Autor Thema: ITler: Was muss sich an der EGO Ändern aka Was ist Mist am aktuellen Abschluß?  (Read 4324 times)

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 909
  • Karma: +58/-39
Sehe ich definitiv genau so. Mir geht es nur um die Ebene darunter. Ein FI mit zig jahren Berufserfahrung, Weiterbildungen in vielen Bereichen eventuell noch Meisterfortbildung ist definitiv nicht weniger qualifiziert als ein frischer B.Sc. mit 22 Jahren.

Aber wie gesagt, das ist Offtopic.
Nein, ganz und garnicht Offtopic sondern genau darum geht es! Und genau das wird durch die EGO VKA IT abgebildet (meiner Meinung nach), weil eben die guten FI locker bis E13 rutschen können (wenn es eben die Tätigkeiten hergeben), ohne studiert zu haben.

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 909
  • Karma: +58/-39
Wenn ich meine Baustellen so behandeln würde (Hirn aus, Füße hoch), hätte ich nach spätestens nach 1 Woche Herrscharen von Bürgern im Büro stehen, die mir erklären wie ich meine Arbeit zu machen habe.

Wenn du in der IT dazu kommst das Hirn auszuschalten und die Füße hochzulegen hast du vorher vieles richtig gemacht.
Nö, weil du dann ja fleissig dabei bist, die Systeme zu härten, die nächste Migrationsstufe zu planen......
Füße hochlegen und Hirn ausschalten mach ich nur wenn ich gerade nen langläufer als Abfrage gestartet habe.

lisa

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 13
  • Karma: +3/-1
Aus meiner Sicht müsste sich an der EGO für IT-ler einiges ändern. IT ist ein ganzer Bereich von verschiedenen Berufen, aber das wird immer alles zusammen betrachtet.
Der Druckerpatronentauscher sollte weniger verdienen, als der KI-Experte. Außerdem sollten die Aufgaben auch entsprechend verteilt werden. Es macht keinen Sinn, wenn man einen gut bezahlten Programmierer einfache Tätigkeiten einer Hilfskraft machen lässt. Vor allem, wenn man dann noch darüber klagt keine Programmierer zu finden. Lieber einen Programmierer an mehrere Programme setzen und dafür noch eine Hilfskraft dazu, die beispielsweise den Support übernehmen kann (was ja eigentlich auch gar nicht die Aufgabe eines Programmierers ist).
Wenn man dann viele verschiedene Berufe definiert hat, dann kann man auch entsprechend schauen welche davon eine etwas höher EG bekommen und welche eine etwas niedrigere.

Dazu hätte ich mir dann noch eine Zulage gewünscht - nicht nur für IT, sondern für alle Mangelberufe. Das hätte man durchaus auch so vereinbaren können, dass bei jeder Tarifverhandlung erneut definiert wird in welchen Bereichen Mangel herrscht. Bei allen Bereichen, die dann rausfallen könnte man die Zulage langsam abschmelzen lassen.

Außerdem verstehe ich nicht, dass die prozentuale Erhöhung immer gering ausfällt und dafür die Mindesterhöhung höher ist. Denn von den Mindesterhöhungen profitieren in erster Linie die unteren Einkommensgruppen - aber gerade in diesen Bereichen finden die Arbeitgeber ja auch so genug Leute.

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 909
  • Karma: +58/-39
Aus meiner Sicht müsste sich an der EGO für IT-ler einiges ändern. IT ist ein ganzer Bereich von verschiedenen Berufen, aber das wird immer alles zusammen betrachtet.
Aber genau das ist doch passiert, in dem die EGO VKA eingeführt wird.
Zitat
Dazu hätte ich mir dann noch eine Zulage gewünscht - nicht nur für IT, sondern für alle Mangelberufe.
Das hätte man durchaus auch so vereinbaren können, dass bei jeder Tarifverhandlung erneut definiert wird in welchen Bereichen Mangel herrscht. Bei allen Bereichen, die dann rausfallen könnte man die Zulage langsam abschmelzen lassen.
Aber genau dazu benötigen wir doch nicht die Gewerkschaft, da muss der Druck auf die AG (TdL) erhöht werden.
Die Gewerkschaft hat ja leider kein echtes Interesse die Mangelberufe zu stärken, so scheint es.
Zitat
Außerdem verstehe ich nicht, dass die prozentuale Erhöhung immer gering ausfällt und dafür die Mindesterhöhung höher ist. Denn von den Mindesterhöhungen profitieren in erster Linie die unteren Einkommensgruppen - aber gerade in diesen Bereichen finden die Arbeitgeber ja auch so genug Leute.
Aber genau für diese Menschen fühlt sich ver.di verantwortlich (weil möglicherweise diese die Mitglieder stellen) und weil es sich ja als sozaile Komponente gut verkaufen läßt und die AG Seite sagt 8mir doch egal, dann werden nicht nur die Putzfrauen, sondern auch die Hausmeister, .... ausgelagert in die pW weil günstiger)

Sind damit deine Fragen geklärt?

lowsounder

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 81
  • Karma: +3/-11
Ich finde hingegen auch das Modell der Bundeswehr interessant. Dort gibt es eine Verpflichtungsprämie von bis zu 1000€ pro Jahr das man sicht verpflichtet.

Natürlich kann man sowas nicht 1:1 umbauen da sich die Arbeitsverhältnisse gravierend unterscheideten aber vielleicht wäre eine Einstellungsprämie für Mangelberufe wirklich eine Idee. Müsste man mal weiterspinnen.

lisa

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 13
  • Karma: +3/-1
Zitat
Aus meiner Sicht müsste sich an der EGO für IT-ler einiges ändern. IT ist ein ganzer Bereich von verschiedenen Berufen, aber das wird immer alles zusammen betrachtet.
Aber genau das ist doch passiert, in dem die EGO VKA eingeführt wird.
Meinen Sie damit die zweite Seite aus diesem Flyer? https://wir-sind-es-wert.verdi.de/++file++5c7b81c52193fb0a4b635a3f/download/3644_49_2090_20_Flugi_TdL_it_mti_web.pdf
Oder gibt es da noch mehr Informationen?
Sätze wie: "EG 11/1: Beschäftigte der Entgeltgruppe 10, deren Tätigkeit sich mindestens zu einem Drittel durch besondere Leistungen aus der Entgeltgruppe 10 heraushebt" sind jedenfalls nicht sehr spezifisch. Vor allem, wenn für die EG 10 die Tätigkeiten dann auch nicht genauer spezifiziert sind.

Zitat
Dazu hätte ich mir dann noch eine Zulage gewünscht - nicht nur für IT, sondern für alle Mangelberufe.
Das hätte man durchaus auch so vereinbaren können, dass bei jeder Tarifverhandlung erneut definiert wird in welchen Bereichen Mangel herrscht. Bei allen Bereichen, die dann rausfallen könnte man die Zulage langsam abschmelzen lassen.
Aber genau dazu benötigen wir doch nicht die Gewerkschaft, da muss der Druck auf die AG (TdL) erhöht werden.
Die Gewerkschaft hat ja leider kein echtes Interesse die Mangelberufe zu stärken, so scheint es.
Ist es nicht genau die Aufgabe von Gewerkschaften Druck auf die Arbeitgeber auszuüben?

Spid

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1,608
  • Karma: +246/-245
Die EGO arbeitet nahezu ausschließlich mit unbestimmten Rechtsbegriffen - aus gutem Grund gibt es keine Tätigkeitskataloge, wer will die denn ständig anpassen?

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 909
  • Karma: +58/-39
Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #52 am: 15.03.2019 15:45 »
Für Lisa noch mal der Hinweis:
Heißt? Dass die Menschen nicht verstehen, wo sie eingruppiert sind?
Nicht nur die Betroffenen verstehen das zum Teil nicht, auch die "Profis" bei den Personalämtern sind überfordert!
Lies doch mal die Beiträge hier, das ist zum Teil zum Haare raufen!
Dies könnte ja helfen: http://www.bkpv.de/ver/pdf/gb2017/schnitzenbaumer_koebler_hofmann.pdf

oder das:
https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Behoerden/Beratung/Eingruppierung/Eingruppierung/2018_Definitionen_u_Kommentier_Teil_III.pdf?__blob=publicationFile&v=4

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 909
  • Karma: +58/-39
Ist es nicht genau die Aufgabe von Gewerkschaften Druck auf die Arbeitgeber auszuüben?
Ja und nein.
Die Gewerkschaft hat sich ja eben entschieden nicht diesen Druck auszuüben, denn sonst hätten sie ja für die vermeindlichen Mangelberufen eine Zulage gefordert. Sie haben nur eben die Anpassung der EGO an die der VKA, die einige Besserstellungen beinhaltet gemacht.

und nein: Für kurzfristige Personalengpässe ist die GEwerkschaft nicht zuständig, hier kann und müßte der AG die Möglichkeiten des TV ausnutzen und könnte weitere aussertarifliche Maßnahmen ergreifen, wenn der AG es möchte und für notwendig erachtet.

lisa

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 13
  • Karma: +3/-1
Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #54 am: 15.03.2019 16:31 »
Für Lisa noch mal der Hinweis:
Heißt? Dass die Menschen nicht verstehen, wo sie eingruppiert sind?
Nicht nur die Betroffenen verstehen das zum Teil nicht, auch die "Profis" bei den Personalämtern sind überfordert!
Lies doch mal die Beiträge hier, das ist zum Teil zum Haare raufen!
Dies könnte ja helfen: http://www.bkpv.de/ver/pdf/gb2017/schnitzenbaumer_koebler_hofmann.pdf

oder das:
https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Behoerden/Beratung/Eingruppierung/Eingruppierung/2018_Definitionen_u_Kommentier_Teil_III.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Sind das nicht Beschreibung für das, was jetzt in Bund und Kommunen gilt? Bei uns soll doch das angewendet werden, was mit Bund und Kommunen für 2021 vereinbart wurde. Gilt das bei uns eigentlich sofort oder ebenfalls erst 2021?
Aus den Dokumenten geht aber auch nicht wirklich hervor, welche EG ich bekommen müsste, da es wieder so allgemein formuliert ist, dass es sowohl für Systemadministratoren als auch für Softwareentwickler und noch für andere Berufe passen soll. Sind es denn schon besondere Fachkenntnisse (EG 11), wenn ein Programmierer nicht nur eine Sprache regelmäßig benutzt, sondern 4 und dazu noch diverse Tools und Technologien? Oder ist das noch normal (EG 10)? Oder gilt das schon als besondere Schwierigkeit (EG 12)?

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 909
  • Karma: +58/-39
Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #55 am: 15.03.2019 17:22 »
Sind das nicht Beschreibung für das, was jetzt in Bund und Kommunen gilt? Bei uns soll doch das angewendet werden, was mit Bund und Kommunen für 2021 vereinbart wurde. Gilt das bei uns eigentlich sofort oder ebenfalls erst 2021?
Es sind beschreibungen die einem helfen können zu verstehen was mit den "allgemein formulierten Begrifflichkeiten" die in den EGOs stehen gemeint ist.
Es wäre doch Schwachsinn für jede Berufssparte einen  Katalog ala:
EG11 Progrmamierer der eclipse plug-ins Programmieren kann
EG12 jemand der Turbo-Pascal kann ....
aufzustellen.
Zitat
Aus den Dokumenten geht aber auch nicht wirklich hervor, welche EG ich bekommen müsste, da es wieder so allgemein formuliert ist, dass es sowohl für Systemadministratoren als auch für Softwareentwickler und noch für andere Berufe passen soll.
Und? Wie sollte es anderes gehen?
Ich warte auf Vorschläge, die aber auch min. 5 Jahre lang ungeändert gültig sind.
Zitat
Sind es denn schon besondere Fachkenntnisse (EG 11), wenn ein Programmierer nicht nur eine Sprache regelmäßig benutzt, sondern 4 und dazu noch diverse Tools und Technologien? Oder ist das noch normal (EG 10)? Oder gilt das schon als besondere Schwierigkeit (EG 12)?
Ja würde ich so sehen(bin aber kein Profi) ;
 kommt auf die Zeitanteile an;
kommt auf die inhaltlichen Aufgaben die zu machen sind an.

lisa

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 13
  • Karma: +3/-1
Man muss ja nicht so spezifisch vorgehen und wirklich einzelne Sprachen aufschreiben. Es gibt ja schon Gruppen, in die man die Sprachen sortieren kann: Programmiersprachen, Skriptsprachen, Abfragesprachen, Deklarationssprachen usw.

Bei uns läuft es derzeit so, dass Leute höhergruppiert werden, ohne dass sich deren Aufgaben ändern. Da werden einfach nur die Zeitanteile auf dem Papier hin und her geschubst. Es ist nicht so, dass ich den Leuten das nicht gönnen würde, aber irgendwie ist das ja nicht Sinn einer EGO.

Und ob die neue EGO wirklich besser ist als die alte, werde ich wohl erst sehen, wenn es soweit ist. Vielleicht rutschen ja wirklich alle eine Gruppe hoch.

Arno-Nühm

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 30
  • Karma: +8/-2
Ich finde hingegen auch das Modell der Bundeswehr interessant. Dort gibt es eine Verpflichtungsprämie von bis zu 1000€ pro Jahr das man sicht verpflichtet.

Natürlich kann man sowas nicht 1:1 umbauen da sich die Arbeitsverhältnisse gravierend unterscheideten aber vielleicht wäre eine Einstellungsprämie für Mangelberufe wirklich eine Idee. Müsste man mal weiterspinnen.

Ganz ehrlich? Wen willste denn mit 1000€ (Brutto!!)  pro Jahr locken? Da müsste mMn noch ne "0" hinten dran, damit sich überhaupt jemand bewegt...
if you pay peanuts, you get monkeys

MoinMoin

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 909
  • Karma: +58/-39
Und ob die neue EGO wirklich besser ist als die alte, werde ich wohl erst sehen, wenn es soweit ist. Vielleicht rutschen ja wirklich alle eine Gruppe hoch.
Sie ist besser, weil sie eine bessere Struktur hat. Sie wird nicht schlechter dadurch, dass du in deiner EG bleibst.
Zitat
Bei uns läuft es derzeit so, dass Leute höhergruppiert werden, ohne dass sich deren Aufgaben ändern. Da werden einfach nur die Zeitanteile auf dem Papier hin und her geschubst. Es ist nicht so, dass ich den Leuten das nicht gönnen würde, aber irgendwie ist das ja nicht Sinn einer EGO.
Wieso nicht? Wenn der AG die AZ so verteilt, dass die einen mehr bekommen, weil höherwertige Arbeit erledigt wird....
Das da viel willkür bei der Anwendung der EGO ist, ok. Aber das wäre in einer "normalen" Firma noch krasser.
Hier hättest du zum mindestens die Möglichkeit bei Ungleichbehandlung zu klagen und zu gewinnen.
Zitat
Man muss ja nicht so spezifisch vorgehen und wirklich einzelne Sprachen aufschreiben. Es gibt ja schon Gruppen, in die man die Sprachen sortieren kann: Programmiersprachen, Skriptsprachen, Abfragesprachen, Deklarationssprachen usw.
und wie würde es dir Helfen bei der Eingruppierung?


Pseudonym

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 51
  • Karma: +2/-3
Ich bin ja mal gespannt, wie das mit der EGO vom VKA läuft. Es wird sicherlich einige geben, die von 12 nach 13 rutschen. Klasse, ganze 50 Euro netto mehr und wenn diese Glück haben, fängt auch noch die Stufenlaufzeit von vorne an.

Meine Einschätzung nach müsste eigentlich beinahe jeder Leiter einer IT-Gruppe aufsteigen, welche nicht nur Druckertoner tauscht. Sieht das jemand anders?