Autor Thema: Corona - Homeoffice  (Read 13854 times)

Britta2

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Corona - Homeoffice
« am: 03.09.2020 18:44 »
Seit dem 1.8. besteht bei uns für Risikogruppen die Möglichkeit, weiterin im Homeoffice zu bleiben. Terminiert wurde das bisher in keinerlei internen Veröffentlichungen.
HEUTE wird für unseren Bereich mitgeteilt, dass es wohl eine generelle Befristung suf nur 3 Monate gibt und auch diese nur dann, wenn der Betriebsarzt das Attest für die 3 Monate ausstellt.

Ärztliche Schweigepflicht ist bei uns ebenso ein Witz wie Datenschutz.
Wieso genügt ein von einem Hausarzt ausgestelltes Attest nicht? Der Arbeitgeber sammelt doch sämtliche Krankenscheine in der Personalakte, kann somit bis auf die einzelnen Diagnoseschlüssel ohnehin nachvollziehen. Das Alter und Geburtsdatum sind ebenso bekannt und stehen in der Akte.

Ein Attest vom Betriebsarzt ist nur möglich, wenn man dem sämtliche Erkrankungen der letzten Jahre im Detail vorlegt. Und schon erlangt ENDLICH auch die Personalverwaltung für den nächsten Kaffeklatsch sämtliche Daten. Denn ansonsten hat man ganz fix einen neuen Betriebsarzt und die Stellen sind trotz Abhängigkeitsverhältnis bekanntlich begehrt. Kein Job hat weniger Stress und wird doch gut bezahlt ... Freiwillig gegangen ist bei uns noch nie einer der Betriebsärzte. Der Arbeitgeber ließ die Verträge auslaufen ...

Freiwillig würde mir nichtmal die Grippeimpfung vom Betriebsarzt meines Srbeitgebers geben lassen oder gar die Chipkarte vorlegen. Null Vertrauen. Noch weniger in die neuen "ganz anonymen Beratungsstellen im Falle von psychischen Sorgen oder Mobbingfällen (Bossing wird natürlich sofort ausgeklammert und Datenschutz versichert!)".

Werden im ÖD ausschließlich Atteste von Betriebsärzten anerkannt?
Gibts gar keine freie Arztwahl? (Anmerkung:  zum bloßen Erstellen und Bearbeiten von PDFs muss niemand im Büro sitzen!!! = aber man hat am Fenster der Personalverwaltung vorbei zu laufen und die hat zwingend täglich zuerst Feierabend zu machen)

BAT

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #1 am: 03.09.2020 18:57 »
Es soll ja demnächst auf elektronische Bescheinigungen umgestellt werden. Ich hoffe, daß damit endlich dem Datenschutz genüge getan wird.

Ich möchte solche Daten auch streng vertraulich wissen. Und ebenso, ob ich überhaupt den Arzt besuche. Was jedoch aufgrund unserer Systematik im Gesundheitssystem teils nicht einfach zu verschweigen ist.

Da muss noch viel passieren.

Spid

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #2 am: 03.09.2020 19:06 »
Der AG müßte überhaupt kein Homeoffice anbieten - auch nicht für Risikogruppen. Infektionsrisiko gehört zum normalen Lebensrisiko. Wenn er etwas anbietet, das er nicht müßte, kann er die Voraussetzungen dafür selbst festlegen.

BAT

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #3 am: 03.09.2020 19:26 »
Das ist in der Pauschalität nicht richtig.

Nach der ArbeitsstättenVO sind bestimmte Mindestgrößen in Büros pro Mitarbeiter verpflichtend. Wenn diese nicht eingehalten werden - so wie bei uns derzeit - besteht zumindest die Vermutung des hiermit erhöhten Infektionsrisikos über das normale Arbeitslosenrisikos.

Aus diesem Grunde wurde bei uns eine verpflichtende räumliche Trennung der Mitarbeiter aufgrund Corona durchgesetzt.

Spid

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #4 am: 03.09.2020 19:38 »
Doch, das ist in dieser Pauschalität richtig. Wenn von der Raumgröße nach ASR abgewichen wird, muß er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen. Daraus ergibt sich aber keine Pflicht, Homeoffice anzubieten.

was_guckst_du

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #5 am: 04.09.2020 08:38 »
...auch für den Betriebsarzt besteht ärztliche Schweigepflicht..er bescheinigt dann lediglich , dass die Voraussetzungen für eine Risikoeingruppierung vorliegen oder nicht...

...und auf "Krankenscheine" wird nie der Grund der Erkrankung angegeben...

...wenn der AG für die Verlängerung des pandemiebedingten HomeOffice eine betriebsärztliche Bestätigung verlangt, bringt man diese entweder bei oder geht wieder ins Büro...

Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Sjuda

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #6 am: 04.09.2020 08:43 »
Da erkennt man mal wieder die Mentalität, die im ö.D. leider noch zu oft anzutreffen ist.
Nur auf den eigenen Vorteil aus, sämtliche Verantwortung auf den Arbeitgeber abwälzen wollen, Hauptsache keinen Mehraufwand für sich selbst. Nehmen, aber nichts geben wollen. Den ganzen Tag damit verbringen, sich über die vermeintliche Unfähigkeit von Vorgesetzen und Personalabteilung sowie die allgemeine Ungerechtigkeit im (Arbeits-)Leben aufzuregen.

Der Betriebsarzt hat nichts auf Tasche, das kann man als Bürotusse natürlich bestens beurteilen. Personalabteilung sitzt nur rum und lästert über die Belegschaft. Alle unfähig und böse...

Man weiß hier sofort, aus welcher Richtung der Wind weht:
Zitat
(...) Beratungsstellen im Falle von psychischen Sorgen oder Mobbingfällen (Bossing (...)

Sind natürlich auch alle unfähig und schlecht, sollte klar sein.

Insgesamt alles so himmelschreiend ungerecht und keiner erkennt es  bzw. es wird einfach nichts unternommen.

Wahrscheinlich kommen hier 20 Krankenscheine pro Jahr, jede Wette. Da könnte der Arbeitgeber doch selbst auf die Idee kommen, dass Homeoffice bis zur Rente angebracht wäre. Stattdessen will sich dieser die Notwendigkeit ärztlich attestieren lassen. Das muss man sich einmal vorstellen....
Und dann, man glaubt es kaum, verlangt der Betriebsarzt doch allen Ernstes, dass man seine Krankheitsgeschichte aufzeigt und belegt. Wie kann man diese Willkür als normaler Mensch nur ertragen?

Am besten ab zur Beratungsstelle! Ach nee, die haben sich ja auch mit dem Arbeitgeber verschworen.

was_guckst_du

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #7 am: 04.09.2020 08:50 »
...so direkt wollte ich es nicht ausdrücken.. ;D
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

BAT

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« Antwort #8 am: 04.09.2020 09:19 »

...wenn der AG für die Verlängerung des pandemiebedingten HomeOffice eine betriebsärztliche Bestätigung verlangt, bringt man diese entweder bei oder geht wieder ins Büro...

So einfach ist das nicht. Es gab bei uns schon eine große Diskussion der Nichtrisikogruppe, daß diese die Risikogruppe nicht bei der Arbeit sehen wollte, da síe nicht für Ansteckungen und deren Folgen verantwortlich sein wollten.

Home-Office für Risikogruppen ist bei uns vor allem wegen der Nichtrisikogruppen eingeräumt worden. 


Sjuda

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« Antwort #9 am: 04.09.2020 09:28 »
Es ist nicht Sache der Belegschaft, sich darüber Gedanken zu machen. Man erbringt als Angehöriger der Nichtrisikogruppe ganz normal seine Arbeitsleistung.

Im vorliegenden Fall gibt es überhaupt kein Problem. Der Arbeitgeber bietet doch die Möglichkeit, im Homeoffice zu bleiben. Es scheitert lediglich an der Renitenz der Fragestellerin.

BAT

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« Antwort #10 am: 04.09.2020 09:40 »
Es ist nicht Sache der Belegschaft, sich darüber Gedanken zu machen. Man erbringt als Angehöriger der Nichtrisikogruppe ganz normal seine Arbeitsleistung.


Hui, mitten in der Krise so ein Satz? Einige bemerken die Ernsthaftigkeit der Problematik wohl recht spät ;)

Sjuda

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #11 am: 04.09.2020 10:00 »
Und wenn man als Angehöriger der Nichtrisikogruppe der Meinung ist, der Arbeitgeber würde zu wenig für die Risikogruppe tun, bleibt man am besten einfach zu Hause. Nicht dass man auf Arbeit noch jemanden ansteckt. Schließlich hat man die Ernsthaftigkeit der Lage erkannt.  ::)

Es bleibt dabei, dass es Sache des Arbeitgebers ist, organisatorische Maßnahmen zu erwägen, sofern und solange es keine verbindlichen rechtlichen Vorgaben gibt. Bis dahin erbringt man ganz normal seine Arbeitsleistung. Darunter dürften "große Diskussion der Nichtrisikogruppe" nur selten fallen.

BAT

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #12 am: 04.09.2020 10:02 »
Du scheinst meine Ausführungen, ähnlich wie Spid, nicht im Ansatz verstanden zu haben.

Britta2

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« Antwort #13 am: 04.09.2020 10:48 »
Der AG müßte überhaupt kein Homeoffice anbieten - auch nicht für Risikogruppen. Infektionsrisiko gehört zum normalen Lebensrisiko. Wenn er etwas anbietet, das er nicht müßte, kann er die Voraussetzungen dafür selbst festlegen.

Müssen müssen sie nicht. Insofern aber auch im ÖD ein gewisser Gleichbehandlungsgrundsatz gilt ... ist es maĺ wieder typisch, solche Dinge 50 Leuten anzubieten und 3 nicht ... Zudem wird Homeoffice seit April und erneuert im August von der "ganz obersten Stelle" explizit empfohlen. Und von dort sogar ohne Zeitbegrenzung.

Spid

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #14 am: 04.09.2020 10:51 »
Ausweislich der Sachverhaltsschilderung wird der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz nicht verletzt. Empfehlungen sind unbeachtlich.