Autor Thema: Unterforum zum Transformationsprozess zur IGA und Fernstraßenbundesamt  (Read 33740 times)

nichts_tun

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Prinzipiell ist es auch quasi kaum schaffbar, zum 01.01.2021 die Autobahn GmbH so aufzubauen, dass sie die Länderaufgaben eins zu eins übernimmt.

Wenn man als Beispiel nimmt, dass die Kfz-Steuer zum 01.07.2009 in eine Bundessteuer gewandelt wurde, aber die Zollverwaltung erst zum 01.07.2014 zuständig für die Erhebung dieser Steuer wurde, dann kann ich mir beim besten Willen keine komplett funktionstüchtige Autobahn GmbH mit 15.000 Beschäftigten in rd. 18 Monaten vorstellen.

Pan Tau

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Mal so zum Vergleich- die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung begann 2013 und sie soll erst in 2025 abgeschlossen sein. Auch dort gab es Anfangs hochtrabende Terminvorstellungen, die immer weiter nach hinten geschoben wurden- dennoch wurde von der Politik stets die Schei55e zum Festland erklärt. Und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung war bereits eine Bundesverwaltung- es musste kein neuer Tarifvertrag abgeschlossen werden, es musste nicht aus 16 verschiedenen EDV-Systemen ein einheitliches gestrickt werden, es mussten keine 16 vollkommen unterschiedlichen Landesverwaltungen zusammengeführt werden- man stand nicht vor dem Problem, 15.000 Mitarbeiter rekrutieren zu müssen....die Zeitgenossen, die sich den Termin 01.01.2021 ausgedacht haben, erinnern mich irgendwie an den berühmten Hahn, der meint, die Sonne gehe nur deshalb auf, weil er morgens kräht!

Lady Wilmore

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Ich bin wirklich gespannt, wann belastbare Zahlen auf den Tisch kommen.
Da der Tarifvertrag ja eher auf Besitzstandswahrung hinaus laufen wird, interessiert mich:
Zu wann wollen die dann eigentlich konkret anfangen, Mitarbeiter zu rekrutieren und zu wann wollen die arbeitsfähige Einheiten haben.

Ich bin gerade dermaßen pessimistisch bzgl. der AGB aufgestellt, dass ich nur wiederholen kann, was alle Mitarbeiter bereits geahnt haben:
Das kann und wird so nicht klappen.

Problem: Stillstand ist das Letzte, was unsere Infrastruktur gerade gebrauchen kann.

Pan Tau

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Besitzstand würde aber doch dann auch heißen, dass neu zu rekrutierende Mitarbeiter ebenfalls maximal die Konditionen des heutigen TVÖD erhalten würden- man kann den Neuen ja wohl kaum mehr Gehalt zahlen, als den erfahrenen Mitarbeitern.

Das würde dann aber die gesamte Argumentationskette: "Wir gründen eine GmbH, weil wir den Mitarbeitern dann mehr Geld zahlen können, um auf den Jobmarkt eine gleichwertige Konkurrenz zur Freien Wirtschaft zu sein, und mithin bei Stellenausschreibungen nicht nur die Resterampe leerzufegen, sondern an die ganz dicken Fische zu kommen", ad Absurdum führen!

Sollten sich die AGB-Granden das in etwa so vorstellen- und sei es auch nur so, dass frische Bachelor-Absolventen dann plötzlich in Erfahrungsstufe IV eingestellt werden, während wir alle durch das finstere Tal der Stufe I wandeln mussten, und mit viel Geduld die jeweiligen Stufenaufstiege abgewartet haben, bis das Gehalt irgendwann einigermaßen angemessen war, dann sei diesen Strategen von meiner Seite versichert- ein Wissenstransfer von meiner Seite auf die so gepamperten Neueinstellungen wird nicht stattfinden!

alterschlingel

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Leute, das predige ich ohne müde zu werden. Die immer wieder erwähnte Besitzstandswahrung ist ein Witz. Und die Gewerkschaften machen voll mit. Keiner, der bei verstand ist, gibt den öD auf fürs gleiche Geld.
Und die neuen anders als TVöD zu bezahlen geht überhaupt nicht. Das kommt raus und dann ist die Kacke am dampfen. Da muss man kein Hellseher sein 🤣
Ich halte Herrn Krenz für einen klugen Kopf. Ich denke, er wird dafür sorgen, klar zu sehen bzgl Besitzstandswahrung. Die halte ich für ausgeschlossen. Das weiß auch die Politik.

@Pan Tau: glaub mir, wenn der neue in Stufe 4 eingestellt wird, hat er viel zu tun. Er ist ja schließlich sehr erfahren ....
Da wird man ihm doch mal mehrere komplexe Projekte gleichzeitig geben können. 😅
« Last Edit: 04.05.2019 20:13 von alterschlingel »

Lady Wilmore

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....

Das würde dann aber die gesamte Argumentationskette: "Wir gründen eine GmbH, weil wir den Mitarbeitern dann mehr Geld zahlen können, um auf den Jobmarkt eine gleichwertige Konkurrenz zur Freien Wirtschaft zu sein, und mithin bei Stellenausschreibungen nicht nur die Resterampe leerzufegen, sondern an die ganz dicken Fische zu kommen", ad Absurdum führen!

...

Ich bin jetzt lange genug bei dem Laden, um folgende Feststellung sicher treffen zu können:
In 99,9% aller Fälle lag das, was kommuniziert wurde und das was umgesetzt wurde, diametral auseinander.
Insbesondere was Personalbedarf, Mitarbeiterführung und offene Kommunikation betraf.
Soll heissen: Die Politiker haben sich gedacht: Wir gründen eine GmbH, dann können wir das Personal unter deutlich schlechteren Konditionen einstellen, als sie jetzt haben und erzählen das genaue Gegenteil.
Schließlich hat der VM NRWs laut und deutlich verkündet, dass die Ingenieure eh viel zu gut bezahlt wären und zuviel bekämen.
Ja HW war es.
Die ganze Rechnung hätte ja auch aufgehen können, in Zeiten eines Ingenieurüberschusses.
Nur der war mal. So vor 18-20 Jahren.
Und damit könnte der Schuss nach hinten los gehen.
Und wisst Ihr was? Da freue ich mich richtig drauf.


alterschlingel

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Ist dünnes Eis. Ingenieure sind in Deutschland ganz sicher idR nicht überbezahlt !!! Überbezahlt sind manche MdB, Minister, Staatssekretäre und viele Bänker, Mitarbeiter großer Autokonzerne etc

alterschlingel

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Hört man irgendwas vom Tarifvertrag ?

alterschlingel

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Irgendwie passiert gerade gar nichts mehr. Optimal, kann ich da nur sagen.

Pan Tau

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Wir erhielten in den  letzten beiden Wochen mehrere Schreiben des Personalrates und der Gewerkschaften- es wird dort zwar viel geschrieben, ohne aber konkrete, verwertbare Aussagen zu machen- alles sehr nebulös.

Man feiert sich bei den Gewerkschaften, weil der Tarifvertrag für die AGB viele Vorteile gegenüber dem TVÖD und dem TV-L biete. Man zielt dabei immer wieder auf die "Durchstiegsmöglichkeiten" ab- auch wird etwas von Tätigkeitsmerklalen angedeutet, die gegenüber dem TVÖD und dem TV-L günstiger sein sollen. Konkrete Beispiele werden jedoch noch nicht genannt.

Der Gesamtpersonalrat äußert sich aber auch sehr kritisch. Offenbar wurde die Zusage, dass jeder Mitarbeiter an seinem Einsatzort bleiben kann, vom Bund wieder einkassiert. Der Bund möchte demnach nur Mitarbeiter an Dienstorten beschäftigen, die im Standortkonzept der AGB als Niederlassungen oder temporäre Standorte vorkommen.


Mit dem Abschluss der Tarifverhandlungen einschließlich Übergangs-TV soll erst im III. Quartal 2019 zu rechnen sein- erst danach sollen dann die Abfragen zur Wechselbereitschaft gestartet werden.


Interessant finde ich auch, dass in Kürze pro Niederlassung bis zu 15 Mitarbeiter gestellt werden sollen, die sich vollumfänglich nur noch mit der Neuorganisation befassen, und vom Bund gezahlt werden. Wie werden im laufenden Betrieb die Lücken geschlossen, die diese Mitarbeiter hinterlassen?


Das waren in Kürze die Neuigkeiten, die mich in den letzten Wochen erreichten!

alterschlingel

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Vielen Dank Pan Tau. Ist ja genial, …..hier herrscht seit Monaten Schweigen. Wir bekommen nichts mitgeteilt. Gar nichts.
Und wenn das stimmt, was Du schreibst, ist der Bund an den Hessen nicht sonderlich interessiert, denn diese erhalten keine Niederlassung. Wird ne feine Angelegenheit. Die können dann zusehen, ob und wenn ja, wo sie unterkommen in dem Konstrukt Autobahn GmbH.

Das stimmt alles sehr missmutig und ist meilenweit von einer Aufbruchsstimmung entfernt.

HerrRossi70

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Ironie ein

Wieso, in Hessen läuft doch alles super

https://twitter.com/autobahn_bund/status/1126511883270311938?s=21

Ironie aus

Ich sitze das einfach mit über 20 Jahren Anwesenheit aus. Wie immer Beamtenmikado. Wer zuckt verliert.

Pan Tau

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Da offenbar nicht in allen Bundesländern mit der gleichen Transparenz gearbeitet wird, hier das Schreiben es Gesamtpersonalrates NRW mit der Aussage, dass das Standortkonzept des Bundes im Hinblick zu rekrutierender Mitarbeiter vehement eingehalten werden soll:

https://wetransfer.com/downloads/c3261e9e81652602eca0d492359cd0e320190509192429/2972ee05477636e31de83a62145e3ad820190509192429/746983



alterschlingel

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1000 Dank für die Info !

alterschlingel

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Wir haben heute morgen eine Mail von unserem GPR erhalten, wonach man sich mit der Geschäftsführung der GmbH und einigen GPR´s getroffen hat. Inhaltlich wurde darüber allerdings nicht viel berichtet, nur , dass es oberstes Ziel sei, Arbeitsplatz, -ort und Team zu erhalten.

Das war es.