Heute in der ARD: Thema Beamte, ab 20:15 Uhr u. ab 21 Uhr in "Hart aber fair"

Begonnen von Hortensie, 19.10.2026 16:48

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Hortensie

Kann mir einer sagen, wofür die Abkürzung TB steht? Die wird seit meinem Beitrag oben immer wieder verwendet.


cookiedent

Zitat von: SAS in Heute um 08:56Ich würde auch keinen TB unterstellen nicht die FDGO zu schützen..
Nicht unbedingt. Aber für einen TB ist es relativ Konsequenzlos wenn er sie nicht schützt und er hat üblicherweise den Schutz auch nicht in seinem Arbeitsvertrag stehen.

MoinMoin

Zitat von: cookiedent in Heute um 09:46Nicht unbedingt. Aber für einen TB ist es relativ Konsequenzlos wenn er sie nicht schützt und er hat üblicherweise den Schutz auch nicht in seinem Arbeitsvertrag stehen.
Es gibt durchaus Angestellte, die ebenfalls einen Eid auf die Verfassung ableisten.
Und einen Angestellten kann man schneller loswerden als einen Beamten, wenn sie ein Fehlverhalten an den Tag legen.

NelsonMuntz

Zitat von: SAS in Heute um 08:56Ich würde auch keinen TB unterstellen nicht die FDGO zu schützen, wenn eine faschistische Regierung die Macht ergreifen sollte sind TB aber einfacher loszuwerden und zu ersetzen als Beamte!

Das ist absolut richtig - gilt aber auch für den umgekehrten Fall, in der Beamte sich der hier genannten, faschistischen Ideologie anschließen.

Letztlich handelt es sich hier um einen konstruierten Schutz der FDGO, der einer wirklichen Bewährungsprobe in der Breite noch gar nicht ausgesetzt war. Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben sich ja nun bereit erklärt, hier einen Feldversuch zu starten.

... all das hat aber mit der von mir angeführten Gerechtigkeitsdebatte nur am Rande zu tun. Final spricht doch auch für den Beamten nichts dagegen, in die GRV überführt zu werden, wenn ihm dadurch keine finanziellen Nachteile entstehen. Dass das zumindest zunächst mehr kostet, geschenkt. Und das man sich gerade im Verwaltungbereich auch die Frage stellen kann, ob man an vielen Stellen überhaupt verbeamten muss, ist doch auch legitim. Der Sachbearbeiter in der Zulassungsstelle sei als Beispiel genannt.

Wir brauchen Ideen für eine resiliente Gesellschaft - das verteilen von Urkunden sichert die Zukunft nur sehr bedingt.


Warnstreik

Zitat von: Hortensie in Gestern um 16:36Wurde denn überhaupt mal erwähnt, dass ein Beamter von seiner 71%-Pension rd. 30 % Steuer zahlt und dann bei unter 50 % endet, noch bevor er die im Alter hohe private Krankenversicherung bezahlt?

Wo hast du das denn her? Den Großteil der PKV kann ein Pensionäre von der Steuer absetzen. Funfact für dich: Auch der Rentner zahlt Krankenversicherung, für die Pflegeversicherung sogar zusätzlich den AG-Anteil. Auf die Zusatzversicherung (VBL und ähnliches) zahlt man sogar AN- und AG-Anteil. Aber auch hier beides vom Brutto, genau wie beim Beamten.

MoinMoin

Korrekt, natürlich zahlt der Angestellte ebenso Steuern auf seine Rente. Und KV und PV....
Bald sogar zu 100% auf seiner Rente.
Das was ein blödes Zerrbild ist, das man die Brutto-Zahl 71% irgendwo rein wirft und mit der Brutto-Zahl 48% des Rentenniveaus in einem Atemzug nennt und plump miteinander vergleicht.
Absoluter Schwachsinn!
Die 48% sind von einem Bruttowert, der mehr Wert ist, denn es fällt keine RV/AV/VBL mehr darauf an.

Was zählt ist alleinig Netto!

Und btw.: PKV für Rentner, die sind sogar stärker belastet, weil idR der ehemalige AG Anteil nicht mehr voll von der RV bezahlt wird...aber die haben es sich so ausgesucht und jammern hoffentlich nicht.

Hortensie

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:55
ZitatWurde denn überhaupt mal erwähnt, dass ein Beamter von seiner 71%-Pension rd. 30 % Steuer zahlt und dann bei unter 50 % endet, noch bevor er die im Alter hohe private Krankenversicherung bezahlt?

Wo hast du das denn her? Den Großteil der PKV kann ein Pensionäre von der Steuer absetzen. Funfact für dich: Auch der Rentner zahlt Krankenversicherung, für die Pflegeversicherung sogar zusätzlich den AG-Anteil. Auf die Zusatzversicherung (VBL und ähnliches) zahlt man sogar AN- und AG-Anteil. Aber auch hier beides vom Brutto, genau wie beim Beamten.

Ja, ich sehe, dass meine Pauschalierung falsch ist:
Ich habe einen Denkfehler gemacht, weil ich bei dem Beamten den Spitzensteuersatz von geschätzt 30% dem Durchschnittssteuersatz gleichgesetzt hatte. Der Durchschnittssteuersatz liegt deutlich darunter.
Die meisten Pensionäre zahlen aber Steuern, weil die Pension voll versteuert wird.
Wohingegen viele Rentner wegen der langsam steigenden Steuersätze noch keine oder sehr geringe Steuern bezahlen (je nach Höhe der Rente u. dem Eintritt in den Ruhestand).
Denn erst bei Rentnern, die 2058 (oder später) in den Ruhestand gehen, wird die Rente voll versteuert.

SAS

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 10:41Das ist absolut richtig - gilt aber auch für den umgekehrten Fall, in der Beamte sich der hier genannten, faschistischen Ideologie anschließen.

Letztlich handelt es sich hier um einen konstruierten Schutz der FDGO, der einer wirklichen Bewährungsprobe in der Breite noch gar nicht ausgesetzt war. Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben sich ja nun bereit erklärt, hier einen Feldversuch zu starten.

... all das hat aber mit der von mir angeführten Gerechtigkeitsdebatte nur am Rande zu tun. Final spricht doch auch für den Beamten nichts dagegen, in die GRV überführt zu werden, wenn ihm dadurch keine finanziellen Nachteile entstehen. Dass das zumindest zunächst mehr kostet, geschenkt. Und das man sich gerade im Verwaltungbereich auch die Frage stellen kann, ob man an vielen Stellen überhaupt verbeamten muss, ist doch auch legitim. Der Sachbearbeiter in der Zulassungsstelle sei als Beispiel genannt.

Wir brauchen Ideen für eine resiliente Gesellschaft - das verteilen von Urkunden sichert die Zukunft nur sehr bedingt.


Das wir in die GRV einbezogen werden wäre für mich kein Problem. Man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben das man dadurch irgendwelche Probleme der GRV lösen kann. Aber wenn das der gefühlten Gerechtigkeit dient sollten wir uns da nicht querstellen.

Hortensie

Zitat von: Hortensie in Gestern um 20:33Wir haben in Deutschland das Beamtensystem mit dem der Staat doch gutes Geld bisher sparte. Die Beamten bekommen ein um die Arbeitnehmeranteile niedrigeres Gehalt, der Staat als Arbeitgeber muss keine Arbeitgeber-Anteile zahlen und dafür fällt die Pension der Beamten etwas höher aus. Das ist der Deal, den Adenauer damals (1951?) für sinnvoll gehalten hat.

Dazu noch der Hintergrund zu der Jahreszahl 1951:
https://www.bdk.de/der-bdk/was-wir-tun/aktuelles/copy_of_spd-und-cdu-politiker-thematisieren-erneut-die-beamtenpension
Zitat:
"Bereits seit 1951 ist die Besoldung der Beamten mit Rücksicht auf die Versorgung niedriger gehalten (BT-Drs. 1/2846 vom 19. November 1951). Der vom Staat zur Sicherung der Pensionen einbehaltene, den Beamten vorenthaltene und nicht ausgewiesene Gehaltsbestandteil liegt bei dem so genannten Eckmann-Vergleich bei etwa 7 %. Auch die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes und des Bundesfinanzhofes geht davon aus, dass Beamte gerade durch diesen Gehaltsverzicht in der aktiven Dienstzeit einen Beitrag zu ihrer Versorgung leisten bzw. geleistet haben. Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits in seiner Entscheidung vom 26. März 1980 diese Feststellungen bestätigt (BVerfGE 54, 11"
Zitatende

Durch diesen Gehaltsverzicht leisten die Beamten einen Beitrag zu ihrer Versorgung und sollten nicht nochmals zur Kasse gebeten werden.

MoinMoin

Zitat von: Hortensie in Heute um 15:06Ja, ich sehe, dass meine Pauschalierung falsch ist:
Ich habe einen Denkfehler gemacht,
Korrekt.

ZitatDie meisten Pensionäre zahlen aber Steuern, weil die Pension voll versteuert wird.
Klar, weil die Pension über dem Grundfreibetrag liegt.

ZitatWohingegen viele Rentner wegen der langsam steigenden Steuersätze noch keine oder sehr geringe Steuern bezahlen (je nach Höhe der Rente u. dem Eintritt in den Ruhestand).
2005 wurde 50% der Rente besteuert und im 2% Jahrestakt stieg dieser Prozentsatz.
2022 82% und ab da geht es in 0,5% Takt nach oben.
Und es zahlen dann nur die keine Steuern, wo die Rente unter dem Freibetrag ist, also die Rente kleiner ~1300€ ist.

und falsch, die meisten Rentner zahlen keine Steuern, weil sie keine Steuererklärung machen  :o  und der Staat da nicht hinterher hechelt, wenn sie keine weiteren Einkünfte haben.

Fazit: Es ist eine Geschichte aus der fernen Vergangenheit zu behaupten die Pensionäre zahlen Steuern und die Rentner (fast) nicht.
Die Rentner zahlen primär geringere Steuern, weil die Rente niedriger ist.

FGL

Zitat von: Hortensie in Gestern um 18:51Ohne dass ich dazu weitere Begründungen liefern werde, bin ich der Meinung, dass die AfD die FDGO ablehnt [...]
Bedeutet also, diesem Werturteil liegt keine belastbare Faktenbasis zugrunde.

Hortensie

Zitat von: MoinMoin in Heute um 16:34Fazit: Es ist eine Geschichte aus der fernen Vergangenheit zu behaupten die Pensionäre zahlen Steuern und die Rentner (fast) nicht.
Die Rentner zahlen primär geringere Steuern, weil die Rente niedriger ist.


Es ist aber weiterhin nicht gerecht. Das Urteil des BVerfG ist bereit 24 Jahre alt u. eine Gleichbehandlung ist erst in 32 Jahren in Sicht.



Hortensie

Zitat von: FGL in Heute um 16:39
ZitatOhne dass ich dazu weitere Begründungen liefern werde, bin ich der Meinung, dass die AfD die FDGO ablehnt [...]
Bedeutet also, diesem Werturteil liegt keine belastbare Faktenbasis zugrunde.

Das bedeutet nur, dass ich mit Brechreiz zu kämpfen habe, wenn ich die 3 Buchstaben "AfD" höre: Ich weiß aus meinen Aktivitäten auf "X", dass man mit AfD-Anhängern nicht diskutieren sollte.
Daher keine weiteren Kommentare dazu.

FGL

Zitat von: Hortensie in Heute um 16:43Bedeutet also, diesem Werturteil liegt keine belastbare Faktenbasis zugrunde.

Das bedeutet nur, dass ich mit Brechreiz zu kämpfen habe, wenn ich die 3 Buchstaben "AfD" höre: Ich weiß aus meinen Aktivitäten auf "X", dass man mit AfD-Anhängern nicht diskutieren sollte.
Daher keine weiteren Kommentare dazu.
Diese ausweichende Antwort bestätigt mir, dass dem Werturteil in der Tat keine belastbare Faktenbasis zugrundeliegt. Schade. Ich höre diese und weitere Behauptungen immer wieder, aber substantiieren kann sie keiner. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.