Angestelltenlehrgang 2 Erfahrungsberichte

Begonnen von Verwaltungskröte5, 16.10.2026 08:43

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Verwaltungskröte5

Hallo meine Lieben Mitstreiter,
ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen kann den A2 zu besuchen. Seit diesem Gespräch denke ich an nichts anderes. Allerdings geistert die Frage eher in einem Kopf, schaffe ich das?
Den A1 habe ich damals mit knapp 19 beendet, gerade so bestanden obwohl ich zuvor durchgefallen bin und ein ganzes Jahr wiederholen musste! Der ganze Spaß ist nun über 25 her. Es war für mich tatsächlich die persönliche Hölle. Vorstellungen habe, in den nächsten 10 Jahren gehen einige bei uns in Rente, die Stellen die dann zu besetzen wären, finde ich interessant, eine allerdings WILL ICH UNBEDINGT! Ansporn ist also da, doch ich habe echt Angst das ich dem Stoff nicht gewachsen bin.

Wie sind so Eure Erfahrungen? Wie ist die Durchfallrate?
Freu mich über persönliche Rückmeldungen.

Viele Grüße

Mario Nette

Ich habe zwar keine eigene Erfahrung. Aber eine Kollegin, ähnlich wie du Mitte 40, macht ihn aktuell und sie hat das vorher schon mit der Man und Kinder abgestimmt, weil geschenkt bekommt man ihn ja vom erzählen her - genauso wie den A1 - nicht.

Aber wenn der Arbeitgeber auf dich zukommt, Du interessiert bist und es zeitlich in die nächsten 2 Jahre passt, warum nicht. Vorallem wenn Du dich dann für die interessanten Stellen in Stellung bringen möchtest.

Pham Nuwen

Zitat von: Verwaltungskröte5 in 16.10.2026 08:43Seit diesem Gespräch denke ich an nichts anderes.

Einfach machen.

Keiner steckt hier in deinen Schuhen, Berichte von anderen haben begrenzten Nährwert für dich. Du bist ja hoffentlich etwas schlauer und reifer im Vergleich zu jungen Jahren. Das sollte helfen.

Womöglich auch die Perspektive, ob du wirklich die jetzige Tätigkeit bis zur Rente ausüben und willst und ob die Angaben z.B. der jährlichen Rentenauskunft so erbaulich erscheinen.

KaiBro

Der TE dürfte seine 20 Dienstjahre voll haben und somit könnte man auf den A2 verzichten. Wäre in meinen Augen sinnvoller, ihn als Ersatz für Kollegen XY mit diversen gezielten Schulungen aufzubauen, als ihm den A2 machen zu lassen.

Labrador

Schwierig zu sagen. Einfach probieren!
Ich hab den ALII aktuell hinter mir, hab ihn in Teilzeit gemacht (80% online, 20 % in Präsenz), hab eine kleine Tochter, nebenher 50% gearbeitet und mit sehr gut abgeschnitten.
Gibt aber auch welche im Kurs, die die Prüfung beim ersten Mal nicht bestanden haben.
P.S: In der Ausbildung war ich eher durchschnittlich, hatte jetzt einfach viel mehr Motivation und Ehrgeiz.

TVOEDAnwender

Man muss zunächst unterscheiden, in welchem Bundesland und nach welchem Modell der 2. Lehrgang durchgeführt wird. In NRW heißt er inzwischen Verwaltungslehrgang II und wird seit einigen Jahren nur noch modular angeboten. In den einzelnen Fächern wird am Ende jeweils eine Klausur geschrieben, in der Regel über 180 Minuten. Jede Klausur gilt als eigene Prüfungsleistung.

In vielen anderen Bundesländern läuft der Lehrgang noch klassisch. Dort gibt es eine schriftliche Abschlussprüfung in vier Fächern sowie eine mündliche oder praktische Prüfung. Während des Lehrgangs schreibt man je Fach ein oder zwei Klausuren, die üblicherweise nur mit einem geringeren Anteil in die Abschlussnote einfließen.

Ich habe Anfang der 2000er hier in NRW selbst noch den klassischen Lehrgang gemacht. Rückblickend fand und finde ich dieses Modell persönlich angenehmer. Man musste die laufenden Klausuren ernst nehmen, aber nicht jede einzelne hatte das Gewicht einer eigenständigen Prüfung. Eine misslungene Klausur ließ sich deshalb eher verkraften, zumal das betreffende Fach später unter Umständen gar nicht in der Abschlussprüfung vorkam. Für mich lag der eigentliche Prüfungsschwerpunkt am Ende, auf den man sich auch nur einmal richtig konzentrieren musste.

Das modulare System in NRW ist vom Aufbau her dem Bachelor-System nachempfunden. Die Prüfungsleistungen verteilen sich über den Lehrgang, dafür muss man sich durchgehend mit den Fächern und Klausuren auseinandersetzen. Ich persönlich hätte das als anstrengender empfunden, auch wenn es sicher Leute gibt, denen die regelmäßigen Prüfungen besser liegen. Der Vorteil in NRW ist auch, dass man insgesamt weniger Klausuren schreibt, als nach dem "klassischen Modell".

Zur Durchfallquote kann ich keine belastbare Zahl nennen. Wegen der unterschiedlichen Lehrgangs- und Prüfungsmodelle lassen sich die Zahlen auch nicht ohne Weiteres bundesweit vergleichen.

TVOEDAnwender

Zitat von: KaiBro in 19.10.2026 16:15Der TE dürfte seine 20 Dienstjahre voll haben und somit könnte man auf den A2 verzichten. Wäre in meinen Augen sinnvoller, ihn als Ersatz für Kollegen XY mit diversen gezielten Schulungen aufzubauen, als ihm den A2 machen zu lassen.

Die Diskussion hatten wir ja schon an anderer Stelle hier häufiger geführt. Die tarifliche Befreiung nach 20 Jahren Berufserfahrung wirkt auf die Ausbildungs- und Prüfungspflicht im Rahmen der Eingruppierung. Sie macht den Beschäftigten aber nicht automatisch zum Inhaber des Verwaltungslehrgangs II und erfüllt daher nicht zwingend ein davon getrenntes Anforderungsmerkmal in einer Stellenausschreibung. Steht dort ausdrücklich "Verwaltungslehrgang II oder Befreiung von der Ausbildungs- und Prüfungspflicht", wäre das natürlich anders.

Verlangt der Arbeitgeber den Verwaltungslehrgang II als zwingende Voraussetzung, muss diese Anforderung im Hinblick auf die konkrete Stelle sachlich nachvollziehbar sein. Allein die angestrebte Entgeltgruppe reicht dafür nicht aus. Das hat das BAG auch für eine Ausschreibung mit gefordertem Angestelltenlehrgang II klargestellt (Urteil vom 10.02.2015 – 9 AZR 554/13).

Die 20 Jahre können die Prüfungspflicht also tariflich entfallen lassen. Sie garantieren aber nicht, dass der Betroffene bei jeder Stellenausschreibung so behandelt wird, als hätte er den Verwaltungslehrgang II absolviert.