Wirtschaft geht Bach runter, öffentlicher Sektor wird aufgebläht?

Begonnen von Geschädigter, 21.05.2026 22:29

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Geschädigter

ZitatDoch viel stärker als der Krieg bedroht die seit sieben Jahren fortschreitende Erosion der hiesigen Privatwirtschaft Deutschlands Wohlstand. Seit 2019 wächst hierzulande nur noch der Staatssektor. Vor allem die Industrie schrumpft infolge der Belastung durch überhöhte Energiepreise, steigende Lohnnebenkosten sowie Bürokratie und überzogene Steuern mit zunehmender Geschwindigkeit.

[...]

Während immer mehr gut bezahlte Industriejobs etwa in der Auto- oder Chemiebranche verloren gehen, wächst der öffentliche Dienst stetig. So schrumpfte im verarbeitenden Gewerbe und der Bauwirtschaft die Zahl der Beschäftigten um rund 200.000. Umgekehrt stellte der Staat allein für die Bereiche Erziehung, Gesundheit und öffentliche Dienstleistung fast ebenso viele Personen ein.

Quelle: https://www.welt.de/debatte/plus6a0c0fed8e860638feccdee0/wirtschaftskrise-der-arbeitsmarkt-spiegelt-die-duestere-wahrheit.html

Die Wirtschaft schrumpft, und der Staat versucht, das durch anschwellenden öffentlichen Dienst zu kompensieren. Das bringt aber nichts, weil der öffentliche Dienst keine Wirtschaftskraft liefert, sondern sie durch steigende Steuern noch zusätzlich verbraucht.

Im Ergebnis ist das noch schlimmer als eine schrumpfende Wirtschaft, weil auf die schrumpfende Wirtschaftsleistung dann noch eine steigende Steuerlast draufkommt, die sich auch noch auf immer weniger Leute verteilt.

Leute im öffentlichen Dienst behaupten so gerne, dass sie doch auch Steuern zahlten. Nein, tun sie nicht, weil sie effektiv ein Nettogehalt bekommen und mit ihren Steuern nur einem Teil von dem, was sie vom Steuerzahler bekommen, zurückgeben. Sie sind nicht wertschöpfend. Sie zahlen die Staatsmaschinerie nicht, sie sind die Staatsmaschinerie.

Zwar argumentieren einige wenige bei dem Vorhalt dann damit, dass sie ihre Arbeitsleistung einbringen, und sie für den Anteil, der der Steuerlast entspricht, nicht entlohnt werden, also den Staat mit ihrer Arbeitsleistung förderten. Aber stimmt das? Ist das wertschöpfend, wenn zu viele Leute im Öffentlichen Dienst effektiv nichts oder kaum arbeiten? Die nichts herstellen, nichts produzieren, was man verkaufen kann?

ZitatIn Deutschland aber hypertrophiert ein ineffizienter Staatssektor, der mittlerweile die Hälfte aller Wirtschaftsleistung beansprucht. Mit einer immer höheren Schuldenfinanzierung kaschiert die Politik den Niedergang des Privatsektors, der sich in den Arbeitsmarktzahlen spiegelt.

Das ist wohl schon so gewollt, um einen Sozialismus zu bauen, in dem der Staat alles ist.

Das funktioniert aber nicht. Das ist Schwindel.

Johann

Die Aufgabe des Staates ist es, Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, damit gewinnorientierte Unternehmen ihrem Zweck nachgehen können. Demnach hat der Staat völlig andere Ziele als jene Unternehmen und kann auch neue Jobs zur Erfüllung seiner Aufgaben schaffen, wenn Unternehmen aufgrund schlechter konjunktureller Lage keine neuen Jobs mehr aufbauen. Das ist nichts ungewöhnliches und erstmal auch nicht verwerflich.

Natürlich kann man es sich einfach machen und sagen "In einer globalisierten Welt gehen in unserem Land Jobs in den Bereichen flöten, die in anderen Ländern auf der Welt massiv subventioniert werden und die auch ganz andere Umweltauflagen haben als bei uns, deshalb darf der Staat auch keine neuen Jobs schaffen!". Oder man guckt sich eben mal an, woran das möglicherweise liegt, sieht ein, dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben und versucht dem an einer geeinten Front entgegenzuwirken. Man könnte sich beispielsweise international dafür einsetzen, dass Länder sich dazu bereit erklären, nur noch Chemikalien zu nutzen, die nach EU-Standards hergestellt wurden. Das würde zumindest den Preisvorteil rausnehmen, den andere Länder haben, die ihre giftigen Abfälle in den nächsten Fluss ableiten statt ihn aufwendig und teuer zu klären.

Eukalyptus

@Geschädigter: Das von dir Geschilderte ist grundsätzlich zutreffend. Was willst du aber mit Deinem Beitrag in einem Diskussionsforum für öffentliche Bedienstete erreichen? Sollen alle Bediensteten oder ein Teil freiwillig kündigen, verbal sich Asche auf das Haupt streuen dafür dass sie ein Stellenangebot des öD angenommen haben oder dich nur in Deiner Meinung bestätigen?

Da wäre doch dein Abgeordneter oder die Wahlurne der richtigere Anlaufpunkt.

TrexLittleArms

Die nachfolgende Antwort ist mit KI recherchiert, in meinen Augen aber entsprechend zutreffend;

Die aktuelle Debatte über das Verhältnis zwischen schrumpfender Industrie und wachsendem Staatssektor wird oft sehr emotional geführt. Um die Diskussion auf eine sachliche Basis zu stellen, lohnt ein Blick auf die volkswirtschaftlichen Realitäten und den internationalen Vergleich (Stand 2024/2025).

1. Die Mär vom ,,nicht wertschöpfenden" Staatssektor
In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) ist die Sache eindeutig: Der Öffentliche Dienst (ÖD) ist wertschöpfend. Da staatliche Leistungen (wie Sicherheit, Bildung oder Rechtsprechung) meist keinen Marktpreis haben, wird ihr Wert über die Herstellungskosten (v. a. Personal) definiert.
Viel wichtiger ist jedoch die indirekte Wertschöpfung: Der Staat produziert die notwendigen Vorleistungen für die Privatwirtschaft. Ohne ein funktionierendes Justizsystem, öffentliche Infrastruktur und ein leistungsfähiges Bildungssystem könnte kein Industrieunternehmen in Deutschland wettbewerbsfähig produzieren. Der Staat ist somit kein reiner Konsument, sondern ein Produktionsfaktor.

2. Beschäftigungsquoten: Deutschland im EU-Vergleich
Entgegen der Wahrnehmung einer ,,Hypertrophie" (übermäßiges Anschwellen) des Staates zeigen die Daten der OECD und von Eurostat ein überraschendes Bild:

Deutschland: Rund 11 % der Erwerbstätigen arbeiten im öffentlichen Dienst.
OECD-Durchschnitt: Dieser liegt bei ca. 18,6 %.
Skandinavien: In Ländern wie Norwegen oder Schweden liegt die Quote bei knapp 30 %.
Deutschland verfügt im internationalen Vergleich also über einen der schlankesten Staatssektoren gemessen am Personalanteil. Der Zuwachs der letzten Jahre fand zudem kaum in der ,,klassischen Verwaltung" statt, sondern primär in den Bereichen Erziehung (Kita-Ausbau) und Gesundheit – also in Dienstleistungen, die von der Gesellschaft und der Wirtschaft (Stichwort Vereinbarkeit von Familie und Beruf) aktiv eingefordert werden.

3. Das Steuer-Argument: Zahlen Beamte Steuern?
Das Argument, Beschäftigte im ÖD zahlten keine ,,echten" Steuern, ist fiskalisch zu kurz gegriffen. Rechtlich sind sie nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) genauso steuerpflichtig wie Angestellte in der Industrie. Würde man ihnen nur ein ,,Nettogehalt" zahlen, müsste der Staat die Bruttogehälter senken – das Ergebnis für die Staatskasse bliebe gleich, aber das Prinzip der steuerlichen Gleichbehandlung und die Progression des Steuersystems würden zerstört. Zudem fließen diese Gehälter über den Konsum (Mehrwertsteuer) und lokale Abgaben direkt wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück.

4. Fazit: Strukturwandel statt ,,Sozialismus"
Die Sorge um die schrumpfende Industrie ist berechtigt. Hohe Energiepreise und Bürokratie belasten den Privatsektor massiv. Es ist jedoch zu simpel, den Öffentlichen Dienst als Ursache für diesen Niedergang zu markieren. Wenn die Industrie schrumpft, steigt der Staatsanteil am BIP automatisch rein rechnerisch an (Nenner-Effekt).

Die Herausforderung besteht nicht darin, den Staat pauschal zu verkleinern, sondern seine Effizienz (Digitalisierung!) zu steigern, damit er seine Rolle als Dienstleister für eine starke Privatwirtschaft optimal erfüllen kann.

Quellen:

Statistisches Bundesamt (Destatis) – Personal des öffentlichen Dienstes:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentlicher-Dienst/_inhalt.html
(Hier finden Sie die aktuellen Fachserien zu den Beschäftigtenzahlen, unterteilt nach Beamten und Tarifbeschäftigten.)

OECD – Government at a Glance (Interaktive Daten & Berichte):
https://www.oecd.org/en/publications/government-at-a-glance-2023_3d5c5d31-en.html
(Die zentrale Quelle für den internationalen Vergleich der Beschäftigtenquoten im Staatssektor.)

dbb beamtenbund und tarifunion – Monitor Öffentlicher Dienst 2025:
https://www.dbb.de/der-dbb/zahlen-daten-fakten.html
(Eine sehr detaillierte jährliche Aufbereitung der Personalstruktur im deutschen ÖD inklusive EU-Vergleichen.)

Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) – Staatsausgaben im Vergleich:
https://www.iwkoeln.de/studien/iw-reports/beitrag/martin-beznoska-tobias-hentze-oeffentliche-ausgaben-im-internationalen-vergleich.html
(Analyse der Staatsquoten und der Effizienz öffentlicher Ausgaben im EU-Kontext.)

Statista – Beschäftigte im öffentlichen Dienst nach Ländern (Infografik):
https://de.statista.com/infografik/10405/beschaeftigte-im-oeffentlichen-dienst-in-ausgewaehlten-laendern/
(Visualisierung der OECD-Daten zum schnellen Vergleich der Quoten.)

Fettschwanzmaki

Zitat von: Geschädigter in 21.05.2026 22:29Zwar argumentieren einige wenige bei dem Vorhalt dann damit, dass sie ihre Arbeitsleistung einbringen, und sie für den Anteil, der der Steuerlast entspricht, nicht entlohnt werden, also den Staat mit ihrer Arbeitsleistung förderten. Aber stimmt das? Ist das wertschöpfend, wenn zu viele Leute im Öffentlichen Dienst effektiv nichts oder kaum arbeiten? Die nichts herstellen, nichts produzieren, was man verkaufen kann?

Ungeachtet meiner eigenen Überzeugung nach ein paar Jahren im öD, dass nicht in allen, aber in vielen Bereichen, ungefähr 1/3 der Stellen überflüssig sind (die anfallende Arbeit könnte auch mit weniger Personal geleistet werden), stellt der öD die notwendige Infrastruktur sicher, um der Privatwirtschaft überhaupt erst die Rahmenbedingungen zur Wertschöpfung zur Verfügung zu stellen (ich sehe gerade den Beitrag von TrexLitteArms, prima, muss ich nicht soviel tippen).

ZitatDas ist wohl schon so gewollt, um einen Sozialismus zu bauen, in dem der Staat alles ist.

Das ist typisch "Welt"-Niveau, sry, anders kann ich das nicht mehr nennen. Nicht vergessen: "Welt" ist die "bessere" BILD-Zeitung - die journalistische Qualität sollte folglich jeder selbst beurteilen können.

Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft. Den hier beschworeren Staatssozialismus finden wir evtl. im nächsten Sonnensystem, aber sicher nicht in der BRD.

Des Weiteren gibt es nicht die Definition von Sozialismus - der Begriff ist fluide.

"Staatssozialismus ist eine Begriffsvariante des Sozialismus, die sich auf die Verstaatlichung der Produktionsmittel und des politischen Monopols bezieht."

"Sozialisten betonen im Allgemeinen die Grundwerte Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und je nach Strömung auch Freiheit. Sie heben oft die enge Wechselbeziehung zwischen praktischen sozialen Bewegungen und theoretischer Gesellschaftskritik hervor, wobei sie das Ziel verfolgen, mit Blick auf eine sozial gerechte Wirtschafts- und Sozialordnung beide zu versöhnen.", ich bin noch faul, deshalb kurz nur Wiki.

Die DDR mag vieles gewesen sein, aber sie war sicher nicht "sozialistisch". Eine (Lebens)Lüge wird nicht dadurch wahr, in dem sie über 40 Jahre mantra-artig wiederholt wird.

Und das sozialistisches Schreckgespenst wird nicht dadurch existent, in dem man es immer wieder (als politischen Kampfbegriff) am Nasenring durch die Diskursarena führt - den Beißreflex kann man damit aber anscheinend immer noch auslösen, zumindest bei Konsumenten von BILD und WELT.

BILD Dir deine WELT...  ;D

Meine Welt - Meine Meinung


(Oh, mann...)

Rheini

Was ich auch in die Diskussion einbringen möchte ist, dass der Staat regelt welche Rahmenbedingungen die Wirtschaft und die Gesellschaft einhalten muss.

Jeder der baut ist von den Vorschriften und der Kontrolle genervt. Der Nachbar im Bungalow dem auf dem Nachbargrundstück ein 20stöckiges Hochhaus daneben gesetzt werden soll, sieht das bestimmt anders.

Also ist für mich die Frage, was wir wollen und wie wir es machen und oft nicht die Frage, ob wir es machen, wenn wir es wollen.

Eukalyptus

Ich verstehe nicht, warum man sich vom Trollposting des Originalposters angesprochen fühlt und sich als Verteidiger der Entscheidungen von Politikern gebärdet.

Auch sehe ich als ehemaliger DDR-Bürger sehr wohl Parallelen der jetzigen (im Gegensatz zur Ehrhardschen, aber auch Kohlschen und ausdrücklich noch Schröderschen) BRD.

Wem zu guter Letzt der Begriff des Sozialismus für die DDR nicht gefällt, der möge halt den Begriff des real existierenden Sozialismus verwenden.

Fettschwanzmaki

Zitat von: Eukalyptus in 22.05.2026 12:07Auch sehe ich als ehemaliger DDR-Bürger sehr wohl Parallelen der jetzigen (im Gegensatz zur Ehrhardschen, aber auch Kohlschen und ausdrücklich noch Schröderschen) BRD.

Wem zu guter Letzt der Begriff des Sozialismus für die DDR nicht gefällt, der möge halt den Begriff des real existierenden Sozialismus verwenden.

Es mag meiner westdeutschen Sozialisation geschuldet sein, aber ich kann keine Parallelen im Hinblick auf die Entwicklung zum Staatssozialismus oder auch real existierenden Sozialismus erkennen.

Zurück zum Arbeiter- und Bauernstaat? Deindustrialisierung? Klimadiktatur?

Es wäre freundlich, wenn Du hier ein, zwei Stichwörter einbringst, damit ich das etwas besser eingrenzen kann.

Der Begriff des "real existierenden Sozialismus" ist aus meiner Sicht sogar noch "untreffender", wenn schon der Sozialismus (nach meinem Begriffsverständnis) nicht existierte, dann kann er auch nicht real existieren.

Aber: ich habe nicht in der DDR gelebt und kenne die damaligen Lebenswirklichkeiten nicht aus eigener Erfahrung. Ich kann das nur historisch/theoretisch betrachten und bin folglich auch limitiert.

Nur soviel: im Rahmen der Wiedervereinigung haben wir nach meiner Einschätzung die historische Chance versäumt, aus beiden Systemen das jeweils Gute zum Besten zu vereinen.

Die damalige politische Realität war offenkundig eine andere, die Bank gewinnt halt immer.

Hinsichtlich "der Verteidiger der Entscheidungen von Politikern" interpretiere ich das als mehr oder weniger diffuse Unzufriedenheit mit dem System - das bin ich gegenwärtig auch (und nicht erst seit gestern), aber ich ziehe wohl andere Rückschlüsse.

Ob das nun ein Trollposting ist oder nicht, wird wohl nur der TE selbst wissen. Mit über 100 Beiträgen gehe ich zumindest nicht automatisch davon aus. Es ist ein Forum zum Meinungsaustausch - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Warnstreik

Zitat von: Eukalyptus in 22.05.2026 12:07Auch sehe ich als ehemaliger DDR-Bürger sehr wohl Parallelen der jetzigen (im Gegensatz zur Ehrhardschen, aber auch Kohlschen und ausdrücklich noch Schröderschen) BRD.

Welche Parallelen siehst du denn zwischen dem DDR-System und dem heutigen System?

Johann

Vermutlich meint er damit die Wendigkeit der Politik.
Von "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten" hin zu "Nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich" hat Parallelen zur schwarzen Null des F. Merz im Wahlkampf und ganz kurze Zeit nach dem Wahlsieg und vor Konstitution des Bundestages wird aus der schwarzen Null eine Billion Euro Schulden. Man könnte auch von einer ähnlich hohen "Politischen Dynamik" sprechen, die heute wie damals aktuell ist.

Ozymandias

Das Hauptproblem der eine Billionen Schulden ist ganz einfach, dass das Leben der Leute dadurch kein Stückchen besser wird. Einfach mal im Umfeld fragen. Der Lebensstandard sinkt trotz der Schulden, die Wirtschaft wächst nicht. Einzig die Rüstungsindustrie vielleicht, toll, dadurch wird das Leben weder besser und m.E. auch nicht sicherer. Die ganze Billion wird schlichtweg verplempert on top auf die bisherige Misere.

Ab 2030 werden dann jedes Jahr ca. 80 Milliarden Zinsen fällig, wegen der 2 Billionen alten Schulden und der 1 Billionen neuen Schulden.

Die Leistungsfähigkeit des ÖD nimmt mit der Digitalisierung teilweise sogar eher ab. Einfach mal die Richter nach der E-Akte fragen. Da gibt es dämliche Speicherlimits für die riesigen Anlagen der Anwälte oder auch Videos. Also doch nicht alles in einer Akte am Ende. Dazu hört man immer öfter, dass teilweise tagelang in Finanzämtern und Gerichten die Systeme ausfallen und alle nur Däumchen drehen.

Der Bürger darf in unserem tollen Föderalismus und Datenschutzfetischismus jedes Mal seine Daten neu eintippen, keine Behörde kommuniziert mit der anderen. Bescheide und Entscheidungsqualitäten sinken oder dauern bis zum Sankt Nimmerleinstag.


Niemand will mehr politische Entscheidungen wirklich entscheiden. Es wird alles in Komissionen ausgelagert und dort von Leuten dann in Elfenbeinoptionen umgewandelt von Leuten, die nicht mal eine Pommesbude führen könnten.

Johann

Zitat von: Ozymandias in Heute um 13:48Es wird alles in Komissionen ausgelagert und dort von Leuten dann in Elfenbeinoptionen umgewandelt von Leuten, die nicht mal eine Pommesbude führen könnten.
Ich glaube das ist heutzutage auch gar nicht mehr so einfach. Das Geld fehlt bei der Kundschaft, das Personal kostet mittlerweile richtig Geld, Mieten in belebten Lagen sind losgelöst von Gut und Böse und Vermieter haben lieber Leerstand als sinkende Mieten zu akzeptieren. Da muss man schon sehr viele Fritten verkaufen, um da am Ende auch noch was für sich übrig zu haben.

ike

Ganz einfach: beide voneinander abhängig.
Sagen wir esso: in der Summe ergeben Wirtschaft und Staat 100%.
Funkioniert der Staat, muss die Wirtschaft mit Abstrichen rechnen und umgekehrt.

Ein überregulierter Staat wie die aktuelle BRD (oder die "EU") vergraulen die Wirtschaft,
weil die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen.
Da kommt man etwas zum libertären Gedanken: lass  doch alles sich selbst regulieren,
anstatt es den Staat tun zu lassen, denn das hat noch nie funktioniert,
weder bei den Nazis, noch bei den Kommunisten.
Aber aus der Geschichte lernen ist ja nicht jedermanns Sache, auch wenn es nur jahrzehnte zurückliegt.

Das Idealbild war die soziale Marktwirtschaft (in der Schule hat mich das immer begeistert, ich frage mich, ob das heute überhaupt noch gelehrt wird), von der haben wir uns aber leider schon lange verabschiedet; und seitdem geht es eben den Bach runter  :-\

MoinMoin

Sinkt die Lebensqualität?
bezogen auf welche ?
Bezogen auf die letzten 5,10,15,20 Jahre?

Mir gehts was Lebensqualität angeht, trotz der Scheisse, die aktuell passiert doch noch recht gut, wenn ich in die Vergangenheit schaue.