Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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MoinMoin

Zitat von: Petar T. in Heute um 11:01Wenn man die Vermögenssteuer aus Einkommen bezahlt, das bereits versteuert wurde, ist das eine Doppelbesteuerung.  Das kann man gerne als Märchen bezeichnen, ändert aber nichts am harten Fakt.
So wie bei jedem Einkauf mein Lohn doppeltbesteuert wird, wenn man diese Betrachtungsweise konsequent durchzieht.

Ach ja und im übrigen, bin ich persönlich kein Verfechter der Vermögenssteuer. Nicht das da ein falscher Eindruck erweckt wird.

MoinMoin

Zitat von: Bob Kelso in Heute um 11:14Mein Kollege (E13) mit Ehefrau und drei Kindern; und einer monatlichen Warmmiete von 1800 Euro hat nicht das Gefühl zu den "gut verdienenden" zu gehören!
Er gehört zu den gut verdienenden, hat das wegen habe nicht unbedingt ein hohes Haushaltseinkommen, denn auch gut verdienende Menschen könne in prekären Lebensverhältnisse rutschen.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:44Naja und dann ist man wieder bei den Diskussionen über Erbschaftssteuer und die sich da frei rechnen, bei der Vermögenssteuer oder der Steuerfreiheit von Immobiliengewinne...


Vermögenssteuer war gestern heute gründet man Familienstiftungen. Zum 01.01.2026 sollte eigentlich das neue bundeseinheitliche und elektronische Stiftungsregister in Kraft treten.
Da sich  so viel ändert, bekommen die (Familien-) Stiftungen noch mal eine 2 -jährige Schonfrist - nur die Vermögenssausstattung der Stiftung & "interne Regelungen" bleiben weiterhin vertraulich ;-)

Beispiel Fam. Thiele (Knorr-Bremsen): Heinz Hermann Thiele hat es zu Lebzeiten nicht mehr geschafft sein Vermögen von über 15 Milliarden in eine Familienstiftung zu überführen. Daher mussten die Erben knapp 4 Milliarden an den bayerischen Fiskus bezahlen.
Das ist ein absoluter Ausnahme- und Glücksfall für den Fiskus!
Was daran ist jetzt ungerecht?
Dass die Erben nicht 15 Milliarden bekommen haben sondern nur 11 Milliarden oder der Staat statt 0 Milliarden von dem Vermögen von 15 Milliarden  4 Milliarden bekommen hat?


Petar T.

Zitat von: MoinMoin in Heute um 11:35So wie bei jedem Einkauf mein Lohn doppeltbesteuert wird, wenn man diese Betrachtungsweise konsequent durchzieht.

Als Libertärer freut es mich besonders, wenn ich bei anderen zu der Erkenntnis beitragen kann, dass Steuern nichts anderes als Raub sind.

Übrigens zahlen wir Staatsbediensteten auch keine "echten" Steuern.  Da das Gehalt vollständig aus dem Steuertopf finanziert wird, gleicht die Steuerzahlung einer reinen Buchungstransaktion. Der Staat nimmt Steuergeld ein, zahlt es als Lohn aus und bucht einen Teil davon als eigene Steuern wieder ab.

NelsonMuntz

Zitat von: Petar T. in Heute um 11:47Als Libertärer freut es mich besonders, wenn ich bei anderen zu der Erkenntnis beitragen kann, dass Steuern nichts anderes als Raub sind.

Als Libertärer wirst Du zustimmen, dass nahezu jegliche staatliche "Einmischung" abzulehnen ist. Somit ist final auch Dein Gehalt (oder möglicherweise sogar ein Sold) aus der Beute eines Raubes gezahlt. Am Ende befindest Du Dich auf der bösen, schmarotzenden Seite des Tisches: Keine Wertschöpfung, aber trotzdem gut leben wollen. Wie heißt es in libertären Kreisen so schön? Einfach mehr Milei und Musk wagen! Dem Land ist mehr geholfen, wenn die TB und Beamten endlich richtig arbeiten. ;)

highperformer

Zitat von: Petar T. in Heute um 11:47dass Steuern nichts anderes als Raub sind.

Was sind dann Subventionen? Oder gar Elterngeld, Schule, (Auto-)Infrastruktur?

Ab sofort nenne ich unseren Bundeskanzler Robin Hood.

Petar T.

Das dürfte zumindest zu keinem Strafbefehl führen  8)

Faunus

Zitat von: highperformer in Heute um 13:19Was sind dann Subventionen? Oder gar Elterngeld, Schule, (Auto-)Infrastruktur?

Ab sofort nenne ich unseren Bundeskanzler Robin Hood.

Oder: die Infrastruktur nutzen, aber dafür nichts zahlen wollen... Martin Amis fiktive Romanfigur John Self ;-)

Hugo Stieglitz

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:44Und schon zu Zeiten der französischen Revolution hatte man erkannt, dass ein Vermögender mehr davon hat, wenn die Armee sein Land (also sein Vermögen) verteidigt, als ein Unvermögender. Insofern muss man kein Grüner oder Linken Wähler sein um hier eine Schieflage zu erkennen, bisserl historische Bildung reicht da schon.

Wenn die reichsten 10 Prozent 60 Prozent des Gesamtvermögens halten, dann können sie auch 60% der Kosten tragen die dafür da sind ihr Vermögen zu schützen, so würden andere argumentieren.
Das gilt nur, wenn der Staat dieses Vermögen auch in der Form schützt. Die Struktur der Vermögen der reichsten Menschen in Deutschland dürfte aber in einer Form diversifiziert sein, sowohl bezogen auf Asset-Klassen als auch geografisch, als auch in der juristischen Knostruktion, wie es sich die Reichen zur Zeit der französischen Revolution kaum vorstellen konnten. Der Vergleich hinkt also massiv.

Außerdem hat sich die Vermögensungleichheit gar nicht so stark verändert. Die ist seit gut 15 Jahren auf dem gleichen Niveau. Die ist zwar immer noch sehr ungleich verteilt aber was willst Du erwarten? Selbst hier im Forum glauben ja manche, dass ein Anspruch gegen die Sozialversicherung zum Vermögen gehört. Ansprüche gegen eine Sozialversicherung mit Demografieproblemen skalieren aber nicht so geil. Da ging auf dem Immobilienmarkt in den letzten Jahren mehr. Nur sind die Deutschen halt Mieter. Und wenn man doch Immobilien erwerben möchte, schlagen rot/grün geführte Länder mit 6,5% Grunderwerbsteuer zu.

Warnstreik

Der Gini-Koeffizient zeigt recht eindeutig: Der Gini aufs Einkommen steigt in den letzten 40 Jahren sukzessive aber deutlich an, d.h. die Einkommensverteilung wird "ungleicher", und das auch nach staatlichen Ausgleichsmaßnahmen.
Der Gini auf das Vermögen bleibt zwar annährend gleich - allerdings ist er (wie in vielen westlichen Ländern) sehr hoch. Das ist dem Kapitalismus geschuldet und das ist auch ein Stück weit ok. Problematisch wird es, wenn grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung nicht mehr bedient werden können, während einige deutlich reicher werden. Hier würde ich nichtmal über eine Vermögenssteuer sondern über eine gleichmäßige Erbaschaftssteuer nachdenken. Wenn mir meine Tante 50000€ vererbt, dann muss ich Erbaschaftssteuer zahlen. Wenn ein Döpfner Springeranteile im Wert von 1Mrd geschenkt bekommt, dann zahlt er nichts. Und wieso? Weil er sagen darf: Ich hab doch nix!

Thomber

Zitatwenn grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung nicht mehr bedient werden können

Frai nach Christoph Sieber:   ....wir werden euch alles nehmen, nur den Fernseher nicht, egal, wie groß er ist...und der Alkohol bleibt so billig, dass ihr euch einmal pro Wochen abschießen könnt...

Oder auch:  Brot und Spiel.    (Wird es immer geben)

PiratJack1991

Zitat von: Petar T. in Heute um 11:47Als Libertärer freut es mich besonders, wenn ich bei anderen zu der Erkenntnis beitragen kann, dass Steuern nichts anderes als Raub sind

Ich habe mal ein Wort markiert. Das Wort Raub. Da ich mich gerade mit den Strafgesetzen befasse (§ 249 StGB - Raub), fehlt hier zum Tatbestand des Raubes die Gewalt oder die Drohnung dessen. Also kann es "nur" Diebstahl sein. Aber dann fehlt der Tatsbestand der Rechtswidrigkeit.
Liebe Grüße
PiratJack1991

Petar T.

#282
Oh Gott, es bleibt mir aber auch nichts erspart  ::)
Ich hatte, nicht gelogen, noch überlegt, ob ich eine Anmerkung mache, bevor hier jemand die Tatbestände zerlegt.
Dagegen entschieden hatte ich mich in der anscheinend irrigen Annahme, den eigentlichen Kern der bewusst überspitzten Aussage würde schon jeder erfassen.

Oder du hast es erfasst und willst einem Rechten, der nichts als Hass und Hetzte verbeitet, nur keinen Millimeter kampflos überlassen.

Rowhin

Die Staatsgewalt greift doch durchaus ein, wenn man seine Steuern nicht zahlt ;)

Ob man jetzt das nicht Erkennen der vermeintlich bewussten Überspitzung der Aussage dem Sender ("bei dem was du so äußerst, weiß man ja nie!") oder dem Leser ("boah, ist doch klar, dass das nicht ernst gemeint war!") zur Last legt, darüber lässt sich natürlich auch wieder trefflich diskutieren. Und los.

Hugo Stieglitz

Zitat von: Warnstreik in Heute um 13:54Der Gini-Koeffizient zeigt recht eindeutig: Der Gini aufs Einkommen steigt in den letzten 40 Jahren sukzessive aber deutlich an, d.h. die Einkommensverteilung wird "ungleicher", und das auch nach staatlichen Ausgleichsmaßnahmen.
Der Gini auf das Vermögen bleibt zwar annährend gleich - allerdings ist er (wie in vielen westlichen Ländern) sehr hoch. Das ist dem Kapitalismus geschuldet und das ist auch ein Stück weit ok. Problematisch wird es, wenn grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung nicht mehr bedient werden können, während einige deutlich reicher werden. Hier würde ich nichtmal über eine Vermögenssteuer sondern über eine gleichmäßige Erbaschaftssteuer nachdenken. Wenn mir meine Tante 50000€ vererbt, dann muss ich Erbaschaftssteuer zahlen. Wenn ein Döpfner Springeranteile im Wert von 1Mrd geschenkt bekommt, dann zahlt er nichts. Und wieso? Weil er sagen darf: Ich hab doch nix!
Seit 2011 hat sich bei Gini auch im Einkommensbereich nicht so wahnsinnig viel getan. 2011: 29, 2024: 29,5.
Deine Argumentationskette ist widersprüchlich. Erst schreibst Du ,,Gini auf Vermögen bleibt zwar annährend gleich" und dann ,,während einige immer reicher werden". Das passiert nach Deiner Aussage ja gerade nicht, da der Gini-Koeffizient auf Vermögen annährend gleichbleibt. Zumindest relativ betrachtet.
Zu den grundlegenden Bedürfnissen: Wer definiert die eigentlich? Wenn Du mich fragst arbeiten die linken Parteien seit Jahren nur an einem. Die Grundbedürfnisse der Menschen teurer zu machen. Zuckersteuer, Tabaksteuer, Alkoholsteuer, CO2 Steuer, Plastiksteuer usw. Ich erkenne da keine große Besorgnis um die Grundbedürfnisse. Die wird nur aus dem Hut gezogen, wenn es darum geht weitere Einkommensquellen zu erschließen. Natürlich sind das Lenkungssteuern, die der Staat zu meinem Schutz erhebt, während er mich gleichzeitig den Gefahren durch eine Cannabislegalisierung aussetzt. 😊
Was anderes ist das menschenwürdige Existenzminimum, aber darüber wacht ja das BVerfG. Dem Grundsicherungsempfänger geht es ja nicht schlechter, nur weil Familie Quandt im Verhältnis noch viel reicher ist.