Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, Gestern um 11:34

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LisaSimpsonÖD

Es ist zwar noch ein bisschen Zeit, aber wünsche dürfen ja schon geäußert werden ;)

JahrhundertwerkTVÖD

Dann fange ich mal an:

1: Neu verhandelte Konditionen rückwirkend zum Auslauf des jetzigen Tarifvertrages.
2: Automatische Erhöhung, nach Inflation, wie bei unseren Politikern. Ohne weiteren Streiks.
3: 100% JSZ für alle EG
4: Erhöhung der VL und der Zusatzversorgung
5: Vorhandene Spreizung der Nettogehälter /TVÖD VKA/TV-V/TVL und Beamtenvergütung reduzieren. 

Bei den Temperaturen wäre auch ein Eis/Tag noch wünschenswert.

BVerfGBeliever

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 13:16Vorhandene Spreizung der Nettogehälter /TVÖD VKA/TV-V/TVL und Beamtenvergütung reduzieren.
Wie bitte?

1.) Im Jahr 1957 lag die Endstufengrundbesoldung eines A16 (1.735 DM) beim 4,57-fachen eines A3 (380 DM), siehe hier.
2.) Momentan liegt die Endstufengrundbesoldung eines A16 (9.229,88 EUR) beim 2,86-fachen eines A3 (3.225,67 EUR), siehe hier.

Und da möchtest du allen Ernstes die Spreizung noch weiter reduzieren..?


P.S. Zum Glück passiert bei uns Beamten zurzeit tendenziell das Gegenteil. Hier mal am Beispiel des aktuellen Gesetzentwurfs aus Brandenburg:
- In A5 soll die Grundbesoldung von 39.416 EUR auf 42.258 EUR, also um 2.842 EUR bzw. 7,21% steigen.
- In A16 soll die Grundbesoldung von 103.959 EUR auf 122.613 EUR, also um 18.653 EUR bzw. 17,94% steigen.
- In B11 soll die Grundbesoldung von 194.636 EUR auf 240.881 EUR, also um 46.245 EUR bzw. 23,76% steigen.

MeTe

Geht jetzt zwar etwas am Kern eines Tarifvertrags vorbei aber ich würde mir endlich halbwegs "menschenwürdige" Arbeitsbedinungen bzw. Infrastruktur wünschen.

Soll heißen, sowas wie ein Pausenraum zum essen (von einer Kantine oder anderweitigen Verpflegung will ich gar nicht anfangen), Büros bei denen nicht das Papier vom Schreibtisch gefegt wird weil die Fenster so undicht sind dass sie nur noch Scheinwirkung haben, keine Gebäude mehr in denen man sich nur noch in abgeklebten Laufflächen bewegen darf wegen Schadstoffbelastung, Dächer bei denen es nicht durchregnet, Keller die man auch ohne Maske betreten darf, Anspruch auf fließendes Wasser zumindest auf jedem Stockwerk oder ne funktionierende Brandmeldeanlagen gemäßg aktueller Vorschriften wären auch ne nette Sache, usw.

Ach ne Stromverserogung die nicht mehrmals monatlich ausfällt weil irgendein Verteiler aus den 50ern den Geist aufgibt wäre auch nett.

Eben Dinge die bei privaten Arbeitgebern nach meiner Erfahrung weitgehend unbekannt, aber im öD zumindest hier ziemlich üblich sind.  Unsere Gebäude werden weitgehend nur noch aufgrund von Ausnahmegenehmigungen (nützlich wenn der Arbeitgeber auch derjenige ist, der solche Genehmigung erteilt) betrieben, weil sie gegen praktisch sämtliche Bestimmungen verstoßen und daher bei jedem privaten Arbeitgeber wohl längst geräumt worden wären.

Ob das ein Thema für ne Tarifverhandlung ist? Vermutlich nicht. Aber dafür endlich in keiner Bauruine arbeiten zu müssen, die selbst im Vergleich zu einer staatlichen Notunterkunft noch erbärmlich ist, wäre ich jederzeit bereit ne Stunde mehr pro Woche ohne Gehaltsausgleich zu arbeiten. Oder auch für mehrere Jahre auf jedwede Gehaltserhöhung zu verzichten.



andi1504

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 13:164: Erhöhung der VL und der Zusatzversorgung

Also bei der VL sollte definitiv etwas getan werden. Ich würde die Übertragung der Regelungen im TV-V auf den TVöD sinnvoll finden. Beim TV-V gibt´s bis zu 50 € mtl. vom AG wenn die VL im Rahmen der Entgeltumwandlung verwendet wird und der AN zusätzlich mind. 13 € mtl. als Eigenbeitrag erbringt (§ 17 Abs. 2 TV-V). 

BAT

Die VL ist bereits seit der letzten Tarifrunde auf einen Mindestbetrag gesetzt. Bein Begrenzung auf 50 € wäre insofern strukturell eine Verschlechterung.

andi1504

Zitat von: BAT in Gestern um 14:28Die VL ist bereits seit der letzten Tarifrunde auf einen Mindestbetrag gesetzt. Bein Begrenzung auf 50 € wäre insofern strukturell eine Verschlechterung.
Das sehe ich nicht so, da wohl kein/kaum ein AG mehr als den Mindestbetrag in Höhe von 6,65 € zahlt. Praktisch bringt mir als AN die Mindestbetragsregelung also nichts. Gerne kann man die 50 € natürlich auch als Mindestbetrag regeln.

Johannes1893

Wunschliste:

- Erhöhung JSZ 100% für alle
- VL auf mind. 40€
- Erhöhung mind. nach Inflation rückwirkend ab Ende des Tarifvertrags (auch wenn das eigentlich unterambitioniert für Gewerkschaften ist)
- keine Sockel- oder Mindestbeträge
- Laufzeit max. 24 Monate


Ergebnis:

- unter 2% pro Jahr im Schnitt (durch Mindestbeträge weitere Stauchung der Tabelle) mit einigen Nullmonaten. Die letzte Erhöhung im Jahr 2029 1-2 Monate vor Auslaufen des Tarifvertrags.
- keine Änderung bei JSZ und VL
- Laufzeit mind. 30 Monate
- ggf. Schwächung Zusatzversorgung da der AG ab 2028 anteilig in die gesetzliche Kapitalrente einzahlen muss.
- Bedienung kleiner Sparteninteressen, die sich gut für Social Media verwenden lassen.

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: BVerfGBeliever in Gestern um 13:33Wie bitte?

1.) Im Jahr 1957 lag die Endstufengrundbesoldung eines A16 (1.735 DM) beim 4,57-fachen eines A3 (380 DM), siehe hier.
2.) Momentan liegt die Endstufengrundbesoldung eines A16 (9.229,88 EUR) beim 2,86-fachen eines A3 (3.225,67 EUR), siehe hier.

Und da möchtest du allen Ernstes die Spreizung noch weiter reduzieren..?


P.S. Zum Glück passiert bei uns Beamten zurzeit tendenziell das Gegenteil. Hier mal am Beispiel des aktuellen Gesetzentwurfs aus Brandenburg:
- In A5 soll die Grundbesoldung von 39.416 EUR auf 42.258 EUR, also um 2.842 EUR bzw. 7,21% steigen.
- In A16 soll die Grundbesoldung von 103.959 EUR auf 122.613 EUR, also um 18.653 EUR bzw. 17,94% steigen.
- In B11 soll die Grundbesoldung von 194.636 EUR auf 240.881 EUR, also um 46.245 EUR bzw. 23,76% steigen.

Damit meinte ich nicht die Netto- Unterschiede in den einzelnen Tarifverträgen selbst, sondern im Vergleich untereinander.
Hier geht es mir darum dass es immer schwieriger wird gute Mitarbeiter zu erhalten da die Tarifverträge TVÖD/TV-L/TV-V und die Beamtenbesoldung deutliche Unterschiede im Nettogehalt aufweisen und somit ein Abwerben der eh schon wenigen (guten) Mitarbeiter vorhanden ist.
Beispiel aus der Praxis: Technischer Bereich vom TVÖD zum TV-V: absolut gleiche Tätigkeit, selber Ort; ca. 300 € netto/Monat mehr im TV-V.

Im Tarifvertrag selbst bin ich ein Verfechter der Abstände in den einzelnen Stufen bzw. Gruppen!!!!
Die Tarifpolitik der letzten Jahrzehnte hat zu einer Stauchung der Tabelle geführt. Das ist absoluter Mist, bzw. einer M.E falschen gewerkschaftlichen und sozialistisch geprägten Anschauung geschuldet.
Ausbildung, Leistung, Verantwortung wird nicht honoriert.
Ein "Einheitsbrei" wird bevorzugt.

Vollstrecker

Ich werde jetzt böse  8)

Ich wünsche mir, dass es nichts gibt und uns was genommen wird.

Die Kolleg*innen müssen einfach mal wieder verstehen, wie der öffentliche Dienst und Gewerkschaften funktionieren und welche Macht man haben könnte. Es ist mir auch scheißegal, in welche Gewerkschaft die Leute rennen. Über die ganzen Austritte lacht sich die andere Seite doch kaputt.

Bei schlechten Ergebnissen müssten die Leute nicht austreten, sondern noch mehr eintreten. Es gibt Spaten, die lachen sich über uns diesbezüglich bestimmt kaputt.

Charly Neumann hat mal gesagt: "In schlechten Zeiten müsst ihr Schalker sein. In guten haben wir genug davon."

Lässt sich prima übertragen.

Und mein Opa hat immer gesagt, wenn man auffe Zeche oder beie Stadt arbeiten tust, dann musse inne Gewerchschaft.

Dieses Denken bei vielen würde ich mir gerne wieder zurückwünschen.

Hatten wir nicht Ende der 90er oder Anfang der 2000er nicht schon mal so eine Runde, wo es nichts gab und wo gestrichen wurde? Wo es vorher auch viele Austritte gab und wo danach ein reger Zulauf zu den Gewerkschaften einsetzte?

LisaSimpsonÖD

Wunsch:

-min. 5% mehr Tabellenentgelt
-deutlicher Zuwachs für verantwortungsvolle Tätigkeiten bzw. honorieren von Führung
-Laufzeit max. 18 Monate
-JZS 100% für alle
-37 Stunden Woche

Realitität
-Sockelbetrag von min. 30-50€
-verdi verhandelt gegen die oberen Entgeltgruppen und Arbeitnehmer bringen das aufs Tablett
-Laufzeit min. 36 Monate
-Absenkung auf 80% oder wir bleiben bei 85%
-Einführung von 40 Stunden für alle (weil wir sind ja alle faul)

Werneke "Es waren harte Verhandlungen, aber wir haben das beste Ergebnis aller Zeiten in dieser Krise"


BAT

Diese Runde ist für mich entspannt. Keine Wünsche.

Hoffnung in gute Tarifabschlüsse und mehr netto vom brutto: isch over.

Nur noch Steueroptimierung durch die Anzahl der Stunden und Höhe des Gehaltes. Punkt.

MeTe

#12
ZitatBei schlechten Ergebnissen müssten die Leute nicht austreten, sondern noch mehr eintreten.
ZitatUnd mein Opa hat immer gesagt, wenn man auffe Zeche oder beie Stadt arbeiten tust, dann musse inne Gewerchschaft.

Was bei solch "tollen" Aufrufen immer irgendwie ignoriert wird, ist, dass 'unsere' Gewerkschaft ja aktiv gegen einen Teil der eigenen Belegschaft arbeitet. Die Führung von Verdi hat ja selbst gesagt dass für sie alle >E9 unwichtig sind. In jeder Runde wird wieder eine weitere Stauchung der Tabelle zu Lasten aller >E9 gefordert - und von "Solidarität" gesprochen. Wenn dann ausnahmsweise die >E9 auch mal profitieren und bei der Jahressonderzahlung an die unteren Gruppen angeglichen werden ist es aber natürlich unsolidarisch.
Ich finde es albern da zu sagen man müsse ja einfach nur in die Gewerkschaft eintreten - wenn genau diese Gewerkschaft einen überhaupt nicht vertritt, ganz im Gegenteil, sogar gegen einen argumentiert.

Ich habe die Verhandlungen der letzten Runden dann doch halbwegs aufmerksam verfolgt und festgestellt, dass die Arbeitgeberseite meine Interessen teilweise mehr vertreten hat, als diese lächerliche Karikatur einer "Gewerkschaft". 

Gegenüber meinem Arbeitgeber hab ich schon den Wunsch geäußert aus dem Tarifvertrag austreten zu wollen um zukünftig direkt mit ihm zu verhandeln - leider ist das seitens AG nicht vorgesehen.


D-x

Zitat von: MeTe in Heute um 10:51Gegenüber meinem Arbeitgeber hab ich schon den Wunsch geäußert aus dem Tarifvertrag austreten zu wollen um zukünftig direkt mit ihm zu verhandeln - leider ist das seitens AG nicht vorgesehen.

Solange Du nicht in einer Gewerkschaft bist findet der Tarifvertrag ja nur durch Bezugnahme im Arbeitsvertrag Anwendung, prinzipiell stehen die Türen ja offen frei zu verhandeln, das ist aber in der Tat die absolute Ausnahme und nur selten bei Top-Führungspositionen der Fall, da das eben aufwändiger ist, als das Schema F anzuwenden.

JahrhundertwerkTVÖD

Mittlerweile sind etliche Gemeinden nicht mehr Mitglied der Kommunalen Arbeitgeberverbände und Vergüten "in Anlehnung an den TVÖD".

Dies hat sowohl positive wie negative Auswirkungen.
Macht aber die Gewerkschaft nicht wirklich Verhandlungsstärker.