Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

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Zitat von: daseinsvorsorge in 20.05.2026 18:17Die Öffentlichkeit zeigt sich empört, wenn Eltern ihre Kinder unbetreut lassen müssen. Frau Connemann von der aMittelstandsunion will deshalb auch das Streikrecht im ÖD begrenzen. Wenn Kita, Schulen, Bahn etc. Zur Daseinsvorsorge gehört, sollte die Politik alles dafür tun, das es in diesen Bereichen zu keinen Streiks kommt.
Das ist ja ganz einfach. Einfach mal vernünftige Angebote vorlegen und nicht jedes Mal mit 0,0 % um die Ecke kommen.

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Zitat von: DiVO in 20.05.2026 15:46Nach deine Logik müsste man das Kita-Personal ebenfalls verbeamten. Ich sehe weder in Kita, noch in Schulen den Bedarf für Beamte.
Das wäre spannend, das wären noch einmal 700.000 Pensionsempfänger mehr, aber auch 700.000 Leute, bei denen die Lohnnebenkosten jetzt erstmal geringer wären. Für Kommunen eigentlich das Nonplusultra  :P

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Zitat von: DiVO in 25.05.2026 08:01Ich finde es amüsant, wie auf den Jungen herumgehackt wird, wenn die nicht Vollzeit arbeiten wollen. Meine Frau jst in ihrer Firma eine zeitlang außertariflich mehr gearbeitet, das waren dann 40 Stunden pro Woche. Irgendwann ist sie dann auf die tariflichen 35 runter. Ist das dann auch Lifestyle-Freizeit oder normale Vollzeit?

Als Personaler habe ich jahrelang folgende Szenarien regelmäßig mitbekommen:

1. Mitarbeiter um die 60 waren physisch und/oder psychisch so fertig, dass sie innerlich schon gekündigt hatten und explodierende AU-Zeiten hatten.
2. Mitarbeiter um die 60 haben jeden Strohhalm gegriffen, der ein Niederlegen der Arbeit vor 67 ermöglicht hat: bis zu 18 % Abschläge, Sabbatical, Altersteilzeit - völlig egal was, Hauptsache nicht mehr arbeiten.

Und jetzt wieder zurück zu den Jungen. Die wissen, dass es für sie diese Strohhalme nicht mehr geben wird. Und wenn doch, wird es bedeuten, sie mit statt mit 70 mit 68 aus dem aktiven Arbeitsleben ausscheiden werden.

Ich hatte neulich ein Gespräch mit meinem Vater Jahrgang 1943. Er hat mir voller Stolz erzählt, dass er jetzt seit 25 Jahren nicht mehr arbeitet - Altersteilzeit und Anzügen sei dank. Er ist mit 58 Jahren in Rente. In dem Alter werden die faulen Jungen noch zwölf Jahre arbeiten müssen.

Warum sollte darauf irgendjemand Bock haben?

Gab es überhaupt welche, die "normal" (ohne ewige AU-Zeiten) bis zum regulären Ende gearbeitet haben oder womöglich nun die Aktivrente nutzen?

Ich finde diese Diskussionen um einen Renteneintritt mit 70 immer sehr spannend, wenn heute ein Großteil nicht einmal an die Regelaltersgrenze (65/67) herankommt.

Wir hatten auch einen Kollegen, der kurz vor der Rente mit 64 alles vergessen hat - auch, was jahrelang immer lief.
Dann frag ich mich, was einem Arbeitgeber geholfen sein soll, wenn so eine Person noch 5 Jahre arbeitet? Die nur noch Fehler macht und andere vom Arbeiten abhält, da es immer wieder erklärt werden muss.

Die Behauptung, dass man im Büro daher easy bis 70 arbeiten kann, kann somit nicht vollends bestätigt werden.

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Zitat von: MoinMoin in 25.05.2026 19:21Richtig.
Und auch die Restlebenserwartung ist beachtlich gestiegen.
Wobei ich tatsächlich interessiert, ob es über alle Berufsgruppen auch der Fall ist.
Die Kumpels mit der Kohlestaublunge verzerren jetzt nicht mehr die Statistik und die Bitterfelder Lungen dürften auch nicht mehr so relevant sein.

Lebenserwartungssteigerung bringt ja nur was, wenn man von der Zeit etwas hat.
Ob man nun 5 oder 10 Jahre bettlägerig ist.... da wären alle dann wohl lieber bei doch nur 5 Jahren.
Wenn man bis 85 fit ist, ist das was anderes

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Zitat von: Rheini in 29.05.2026 15:03Und warum hast du dich nicht woanders als Beamter beworben?

Beim Bund ist das ja easy machbar, bei Ländern teilweise auch - du bist hier aber im VKA Bereich unterwegs.
Da ist nichts mit Verbeamtung, wenn du nicht direkt die Laufbahn einschlägst.

Und Ingenieure, Ärzte, BWLer, ITler, Pädagogen, Juristen (die tatsächlich mit Glück als einzige Gruppe verbeamtet werden), Naturwissenschaftler, Sozialarbeiter werden nun einmal benötigt.
Wenn die alle nicht mehr arbeiten, sieht es auch mau aus.

Rheini

Zitat von: KlammeKassen in 01.06.2026 14:41Beim Bund ist das ja easy machbar, bei Ländern teilweise auch - du bist hier aber im VKA Bereich unterwegs.
Da ist nichts mit Verbeamtung, wenn du nicht direkt die Laufbahn einschlägst.

Und Ingenieure, Ärzte, BWLer, ITler, Pädagogen, Juristen (die tatsächlich mit Glück als einzige Gruppe verbeamtet werden), Naturwissenschaftler, Sozialarbeiter werden nun einmal benötigt.
Wenn die alle nicht mehr arbeiten, sieht es auch mau aus.

Na wenn Du dich für einen Bereich entschieden hast der nicht verbeamtet, dann heul doch nocht rum.

Entscheide was Dir wichtig ist und gehe deinen Weg.

clarion

Stimmt, viele Menschen im ÖD arbeiten nicht bis 67 Jahren. Viele könnten zwar, aber bei denen reicht das Geld, so dass sie trotz Abzüge gut leben können

MoinMoin

Zitat von: clarion in 02.06.2026 06:32Stimmt, viele Menschen im ÖD arbeiten nicht bis 67 Jahren. Viele könnten zwar, aber bei denen reicht das Geld, so dass sie trotz Abzüge gut leben können
Und das selbe gilt für die ausserhalb des öDs.
Ich kenne auch viele Handwerker, die bis Ende gearbeitet haben.
Aber was sagt uns das?
Das viele gehen bevor sie nicht mehr können und die die nicht mehr können bekommen erwerbsunfähigen Rente.

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Zitat von: Rheini in 01.06.2026 21:12Na wenn Du dich für einen Bereich entschieden hast der nicht verbeamtet, dann heul doch nocht rum.

Entscheide was Dir wichtig ist und gehe deinen Weg.

Ich wollte dich nur auf die nicht haltbare Aussage von dir aufmerksam machen, dass man sich ja einfach verbeamten lassen kann, wenn man will. Das ist auf kommunaler Ebene nunmal nicht so.

Ich habe das studiert, was mich interessiert hat und wo meine Fähigkeiten liegen. In der Kommune musst du schon die Laufbahn einschlagen, sonst wird das nichts mit Verbeamtung.

Könnte auch woanders arbeiten, klar, aber das Problem mit den Sozialabgaben wäre überall dasselbe. Und unbedingt besser verdienen würde ich da auch nicht; außerdem mag ich meinen Job ja :).

Im öffentlichen Dienst hast du halt den krassen Unterschied mit den verschiedenen Statusgruppen. Je geringer die Sozialabgaben, desto geringer der Unterschied in der Regel.

Die Verbeamtung war bislang ja auch nicht unbedingt relevant, aber jetzt wird es halt immer gravierender bei den Unterschieden. Ich sehe das mit Sorge, dass die Netto-Unterschiede immer krasser werden. Die neuesten Prognosen sehen ja etwa 50 % Sozialabgaben vor in 2040. Rentenversicherung geht 2028 erst einmal um 1,3 % hoch; ich fürchte bei der GKV wird die Reform auch nicht ausreichen, da ja schon wieder jetzt an Änderungen gearbeitet wird, Pflegeversicherung ist ebenfalls klamm und die Arbeitslosenversicherung nun auch noch, weil die Wirtschaft seit Jahren nicht läuft.

Kann man sich doch ausmalen, wenn dann nach wie vor "inhalts- und zeitgleiche" Übertragungen gefodert werden:
Bei der einen Gruppe gehen nur Steuern runter (PKV ist ja einkommensunabhängig), bei der anderen zusätzlich noch 22-25 % Sozialabgaben (dafür zwar ein bisschen weniger Steuern, aber das gleicht das bei langem nicht aus).
Das Bruttogehalt, das sehr nett klingt, kann ich nun mal nicht ausgeben..........

Wenn festgestellt wird, dass die Gruppe, die netto schon besser verdient, gemäß Bundesverfassunsgericht nicht genug verdient, sollte sich der Arbeitgeber mal hinterfragen, was das wohl bei den Mitarbeitern zweiter Klasse bedeutet ;) . Aber die Tarifangestellten interessiert in der Regel ja keinen in der Politik.

https://www.merkur.de/wirtschaft/milliardenloch-bei-der-bundesagentur-fuer-arbeit-waechst-brisante-loesungsvorschlaege-zr-94331715.html

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-06/beitragssatz-rentenversicherung-anstieg-2028-gxe


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Zitat von: MoinMoin in 02.06.2026 08:06Und das selbe gilt für die ausserhalb des öDs.
Ich kenne auch viele Handwerker, die bis Ende gearbeitet haben.
Aber was sagt uns das?
Das viele gehen bevor sie nicht mehr können und die die nicht mehr können bekommen erwerbsunfähigen Rente.

Die wird sicherlich immer relevanter werden. Weil - wie gesagt - was willst du mit Mitarbeitern, die die letzten 3-4 Jahre nichts mehr gebacken bekommen. Im öffentlichen Dienst werden die vielleicht noch durchgeschleppt, aber in der freien Wirtschaft sind das ja pure Kostenfaktoren.
Daher halte ich ein "starres Alter" ohnehin für wenig sinnvoll.... weil jetzt ja schon kaum jemand bis zur Regelrente arbeitet.

daseinsvorsorge

Zitat von: KlammeKassen in 02.06.2026 08:22...Wenn festgestellt wird, dass die Gruppe, die netto schon besser verdient, gemäß Bundesverfassunsgericht nicht genug verdient, sollte sich der Arbeitgeber mal hinterfragen, was das wohl bei den Mitarbeitern zweiter Klasse bedeutet ;) . Aber die Tarifangestellten interessiert in der Regel ja keinen in der Politik...
Wenn sich schon der überwiegende Teil der Tarifbeschäftigten sich nicht für sich selbst interessiert, warum sollten sich die AGs dafür interessieren?

Rheini

Zitat von: KlammeKassen in 02.06.2026 08:22Ich wollte dich nur auf die nicht haltbare Aussage von dir aufmerksam machen, dass man sich ja einfach verbeamten lassen kann, wenn man will. Das ist auf kommunaler Ebene nunmal nicht so.

Ich habe das studiert, was mich interessiert hat und wo meine Fähigkeiten liegen. In der Kommune musst du schon die Laufbahn einschlagen, sonst wird das nichts mit Verbeamtung.

Könnte auch woanders arbeiten, klar, aber das Problem mit den Sozialabgaben wäre überall dasselbe. Und unbedingt besser verdienen würde ich da auch nicht; außerdem mag ich meinen Job ja :).

Im öffentlichen Dienst hast du halt den krassen Unterschied mit den verschiedenen Statusgruppen. Je geringer die Sozialabgaben, desto geringer der Unterschied in der Regel.

Die Verbeamtung war bislang ja auch nicht unbedingt relevant, aber jetzt wird es halt immer gravierender bei den Unterschieden. Ich sehe das mit Sorge, dass die Netto-Unterschiede immer krasser werden. Die neuesten Prognosen sehen ja etwa 50 % Sozialabgaben vor in 2040. Rentenversicherung geht 2028 erst einmal um 1,3 % hoch; ich fürchte bei der GKV wird die Reform auch nicht ausreichen, da ja schon wieder jetzt an Änderungen gearbeitet wird, Pflegeversicherung ist ebenfalls klamm und die Arbeitslosenversicherung nun auch noch, weil die Wirtschaft seit Jahren nicht läuft.

Kann man sich doch ausmalen, wenn dann nach wie vor "inhalts- und zeitgleiche" Übertragungen gefodert werden:
Bei der einen Gruppe gehen nur Steuern runter (PKV ist ja einkommensunabhängig), bei der anderen zusätzlich noch 22-25 % Sozialabgaben (dafür zwar ein bisschen weniger Steuern, aber das gleicht das bei langem nicht aus).
Das Bruttogehalt, das sehr nett klingt, kann ich nun mal nicht ausgeben..........

Wenn festgestellt wird, dass die Gruppe, die netto schon besser verdient, gemäß Bundesverfassunsgericht nicht genug verdient, sollte sich der Arbeitgeber mal hinterfragen, was das wohl bei den Mitarbeitern zweiter Klasse bedeutet ;) . Aber die Tarifangestellten interessiert in der Regel ja keinen in der Politik.

https://www.merkur.de/wirtschaft/milliardenloch-bei-der-bundesagentur-fuer-arbeit-waechst-brisante-loesungsvorschlaege-zr-94331715.html

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-06/beitragssatz-rentenversicherung-anstieg-2028-gxe



Na wenn Du persönlich doch zufrieden bist, dann ist es doch gut wie es ist 🤷.


Schneewitchen

Zitat von: daseinsvorsorge in 02.06.2026 17:04Wenn sich schon der überwiegende Teil der Tarifbeschäftigten sich nicht für sich selbst interessiert, warum sollten sich die AGs dafür interessieren?

Nix für ungut! Die AGs werden aus eigenem Antrieb nicht tätig,wenn es um Verbesserungen geht. Das ist in der Regel auch in der Wirtschaft nicht anders.

Problematischer ist es da dann eher, wenn die Gruppe der Tarifkräfte tendenziell eher teilnahmslos die eigene Situation aussitzt.

Im Gegensatz zu den Beamten habt Ihr Möglichkeiten zur Durchsetzung Eurer Interessen.

Wir Beamten haben immer schon lediglich darauf hoffen dürfen, dass unsere DHn in ihrer unendlichen Gnade die Tarifergebnisse auf uns übertragen. Ausgerüstet mit einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis sind wir, ohne jedes Streikrecht, stets auf die Großzügigkeit unsere DHn angewiesen. Ist diese Großzügigkeit nicht ausreichend, dann bleibt uns nur der Klageweg, verbunden mit der Hoffnung, dass dann innerhalb von 10-15 Jahren ein Urteil erfolgt.

Das die Großzügigkeit aber schon lange nicht mehr ausgereicht hat, dass zeigen die jüngsten Urteile des BVerfG.

So sehr ich das als Betroffener begrüße, dass sich jetzt bei der Besoldung wohl etwas zum Besseren entwickelt, so kritisch sehe ich aber die Auswirkungen auf den "Betriebsfrieden".

Wenn hierdurch die Schere zwischen der Besoldung und den Tarifgehältern noch weiter aufgeht, dann kann das kein gewünschter und akzeptabler Effekt sein.

Es möge aber niemand glauben, dass die Arbeitgeber hier von sich aus tätig werden. Aber ihr habt Möglichkeiten, die wir als Beamter nicht haben, und die es zu nutzen gilt....

MoinMoin

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 10:09Nix für ungut! Die AGs werden aus eigenem Antrieb nicht tätig,wenn es um Verbesserungen geht. Das ist in der Regel auch in der Wirtschaft nicht anders.
Also ich kenne es aus der Wirtschaft durchaus und zwar nicht selten, dass automatisch und freiwillig jährlich eine Gehaltsanpassung erfolgt.
Ohne Gewerkschaftsbeteiligung
und ab und an erst nach dem jährlichem Mitarbeitergespräch