Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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troubleshooting

Zitat von: Brutto Peter in Heute um 02:02Kameraden,

diesmal gehen wir bei den TVöD-Tarifverhandlungen nicht nur an den Tisch, wir gehen auf die Straße. Schluss mit deutscher Schafruhe und ,,Wird schon irgendwie". Wer immer nur mitläuft, landet als Nutzvieh im Streichelzoo der Sparpolitik.
...

Und, wie willst du verhindern, dass verdi "verhandelt"? Ich mein, schau doch mal, was letztes Jahr beim TV-L gelaufen ist...

ElBarto

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 16:38Deine Liste zeig doch, dass dem so ist.

Was die Tabelle nicht zeigt, ist aber, dass die wenigen Euro die nach Tarifanpassung - Inflation noch bleiben sehr oft direkt durch neue Kosten aufgefressen werden. Sei es hier eine Abgabe, da eine Steuer, hier eine Dienstleistung die man regelmäßig benötigt.

Zieht man dann noch das 1% für die Gewerkschaft ab....
Ich weiß ein Teufelskreis. Prozent sparen, Gewerkschaft schwach, Prozent nicht sparen, Gewerkschaft immer noch schwach und/oder schwach verhandelt.

MoinMoin

Zitat von: ElBarto in Heute um 08:55Was die Tabelle nicht zeigt, ist aber, dass die wenigen Euro die nach Tarifanpassung - Inflation noch bleiben sehr oft direkt durch neue Kosten aufgefressen werden. Sei es hier eine Abgabe, da eine Steuer, hier eine Dienstleistung die man regelmäßig benötigt.
In der Inflation sind solche Ausgaben mit drin!
Korrekterweise muss natürlich jeder seine individuelle Inflation errechnen, um zu wissen, ob er persönlich eine Reallohnsteigerung hat.
Ich durfte auch schon mal eine Deflation erleben, weil meine Zinsausgaben fürs Haus extrem gesunken sind (ist halt ein Unterschied ob man 6% oder 0,9% Zinsen bezahlen muss).

MoinMoin



Hier sind die Abweichungen schön erkennbar, leider nur bis 2019

JahrhundertwerkTVÖD

Die ganzen Vergleiche zeigen doch letztendlich dass viel Aufwand betrieben wird um mehr oder weniger sich der Inflationsrate anzupassen.

Daher der ernstgemeinte Vorschlag: automatische Anpassung an die Inflationsrate, analog wie im Bundestag.

Keine Streiks, keine Verhandlungsrunden bei Lachshäppchen. Verdi hätte auch viel Zeit sich um andere wichtige Punkte im Tarifvertrag zu kümmern. Diese können losgelöst der Eingruppierung verhandelt werden.

Bastel

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:26

Hier sind die Abweichungen schön erkennbar, leider nur bis 2019

Mich würde mal eine aktualisierte Grafik interessieren. Da fehlen halt jetzt schon 5 Jahre...

MoinMoin

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Heute um 11:07Die ganzen Vergleiche zeigen doch letztendlich dass viel Aufwand betrieben wird um mehr oder weniger sich der Inflationsrate anzupassen.

Daher der ernstgemeinte Vorschlag: automatische Anpassung an die Inflationsrate, analog wie im Bundestag.
Dir ist klar, dass dann dein aktuelles Gehalt so einige Prozent niedriger wäre als aktuell, wenn man es so gemacht hätte?

Maggus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 12:23Dir ist klar, dass dann dein aktuelles Gehalt so einige Prozent niedriger wäre als aktuell, wenn man es so gemacht hätte?


Er hat ja nicht gesagt, dass er dann nicht mehr über die Ergebnisse schimpfen wird.

MoinMoin

Zitat von: Maggus in Heute um 12:42Er hat ja nicht gesagt, dass er dann nicht mehr über die Ergebnisse schimpfen wird.
Ach ja, und was man natürlich auch noch braucht ist halt bisserl mehr als nur Inflationsausgleich wg. kalte Progression, damit gesichert ist, dass das Netto so stark steigt wie die Inflation.

BVerfGBeliever

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 10:52Die Mehrzahl der Tarifverhandlungen war mit Reallohngewinn, nur die letzten waren leider mit Verlusten.
Jein (deutliche Tendenz zu Nein).
1.) Die Preise sind zwischen 1992 und 2025 von 100 auf 187,5, also um 87,5% gestiegen (erst zwischen 1992 und 2015 von 68,8 auf 100 - siehe hier, anschließend zwischen 2015 und 2025 von 94,5 auf 121,9 - siehe hier).
2.) Die A15-Besoldung ist zwischen 1992 und 2025 von 100 auf 189,9, also um 89,9% gestiegen (von ,,spitzen" 99.147,84 DM im Jahr 1992 auf ,,spitze" 96.274,35 EUR im Jahr 2025).
3.) Die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste sind von 100 auf 227,3, also um 127,3% gestiegen (von 44,0 auf 100, siehe hier).

Ergebnis
1.) Die reale, also inflationsbereinigte, A15-Bruttobesoldung war im Jahr 2025 gerade einmal 1,3% höher als im Jahr 1992. Es gab also nahezu keinen Kaufkraftgewinn während der 33 (!) Jahre.
2.) Die realen durchschnittlichen Bruttolöhne waren hingegen im Jahr 2025 um rund 21,2% höher als im Jahr 1992. Es gab also einen durchaus spürbaren Kaufkraftgewinn seit damals.


P.S. Hier nochmals grafisch seit 1970 (bis 2020 ohne Spitzausrechnung). Man sieht gut, dass es immer wieder Phasen gab (z.B. zwischen 1980 und 1984, zwischen 2003 und 2007, zwischen 2020 und 2023), in denen die A15-Besoldung real gefallen ist..