Fragen zur Bewerbung auf Teilzeitstelle

Begonnen von RsQ, 05.03.2019 21:13

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RsQ

Entschuldigt bitte: Das ist jetzt eher allgemeines Bewerbungsthema, nicht (nur) mit öD-Bezug. Weil's aber um eine (50% Teilzeit-)Stelle im öD geht:

1. Die Stelle liegt in einem Aufgabenfeld, in dem ein hoher Andrang zu erwarten ist ("irgendwas mit Medien" 8)). Daher mal in die Runde gefragt: Sind Teilzeitstellen denn auch für Berufseinsteiger/jüngere AN attraktiv? Oder ist die Bewerberzahl da allgemein eher geringer als bei Vollzeitstellen? (Dürfte man mit dem Gedanken spielen, dass das Einkommen für jüngere Leute zu gering ist? Lt. TVÖD-Rechner käme man als Einsteiger auf 1.100 € netto)

2. Für mich (m, 40) und die Familie wäre die Stelle inhaltlich und bzgl. der Ausgestaltung perfekt. Ist "halbtags" aber immer noch ein eher klischeemäßiges Frauen-Ding? (zumal Frauen besonders aufgefordert werden ... Repräsentanz und so)
Ist es sinnvoll, einen Satz a la "Die Ausschreibung in Teilzeit entspricht ausdrücklich meiner aktuellen Lebenssituation" in die Bewerbung zu schreiben, damit Gedanken a la "Der findet wohl nichts anderes" den Wind zu nehmen? Oder mache ich mir da einfach zu viele Gedanken?

nichts_tun

Zitat von: RsQ in 05.03.2019 21:13
1. Die Stelle liegt in einem Aufgabenfeld, in dem ein hoher Andrang zu erwarten ist ("irgendwas mit Medien" 8)). Daher mal in die Runde gefragt: Sind Teilzeitstellen denn auch für Berufseinsteiger/jüngere AN attraktiv? Oder ist die Bewerberzahl da allgemein eher geringer als bei Vollzeitstellen? (Dürfte man mit dem Gedanken spielen, dass das Einkommen für jüngere Leute zu gering ist? Lt. TVÖD-Rechner käme man als Einsteiger auf 1.100 € netto)

Meiner Erfahrung gibt es auf Teilzeitstellen weniger Bewerber, gleichgültig ob Berufsanfänger oder Berufserfahrene. Für nicht abwegig halte ich, dass sich mehr Berufsanfänger als Berufserfahrene bewerben werden.

Zitat von: RsQ in 05.03.2019 21:13
Ist es sinnvoll, einen Satz a la "Die Ausschreibung in Teilzeit entspricht ausdrücklich meiner aktuellen Lebenssituation" in die Bewerbung zu schreiben, damit Gedanken a la "Der findet wohl nichts anderes" den Wind zu nehmen?

In dem Bewerbungsschreiben soll zum Ausdruck kommen, warum man sich auf die ausgeschriebene Stelle bewirbt. Da macht aus meiner Sicht so ein Satz Sinn, um neben inhaltlichen Aspekten der Stelle die eigene Lebenssituation zu beleuchten.

Zitat von: RsQ in 05.03.2019 21:13
Oder mache ich mir da einfach zu viele Gedanken?

Nach meinem Dafürhalten, ja.

RsQ

Zitat von: nichts_tun in 05.03.2019 22:14
Für nicht abwegig halte ich, dass sich mehr Berufsanfänger als Berufserfahrene bewerben werden.
Das finde ich spannend. Warum ist Teilzeit für Berufsanfänger interessant (wenn wir mal Bewerber ausklammern, die schon Kinder haben)? Weil die finanziellen Ansprüche (bspw. Lebenshaltungskosten) noch nicht so hoch sind? Weil damit mehr Zeit für Hobbys/Partys/Zweitjob bleibt?

Kaffeetassensucher

Zitat von: RsQ in 05.03.2019 22:22
Zitat von: nichts_tun in 05.03.2019 22:14
Für nicht abwegig halte ich, dass sich mehr Berufsanfänger als Berufserfahrene bewerben werden.
Das finde ich spannend. Warum ist Teilzeit für Berufsanfänger interessant (wenn wir mal Bewerber ausklammern, die schon Kinder haben)? Weil die finanziellen Ansprüche (bspw. Lebenshaltungskosten) noch nicht so hoch sind? Weil damit mehr Zeit für Hobbys/Partys/Zweitjob bleibt?

Ggf. auch wenn man überhaupt erst einmal einen Fuß in die Tür bekommen möchte, nach dem Motto "Teilzeit ist besser als nichts".
Vielleicht begnügt man sich auch erst einmal mit einer Teilzeitstelle, versucht zu zeigen, was man drauf hat, und hofft dann, dass die Stelle später irgendwann entweder zur Vollzeitstelle umgewandelt wird oder man sich auf eine Vollzeitstelle beim selben Arbeitgeber / derselben Behörde etc. bewerben kann und es dabei dann ggf. einfacher hat, da man "ja schon bekannt" ist.

nichts_tun

Berufsanfänger sind daran interessiert Berufserfahrung zu sammeln, daher sind sie womöglich auch erst einmal mit einer Teilzeitstelle zufrieden.

Carnie

Und ältere sind genügsamer und versuchen Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Will damit sagen das es wohl viel auf die persönlichen Umstände ankommt und man nicht pauschal sagen kann welche Altersgruppe sich vermehrt auf Teilzeit Stellen bewirbt.

nichts_tun

Doch, pauschal betrachtet ist meine Aussage wahrer als deine, eben weil Berufsanfänger Berufserfahrung sammeln wollen und  daher auch eher bereit sein werden, sich auf Teilzeitstellen zu bewerben.

Der ältere Arbeitnehmer ist genügsamer und versucht Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Aha. Da ist höchstens der zweite Satzteil pauschal, der erste ist...Unsinn.

TV-Ler

Zitat von: nichts_tun in 09.03.2019 21:48
Doch, pauschal betrachtet ist meine Aussage wahrer als deine
Eine Aussage kann wahr oder falsch sein, aber nicht ,,wahrer"  8)

nichts_tun


RsQ

Ich hänge mich nochmal an meine Ausgangsfrage dran (um mit neuem Thread niemanden zu ärgern):

Traut ihr euch eine Prognose zu dem "Klassiker" unter den Bewerbungsthesen zu, dass im öD die meisten Stellen ohnehin schon an interne Bewerber vergeben sind, wenn sie zur Ausschreibung kommen? Ist das so richtig heftig, also demotivierend/abschreckend - oder eher so "Ja, kommt vor, ist aber kein Massenphänomen"?

Betrifft das alle Ebenen, ist das vor allem ein Ding auf kommunaler Ebene, ...?

DiVO

Wenn eine neue oder freie Stelle intern, also durch einen bereits vorhandenen Mitarbeiter, besetzt wird, dann wird doch dessen bisherige Stelle auch frei. Dementsprechend wird das ganze nur verlagert und an einer anderen Stelle wird dann ein Externer zum Zuge kommen.

Alien1973

Bei uns werden die meisten Verwaltungsstellen erst mal intern ausgeschrieben. Wenn sich dann nichts findet wechselt man zu extern. Nur wenn man was findet, dann hat das abgebende Amt halt unter Umständen ein Problem.
Selber erlebt. Kollege aus der Verwaltung wechselte durch interne Ausschreibung in anderes Amt, wir haben zwei externe Ausschreibungen gebraucht um Stelle neu zu besetzen (intern war aufgrund der geforderten Kenntnisse nicht möglich). Die ausgewählte Dame kam dann nicht, sie war schwanger  ::)
Also alles nochmal ausschreiben und von vorne...

Stellen für Techniker zumeist extern, intern hier nicht zielführend.

RsQ

Wenn ich richtig recherchiert habe, wird die ausgeschriebene Stelle erstmalig besetzt, d.h. die gab es so vorher nicht. (Das heiße zunächst mal, dass intern niemand dafür geeignet war, oder?)

Vielleicht ist "intern" da der falsche Begriff ... Gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Stelle dabei auf jemanden "zugeschnitten" ist, der dort anderweitig bereits bekannt ist (Praktikum, ...)? Wie ernst wird dann das Bewerbungsverfahren durchgezogen?

An Dinge wie Vetternwirtschaft will ich jetzt mal nicht denken. Bis zu einem gewissen Grad hält sich der öD doch an Recht und Gesetz ... oder?

Organisator

Zitat von: RsQ in 19.03.2019 11:16
Gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Stelle dabei auf jemanden "zugeschnitten" ist, der dort anderweitig bereits bekannt ist (Praktikum, ...)? Wie ernst wird dann das Bewerbungsverfahren durchgezogen?

Wie soll man das bei den spärlichen Informationen und zudem von außen beurteilen können, bzw. auf was zielt Deine Frage ab?

RsQ

Mir ging's ja nicht um das konkrete Verfahren, sondern um allgemeine Erfahrungen im Zusammenhang mit Stellenausschreibungen:

Sind Stellen öfter schonmal "unter der Hand" besetzt, d.h. die Chancen für Bewerber von außen spürbar reduziert? Oder sind das eher Einzelfälle?