[SL] Besoldungsrunde 2025-2028 Saarland

Begonnen von Hans Werner Mangold, 20.02.2026 11:25

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HerrLehrer

Es ist ein Graus, diesem Schauspiel zuzuschauen. Natürlich kann man die SPD jetzt abstrafen und sie nicht wählen, wenn sie einen notwendigen Schritt zum Wahlkampfversprechen macht. Aber was ist das Resultat? Man muss eine andere Partei wählen. Und wie meine VorrednerInnen sagen: Wer garantiert, dass diese Partei das umsetzt? Bzw. welche Partei muss man dann wählen, um seine Interessen bestmöglich zu vertreten?

Immerhin: Die lineare Anpassung wurde rückwirkend zum 1.4. schon mal ausgezahlt, ich hab damit dieses Geld schonmal erhalten. Aber in Zeiten, in denen soziale Aspekte immer weiter eingekürzt werden und Bildung unter der Kürzung der Budgets leidet, kann man hier nicht von einem Erfolg sprechen...

EDIT sagt: Ich hab mir mal den Monatsvergleich mit dem Bund angeschaut. Meine Besoldungsstufe mit meiner Erfahrungsstufe hat -6,11% und das ist auch der Peak in meinem Bereich an Gehaltsklassen und Erfahrungsstufen. Nicht schlecht...

Hans Werner Mangold

Lieber Herr Lehrer,

Sie beziehen sich hier leider auf veraltete Zahlen. Der Bund hat zur Sicherung einer amtsangemessenen Alimentation im April einen neuen Gesetzentwurf für Bundesbeamte vorgelegt, der die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umsetzen soll. Wenn ich diesen Entwurf als Grundlage für Ihren Vergleich heranziehe (Besoldungsgruppe A 14, 1 Kind, Endstufe), komme ich auf einen prozentualen Unterschied von 14,43 %. Die von Ihnen genannten 6,11 % sind damit passé. Willkommen in der neuen Welt der amtsangemessenen Alimentation!


HerrLehrer

#32
Zitat von: Hans Werner Mangold in 01.06.2026 12:23Lieber Herr Lehrer,

Sie beziehen sich hier leider auf veraltete Zahlen. Der Bund hat zur Sicherung einer amtsangemessenen Alimentation im April einen neuen Gesetzentwurf für Bundesbeamte vorgelegt, der die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umsetzen soll. Wenn ich diesen Entwurf als Grundlage für Ihren Vergleich heranziehe (Besoldungsgruppe A 14, 1 Kind, Endstufe), komme ich auf einen prozentualen Unterschied von 14,43 %. Die von Ihnen genannten 6,11 % sind damit passé. Willkommen in der neuen Welt der amtsangemessenen Alimentation!



Danke für die Richtigstellung. Ich habe nicht darauf geachtet, von wann die Zahlen sind. Ich gehe davon aus, dass es bei mir nur noch mehr wird (A14, 3 Kinder, Erfahrungsstufe 8 ). Aber ich bin gespannt, wie groß der Widerstand aus unseren Reihen gegen die Hinhaltetaktik der Regierung sein wird.

EDIT sagt: Ich komme bei gleicher Erfahrungszeit und Kinderanzahl auf 16%/18% Unterschied, je nachdem, ob man mein Gehalt oder das eines entsprechenden Bundesbeamten als Grundwert ansetzt... Wow.


HerrLehrer

Und damit sind wir im wieder in einer Situation, in der man der Politik vorwerfen darf, warum sie nicht in Gang kommt. Wenn alle genannten Parteien das umsetzen wollen, warum ist es dann noch nicht geschehen, wenn nicht aus Kostengründen? So kommt niemand erst auf die Idee, nach RLP wegen einer höheren Eingruppierung zu wechseln. Nebenbei gesagt: Viele Lehrkräfte an Nicht-Grundschulen sehen das tatsächlich kritisch, weil sie dir dortige Arbeitsbelastung nicht kennen und unterschätzen. Meine Frau ist Grundschullehrerin und ich möchte nicht tauschen...

Schneewitchen

Ich bin nicht betroffen, da ich kein Lehrer bin. Ich "freue" mich aber über derartige Nachrichten immer sehr, wird mir doch damit immer wieder bestätigt, mit welchen Leuten man es auf der Ebene des DH bzw. der Politik zu tun hat.

Das ist nichts anderes als Beamten-Schanghaien. Nur die Variante ist schön preiswert. Man stellt höhere Bezahlung in Aussicht, wenn man mit seiner Stimme einen entsprechenden Wahlerfolg unterstützt. Während man also zunächst eine Vorleistung der Lehrer erwartet, relativiert man die Gegenleistung durch die Verknüpfung mit einer Bedingung. Man erwartet also quasi eine konkrete Leistung ohne konkrete Gegenleistung.

Das Perfide: Selbst dann, wenn eine der Parteien, die dieses Versprechen in Aussicht stellt, in den Genuß der Regierungsbeteiligung kommt, ist ja nicht garantiert, dass dieses Versprechen dann umgesetzt wird.

Gerne genommener Spruch:"Nach einem durchgeführten Kassensturz müssen wir feststellen, dass leider nicht alle Maßnahmen durchgeführt werden können, die für sich genommen sinnvoll sind....!"

Scull

Kann mir nicht vorstellen, dass bei der aA im SL extrem viel passieren wird. Kassen sind ja bekannterweise immer leer

Hans Werner Mangold

Was im Saarland beim Thema amtsangemessene Alimentation geboten wird, ist kaum noch in Worte zu fassen. Das Ganze ist mittlerweile ein absolutes Trauerspiel. Man hat das Gefühl, dass die Politik das Thema bewusst aussitzt und uns Jahr für Jahr vertröstet, während die reale Kaufkraft immer weiter wegbricht.
 
Ich kann mittlerweile nur noch hoffen, dass das BVerfG ganz genau hinschaut. Es wird höchste Zeit, dass die Richter diesem Trauerspiel ein Ende setzen und spürbare Konsequenzen ziehen. Eine logische und längst überfällige Konsequenz wäre es beispielsweise, den betrachteten Zeitraum bei der Prüfung der Mindestalimentation deutlich zu erweitern, insbesondere die Jahre ab 2020.