monetär kalkulierbaren Risiken gut durchrechnen und nichts übersehen.

Der detailorientierte Blick auf die Kosten wird bei meiner Stelle auch wesentlich sein, deswegen halte ich es für legitim, das auch zu berücksichtigen, wenn es um meine eigenen Finanzen geht. Daneben geht es hier auch nicht gerade um Peanuts und ich muss auch schauen, wo ich im Alter mal bleibe. Eigenheim, größere Erbsummen o. dgl. stehen nicht in Aussicht. Dafür aber steigende PKV-Kosten bei einer Einstiegshöhe von vermutlich 700 Euro o.ä. oder eben Öffnungsaktion (hierzu bitte gern noch Infos über PKVs, die gute Tarif in diesem Rahmen anbieten usw.). Da ist die Aussicht auf A 13 (später mal...) zwar nett, aber im Vgl zu meinen Kollegen, die mit 300 Euro in der PKV dabei sind hilft das nur bedingt.

Rheini

Zitat von: Td38 in 13.05.2026 10:52Das Dienst- und Treueverhältnis sehe ich nicht als Problem. Ich habe mich umfangreich über die mir angebotene Stelle informiert, sie interessiert mich sehr, aber letztendlich kann ich auch nur Vermutungen darüber anstellen, ob mir die Arbeit auf Dauer gefällt, da ich aus einem sehr unterschiedlichen Bereich komme. Es gibt jedenfalls keinen Weg zurück und auch später vermutlich kaum Alternativen. Soweit das Risiko. Unter diesen Umständen möchte ich wenigstens die monetär kalkulierbaren Risiken gut durchrechnen und nichts übersehen.

Der detailorientierte Blick auf die Kosten wird bei meiner Stelle auch wesentlich sein, deswegen halte ich es für legitim, das auch zu berücksichtigen, wenn es um meine eigenen Finanzen geht. Daneben geht es hier auch nicht gerade um Peanuts und ich muss auch schauen, wo ich im Alter mal bleibe. Eigenheim, größere Erbsummen o. dgl. stehen nicht in Aussicht. Dafür aber steigende PKV-Kosten bei einer Einstiegshöhe von vermutlich 700 Euro o.ä. oder eben Öffnungsaktion (hierzu bitte gern noch Infos über PKVs, die gute Tarif in diesem Rahmen anbieten usw.). Da ist die Aussicht auf A 13 (später mal...) zwar nett, aber im Vgl zu meinen Kollegen, die mit 300 Euro in der PKV dabei sind hilft das nur bedingt.

Und wenn dann deine Glaskugel die Ereignisse der nächsten 30 Jahre? ausgeworfen hat bitte ich dich, nach den Lottozahlen für Freitag im Eurojackpot für mich zu fragen. Evtl. kannst Du dann ja überlegen, ob Du meine Stelle haben möchtest......

Organisator

Zitat von: Td38 in 13.05.2026 10:52Das Dienst- und Treueverhältnis sehe ich nicht als Problem. Ich habe mich umfangreich über die mir angebotene Stelle informiert, sie interessiert mich sehr, aber letztendlich kann ich auch nur Vermutungen darüber anstellen, ob mir die Arbeit auf Dauer gefällt, da ich aus einem sehr unterschiedlichen Bereich komme. Es gibt jedenfalls keinen Weg zurück und auch später vermutlich kaum Alternativen. Soweit das Risiko. Unter diesen Umständen möchte ich wenigstens die monetär kalkulierbaren Risiken gut durchrechnen und nichts übersehen.

Der detailorientierte Blick auf die Kosten wird bei meiner Stelle auch wesentlich sein, deswegen halte ich es für legitim, das auch zu berücksichtigen, wenn es um meine eigenen Finanzen geht. Daneben geht es hier auch nicht gerade um Peanuts und ich muss auch schauen, wo ich im Alter mal bleibe. Eigenheim, größere Erbsummen o. dgl. stehen nicht in Aussicht. Dafür aber steigende PKV-Kosten bei einer Einstiegshöhe von vermutlich 700 Euro o.ä. oder eben Öffnungsaktion (hierzu bitte gern noch Infos über PKVs, die gute Tarif in diesem Rahmen anbieten usw.). Da ist die Aussicht auf A 13 (später mal...) zwar nett, aber im Vgl zu meinen Kollegen, die mit 300 Euro in der PKV dabei sind hilft das nur bedingt.

Unter diesen Gesichtspunkten wäre zu noch betrachten, in welchem Status bessere Karrierechancen (soweit gewünscht) vorhanden sind. Je nach Ausgestaltung der Dienstpostenbewertung werden in manchen Behörden die Beamten durchbefördert bis ins Endamt, in anderen Behörden ist die tarifliche Bewertung günstiger. Kommt dann auf den Einzelfall an.

Td38

Ein Problem beim Einstieg über die öffnungsaktion ohne Ergänzungstarif scheint zu sein, dass man auf sehr hohen Kosten sitzen bleibt, wenn es um größere Dinge geht, also ich sage mal jenseits der 3000 € Grenze plus minus, z.B notwendige Reha-Maßnahmen.
Wie kann ich mich dagegen absichern? Wenn ich als Beamter freiwillig in die GRV einzahle, erwerbe ich dadurch auch ein Recht auf Reha Maßnahmen, die von der GRV bezahlt werden? ( im Fall einer Kur scheint das Kosten Problem ähnlich zu sein, aber das ist vielleicht dann ein Luxusproblem?)

Es gibt vermutlich noch weitere wirklich kostenintensive Leistungen (jenseits von luxusmaßnahmen wie Einbettzimmer), bei denen eine ähnliche Problematik auftreten kann sprich ohne ergänzungs-tarif extremes Kostenrisiko. Was fällt euch dazu noch ein?

clarion

Woher soll denn das extreme Kostenrisiko kommen???

Ich bin seit 10 Jahren über die ÖA in der PKV, und bin ohne Beihilfeergänzungstarif mal hier auf ein paar Zig Euro und mal da auf ein paar Zig Euro sitzen geblieben. Nichts was in den Ruin treiben würde.

Die Apotheken händigen bei Privatrezepten beispielsweise gerne die teuremn Medikamente aus, statt Generika. Dann erstattet die Beihilfe nur die Hälfte vom Generikum minus Zuzahlung. Ich bin so schlau und frage nach, ob es ein Generikum gibt. Das hält sich wirklich im Rahmen mit der Zuzahlung.

Auch ohne BE ist man mindestens genauso gut dran, wie in der GKV. In vielen Fällen sogar besser.

Td38

Ich bin nochmal an dem Punkt Nettovergleich, insbesondere auch nach aktivem Erwerbsleben gelandet.


Während meines Erwerbslebens würde ich mit Verbeamtung zwischen ca. 60000 und 85000 weniger Netto haben.
Danach ggf. 100 Euro pro Monat mehr. Vielleicht. (100*20 Jahre*12=24000)
Finanziell lohnt es sich natürlich gar nicht. Es bleibt vermutlich ein Minus von 40000-60000 Euro.
Einen sicheren Arbeitsplatz habe ich bereits.
Dafür wäre ich in der PKV (allerdings inzwischen fast sicher in der Öffnungsaktion, ich kalkuliere mit ca. 600 Euro "Startgeld").

Ist es das nun wert?

Ich denke an so ernsthafte Dinge wie z.B. dringende OP / Behandlungen bei schwerer Erkrankung,
die dafür sprechen könnten. Also bei wirklich schweren Erkrankungen, wo es u.U. um Leben und Tod gehen kann. Da wäre z.B. auch ein schnellerer Zugang zu Psychotherapie im Ernstfall essenziell.

Übrigens käme ich mit einer privaten Krankenzusatzversicherung über den Rest meines Erwerbs(!)lebens mit Beiträgen von 200 Euro/Monat ungefähr auf den Differenzbetrag (ca. 55000 Euro).

Teilt mir gern Eure Gedanken mit.

Organisator

Wenn tatsächlich die PKV der einzige Vorteil wäre, würde ich eine Zusatzversicherung abschließen. Einzelzimmer + Chefarzt kostet was um die 30 € im Monat. Dann noch Zähne dazu wärst du bei nicht mehr als 50 € im Monat.

Td38

...die PKV ist hoffentlich nicht der einzige Vorteil, ich verspreche mir schon auch einen angenehmeren Job  ;)   
Ob dieses Risiko den finanziellen Nachteil Wert ist, wird sich zeigen. Aber falls es doch nicht so lustig wird, wie ich es mir erträume, möchte ich doch zumindest eine gesundheitliche Absicherung haben, die es auch irgendwie wert ist.