Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, 23.06.2026 13:27

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Warnstreik

Zitat von: BAT in 10.07.2026 10:32Die Frage, die ich aufgeworfen habe, ist jene nach dem Steuersubjekt.

Das habe ich gelesen und halte es (ich sags jetzt mal so deutlich) für Quatsch. Wenn, dann würde ich das Steuersubjekt ja auch verschieben, sprich mal besteuer dann halt nicht mehr nachgelagert. Dass in einer gemeinsamer Rentenversicherung aufzutrennen halte ich absolut unwahrscheinlich. Am Ende wird die Reform gemacht, weil man als Politik, um ein gewissen Rentenniveau zu erhalten.

BAT

Zitat von: Warnstreik in 10.07.2026 13:01Das habe ich gelesen und

nicht verstanden.

Bei einer Versteuerung beim Rentner wird der perönliche Steuersatz von evtl auch nur 9 Prozent fällig; bei einer Besteuerung bei der staatlichen Anlagestelle selbst wirde 25 Prozent (plus Soli) fällig.

MoinMoin

Zitat von: BAT in 12.07.2026 16:50nicht verstanden.

Bei einer Versteuerung beim Rentner wird der perönliche Steuersatz von evtl auch nur 9 Prozent fällig; bei einer Besteuerung bei der staatlichen Anlagestelle selbst wirde 25 Prozent (plus Soli) fällig.
Und durch die Steuererklärung auf 9 angepasst, wieso sollte dass anders als jetzt sein?

BAT

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 07:17Und durch die Steuererklärung auf 9 angepasst, wieso sollte dass anders als jetzt sein?

Die Steuern zahlt ja schon der Fonds, du bekommst als Rentner das Netto und hast damit keine Möglichkeiten der Absetzung.

Ich denke nicht, dass es so kommt. Bringe aber nochmals zum Ausdruck, dass ich  dem Staat inzwischen alles zutraue und die Gelder beisammen halte, soweit es geht. Man denke z. B. auch an die Direktversicherten oder die Änderung mit Zuflussprinzip mit EInführung der Kapitalertragssteuer.

Bürohengst

Zitat von: BAT in 30.06.2026 08:21Es gibt wohl die Tendenz möglichst früher in Rente zu gehen?

Mich würden mal Eure Motive interessieren.

Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Mit 67 morgens vor Dienstbeginn erstmal eine IBU400 plus eine Tebonin 240mg einschmeißen zu müssen, um irgendwie durch den Tag zu kommen, halte ich für wenig erstrebenswert. Oder jede Woche zum Physio zu rennen, weil mein Rücken mich nach 48 Jahren Büro fast umbringt. Außerdem möchte ich nicht ewig am Stuhl kleben und die Jugend daran hindern, beruflich aufzurücken. Vielleicht habe ich bis dahin auch schon Enkel, um die ich mich kümmern muss, damit meine Kindern ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen können. Oder meine eigenen Eltern sind noch hochbetagt am Leben und brauchen meine Unterstützung... es gibt zig Motive, eher früher als später die berufliche Tätigkeit zu beenden. Arbeit ist nicht alles im Leben und irgendwann ist auch mal gut.

Rowhin

Bei den jetzt gerade in Rente/Pension gehenden Kolleginnen und Kollegen nehme ich oft auch den Wunsch wahr, "gleichzeitig" mit dem Partner bzw. der Partnerin in den Ruhestand zu gehen. Da geht man dann auch gerne mal ein Jahr früher (nur sehr teilweise später), um noch möglichst viele Jahre in Ruhe zu zweit verbringen zu können. Vor allem, wenn ein deutlicherer ALtersunterschied vorhanden ist.

cyrix42

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 16:48es gibt zig Motive, eher früher als später die berufliche Tätigkeit zu beenden. Arbeit ist nicht alles im Leben und irgendwann ist auch mal gut.

Alle Motive sind verständlich; aber warum sollte die Allgemeinheit für diese individuellen Lebensentscheidungen aufkommen? Wer es sich leisten kann und will, kann ja als Privatier leben...

Faunus

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 16:48... es gibt zig Motive, eher früher als später die berufliche Tätigkeit zu beenden. Arbeit ist nicht alles im Leben und irgendwann ist auch mal gut.

Ja, es gibt zig Motive.
Man wählt ja sein Berufsfeld relativ früh und ich habe dieses auch über die Jahre intensiviert und auch eine Menge Spass gehabt, aber nach 47 Jahren im MINT-Bereich darf es auch gerne mal was anderes sein. Es gibt für mich inzw. sinnvollere Tätigkeiten, die mir heute weit mehr Freude bereiten. Da man aber in Deutschland für alles und nix "Scheine" benötigt, (fort-) bilde ich mich seit einiger Zeit nebenbei weiter - mit Prüfungen & dem ganzen PiPaPo. Es ist gut für mich, es ist gut für andere und ich bin selbständig ohne finanziellen Druck und der Fiskus hat u.U. auch noch ein biserl was ;).

Bürohengst

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 17:53Alle Motive sind verständlich; aber warum sollte die Allgemeinheit für diese individuellen Lebensentscheidungen aufkommen? Wer es sich leisten kann und will, kann ja als Privatier leben...

Wenn Sie Ihre gezahlten Rentenversicherungsbeiträge - sofern vorhanden - als Spende an die Allgemeinheit betrachten, ist das Ihr Privatvergnügen. Ich selbst habe durchaus vor, die damit im Gegenzug erworbenen Ansprüche am voraussichtlichen Ende meiner beruflichen Willens- und Schaffenskraft gegen bezahlte Vollzeitfreizeit einzulösen. Bei dem bereits recht stattlichen sechsstelligen Einzahlungsbetrag, der aus der Rückseite meiner diesjährigen Renteninformation hervorgeht, hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen. Und ich habe die starke Vermutung, 99,9 Prozent der "Allgemeinheit" geht es da nicht viel anders als mir.

Zitat von: Faunus in Gestern um 18:00Es gibt für mich inzw. sinnvollere Tätigkeiten, die mir heute weit mehr Freude bereiten.

Dito. Mir fallen auf Anhieb drei für mich interessante Ehrenämter ein, deren Ausfüllung für die Allgemeinheit um einiges wertvoller wäre, als eine Rentenbeitragszahlung bis zum Tod.

cyrix42

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 19:41Wenn Sie Ihre gezahlten Rentenversicherungsbeiträge - sofern vorhanden - als Spende an die Allgemeinheit betrachten, ist das Ihr Privatvergnügen.

Natürlich sind Sozialabgaben genauso wie Steuern eine Pflichtabgabe des Einzelnen an die Allgemeinheit. Was hat das mit Spenden zu tun?

ZitatIch selbst habe durchaus vor, die damit im Gegenzug erworbenen Ansprüche am voraussichtlichen Ende meiner beruflichen Willens- und Schaffenskraft gegen bezahlte Vollzeitfreizeit einzulösen.

Das ist das gute Recht eines jeden einzelnen. Die Gesetze definieren, unter welchen Umständen dies möglich ist, also z.B., welche Bedingungen für einen Renteneintritt gegeben sein müssen. Da kann man sich noch so gern früher in den bezahlten Ruhestand entlassen sehen wollen -- Fakt ist, das Renteneintrittsalter muss steigen. Jede_r kann gern früher mit dem Arbeiten aufhören, kann dann aber nicht erwarten, dass die Beitragszahler ihm diesen längeren Rentenbezug finanzieren. Nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt.

ZitatBei dem bereits recht stattlichen sechsstelligen Einzahlungsbetrag, der aus der Rückseite meiner diesjährigen Renteninformation hervorgeht, hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen.

Nur ist all dieses Geld schon lange für bisherige Renter_innen ausgegeben worden. Du hast da kein Vermögen rumliegen, sondern nur die Gewissheit, dass, wenn du irgendwann in Rente gehen wirst, dich die Jüngeren durchfüttern werden. Und die haben, genauso wie du, das Recht, dass sie auch während der Einzahlungsphase sinnvoll noch was von ihrem Einkommen haben.

ZitatUnd ich habe die starke Vermutung, 99,9 Prozent der "Allgemeinheit" geht es da nicht viel anders als mir.

Nun, genauso, wie wir als Gesellschaft nicht jeder/ jedem ein Bedingungsloses Grundeinkommen zahlen, gilt dies auch für Leute, die die Altersgrenze für den Rentenbezug noch nicht erreicht haben. Wenn man nicht arbeiten kann, gibt es da die Möglichkeiten der Erwerbsminderungsrente, des Arbeitslosengeldes oder der Sozialhilfe, die aber natürlich alle an Bedingungen geknüpft sind. Wer diese nicht erfüllt, kann immer noch als Privatier auf eigene Kosten leben. Aber eine Pflicht für die Solidargemeinschaft, eine arbeitsfähige Person, die aber einfach nur nicht arbeiten will, zu finanzieren, gibt es so nicht.

btw: Ich würde mal erwarten, dass ich noch bis zu einem höheren Alter arbeiten werde müssen; nach den Plänen der Rentenkommission bis etwas über 68. Natürlich kann auch ich mir vorstellen, dass ich neben einem bedingungslosen Grundeinkommen nur noch die Dinge mache, die mir Spaß machen. Aber so funktioniert unser Sozialstaat nun einmal nicht. Und das gilt für jeden anderen genauso...

Bürohengst

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 21:01(...)

Nun, genauso, wie wir als Gesellschaft nicht jeder/ jedem ein Bedingungsloses Grundeinkommen zahlen, gilt dies auch für Leute, die die Altersgrenze für den Rentenbezug noch nicht erreicht haben. Wenn man nicht arbeiten kann, gibt es da die Möglichkeiten der Erwerbsminderungsrente, des Arbeitslosengeldes oder der Sozialhilfe, die aber natürlich alle an Bedingungen geknüpft sind. Wer diese nicht erfüllt, kann immer noch als Privatier auf eigene Kosten leben. Aber eine Pflicht für die Solidargemeinschaft, eine arbeitsfähige Person, die aber einfach nur nicht arbeiten will, zu finanzieren, gibt es so nicht.

btw: Ich würde mal erwarten, dass ich noch bis zu einem höheren Alter arbeiten werde müssen; nach den Plänen der Rentenkommission bis etwas über 68. Natürlich kann auch ich mir vorstellen, dass ich neben einem bedingungslosen Grundeinkommen nur noch die Dinge mache, die mir Spaß machen. Aber so funktioniert unser Sozialstaat nun einmal nicht. Und das gilt für jeden anderen genauso...

Es scheint, als läge hier ein Missverständnis vor. Ich beabsichtige nicht, mit 65 zu kündigen und nochmal Stütze zu beantragen - wohl aber zunächst ein Sabbatical und im Anschluss den Bezug von Arbeitslosengeld 1. Passenden Vermittlungsvorschlägen der Bundesagentur für Arbeit für 66-Jährige stehe ich dann selbstverständlich offen gegenüber und werde sämtlichen Bewerbungsaufforderungen auch nachkommen. Der guten Fairness halber würde ich mir jedoch erlauben, einstellungswillige Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch darauf hinzuweisen, dass mein Rentenantrag bereits in Vorbereitung ist und möglicherweise auch nochmal eine mehrwöchige Reha-Maßnahme ansteht, die der Hausarzt gerade versucht für mich durchzuboxen.

Das das Renteneintrittsalter zwingend steigen muss, kann ich nicht so sehen, denn eine statistisch längere Lebenserwartung bedeutet nicht automatisch längere Arbeitsfähigkeit. Das würde ja sonst bedeuten, dass wenn die Lebenserwartung eines Tages auf 100 Jahre steigt, wir dann alle bis 80 arbeiten müssten. Die dahingehenden Vorschläge der Rentenkommission habe ich zur Kenntnis genommen, sehe sie für mich jedoch nicht als zwingend an und werde die sich bietenden Vorruhestandsmöglichkeiten in jedem Fall ausschöpfen.
Aber nun gut, da ich wie erwähnt erst 42 bin, darf ich noch die Hoffnung hegen, dass in den nächsten 23 Jahren nochmal eine Regierung drankommt, die einsieht, dass die Rentenreform 2026 zu großen Teilen realitätsferner, korrekturbedürftiger Unsinn war und langjährig Versicherten wieder eine würdige Exit-Strategie angeboten wird.