Stufenlaufzeit von TV-L in TVÖD

Begonnen von Harastsdf, 17.07.2026 10:34

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in 21.07.2026 19:27Die Stufe 6 ist absoluter Schwachsinn
Ja, es ist Wahnsinn, dass die Leute das mit sich machen lassen (müssen im TVöD).

Ramirez

Zitat von: KlammeKassen in 21.07.2026 19:27Sehe das genauso.
Also nach 6,7 Jahren kommt nun wirklich nichts an Erfahrung mehr dazu....  insofern man die gleiche Stelle bekleidet.
Die Stufe 6 ist absoluter Schwachsinn, die krassen neuen Erfahrungen, die man zwischen Jahr 10 und 15 sammelt, die sind finanziel eigentlich gar nicht abzuwägen  :P ... das müsste schon eine Verdreifachung des Entgelts geben....

Nicht von einem selbst auf andere schließen. Es mag sein das es viele Jobs im ÖD gibt bei denen das so ist, aber von 6-15 Jahren gibt es bei vielen Ingenieurtätigkeiten noch erheblich zu lernen.
Was allerdings auch nicht heißt, dass diejenigen welche in der Endstufe sind es auch gelernt haben.

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in 21.07.2026 19:41Es gibt keine Erfahrungsstufen, es sind ab Stufe 3 Leistungsstufen!

Zeig mir die Kommune, die es als solche anwendet?
Mögen vlt 0,25 % aller Kommunen sein.

Selbst alle Nichtleister kommen nach 3, 4, 5 Jahren in die nächste Stufe.
Und die Leistenden auch.
Zudem: Selbst eine lange Erkrankung bis 39 Wochen wirkt sich nicht negativ auf die Stufenlaufzeit aus (während Elternzeit diese beispielsweise hemmt), das steht sogar explizit im Tarifvertrag; § 17 Abs 3.. Meinst du denn, dass man bei einer 39-wöchigen Krankheit so viel leistet; insbesondere, wenn vielleicht noch ein Verbot zur Arbeit MuSchG hinzukommt?

Hier haben dir ja auch schon mehrere gesagt, dass eben nicht wie beim Land ist, wo man schnell mal die Stufen verkürzen kann. Das machen die meisten Arbeitgeber einfach nicht.

Also mag es zwar in der Praxis "Leistungsstufe" heißen, wird aber nicht als solche verwendet.

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in 21.07.2026 20:04Zeig mir die Kommune, die es als solche anwendet?
Zeig mir eine Kommune bei der was anderes im TV steht!

ZitatHier haben dir ja auch schon mehrere gesagt, dass eben nicht wie beim Land ist, wo man schnell mal die Stufen verkürzen kann. Das machen die meisten Arbeitgeber einfach nicht.
Die Regelungen sind aber was das angeht identisch, also ein reine AG Problem.
Und nein, ich kenne kein Land wo man Schnell die Stufe verkürzt. In meinem wird es quasi ausgeschlossen, da man kein Beurteilungssystem hat.
ZitatAlso mag es zwar in der Praxis "Leistungsstufe" heißen, wird aber nicht als solche verwendet.
Es wird dadurch aber eben nicht zu einer Erfahrungsstufe, sondern bleibt eine Leistungsstufe, egal wie oder was sich die Personaler und der AG sich da so denken oder wie sie den Tarif und die AVs interpretieren.

Petar T.

Auch wenn es tariflich anders vorgesehen ist, handelt es sich in der Praxis eben nur um reine Zeitablaufstufen.

D-x

Zitat von: Petar T. in 22.07.2026 07:17Auch wenn es tariflich anders vorgesehen ist, handelt es sich in der Praxis eben nur um reine Zeitablaufstufen.
Dem würde ich zustimmen, mit der Ergänzung, dass es teils und insbesondere wenn der PR nicht aufpasst bzw. eingreift auch zu Belohnungsstufen für Einzelne werden kann, die bei den Vorgesetzten besonders beliebt sind. Mir sind aus verschiedenen Verwaltungen Fälle bekannt, wo in einer solchen bei mehreren Personen aus einem Bereich Stufenlaufzeiten generell mehrfach und einmal bei mehreren Personen um ~80% verkürzt wurden, mit fragwürdiger Begründung und ohne tatsächlich eine überdurchschnittliche Leistung darzulegen, und in einer anderen Verwaltung eine Person die nahe am HVB arbeitet bei einem Stellenwechsel von Stufe 4 in Stufe 6 gestolpert ist.

Die andere Frage ist doch aber: Sind die Entgelte der Stufe 6, tatsächlich die "angemessenen" für jemand, der vollständig eingearbeitet ist und den Höhepunkt der Produktivitätskurve erreicht hat? Warum stiege dann überhaupt jemand in den öD ein, wenn doch klar ist, dass dieses vermeintlich nach 3 Jahren angemessene Entgelt frühestens nach 15 Jahren erreicht wird?
Mir sind auch aus der freien Wirtschaft durchaus Fälle bekannt, wo nach dem Einstieg über Jahre Entgeltsteigerungen um 10% vorkamen, also mitnichten nur die Inflation ausgeglichen wurde.
Wenn ich mir die Entgelte so anschaue, dann die zumeist dafür geforderte Leistung ins Verhältnis setze und auch einbeziehe, dass man als öD-Angestellter vermutlich etwas besser schläft als in Industrieunternehmen, die derzeit in vorhersehbarer Regelmäßigkeit Stellenabbau oder -verlagerung ankündigen, komme ich zu dem Schluss, dass diese Entgelte eben auch schon in früheren als der Endstufe nicht zu verachten sind*.
Ich sehe meinerseits die weiteren Steigerungen, wenn nach einigen Jahren in der Tat keine wesentliche Leistungs- oder Produktivitätssteigerung mehr eintritt, eher als eine Art Treue-, Verweil- oder Zugehörigkeitsprämie.

*Ich hatte auch an anderer Stelle schonmal geschrieben, dass nach meiner Erfahrung die Tabellenentgelte in vielen Fällen mehr als konkurrenzfähig sind. Ausnahmen wie bestimmte spezielle Berufsbilder oder Regionen mit hohen Wohnkosten bestehen natürlich, und mit dem IG-Metall-Tarifvertrag kann man sich auch nicht vergleichen. Aber in der Fläche und gerade in der Kernverwaltung und für VfA, auch mit zusätzlichem AL2, liegen die Entgelte meist über dem grob vergleichbarer (3-jährige Ausbildung und ggf. ~1-jährige Zusatzqualifikation) kaufmännischer Berufsbilder wie Bürokaufleute, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, Industriekaufleute ...), für welche die Ausschreibungen wegen Personalmangel gelegentlich geöffnet werden.

MoinMoin

Zitat von: Petar T. in 22.07.2026 07:17Auch wenn es tariflich anders vorgesehen ist, handelt es sich in der Praxis eben nur um reine Zeitablaufstufen.
Richtig, dass ist die gelebte Praxis, reine Zeitablaufstufen, die verlängert oder verkürzt werden könnten, wenn die Leistung stimmt.
Haben also nix mit Erfahrung oder so zu tun.

BAT

Zitat von: KlammeKassen in 21.07.2026 19:25Wer weiß, wie viele Reichtümer diese 6,65 Euro schon geschaffen haben  8)

Da stehen sicher schon einige Villen :D

Bei mir in Teilzeit ist es leider noch nicht mal dieser Betrag, aber immerhin, zwei Liter Sprit sind drin!

(Ach nee, wird glaube ich auch versteurt, na 1 Liter Sprit! 8) )

BAT

Zitat von: BAT in 22.07.2026 08:52Da stehen sicher schon einige Villen :D

Bei mir in Teilzeit ist es leider noch nicht mal dieser Betrag, aber immerhin, zwei Liter Sprit sind drin!

(Ach nee, wird glaube ich auch versteurt, na 1 Liter Sprit! 8) )

Und meine Stufenlaufzeit von 9 Jahren von Stufe 4 in 5 konnte ich auf 6 Jahre verkürzen! Yess!

JahrhundertwerkTVÖD

Vielen Dank für die Klarstellung der Erfahrungsstufen und Leistungsstufen.
Jetzt habe ich es verstanden.

D.h., die AG und die Gewerkschaft sind/waren der Auffassung dass Mitarbeiter welche auf Grund höherwertiger Tätigkeiten und Bereitschaft Führungsaufgaben zu übernehmen, höher gruppiert werden, deren Leistung unter dem Durchschnitt liegt und quasi runtergestuft werden muss.
Habe ich das richtig verstanden?  8)

MoinMoin

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in 22.07.2026 11:57Vielen Dank für die Klarstellung der Erfahrungsstufen und Leistungsstufen.
Jetzt habe ich es verstanden.

D.h., die AG und die Gewerkschaft sind/waren der Auffassung dass Mitarbeiter welche auf Grund höherwertiger Tätigkeiten und Bereitschaft Führungsaufgaben zu übernehmen, höher gruppiert werden, deren Leistung unter dem Durchschnitt liegt und quasi runtergestuft werden muss.
Habe ich das richtig verstanden?  8)

Du du in der Leistungsstufe noch keine Leistung erbracht hast, kann dir auch keine Stufenzeit genommen werden  ;D  ::)
Also nein, dir wird keine unterdurchschnittliche Leistung zum Verhägnis.
Aber du hast natürlich Recht, dass nur Leute mit unterdurchschnittliche Leistung in Führungspositionen kommen um dadurch höhergruppiert zu werden, da hast du wiederum Recht. :o

KlammeKassen

Zitat von: Petar T. in 22.07.2026 07:17Auch wenn es tariflich anders vorgesehen ist, handelt es sich in der Praxis eben nur um reine Zeitablaufstufen.
Genau das wollte ich damit ausdrücken