Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion  (Read 104697 times)

Icke

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #660 am: 27.12.2018 14:54 »
3010€ Brutto sind keineswegs E12 Stufe 1 - eine Stufe die nie jemand bekommen hat, da jeder mit der 2 einsteigt.

Wie kommst du denn zu dieser kühnen Behauptung? Also, ich persönlich kenne einige E12er hier in Berlin, die als Neueinsteiger natürlich in Stufe 1 eingestuft wurden.

Ich erkühne mich dessen, da die Handhabung des TV-L eine solche Auslegung erlaubt und dies in den RP´s in Baden-Württemberg auch getan wird. Und selbst wenn eine unglückliche Seele 12 - 1 bekäme - nach einem Jahr ist dies durch den Automatismus Makulatur. Da es sich hier um eine Antwort handelte bitte ich diese auch als solche zu lesen -zuvor wurde ein Stundenlohn von 20€ mit der Stufe E12 verglichen- und nicht aus dem Zusammenhang zu reißen.

Grüße

Mein Einwand bzw. meine Frage bezog sich ja nur auf die nicht zutreffende Behauptung, dass nie jemand E12 Stufe 1 erhalten haben soll und alle in Stufe 2 eingestuft werden, insofern ist das ja nicht aus dem Zusammenhang gerissen.

Iunius

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #661 am: 27.12.2018 22:17 »
In Ordnung, in Demut entschuldige ich mich und berichtigte:

Wenige bekamen je die E12 - 1 und wenn dann nur 1 Jahr und somit kann dieses erste Arbeitsjahr meines Erachtens nicht als Grundlage einer Einkommensberechnung genutzt werden.

Icke

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #662 am: 27.12.2018 23:44 »
 ;) Wie gesagt - in der Sache bin ich da völlig bei dir!

Fakon

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #663 am: 28.12.2018 16:53 »
...die Sache mit den unterschiedlichen Arbeitszeiten ist wirklich eine Unverschämtheit und diskriminierend (ich weiß ich wiederhole mich) ... und ich kann nicht verstehen warum Verdi da nicht endlich mal etwas unternimmt.

Beispiel - bei einem Gehalt von 2000 € brutto (20 Arbeitstage) hat ein Kollege in Schleswig-Holstein bei einer monatlichen Stundenzahl von 154 Std. einen Stundenlohn von 12,99 € Brutto
in Bayern hat der gleiche Mitarbeiter bei einer Monatsarbeitszeit von 160,4 Std. einen Stundenlohn von NUR 12,47 €
Es kann doch nicht angehen, dass die monatliche Stundenzahl in den Bundesländern bis zu 6,4 Std. differiert - das sind im Jahr 76,8 Std. - das heißt - wir arbeiten in Bayern einen halben Monat mehr in der Verwaltung als andere Bundesländer ...
Heutzutage hört man überall - Gleichstellung - auch Auszubildende mussten aus diesen Gründen 30 Tage Urlaub bekommen weil es keine Altersdiskriminierung geben darf ... aber bzgl. Wochenarbeitszeiten wird das dann wieder locker gesehen ... Das Thema geht mir schon seit einigen Jahren auf den Senkel ...

Wer im schönsten Bundesland der Republik arbeiten DARF, wird dies gerne mit 1-2 Stunden mehr jede Woche tun! Spaß beiseite - Arbeitszeiten sind relativ - erkundige dich mal nach Telearbeit. Damit kann man jede "Ungerechtigkeit" (zu viele Stunden, zu wenig Geld, zu harte Arbeit usw. ) beseitigen. Bsp.: du machst 4 Tage HomeOffice - arbeitest also nur noch - sagen wir mal - Freitags (niemand mehr da..) .. schon ist der Stundenlohn bei über 100€ und Zeit um sich nützlich zu engagieren (Kinder, Ehrenämter, Wahlprogramme lesen..)
;-)   

Amiga

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #664 am: 29.12.2018 20:19 »
Also mal ganz ehrlich: Wenn das der Tarifabschluss werden soll (und der wird ja noch geringer ausfallen als die Forderung), bin ich fertig mit verdi und Herrn Bsirske. Der Mann und die gesamte Gewerkschaft vertritt keinen Arbeitnehmer oberhalb der E8 und ist für mich daher sinnlos geworden.

Mein Arbeitgeber jammert auch nur rum, dass es keine gescheiten Arbeitskräfte mehr gibt. Das ist sowas von verlogen! Ich wäre für ein ordentliches Fundament mit Ausbildungen, die gut bezahlt werden. Alle Fachkräfte - insbesondere ab E9 - müssen so bezahlt werden, dass sie gar nicht in Erwägung ziehen, wechseln zu wollen.

Aber naja, die wachen erst auf, wenn es zu spät ist.
Kollatz deutete an, dass Landesbeschäftigte nach wie vor weniger Geld erhalten sollen als Arbeitskräfte beim Bund und den Kommunen:

"Für eine unterschiedliche Bezahlung gibt es gute Gründe. Die Länder haben mehr als doppelt so viele Beschäftigte wie Bund und Kommunen zusammen." Guter Mann. SPD!

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #665 am: 30.12.2018 16:24 »
Mein Arbeitgeber jammert auch nur rum, dass es keine gescheiten Arbeitskräfte mehr gibt. Das ist sowas von verlogen! Ich wäre für ein ordentliches Fundament mit Ausbildungen, die gut bezahlt werden. Alle Fachkräfte - insbesondere ab E9 - müssen so bezahlt werden, dass sie gar nicht in Erwägung ziehen, wechseln zu wollen.

Aber naja, die wachen erst auf, wenn es zu spät ist.

Wie hat sich Ihr Arbeitgeber zu Ihrer Kritik/Vorschlägen geäußert- oder schläft er noch?

Amiga

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #666 am: 30.12.2018 16:59 »
Der vorherrschende Tenor ist, dass Informatiker viel zu gut bezahlt werden und man auch gern jederzeit neue einstellen kann. Dazu passt als Kontrast, dass eine Stelle schon seit 1,5 Jahren nicht besetzt werden konnte. Aber das sind Einzelfälle, wie mir zu verstehen gegeben wird.
Kollatz deutete an, dass Landesbeschäftigte nach wie vor weniger Geld erhalten sollen als Arbeitskräfte beim Bund und den Kommunen:

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MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #667 am: 30.12.2018 19:09 »
Der vorherrschende Tenor ist, dass Informatiker viel zu gut bezahlt werden und man auch gern jederzeit neue einstellen kann. Dazu passt als Kontrast, dass eine Stelle schon seit 1,5 Jahren nicht besetzt werden konnte. Aber das sind Einzelfälle, wie mir zu verstehen gegeben wird.
Wenn eine Stelle 1,5 Jahre unbesetzt ist und nichts dramatisches an Chaos in der IT Landschaft passiert, dann ist die Stelle überflüssig oder die Kollegen machen unsinnige Überstunden.
Oder das übliche Problem:Der Schaden wird nicht beziffert und an den Verantwortlichen addressiert. 
Schade.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #668 am: 30.12.2018 20:46 »
Der vorherrschende Tenor ist, dass Informatiker viel zu gut bezahlt werden ...

...ob dies nun den Tatsachen entspricht oder auch eben nicht-sei dahingestellt. Tatsache scheint allerdings, dass weder Ihr Arbeitgeber - noch die TDL als Ganzes - irgendwelche "Notwendigkeiten" sehen, massive Aufwertungen im IT-Bereich vorzunehmen.

Vor diesem Hintergrund läuft Ihre diesbezügliche Kritik gegen die Gewerkschaften völlig in´s Leere. Denn es wäre ja absurd, wenn sich die Gewerkschaften massiv - und zudem gegen den ausdrücklichen Arbeitgeberwillen - für Arbeitsbereiche einsetzen würden, die dem Grunde nach nicht gewerkschaftlich vertreten sind.
« Last Edit: 30.12.2018 21:07 von daseinsvorsorge »

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #669 am: 31.12.2018 06:18 »
Der vorherrschende Tenor ist, dass Informatiker viel zu gut bezahlt werden ...

...ob dies nun den Tatsachen entspricht oder auch eben nicht-sei dahingestellt. Tatsache scheint allerdings, dass weder Ihr Arbeitgeber - noch die TDL als Ganzes - irgendwelche "Notwendigkeiten" sehen, massive Aufwertungen im IT-Bereich vorzunehmen.
Verwunderlich ist nur, dass die AG Bund und Kommune hier sehr wohl eine Notwendigkeit der Aufwertung der höheren EGs gesehen haben und entsprechend agiert haben und für den Bereich Ing. und IT auch noch eine gesonderte Aufwertung sehen.
Das liegt sicher nicht an dem schlechten gewerkschaftlichen Organisationsgrad in dem Bereich.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #670 am: 31.12.2018 09:16 »
Verwunderlich ist nur, dass die AG Bund und Kommune hier sehr wohl eine Notwendigkeit der Aufwertung der höheren EGs gesehen haben und entsprechend agiert haben und für den Bereich Ing. und IT auch noch eine gesonderte Aufwertung sehen.

Welche "massiven Aufwertungen" hat es denn für diese Arbeitsbereiche im TVÖD gegeben ?

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #671 am: 31.12.2018 09:37 »
Fachkräftezulage von monatlich bis zu 1.000 Euro
Überdurchschnittliche Erhöhung der unteren Stufen der oberen EGs

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #672 am: 31.12.2018 10:52 »
Wohlgemerkt gegen den Willen der bzw. (Fachkräftezulage) ohne die Gewerkschaften. Wen vertritt Verdi denn noch? Postschubser und Spülhilfen? Deren Jobs sind bald so überflüssig wie es Verdi jetzt schon ist.

Lars73

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #673 am: 31.12.2018 10:57 »
Fachkräftezulage von monatlich bis zu 1.000 Euro
Wobei der § 16 (5) TV-L auch einige Möglichkeiten bietet. Da hat VKA mit der übertariflichen Fachkräftezulage nachgezogen.
Das Problem ist doch ggf., dass diese Instrumente wenig genutzt werden. Wobei es eben auch die Erkenntnis der Arbeitgeber ist, dass statt verbesserungen für alle eher gezielt für einzelne (Fachkräftezulage, § 16 (5) TV-L etc.)

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #674 am: 31.12.2018 12:25 »
Fachkräftezulage von monatlich bis zu 1.000 Euro
Wobei der § 16 (5) TV-L auch einige Möglichkeiten bietet. Da hat VKA mit der übertariflichen Fachkräftezulage nachgezogen.
Diese Möglichkeit wurde ja ebenfalls für Fachkräfte im VKA vom AG eingeführt.
Zitat
Das Problem ist doch ggf., dass diese Instrumente wenig genutzt werden. Wobei es eben auch die Erkenntnis der Arbeitgeber ist, dass statt verbesserungen für alle eher gezielt für einzelne (Fachkräftezulage, § 16 (5) TV-L etc.)
Daran hat Ver.Di eben kein Interesse, dass es zielgerichtete Abweichungen von der "Norm" gibt.
Ein Zulage ist auch nicht überall und pauschal für alle notwendig.
Und diese Dinge werden dort nicht genutzt, wo es deppen gibt, die die nicht besetzten Stellen durch Mehrarbeit etc. auffangen und es nicht ausreichend mit Ansage und Einbeziehung der Verantwortlichen eskalieren lassen.
In meinem Umfeld konnte ich bisher immer recht schnell Dinge durchsetzen, wenn ich es ein, zwei mal habe "krachen" lassen, bzw. die durch qualifizierten Personalmangel entstandene "Schäden" den Entscheidern zu geordnet habe.
"Bösgläubig" muss man die Chefs und Personalabteilungen machen.