Autor Thema: Wahlhelfer aus der Behörde  (Read 6351 times)

RsQ

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #30 am: 03.06.2019 15:01 »
Dafür gibt es eine Gutschrift von 10 Stunden (dauern tut das Ganze ca. 8 Std.) und 30 €.
Das klingt nach einem fairen Deal.

Und sofern man erste Gründe dagegen hat und es eine "Exit-Möglichkeit" gibt (wir hatten bpsw. mal einen Monate im Voraus geplanten runden Geburtstag, der - per Buchungsbeleg der Unterkunft - als Grund anerkannt wurde), ist doch alles o.k.

Exekutor

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #31 am: 04.06.2019 08:02 »
zum Wahlhelfer verpflichten kann eine Gemeinde nur ihre Einwohner.

Ein Wunder ist geschehen. Auch ein Spid irrt mal.

In den meisten landesrechtlichen Vorschriften (hier als Beispiel mal § 9 (1a) Kommunalwahlgesetz LSA) ist geregelt, dass abweichend von der Regelung der Einwohnereigenschaft nach § 21, auch Gemeindebeschäftigte berufen werden können.

Dies wird natürlich regelmäßig ausgereizt, damit man sich nicht mit der Bevölkerung rumärgern muss, wenn man diese zwangsverpflichtet.

Spid

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #32 am: 04.06.2019 08:35 »
Wie ich vorher schon implizit darstellte, bezog ich mich mit meiner zitierten Aussage auf die Europawahl. Im Gegensatz zu LSA sieht anderes landesgesetzliches Kommunalwahlrecht - wie bspw. BaWü - keine bedingungsfreie Verpflichtungsmöglichkeit für Bedienstete vor. Die in BaWü dürfte eine solche praktisch verunmöglichen.

heike2106

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #33 am: 04.06.2019 15:14 »
Bei uns wird man als Stadt-Beschäftigter einfach in den Wahlvorstand per Brief berufen.
Entkommen kann man nur, wenn man sich an dem Tag nachweislich nicht in der Kommune aufhält. zB. gebuchter Urlaub.

Es gibt keine Zeitgutschrift. Früher gab es mal einen Arbeitstag zusätzlich frei, aber dann wurde gesagt, das dies unfair wäre gegenüber den Wahlhelfern die nicht bei der Stadt arbeiten. Also wurde das abgeschafft.

Man erhält Erfrischungsgeld. Diesmal waren es für Europa- + Kommunalwahl ganze 41 Euro als Beisitzer.

Vor einigen Jahren wurde die Freiwilligkeit noch abgefragt. Jetzt wird fast jeder in der Verwaltung arbeitende und in der Kommune wohnende Beschäftigte einfach ins Ehrenamt berufen.

MoinMoin

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #34 am: 04.06.2019 15:24 »
Bei uns wird man als Stadt-Beschäftigter einfach in den Wahlvorstand per Brief berufen.
Entkommen kann man nur, wenn man sich an dem Tag nachweislich nicht in der Kommune aufhält. zB. gebuchter Urlaub.

Es gibt keine Zeitgutschrift. Früher gab es mal einen Arbeitstag zusätzlich frei, aber dann wurde gesagt, das dies unfair wäre gegenüber den Wahlhelfern die nicht bei der Stadt arbeiten. Also wurde das abgeschafft.

Man erhält Erfrischungsgeld. Diesmal waren es für Europa- + Kommunalwahl ganze 41 Euro als Beisitzer.

Vor einigen Jahren wurde die Freiwilligkeit noch abgefragt. Jetzt wird fast jeder in der Verwaltung arbeitende und in der Kommune wohnende Beschäftigte einfach ins Ehrenamt berufen.
Was für ein Glück das man Briefwahl machen und dann in den WE Urlaub fahren kann.  Oder darf der AG einen dieses verbieten?

kleri

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #35 am: 04.06.2019 15:44 »
Was für ein Glück das man Briefwahl machen und dann in den WE Urlaub fahren kann.  Oder darf der AG einen dieses verbieten?

Ich kenne Behörden, die in diesem Zeitraum eine Urlaubssperre verhängen.

Spid

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #36 am: 04.06.2019 16:29 »
Was nur dann geht, wenn die AN im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit eingesetzt werden - also mit angeordneten Arbeitsstunden.

MoinMoin

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #37 am: 04.06.2019 16:34 »
Was für ein Glück das man Briefwahl machen und dann in den WE Urlaub fahren kann.  Oder darf der AG einen dieses verbieten?

Ich kenne Behörden, die in diesem Zeitraum eine Urlaubssperre verhängen.
Am Wochenende? Da muss ich doch kein Urlaub einreichen.

Keeper83

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #38 am: 04.06.2019 17:53 »
Diese ganze Diskussion zeigt übrigens auch wie selbstverständlich für uns das Recht auf Freie Wahlen geworden ist und wie bequem wir uns in Deutschland eingerichtet haben.
Die Ehrenamtliche Tätigkeit als Wahlhelfer wird nur noch als lästig empfunden. Man macht sich ja den ganzen schönen Sonntag damit kaputt.
Ich selber bin seit 17 Jahren bei jeder Wahl als Wahlhelfer dabei. Freiwillig, ehrenamtlich und sehr gerne!

Sorry wenn Off Topic, aber das musste ich jetzt mal kurz los werden.
 

BAT

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #39 am: 04.06.2019 17:57 »
Diese ganze Diskussion zeigt übrigens auch wie selbstverständlich für uns das Recht auf Freie Wahlen geworden ist und wie bequem wir uns in Deutschland eingerichtet haben.
Die Ehrenamtliche Tätigkeit als Wahlhelfer wird nur noch als lästig empfunden. Man macht sich ja den ganzen schönen Sonntag damit kaputt.
Ich selber bin seit 17 Jahren bei jeder Wahl als Wahlhelfer dabei. Freiwillig, ehrenamtlich und sehr gerne!


Da bin ich dabei, Ehrenamt ist gut und wichtig. Und es sollte wirklich eine Ehre sein.

Davon zu unterscheiden ist aber die Auszählung der Briefwahl. Die könnte vom regulären Personal in aller Ruhe am Montag und Dienstag ausgezählt werden. Denn dieses Verfahren ist nur der Neugier und nicht der Demokratie geschuldet.

Badener

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #40 am: 04.06.2019 19:07 »
Diese ganze Diskussion zeigt übrigens auch wie selbstverständlich für uns das Recht auf Freie Wahlen geworden ist und wie bequem wir uns in Deutschland eingerichtet haben.
Die Ehrenamtliche Tätigkeit als Wahlhelfer wird nur noch als lästig empfunden. Man macht sich ja den ganzen schönen Sonntag damit kaputt.
Ich selber bin seit 17 Jahren bei jeder Wahl als Wahlhelfer dabei. Freiwillig, ehrenamtlich und sehr gerne!

Sorry wenn Off Topic, aber das musste ich jetzt mal kurz los werden.

Natürlich ist das Ehrenamt wichtig, aber dann bitte auch nur die heranziehen die in der entsprechenden Gemeinde wohnen.

Das Ehrenamt als Vehikel zu missbrauchen um auswärtige Beschäftigte als billige Arbeitskraft einzusetzen, ist eine Frechheit und führt dazu, dass die Frustration über das "Ehrenamt" zunimmt.

MoinMoin

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #41 am: 05.06.2019 06:34 »
Diese ganze Diskussion zeigt übrigens auch wie selbstverständlich für uns das Recht auf Freie Wahlen geworden ist und wie bequem wir uns in Deutschland eingerichtet haben.
Die Ehrenamtliche Tätigkeit als Wahlhelfer wird nur noch als lästig empfunden. Man macht sich ja den ganzen schönen Sonntag damit kaputt.
Ich selber bin seit 17 Jahren bei jeder Wahl als Wahlhelfer dabei. Freiwillig, ehrenamtlich und sehr gerne!

Sorry wenn Off Topic, aber das musste ich jetzt mal kurz los werden.
Ist nicht offtopic sondern voll im Thema und ich bin auch voll da bei Dir.
Und die meiste Freude dabei hab ich, wenn die Wähler sich bei einen bedanken, dass man dieses Amt ausübt.
Sind ja mehr als man denkt.
Natürlich ist das Ehrenamt wichtig, aber dann bitte auch nur die heranziehen die in der entsprechenden Gemeinde wohnen.

Das Ehrenamt als Vehikel zu missbrauchen um auswärtige Beschäftigte als billige Arbeitskraft einzusetzen, ist eine Frechheit und führt dazu, dass die Frustration über das "Ehrenamt" zunimmt.
Genau das ist ja eben die Frechheit.
Wenn es nicht genug freiwillige Bürger gibt, dann ist es absolut ok innerhalb vom öD Angestellte zu fragen, ob sie sich nicht zu dieser Tätigkeit überreden lassen könnten.
Gibt es immer noch nicht genug freiwillige, dann sollte man entweder Angestellte im öD den Dienst anordnen (dann ja aber eben bezahlt, per Losverfahren) oder per Losverfahren entsprechende Bürger verpflichten (ohne nur öDler in den Pott zu werfen).


destiny

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #42 am: 05.06.2019 07:52 »
Bei uns wird zu den Wahlen auch eine Urlaubssperre ausgesprochen.
Städt. Mitarbeiter bekommen ein kleineres Erfrischungsgeld und ein paar Stunden gutgeschrieben.
Aber freiwillige Teilnahme? Eher verpflichtend. Die Post kommt und gut ist.
Ich melde mich freiwillig bei meinem Arbeitgeber, bevor ich in meiner Heimatstadt herangezogen werden.
Ich kann mit den Stunden mehr anfangen als mit dem höheren Erfrischungsgeld.

Carnie

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #43 am: 05.06.2019 08:48 »
Bei einer korrekten Kostenbetrachtung ist es fatal für den Haushalt Mitarbeiter der Kommune bei der Wahl einzusetzen anstelle von Bürgern. Da aber Personalkosten als gegeben vorrausgesetzt werden freut man sich über das eingesparte Erfrischungsgeld.

heike2106

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Antw:Wahlhelfer aus der Behörde
« Antwort #44 am: 05.06.2019 14:45 »
Wenn man schon berufen ist, kann man auch nicht mehr wegfahren an dem WE.
Müsste man vor der Berufung planen und dann nachweisen können, das man dort nicht in der Kommune ist.

Gab bei uns sogar Ärger wegen eines Schreibens des Wahlleiters/Bürgermeisters im Intranet, das vom Wortlaut einer Urlaubssperre gleich kam. Wurde schleunigst zurückgezogen und mit einem Schreiben ersetzt, das natürlich keine Urlaubssperre besteht, aber man sollte in seiner Urlaubsplanung möglichst berücksichtigen das dort Wahlen anstehen.

Dankbar? den ehrenamtlichen Wahlhelfern? in den sozialen Medien über meine Stadt wurde sich nur beschwert.
Die sollten mal richtig zählen. Ist doch eh alles Betrug. Wollten nicht mal Ausweise sehen. Usw.
Danke hat da keiner gesagt.

Nicht mal vom Wahlleiter kam ein Danke oder ein offizielles Dankeschön der Stadt auf der Website oder im Amtsblatt.

Ich bin auch der Meinung, zuerst sind Freiwillige heranzuziehen. Danach die Mitarbeiter per dienstlicher Anordnung.