amtsangemessene Alimentation in Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 08.09.2026 17:32

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Desperado

Ich bin nicht mehr NRWler, was ich teilweise echt bedauere. War aber auch in NRW schon Beamter. Jetzt NDS.

Eins ist doch klar: ihr werdet in NRW von schwarz grün verarscht, wir in NDS von rot grün. Jeweils wettern die Oppositions-Parteien: CDU oder SPD, in NDS vorher die Grünen.

Es bringt doch nichts zu sagen: ich wähle jetzt die oder die Partei nicht mehr. Und wer dann als Beamter die Blauen als Ausweg sucht - dem ist eh nicht zu helfen. Dann gibt es evt irgendwann kein Bvg mehr.


Max_Muster

Ob diese Formulierung wohl abgesprochen war?

Weit mehr als die Hälfte der Beamtinnen und Beamten in Nordrhein-Westfalen hat ihren Wohnsitz in Gemeinden der bisherigen Mietenstufen 1 bis 3. Bei zwei Kindern bedeutet die Reform für sie eine unmittelbare Verbesserung, weil der neue einheitliche Familienzuschlag über dem bisherigen regionalisierten Betrag liegt. In den höheren Mietenstufen fängt die Ausgleichszulage die Differenz zunächst vollständig auf.

Da steht ja indirekt, das es etwa für die Hälfte der Beamt:innen in Zukunft Verschlechterungen und Gehaltskürzungen gibt...

Schneewitchen

Zitat von: Max_Muster in Gestern um 08:18Ob diese Formulierung wohl abgesprochen war?

Weit mehr als die Hälfte der Beamtinnen und Beamten in Nordrhein-Westfalen hat ihren Wohnsitz in Gemeinden der bisherigen Mietenstufen 1 bis 3. Bei zwei Kindern bedeutet die Reform für sie eine unmittelbare Verbesserung, weil der neue einheitliche Familienzuschlag über dem bisherigen regionalisierten Betrag liegt. In den höheren Mietenstufen fängt die Ausgleichszulage die Differenz zunächst vollständig auf.

Da steht ja indirekt, das es etwa für die Hälfte der Beamt:innen in Zukunft Verschlechterungen und Gehaltskürzungen gibt...

Eben. Es steht da indirekt. Wir sind im Thema und können aus derartigen Formulierungen unsere korrekten Schlüsse ziehen. Scheinbar unterschätzt der FM die Beamten, da er offenbar denkt, dass wir auf derartige Schönrednereien hereinfallen.

Ein Leser, der nicht so im Thema ist, der wird diese Feinheiten allerdings nicht oder nur sehr schwer herauslesen können.

Der FM benutzt derartige Formulierungen ja auch in den entsprechenden Verlautbarungen in der Presse.

Ich wage zu behaupten, dass damit aktiv verschleiert werden soll, dass hier in bestimmten Fallkonstellationen eine Besoldungskürzung auf Raten vorgenommen wird.

Man stößt den betroffenen Beamten in der Masse vor den Kopf, Scheit aber deren Reaktion. Daher müssen Schönwetterformulierungen die Nachteile des Gesetzes eben kaschieren.

Naja, die CDU in NRW scheint ja jetzt auch in NRW im freien Fall zu sein. Die Tage des Historikers im Finanzministerium sind damit möglicherweise auch gezählt.....

Schneewitchen

Zitat von: Bobo76 in Gestern um 07:59https://www.finanzverwaltung.nrw.de/dienststellen/landesamt-fur-besoldung-und-versorgung-nrw/Nordrhein-Westfalen-stellt-sein-Besoldungsrecht-neu-auf

Da bekommt man das Gefühl, den FM persönlich zu danken.

Mich triggert auch dieses Bild von glücklich lächelnden Menschen kolossal.Diese Gesetz bietet vielen Kollegen keinen Grund zum Lächeln.

Schneewitchen

Zitat von: Desperado in Gestern um 00:04Ich bin nicht mehr NRWler, was ich teilweise echt bedauere. War aber auch in NRW schon Beamter. Jetzt NDS.

Eins ist doch klar: ihr werdet in NRW von schwarz grün verarscht, wir in NDS von rot grün. Jeweils wettern die Oppositions-Parteien: CDU oder SPD, in NDS vorher die Grünen.

Es bringt doch nichts zu sagen: ich wähle jetzt die oder die Partei nicht mehr. Und wer dann als Beamter die Blauen als Ausweg sucht - dem ist eh nicht zu helfen. Dann gibt es evt irgendwann kein Bvg mehr.

Es bringt nichts, jetzt die CDU nicht (mehr) zu wählen. Umgekehrt kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass ich im April dann trotzdem wähle.

Für mich hat das insofern weniger mit einem konkreten Nutzen zu tun. Wenn ich die CDU eben nicht wähle, dann aus dem abstrakten Gefühl heraus, dass diese Partei offenbar nicht meine Interessen vertritt.

Blöd ist nur, dass es keine echte Alternative gibt. Keine der relevanten Parteien vertreten tatsächlich und mit Überzeugung die Interessen der Beamten.

Hannes009


Max_Muster

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 09:20Mich triggert auch dieses Bild von glücklich lächelnden Menschen kolossal.Diese Gesetz bietet vielen Kollegen keinen Grund zum Lächeln.
Die sind nicht glücklich, die sind besoffen - da sieht man doch das Glas im Vordergrund.

Libor

Zitat von: Max_Muster in Gestern um 08:18Ob diese Formulierung wohl abgesprochen war?

Weit mehr als die Hälfte der Beamtinnen und Beamten in Nordrhein-Westfalen hat ihren Wohnsitz in Gemeinden der bisherigen Mietenstufen 1 bis 3. Bei zwei Kindern bedeutet die Reform für sie eine unmittelbare Verbesserung, weil der neue einheitliche Familienzuschlag über dem bisherigen regionalisierten Betrag liegt. In den höheren Mietenstufen fängt die Ausgleichszulage die Differenz zunächst vollständig auf.

Da steht ja indirekt, das es etwa für die Hälfte der Beamt:innen in Zukunft Verschlechterungen und Gehaltskürzungen gibt...

Nein, das steht da nicht. Das wäre eine Fehlinterpretation der Aussage in doppelter Hinsicht. Denn tatsächlich sind das unterschiedliche Ebenen, die da vermischt werden. Das und die daraus folgende Fehlinterpretation auf erster Ebene dürfte aber sicherlich kein Zufall sein:

An dieser Stelle geht es um die Abschaffung der Regionalisierung beim Familienzuschlag. Das FM sucht sich hier eine Konstellation raus, die davon profitiert. Nämlich Familien mit 2 Kindern in den Mietstufen 1 bis 3. Vorher steht die Aussage, das "weit mehr als die Hälfte" der Beamten in Gemeinden mit diesen Mietstufen lebt. Dass dadurch er Eindruck entsteht, weit mehr als die Hälfte der Beamten würden von der Neugstaltung profitieren, ist sicherlich kein Zufall. Tatsächlich ist aber nicht so und steht da auch nicht. Denn es ist ja sicherlich nicht so, dass diese Gruppe der "weit mehr als die Hälfte der Beamten" genau 1 oder 2 Kinder haben. Für einen guten Teil der Beamten in den Mietstufen 1 bis 3 dürfte die Reform an dieser Stelle mangels berücksichtigungsfähiger Kinder schlicht ohne Auswirkung sein.

Selbst wenn das so wäre, wäre der weitere von dir geschilderte (indirekte) Schluss, dass es für die andere Hälfte der Beamten zu Verschlechterungen kommt, aber nicht richtig. Denn die andere Hälfte der Beamten hat ja nicht alle 1 oder 2 berücksichtigungsfähige Kinder in den Mietstufen ab 4 oder hat 3 oder mehr berücksichtigungsfähige Kinder. Diese Gruppe dürfte innnerhalb der Beamtenschaft insgesamt sicherlich einen kleineren Anteil ausmachen.

Wie geschrieben, hier werden einfach unterschiedliche Ebenen vermischt und daher zu Fehlschlüssen verleitet. Das FM hat sich in der Kommunikation für die Öffentlichkeit eine Gruppe von Familien rausgesucht, die profitiert (Beamte mit 1 oder 2 Kindern in günstigen Wohnregionen). Dass Familien in teuren Wohnregionen und Familien mit mehr Kindern die massiven Verlierer der Reform sind, kommt nur ganz verschwurbelt im letzten Satz und im Wort "zunächst" zum Ausdruck. Selbstverständlich ist das eine abgesprochene Formulierung.

Schneewitchen

Zitat von: Libor in Gestern um 12:08Nein, das steht da nicht. Das wäre eine Fehlinterpretation der Aussage in doppelter Hinsicht. Denn tatsächlich sind das unterschiedliche Ebenen, die da vermischt werden. Das und die daraus folgende Fehlinterpretation auf erster Ebene dürfte aber sicherlich kein Zufall sein:

An dieser Stelle geht es um die Abschaffung der Regionalisierung beim Familienzuschlag. Das FM sucht sich hier eine Konstellation raus, die davon profitiert. Nämlich Familien mit 2 Kindern in den Mietstufen 1 bis 3. Vorher steht die Aussage, das "weit mehr als die Hälfte" der Beamten in Gemeinden mit diesen Mietstufen lebt. Dass dadurch er Eindruck entsteht, weit mehr als die Hälfte der Beamten würden von der Neugstaltung profitieren, ist sicherlich kein Zufall. Tatsächlich ist aber nicht so und steht da auch nicht. Denn es ist ja sicherlich nicht so, dass diese Gruppe der "weit mehr als die Hälfte der Beamten" genau 1 oder 2 Kinder haben. Für einen guten Teil der Beamten in den Mietstufen 1 bis 3 dürfte die Reform an dieser Stelle mangels berücksichtigungsfähiger Kinder schlicht ohne Auswirkung sein.

Selbst wenn das so wäre, wäre der weitere von dir geschilderte (indirekte) Schluss, dass es für die andere Hälfte der Beamten zu Verschlechterungen kommt, aber nicht richtig. Denn die andere Hälfte der Beamten hat ja nicht alle 1 oder 2 berücksichtigungsfähige Kinder in den Mietstufen ab 4 oder hat 3 oder mehr berücksichtigungsfähige Kinder. Diese Gruppe dürfte innnerhalb der Beamtenschaft insgesamt sicherlich einen kleineren Anteil ausmachen.

Wie geschrieben, hier werden einfach unterschiedliche Ebenen vermischt und daher zu Fehlschlüssen verleitet. Das FM hat sich in der Kommunikation für die Öffentlichkeit eine Gruppe von Familien rausgesucht, die profitiert (Beamte mit 1 oder 2 Kindern in günstigen Wohnregionen). Dass Familien in teuren Wohnregionen und Familien mit mehr Kindern die massiven Verlierer der Reform sind, kommt nur ganz verschwurbelt im letzten Satz und im Wort "zunächst" zum Ausdruck. Selbstverständlich ist das eine abgesprochene Formulierung.

Und genau diese Art der Kommunikation ist hinterhältig und verlogen. Das hat, wenn man so will, nichts mehr mit einem auf Gegenseitigkeit beruhenden Treueverhältnis zu tun.

Hier werden offensichtlich Fronten aufgebaut, die es eigentlich so nicht geben sollte.

Libor

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 12:21Und genau diese Art der Kommunikation ist hinterhältig und verlogen.

Ja. Offenbar hatte man für den Umstand, dass man eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Anlass (!) genommen hat, bei Familien teils massiv (in bestimmten Konstalltionen in 6-stelliger Höhe) gekürzt zu haben, keine tolle kommunikative Erklärung gefunden.

Also verschwurbelt man es. Und damit kommt man in der Presse ja auch weitgehend durch.

Und betroffen ist ja eh nur ein kleiner Teil der Beamtenschaft. Nicht wenige Beamte werden sich sowieso insgeheim freuen, dass die (vermeintlich) so arg finanziell verwöhnten Familien in NRW in Zukunft weniger bekommen. Da gilt das Motto: "Kinder sind unsere Zukunft" ja etwas abgewandelt: Die Kinder der Anderen sind unsere Zukunft; aber bevor die in Zukunft für unsere Pensionen blechen können, sollen die Eltern gefälligst selbst für ihre Kinder zahlen.

BÜRGERFREUNDLICH

Zitat von: Libor in Gestern um 12:34Ja. Offenbar hatte man für den Umstand, dass man eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Anlass (!) genommen hat, bei Familien teils massiv (in bestimmten Konstalltionen in 6-stelliger Höhe) gekürzt zu haben, keine tolle kommunikative Erklärung gefunden.

Also verschwurbelt man es. Und damit kommt man in der Presse ja auch weitgehend durch.

Und betroffen ist ja eh nur ein kleiner Teil der Beamtenschaft. Nicht wenige Beamte werden sich sowieso insgeheim freuen, dass die (vermeintlich) so arg finanziell verwöhnten Familien in NRW in Zukunft weniger bekommen. Da gilt das Motto: "Kinder sind unsere Zukunft" ja etwas abgewandelt: Die Kinder der Anderen sind unsere Zukunft; aber bevor die in Zukunft für unsere Pensionen blechen können, sollen die Eltern gefälligst selbst für ihre Kinder zahlen.

Libor, irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Du Dinge so lesen möchtest, wie es dir passt.

Ich zitiere: "Nicht wenige Beamte werden sich sowieso insgeheim freuen, dass die (vermeintlich) so arg finanziell verwöhnten Familien in NRW in Zukunft weniger bekommen."

Ich konnte im Forum nirgends den Wunsch entnehmen, dass Familien etwas weggenommen werden soll. Vielmehr lese ich immer nur, dass die enormen FamZ eher ins Grundgehalt integriert werden soll. Gleichbehandlung und so. Hast Du Sorge, wir möchten uns an DEINEN Familienzuschlagen bereichern?

Und Hand aufs Herz, Du weißt genau, dass im Ländervergleich die FamZ in NRW nunmal sehr hoch sind.

gerzeb

Im Radio lief eben ,, Poppe, Kaate, Danze" von Brings. Irgendwie musste ich während des Liedes die ganze Zeit an unseren geschätzten FM denken...

Arrogant, stinkfaul
Schlääch jelaunt, en großes Maul
Affjewichs, kleinkariert
Von Jeburt an schon borniert
Fies, hungsjemein
Wenn Jefahr droht, klitzeklein
Ordinär, banal
Ohne jegliche Moral


Karrisch un klamm
Immer am nörjele dran
Op enem Aure blind
Un ne Fähnche im Wind
Mit dä Schnüss janz schnell
Em Kopp nit wirklich hell
En d'r Küch Laminat
Un im Wunnzimmer Brokat


Den Refrain habe ich mir mal gespart. Trifft unseren FM eigentlich ganz gut


Dominic231

Wann werden denn, nach den überraschenden Ergebnissen für die a.A. für NRW im Jahr 2026, die Jahre davor berechnet?

Ich schaue schon mal nach Krediten. Wahrscheinlich müssen wir noch Geld für die letzten Jahre zurückzahlen. Bei den kreativen Berechnungen der Landesregierung haben wir mit Sicherheit zu viel Geld erhalten.🤣🙈

Rheini

Zitat von: Dominic231 in Gestern um 14:38Wann werden denn, nach den überraschenden Ergebnissen für die a.A. für NRW im Jahr 2026, die Jahre davor berechnet?

Ich schaue schon mal nach Krediten. Wahrscheinlich müssen wir noch Geld für die letzten Jahre zurückzahlen. Bei den kreativen Berechnungen der Landesregierung haben wir mit Sicherheit zu viel Geld erhalten.🤣🙈

Keine Angat. Der FM gibt jedem der WS eingelegt hat (bei den anderen kommt er leider nicht mehr dran) 10 Jahre Zeit, den überzahlten Betrag jährlich mit 10% davon zurück zu zahlen. Natürlich muss er leider für den Betrag bis zur Rückzahlung jährlich Zinsen nehmen.