Erste Stelle im öffentlichen Dienst - Fragen zu Pausenregelungen und Überstunden

Begonnen von GenehmigtVielleicht, 06.06.2026 19:25

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MoinMoin

Zitat von: MeTe in Gestern um 11:05ch versuche durch Fachkompetenz zu überzeugen, nicht durch irrelevante Äußerlichkeiten wie Kleidung.
Dann fehlt dir die Fachkompetenz, dass es durchaus gegenüber gibt, die anders denken und bei denen der erste Eindruck zählt.

Ist wie immer eine Sender / Empfänger Problem, wenn der Empfänger den Surferboy in Shorts nicht ernst nimmt und nicht zuhört was er geniales zu berichten weiß.
Das dann jemand anders den Zuschlag bekommt, liegt dann nicht an dir, sondern an der Dummheit der Empfänger. Ändert aber nichts an dem Ergebnis.

Umgekehrt funktioniert es natürlich auch, bei Juristen und Ärzten zählt mein Titel durchaus noch was, so dass die so dämlich sind und mir dann an den Lippen kleben, auch wenn ich gerade Unsinn erzähle.

Ach ja mit den Wölfen heulen und so....

MeTe

ZitatDeine Argumentation lautet: Du bist ein geiler Typ (...) hast etwas zu bedeuten
Nö, nur dass es keinen anderen mit entsprechenden Fachwissen beim AG gibt (dank Bezahlung und Stellenplan), sonst würde man ja nicht mich hinschicken sondern jemand anderes. Und dass man auch über Jahre keinen anderen mit entsprechenden Fachwissen gefunden hat der bereit gewesen wäre beim AG zu unterschreiben - sonst hätte man nicht mich eingestellt sondern jemand anderes.

Da draussen in der Welt gibt es genug die sicherlich weit besser sind. Aber die arbeiten nicht hier. Für das Gehalt und unter den Rahmenbedingungen. Man könnte böse sagen, im öD wird nicht selten eben - indirekt - ne Schlechtestenauslese betrieben, dabei kommt dann eben sowas raus wie ich. Es gibt sicher Leute die fachlich besser sind, die sprachlich besser sind, die sich besser verkaufen können, die besser auftreten - aber von denen hat sich dummerweise keiner bereit erklärt für den AG zu arbeiten...

Zitatund würdest eigentlich in der Privatwirtschaft mehr verdienen.
Naja, laut meinem letzten Angebot dass ich Ende letzten Jahres auf dem Tisch hatte, ganz konkret etwa 50% mehr. Das ist allen bewusst, mir (dank des Angebost) aber meinem AG sowieso (dank vieler seit Jahren unbesetzter Stellen). Daher hat keiner Interesse daran, wegen ner Lapalien wie ner kurzen Hose ein Theater zu machen.

ZitatDas ist nicht viel mehr als Erpressung, auf jeden Fall keine überzeugende Argumentation dafür, herumzulaufen , als würde man gerade einen Freizeitpark besuchen oder im Garten arbeiten. Ich mache, was ich will, wenn's euch nicht passt, bin ich weg.
Das ist keine Erpressung, einfach nur Angebot und Nachfrage bzw. normaler Arbeitsmarkt. Mein AG hat Vorstellungen und Forderungen (ich bezahle maximal dies und jenes, der Bewerber soll diese und jene Qualifktion haben, ...), ich als AN habe Vorstellungen und Forderungen (Hier etwa: Ich trage sicher keine Krawatte) - wenn man sich einig wird unterschreiben beide Seiten nen Vertrag und gut ist. Wenn der AG das für nicht akzeptabel hält, muss er sich eben nen anderen suchen. Findet er keinen anderen - naja dann muss er entweder seine Attraktivität verbessern oder mit dem Leben was er hat.

ZitatWenn der Empfänger den Surferboy in Shorts nicht ernst nimmt und nicht zuhört was er geniales zu berichten weiß.
Diesbezüglich hatte ich bisher tatsächlich keine Probleme. Ist schlichtweg nicht vorgekommen. Man nenne es Glück, Zufall, was weiß ich. Aber es war bisher einfach kein Problem.

Petar T.

Du musst dich nicht erklären, das wird schon so sein, glaube ich dir gerne.
Es ging mir nicht darum, die Richtigkeit deiner Angaben anzuzweifeln, sondern darum, dass ich darin keine Rechtfertigung sehe.

Denn unter Anwendung dieser Argumentation müssten umgekehrt dann die faulen Lowperformer und Nichtskönner im Gesellschaftsanzug zur Arbeit kommen.

Es wird mir gelegentlich attestiert, ich pflegte ein dezidiert klassisches Verständnis bezüglich der adäquaten Repräsentationsbekleidung im öffentlichen Dienst. :-)

MeTe

Zitatdass ich darin keine Rechtfertigung sehe
Die Rechtfertigung ist einfach: "ich möchte es nicht". Es gibt Leute die wollen nicht für den Job umziehen. Es gibt Leute die wollen keine Dienstreisen absolvieren. Es gibt Leute die wollen keine 40h die Woche arbeiten. Es gibt Leute die wollen nicht vor 9 oder nach 16 Uhr arbeiten. Und vieles mehr.
Das sind persönliche Präferenzen bzw. Vorstellungen oder Wünsche. Dafür muss man sich nicht rechtfertigen, die sind einfach da, die hat jeder Mensch irgendwo.

Wenn es die persönliche Situation erlaubt und der Arbeitsmarkt hergibt bzw. der AG es toleriert (oder tolerieren muss), kann man diese persönlichen Präferenzen eben umsetzen.

ZitatDenn unter Anwendung dieser Argumentation müssten umgekehrt dann die faulen Lowperformer und Nichtskönner im Gesellschaftsanzug zur Arbeit kommen.
Nö, denke nicht dass der AG das fordert.

Aleksandra

Ab kommender Woche solls wieder in Richtung 35 Grad gehen. Wem wollt ihr da mit eurer langen Hose etwas beweisen?
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

Petar T.

Und langärmligem Hemd, wir sind schließlich keine Busfahrer.

Ansonsten

Zitat von: Petar T. in 19.02.2026 11:48Weder Scherz noch Satire, sondern eine Frage der Haltung. Wer den Staat repräsentiert, sollte die Seriosität seines Amtes durch seine äußere Erscheinung unterstreichen, statt sie zu untergraben. Repräsentanz erfordert eine gewisse Formstrenge, die Professionalität sollte in einer Behörde eben auch optisch keine Interpretationssache sein. Die Kleidung muss Respekt vor der Institution und dem Bürger signalisieren, nicht vor der Einstellung oder dem individuellen Modegeschmack. Gerade bei der Ausübung von Hoheitsrechten tritt man nicht als Privatperson auf, sondern als "der Staat".

MeTe

Ich stelle fest, unsere Ansichten diesbezüglich sind grundverschieden.

Selbst Vorstandsvorsitzende von großen Unternehmen (um ein Beispiel zu nennen) tragen bei offiziellen Veranstaltungen mittlerweile oft genug einfach nur ein ordentliches Hemd und gut ist. Aber der Beamte bzw. Staatsdiener muss in seinem Beige-Sandbraunen Sakko mit Krawatte auftreten als wäre er - wie so vieles in der Verwaltung - in den 70ern stehen geblieben aus "Respekt gegenüber dem Bürger". Denke der Bürger ist, im Gegensatz zur Verwaltung, längst in den 2020ern angekommen. Oder wie viele Bürger gehen im Sonntagsanzug spazieren...

ZitatGerade bei der Ausübung von Hoheitsrechten tritt man nicht als Privatperson auf, sondern als "der Staat"
Eben. Und es wird höchste Zeit dass der Staat sich nicht mehr als verstaubte antiquierte Spießer-Organisation präsentiert, der völlig den Bezug zur Lebensrealität des Bürgers bzw. zur breiten Bevölkerung verloren hat.

Aber wir müssen ja da auch nicht zusammen kommen. Du empfindest es als Zeichen des Respekts, ich halte es für albern und überholt. So unterschiedlich können Ansichten eben sein.