Autor Thema: Schwierige Kollegen  (Read 7319 times)

yamato

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #30 am: 12.11.2019 07:18 »
Mich haben die Marotten von Kollegen auch schon genervt, aber dann hab ich mir gesagt, dass ich wahrscheinlich auch meine Mrotten hab von denen ich gar nichts merke, die aber den Kollegen auf den Keks gehen.

Also einfach Tolerant bleiben. Hier passt das Wort nämlich nach seiner Wortherkunft perfekt.

tolerare = ertragen

werop

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #31 am: 12.11.2019 09:09 »
es gibt hier mal wieder zwei Seiten:
Mehr Toleranz und Respekt schadet uns allen nicht. Gerade bei den kleinen Dingen, die regelmäßig hochkochen und eigentlich völlig unwichtig sind.
Dann gibt es aber auch die andere Seite: das weichgespülte, harmoniesüchtige, immer dem Konflikt ausweichende Verhalten. Das braucht auch kein Mensch. Da traut man sich dann nicht, dem Kollegen zu sagen, dass er zu laut telefoniert, nach Knoblauch riecht u.ä., nein nicht mal mehr sich beim Vorgesetzten beschwert, der ja in diesen Fällen zuständig wäre und entsprechend Regeln aufstellen sollte (Regeln, die eigentlich jedem klar sein sollten aber manche eben, naja, kein "Interesse" haben)

personallife

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #32 am: 12.11.2019 10:59 »
Dann gibt es aber auch die andere Seite: das weichgespülte, harmoniesüchtige, immer dem Konflikt ausweichende Verhalten. Das braucht auch kein Mensch. Da traut man sich dann nicht, dem Kollegen zu sagen, dass er zu laut telefoniert, nach Knoblauch riecht u.ä., nein nicht mal mehr sich beim Vorgesetzten beschwert, der ja in diesen Fällen zuständig wäre und entsprechend Regeln aufstellen sollte (Regeln, die eigentlich jedem klar sein sollten aber manche eben, naja, kein "Interesse" haben)

Ich würde gerne mal ein Unternehmen sehen, in dem man wirklich so offen und Ehrlich darüber spricht und sich danach keiner auf den Schlips getreten fühlt..

Texter

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #33 am: 12.11.2019 11:53 »
Mutmaßlich ist das beim AG Spid so

was_guckst_du

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #34 am: 12.11.2019 12:03 »
...Spid in einem Abhängigkeitsverhältnis?....unvorstellbar ;)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Bürohengst

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #35 am: 12.11.2019 13:45 »
Vielen Dank erstmal für die meisten der bisherigen Einschätzungen, besonders für jene, die sich ernsthaft mit dem Eingangspost auseinandergesetzt haben.
Natürlich ist es so, dass es mit einem Anwachsen der Kopfzahl auch eine größere Bandbreite an Charakteren in der Verwaltung gibt und man immer schauen muss, wie man mit dem Gegenüber zumindest für 8 Stunden am Tag einigermaßen auskommt. Das betrifft alle, egal ob 3 Monate oder 30 Jahre da.
Möglicherweise ist es hier nicht deutlich genug rübergekommen, daher sei nochmal betont, dass das mitunter trampelige Verhalten der Neuen nicht nur meiner Teilzeitkollegin und mir, sondern auch ca. 60-70 Prozent der Alt-Belegschaft anfängt zu missfallen und sich selbst bei den Zugpferden Resignation breit macht und manches davon offen mit seinem Abgang kokettiert. Das ist für mich noch die größere Sorge, als das die Neuen sich nicht integrieren. Wenn ich in einen frischen Obstkorb faules Obst dazulege, wird das faule Obst dadurch eben nicht frisch, sondern umgekehrt. Wer bereits in den beruflichen Sonnenuntergang reitet, der mag mit einer Sch...egal-Haltung vielleicht noch richtig liegen, aber wer noch was erreichen will, der macht sich solche Gedanken.

Es wird ja sicherlich noch viele Abteilungen geben, wo derzeit fachfremdes Personal dazukommt, daher hat mich nur interessiert, wie es dort mit denen läuft. Wie gesagt, vor 3-4 Jahren war hier so gut wie jede Neueinstellung ein fachlicher und menschlicher Volltreffer und nerviges Verhalten beschränkte sich auf wenige Einzelfälle, die man mit einem persönlichen Gespräch gut aus der Welt räumen konnte. Für uns sind solche Probleme in diesem Ausmaß hier völliges Neuland. Inzwischen ist der Berg an schlechten Angewohnheiten und eigenbrötlerischem Arbeitsverhalten dermaßen angewachsen, dass die meisten bezweifeln, dass Gespräche da überhaupt noch was bringen. Es besteht die Befürchtung, dass die ein oder andere Reizperson nicht kritikfähig ist und deswegen in den Sack haut, was die personelle Situation noch verschärft. Besonders diejenigen Alt-Kollegen, die von den ganzen Ärgernissen in ihrem Büro nicht unmittelbar betroffen sind, würden das Problem daher lieber aussitzen, als in die Offensive zu gehen.

JC83

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #36 am: 12.11.2019 15:34 »
...Spid in einem Abhängigkeitsverhältnis?....unvorstellbar ;)

Ich vermute, er "firmiert" als Ich-AG :-)
Wobei: Kann eine KI überhaupt Träger von Rechten und Pflichten sein?

JC83

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #37 am: 12.11.2019 15:38 »
...

Setz dich mit den Leuten doch einfach angemessen auseinander.

In unserem Referat (immerhin ca. 300 Pers.) legen die (dienst-)älteren Kollegen mit deutlichem Abstand die schrulligeren Einstellungen an den Tag, mit der Maßgabe, je länger dabei, desto übler (wir reden hier von den Ausfällen, es gibt natürlich die ganze Bandbreite bei alten und neuen Kollegen)
« Last Edit: 12.11.2019 15:46 von JC83 »

werop

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #38 am: 13.11.2019 09:10 »
Ich würde gerne mal ein Unternehmen sehen, in dem man wirklich so offen und Ehrlich darüber spricht und sich danach keiner auf den Schlips getreten fühlt..

Das ist sicherlich der utopische Idealfall. Ich habe den Eindruck, dass wir insgesamt weniger kritikfähig werden. Das ist aber wichtig, damit man sich gerade nicht auf den Schlips getreten fühlt. Wo ist das Problem bei: "Du telefonierst zu laut?" (das ist z.B. genau mein Problem, ich weiss das ja auch, mach es aber leider immer wieder)
An der Stelle finde ich den Kollegen auch nicht intolerant, wenn er mir das (auch mehrmals) sagt, ja sogar auch deshalb "sauer" wird.
Und wenn das nicht hilft, dann muss eben der Vorgesetzte entsprechende Regeln einführen. Das setzt aber voraus, dass man nicht nur mit irgendwelchen Kollegen in der Kaffeeküche darüber spricht, sondern das eben dem Vorgesetzten mitteilt oder offen im Team anspricht.

Kaffeetassensucher

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #39 am: 13.11.2019 09:24 »
Ich denke auch, ein "Uh, du hast leider ziemlich laut telefoniert, könntest du bitte vielleicht" freundlich vorgetragen keinen Unmut erzeugen dürfte. Oder ein "wenn du zum Fax gehst, bringst du bitte auch die anderen Blätter mit?" (wie gesagt, von alleine würde ich gar nicht auf den Gedanken kommen, Schriftstücke, die nicht für meinen Verantwortungsbereich bestimmt sind, auch nur anzugucken).

Hinsichtlich der Kollegin mit dem warmgemachten Knoblauchstinkesalat würde mir noch einfallen, dass der Vorgesetzte oder jemand, der dazu berechtigt ist, eine allgemeine Mitteilung schreibt "Aus aktuellem Anlass … in letzter Zeit ist es öfter vorgekommen, dass über die Maßen aufdringliche Gerüche … deshalb möchte ich um mehr Rücksichtnahme den Kollegen gegenüber bitten" etc. Hat die Behörde Publikumsverkehr, kann sogar darauf verwiesen werden. Dürfte nicht wirklich förderlich sein, wenn dem Bürger als erstes der fette Knoblauchgeruch durch den Flur entgegenweht. Auf die Weise wird sich auch niemand direkt angegriffen fühlen, allerdings besteht natürlich die Gefahr, dass diejenigen, die damit gemeint sind, den Schuss nicht hören und trotzdem munter weitermachen.

Caesar42

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #40 am: 13.11.2019 09:49 »
Wie oft gehe ich über die Flure und denke: Oh Gott, wo bist du hier nur gelandet! Kolleginnen, die barfüßig ihre pilzverseuchten Füße präsentieren, männliche Kollegen in Camouflage-Shorts, Auszubildende die einen respektlos, bei der sich erstbesten Gelegenheit wie im Ikeamarkt duzen.
Das Problem ist, dass es keine Vorgesetzten/Behördenleiter mehr gibt, die die Eier oder Eierinnen in der Hose haben, dem Ganzen Einhalt zu gebieten. Jeder ist ja ach so tolerant und weltoffen. Keiner will sich mit der Gleichstellungsbeauftragten oder dem Personalrat anlegen, weil man sich sonst verbale Ohrfeigen abholt.
Hallo?? Geht´s noch??
Wir repräsentieren den öffentlichen Dienst! Einigen scheint das nicht ganz klar zu sein und wird immer wieder vergessen. Was soll der Bürger denken, wenn die Kollegin wie eine Dönerbude riecht, wie kommt das in der Öffentlichkeit an, wenn Kolleginnen oder Kollegen schimpfend über die Flure laufen und diverse Kraftausdrücke gebrauchen.
Wie im Eingangspost geschrieben, ist man inzwischen "gezwungen" wirklich jeden Müll einzustellen, weil der Arbeitsmarkt total leergefegt ist bzw. man froh sein muss, überhaupt Mitarbeiter und Azubis zu bekommen, die einen nicht morgens mit "Ey Alter, was geht, alles flutschig?" begrüßen... wenn sie denn überhaupt in der Lage sind, verbal zu kommunizieren...

Dakmer

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #41 am: 13.11.2019 10:54 »
Ich denke, wir müssen einerseits Toleranz walten lassen und uns aber andererseits nicht alles bieten lassen. Wenn mich ein Neuankömmling nach ein paar Tagen schon duzt, teile ich ihm mit, dass ich das nicht möchte. Vielleicht später. Das klappt dann. Wenn mein Gegenüber zum Mittag im Büro eine Büchse Fisch aufmacht, sage ich: oh, da ist etwas schon ganz schön tot. Und er versteht meinen Hinweis. Wenn ich mir noch eine Jacke anziehe, merkt er meist, dass das dauergeöffnete Fenster für sibirische Kälte sorgt. Wenn nicht, bitte ich um Schließen des Fensters. Ich im gegenzug esse nix mit Knoblauch und benutze kein aufdringliches Parfüm. Wir haben sogar beide unser Telefon auf den leisesten Klingelton gestellt, um dem Anderen nicht das Gedudel zuzumuten. Ich höre auch nur Musik, wenn er nicht hier ist. Gegenseitige Rücksichtnahme und Kompromissbereitschaft. Jeder Tag ist ein Tag voller Kompromisse, aber anders kann man in einer Gemeinschaft nicht klarkommen. Das ist wie in einer Ehe und wer nicht klarkommt, muss sich scheiden lassen....

Fristenfuchs

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #42 am: 13.11.2019 11:31 »
Jedes Zimmer ein Einzelschicksal...

Bastel

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #43 am: 13.11.2019 12:06 »
Wie im Eingangspost geschrieben, ist man inzwischen "gezwungen" wirklich jeden Müll einzustellen, weil der Arbeitsmarkt total leergefegt ist bzw. man froh sein muss, überhaupt Mitarbeiter und Azubis zu bekommen, die einen nicht morgens mit "Ey Alter, was geht, alles flutschig?" begrüßen... wenn sie denn überhaupt in der Lage sind, verbal zu kommunizieren...

Du bezeichnest Menschen als Müll?

Bürohengst

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Antw:Schwierige Kollegen
« Antwort #44 am: 13.11.2019 12:27 »
Ich denke, wir müssen einerseits Toleranz walten lassen und uns aber andererseits nicht alles bieten lassen. Wenn mich ein Neuankömmling nach ein paar Tagen schon duzt, teile ich ihm mit, dass ich das nicht möchte. Vielleicht später. Das klappt dann. Wenn mein Gegenüber zum Mittag im Büro eine Büchse Fisch aufmacht, sage ich: oh, da ist etwas schon ganz schön tot. Und er versteht meinen Hinweis. Wenn ich mir noch eine Jacke anziehe, merkt er meist, dass das dauergeöffnete Fenster für sibirische Kälte sorgt. Wenn nicht, bitte ich um Schließen des Fensters. Ich im gegenzug esse nix mit Knoblauch und benutze kein aufdringliches Parfüm. Wir haben sogar beide unser Telefon auf den leisesten Klingelton gestellt, um dem Anderen nicht das Gedudel zuzumuten. Ich höre auch nur Musik, wenn er nicht hier ist. Gegenseitige Rücksichtnahme und Kompromissbereitschaft. Jeder Tag ist ein Tag voller Kompromisse, aber anders kann man in einer Gemeinschaft nicht klarkommen. Das ist wie in einer Ehe und wer nicht klarkommt, muss sich scheiden lassen....

Prima, dass das bei euch so funktioniert. Bewahrt euch das bloß. Es war bei uns jahrelang nicht anders und nun haben wir den Salat. Dazu geführt hat m. E. ein ständiges Gewährenlassen der Neuen, weil zum einen wertkonservative Kollegen - wie man hier im Thread sieht - heutzutage schnell als verkniffene, intolerante Spießer gelten und zum anderen die Fähigkeit, Kritik zu ertragen und vor allem als Hilfe zu begreifen und anzunehmen, stark nachgelassen hat bzw. in vielen Fällen nicht mehr gegeben ist. Du kannst nix mehr sagen, ohne das sich nicht einer direkt auf den Schlips getreten fühlt. Und anstatt das der Neue mal von selber nachdenkt und sein nerviges Verhalten von alleine abstellt, wird dem Dienstälteren geraten, er soll mal "chillen" bzw. "locker bleiben". Sagen darf der Ältere aber auch nichts, sondern soll möglichst tolerant sein. So läuft das heutzutage. Ganz toll.