Was kann man noch gegen das Bossing tun

Begonnen von Ginger87, 10.06.2026 16:11

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Ginger87

Hallo Zusammen,

bin seit fast 6 Jahren in einer mittleren Kommune in der IT Tätig.
Das Desaster fing an, als ich mich mehrmals bei der Vorgesetzten über unseren Teamleiter beschwert habe. Der hatte mich mehrfach angeschrien etc. Anstatt mir zu helfen, wurde ich nach dem Umzug in das neue Gebäude von den Kollegen getrennt. Die dürfen weiterhin an den Außenstandorte fahren, ich nicht mehr. Dann wurde mir plötzlich der Zugang zu unserer Datenbank gesperrt. Rückfragen wurden nicht beantwortet. Trotz Stellenbeschreibung wurden mir immer weiter Aufgaben entzogen und an Kollegen, bzw. externe Verteilt. Das was mir bleibt  ist nur noch kontieren und das nur eine geringe Anzahl im Monat. Bin total unterbeschäftigt. Einwände werden total ignoriert.

Weil ich die Gewerkschaft eingeschaltet habe, werden alle angeblichen Fehler direkt an die Personalabteilung weitergeleitet. Homeoffice gestrichen, AU Vorlage ab dem 1. Tag. Inzwischen antwortet mir der Personalservice auch nicht mehr. Da wir eine DV wegen dem Homeoffice bekommen habe, schrieb ich eine Gegendarstellung wegen der Ablehnung. Jetzt totales schweigen. Der PR hört sich zwar alles an, greift aber nicht durch.

Bin auch etwas enttäuscht von der Gewerkschaft, weil die seit Monaten wegen der Vertraglichen Beschäftigung keine  Klage erheben. Was kann ich noch tun. Aktuell was neues zu finden ist schwer und selber kündigen tue ich nicht. Die vorgesetze  will mich loswerden, hat sie früher bei anderen Kollegen auch schon gemacht.

Danke für eure Ideen

ÖDWorker

Hallo,

das kenne ich auch, das beste was du erstmal machen kannst ist dokumentieren und wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast such dir einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

Ansonsten, bewirb dich du wirst dort nicht mehr glücklich ich kann aus eigener Erfahrung sprechen das es ein befreiendes Gefühl ist denen die Kündigung auf den Tisch zu knallen und danach die Hölle über Sie hereinbrechen zu lassen ;)

Stark bleiben!

VG

Petar T.

Hot Take: du wirst das Verhalten der Vorgesetzten und ggf. Kollegen dir gegenüber nicht mehr ändern können. Ich möchte dir ohne Kenntnis der genauen Hintergründe das rechtliche Vorgehen gegen den Arbeitgeber nicht ausreden, melde aber vorsichtige Zweifel hinsichtlich der Erfolgsaussichten an.

Du schilderst hier deine Wahrnehmung, die überhaupt nicht angezweifelt werden soll. Es fehlt aber die Sichtweise der Gegenseite. Möglicherweise kann sich der Arbeitgeber auf Tatsachen berufen, die den Sachverhalt vor Gericht in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Unabhängig von Ausgang einer solchen Auseinandersetzung besteht die Gefahr einer weiteren Zuspitzung. Was genau willst du erreichen?

Ich empfehle den Wechsel zu einem Arbeitgeber, bei dem die Zusammenarbeit im Team für dich besser funktioniert.

ExponentialFud

"Das Desaster fing an, als ich mich mehrmals bei der Vorgesetzten über unseren Teamleiter beschwert habe. Der hatte mich mehrfach angeschrien etc. "

Ja. Das war der Verlierer-Move.

Faunus

Zitat von: ExponentialFud in 10.06.2026 20:13"Das Desaster fing an, als ich mich mehrmals bei der Vorgesetzten über unseren Teamleiter beschwert habe. Der hatte mich mehrfach angeschrien etc. "

Ja. Das war der Verlierer-Move.

Gibt es dazu Gesprächnotizen, Protokolle, irgendetwas Schriftliches, Waren Dritte anwesend....

Bubi11

Es gibt immer Vorgesetzte über dem Vorgesetzten.
Dokumentieren an diesen weiterleiten notfalls an die nächste Behörde und die Missstände aufdecken.

Ansonsten wird dir aber das alles nichts bringen wenn du unten durch bist. Dein Standing wird dadurch nicht besser eher im Gegenteil. Du wirst über kurz oder lang wechseln müssen so leid es mir tut.
Selbst wenn du erzwungener Maßen wieder Aufgaben bekommst wird das Verhältnis nicht mehr gut.

UNameIT

Zitat von: Ginger87 in 10.06.2026 16:11Aktuell was neues zu finden ist schwer und selber kündigen tue ich nicht. Die vorgesetze  will mich loswerden, hat sie früher bei anderen Kollegen auch schon gemacht.

In der IT suchen sie im Moment an allen Ecken und Enden. Grade bei Kommunen. Egal was du machst, wenn du bleibst, wirst du nur unglücklich. Ansonsten Anwalt dazu ziehen und alles was du an Beweisen und an schriftlichem Austausch hast zusammensuchen und dokumentieren.

Dann ist die Frage wie wurde die Einschränkung auf die Datenbank argumentiert? Warum wurdest du angeschrien? Wie wurde das Ende des HO begründet? Wie wurde AU am ersten Tag begründet?

Welche Eindrücke bestehen auf der Gegenseite? Gespräch mit der Vorgesetzten und ihrem Vorgesetzten suchen und um konkrete konstruktive Kritik bitten: was hast du Falsch gemacht, wie kannst du dich verbessern.

MeTe

Ich gehöre auch zu der Fraktion die gewisse Zweifel an Klagen/Rechsmittel gegen den Arbeitgeber haben.

Meine... Wenn der Arbeitgeber einen los werden will, kann man daran nichts via Gerichtsverfahren ändern. Man kann die Symptome lindern, einzelne Maßnahmen beklagen, ja, aber das Grundprobleme ist doch dass der AG einen nicht mehr will. Dass der AG einen weg haben will. Und daran ändert sich durch ein Urteil auch nichts, egal wie sehr es zu deinen Gunsten ausfällt. Willst du bei nem AG bleiben der einfach nur will dass du verschwindest? Also ich nicht, zumindst nicht sobald ich was anderes habe.

Einfach nen neuen AG suchen der einen haben möchte - das sollte mit einer in der Wirtschaft (oder eben AG im öD) brauchbaren Qualifikation (wozu IT wohl definitiv zählen dürfte) nicht das Problem sein.

Die Zeit und den Stress kann man sich sparen.

Vollstrecker

Ich bin ja bei vielen Antworten mit dabei. Es hilft nichts, sich festzuklammern, wenn Vorgesetzte und / oder auch Kollegen mehr als deutlich machen, dass man jemanden nicht im Team haben möchte.

Ja, sich wegzubewerben und denen eine großen Haufen scheißen ist das Beste. Das Theater mit Anwalt / Gericht kann man sich echt sparen. Man ist unerwünscht. Man wird an dieser Stelle nie wieder glücklick.

Kann man sich das wirklich sparen?  ???

Wir haben einen ähnlichen Fall gehabt. Gut, da passte der Mitarbeiter nicht ins Team. Da kam der Nächste. Wieder das Gleiche. Beim Dritten dann auch.

Ach, schau an. Die Ex-Mitarbeiter waren gar nicht das Übel, sondern der Vorgesetzte und ein Kreis von Mitarbeitern um ihn rum.

Es gibt immer Einzelfälle, wo es einfach nicht passt. Aber trotzdem sollten da höhere Stellen und der PR das immer genau im Blick haben. Es kann am Ende auch nicht sein, dass die "andere Seite" mit sowas durchkommt.


kittyka

Zitat von: Ginger87Bin auch etwas enttäuscht von der Gewerkschaft, weil die seit Monaten wegen der Vertraglichen Beschäftigung keine  Klage erheben. Was kann ich noch tun. Aktuell was neues zu finden ist schwer und selber kündigen tue ich nicht. Die vorgesetze  will mich loswerden, hat sie früher bei anderen Kollegen auch schon gemacht.

Danke für eure Ideen


Ausser dort zu kündigen, fällt mir nichts ein. Da wirst nicht mehr glücklich.
Ich weiß Jobs finden ist nicht einfach. Gerade in der aktuellen Zeit.
Auf jeden Fall dennoch bewerben. Wenn gar nichts mehr geht notfalls krank schreiben lassen.

willibald

Auch ich habe einmal ähnliches erlebt, allerdings noch in der freien Wirtschaft. Mithilfe eines qualifizierten Arztes war ich dann 9 Monate AU , und habe mir mit aller Ruhe etwas neues gesucht (Auswahlverfahren bei LOB dauern mitunter sehr lange). Eine sehr gute Reha an der Nordsee habe ich auch noch mitgenommen, und bin dann gestärkt in neue Aufgaben gestartet. Nebenbei habe ich mich auch erheblich finanziell verbessert.
Ergo: der beste Rat ist, sich etwas anderes zu suchen. Wegen des Mobbings einen dafür geeigneten Arzt aufsuchen und sofort da raus nehmen lassen. Genau dafür gibt es diesen Weg.