Autor Thema: Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)  (Read 1754 times)

BAT

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #15 am: 10.01.2020 17:13 »
An BAT!

Inwiefern sehen Sie die Krynes Argumente als "AfD Manier" ?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Der Duktus spricht für sich. Es wird in der Sache kritisiert, was demokratisch legitimiert ist.

Zu den geldwerten Vorteilen: abgesehen davon, daß die Mietbindung abgelaufen ist bzw. sein könnte, halte ich die Versteuerung auch materiell nicht für verwerflich. Es werden ja nicht 100 € Mietvorteil abgegriffen, sondern nur der entsprechende Anteil an Steuern.

Ändert aber nichts daran, daß ich jahrzehntelanges Mieten für unsozial an sich halte.

Spid

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #16 am: 10.01.2020 17:33 »
Seit wann darf nicht mehr kritisiert werden, was demokratisch legitimiert ist? Also keine Kritik mehr an Bundes- und Landesregierungen, Bürgermeistern, Ratsmitgliedern, an Gesetzen, an politischen Entscheidungen?

BAT

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #17 am: 10.01.2020 17:36 »
Seit wann darf nicht mehr kritisiert werden, was demokratisch legitimiert ist? Also keine Kritik mehr an Bundes- und Landesregierungen, Bürgermeistern, Ratsmitgliedern, an Gesetzen, an politischen Entscheidungen?

Daher verwies ich auf den Duktus, der in die Richtung tendiert, daß am Volk vorbeiregiert wird. Inhaltlich ist nichts zu kritisieren von meiner Seite.

nichts_tun

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #18 am: 13.01.2020 10:01 »
Ändert aber nichts daran, daß ich jahrzehntelanges Mieten für unsozial an sich halte.

Was meinst du damit?


Nice

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #19 am: 13.01.2020 11:15 »
Ändert aber nichts daran, daß ich jahrzehntelanges Mieten für unsozial an sich halte.
Was meinst du damit?

Vermutlich ist es unsozial, weil dem Vermieter dadurch ja keine Kosten durch zwischenzeitlichen Leerstand entstehen, was die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufgehen lässt.

nichts_tun

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #20 am: 13.01.2020 11:32 »
Das hat mit "unsozial" doch nichts zu tun? Mal abgesehen davon, dass es wohl im Interesse jeden Vermieters ist, möglichst wenig Leerstand in seinen Wohnungen zu haben.

BAT

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #21 am: 13.01.2020 11:51 »

Was meinst du damit?

Eine Unterkunft kostet den Betrag X.

Wenn vermietet wird, kostet es den Mieter vielleicht 1,05 X. Der Vermieter möchte eine Rendite für seine Anlage.

Im Gegensatz zu hohen Eigentumsquoten in anderen Ländern werden in Deutschland damit massiv Mittel von unten nach oben umverteilt. In der Regel werden die unteren Einkommensgruppen damit Gelder an die oberen Einkommensgruppen bzw. Konzerne zahlen, die so nicht notwendig sind. Wenn man sich als Staat mal ernsthaft auf eine Erhöhung der Eigentumsquote einlässt.

Mieten sollte nur etwas für randständige Bereiche sein, für junge Leute in der Übergangsphase zwischen Elternhaus und eigener Immobilie, für die wirklich Armen im Lande. Aber sicher nicht als Normalfall.

nichts_tun

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #22 am: 13.01.2020 12:49 »
Der deutsche Wohnungsmarkt ist historisch gewachsen und insbesondere Mietverhältnisse sind für diesen kennzeichnend. Dies unterscheidet ihn von anderen Wohnungsmärkten.

Du vermischst undifferenziert untere und obere Einkommensgruppen. Es gibt schon nicht den "armen Mieter" vs. den "reichen Vermieter", beide Gruppen sind stark heterogen. Tatsächlich mag es für manche Geringverdiener in manchen Regionen nicht einfach sein, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Hier kann der Staat nachsteuern (sozialer Wohnungsbau, Bereitstellung finanzieller Mittel wie Wohngeld); ein generelles Vermieter-Mieter-Problem ist damit nicht aufgetan.

Die Miete von Wohnungen als "randständigen Bereich" in der Lebensplanung zu klassifizieren ist Unsinn. Wer will, kann sich - gerade in den letzten Jahren - relativ güsntige Kredite vergeben lassen und damit die Eigentumsquote erhöhen. Ebenso gibt es dafür staatliche Beihilfen (bspw. KfW-Kredite, Wohnungsbauprämie oder das "Baukindergeld"). Wer allerdings lieber sein Geld für andere Dinge ausgibt, kann weiterhin Mieter bleiben.

Kaffeetassensucher

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #23 am: 13.01.2020 13:21 »
Wer allerdings lieber sein Geld für andere Dinge ausgibt, kann weiterhin Mieter bleiben.

Ich sehe z. B. auch nicht ein, mich auf Jahre zu verschulden (ganz zu schweigen davon, erst mal einen Eigenanteil zusammenkratzen zu müssen), um dann an einen Standort gebunden zu sein (weil da ja mein Wohneigentum steht), über Rücklagen, weil das Dach alle x Jahre erneuert werden muss, möchte ich mir auch keine Gedanken machen müssen. Ich zahle meine Miete, von mir aus auch 1,05 x der Kosten des Vermieters, und alles andere ist dessen Verantwortung. Und wenn es mich woanders hinzieht, muss ich nicht erst einen Käufer für das Haus oder die Wohnung finden, ich kann einfach kündigen, wenn ich eine neue Wohnung gefunden habe.

Deshalb kann ich für meinen Teil diese Lobgesänge aufs Wohneigentum so ziemlich gar nicht nachvollziehen.


Bastel

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #24 am: 13.01.2020 13:45 »
Wer allerdings lieber sein Geld für andere Dinge ausgibt, kann weiterhin Mieter bleiben.

Deshalb kann ich für meinen Teil diese Lobgesänge aufs Wohneigentum so ziemlich gar nicht nachvollziehen.

Das kommt natürlich immer auf die eigene Lebensplanung/Vorstellung an. Anscheinend ist der Wunsch nach Wohneigentum allerdings weit verbreitet, sonst würden die Preise nicht so durch die Decke gehen. Es wird Zeit, dass etwas gegen die horrenden Kaufnebenkosten getan wird.

nichts_tun

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #25 am: 13.01.2020 13:50 »
Das hängt aber eher mit der derzeitigen höheren Nachfrage zusammen, da, wie geschildert, durchaus Kredite günstig zu erwerben sind.

BAT

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #26 am: 13.01.2020 14:02 »

Du vermischst undifferenziert untere und obere Einkommensgruppen. Es gibt schon nicht den "armen Mieter" vs. den "reichen Vermieter", beide Gruppen sind stark heterogen. Tatsächlich mag es für manche Geringverdiener in manchen Regionen nicht einfach sein, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Hier kann der Staat nachsteuern (sozialer Wohnungsbau, Bereitstellung finanzieller Mittel wie Wohngeld); ein generelles Vermieter-Mieter-Problem ist damit nicht aufgetan.


Natürlich habe ich das vereinfacht dargestellt. Und mit unsozialem Verhalten, meine ich nicht zuvörderst den Mieter, sondern den Staat mit dem sozialen Wohnungsbau, der eher asozial ist.

Ich möchte eigentlich auch gar nicht irgendwas begründen. Denn die Eigentumsquote und das private Vermögen in anderen europäischen Ländern sprechen für sich.

Zudem muss man das mit den Immobilien ganz neu denken. Denn auch hier ist ein Wechsel genauso einfach wie bei einer Mietwohnung. Wir haben es nur künstlich, rechtlich umständlicher gemacht. Sowas kann man ändern.

Und da dies historisch gewachsen ist, geht das nicht von einem Tag auf den anderen.

Kaffeetassensucher

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #27 am: 13.01.2020 14:56 »
Das kommt natürlich immer auf die eigene Lebensplanung/Vorstellung an.

Das ist, denke ich, der entscheidende Satz.

Von mir aus soll ja auch jeder Wohneigentum erwerben, der das möchte, und von mir aus sollten die Hürden dazu so niedrig wie möglich sein (aber so hoch wie nötig). Allerdings finde ich den Satz "Wir brauchen mehr Wohneigentum weil wir mehr Wohneigentum brauchen" (überspitzt formuliert) eine eher mäßige Begründung.

dmmx

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #28 am: 14.01.2020 08:35 »


Bitte lege Widerspruch ein und wende Dich an deine Gewerkschaft (falls vorhanden).

Das komische ist, dass es scheinbar willkürlich Leute getroffen hat. Während ein Kollege bei den Dezemberbezügen Abzüge hatte, war bei 2 Anderen bisher nichts und das obwohl alle 3 das Schreiben der Stadibau erhalten haben. Möglicherweise geht es nur da wo die Bindungsfrist bereits ausgelaufen ist.

Danke für die Tipps! Gibt es für den Widerspruch ein Musterschreiben? Ich sollte ihn ja auch begründen können?

Kryne

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Antw:Geldwerter Vorteil - Stadibau-Wohnungen (BY)
« Antwort #29 am: 14.01.2020 08:42 »
Wollte hier auch nur mal anmerken, dass die Denkweise "Niedrige Kreditzinsen erlauben jetzt mehr Wohneigentum" ziemlich naiv ist.

Meine Eltern haben vor ca. 20 Jahren gebaut, in einem Ballungsgebiet, aber in schöner Lage. Ein Zweifamilienhaus mit riesigem Garten.

In den 20 Jahren hat sich der Wert der Immobilie inzwischen verdreifacht. Der größte Anstieg während der letzten 5 Jahre.

Für das was damals ein Zweifamilienhaus mit riesem Garten gekostet hat, würde ich Heute einen Schuhkarton bekommen, ohne Garten, ohne Keller und kaum groß genug für eine kleine Familie mit zwei Kindern.

Mir hilft der günstigste Kredit nicht, wenn ich ihn länger als 40 Jahre abzahlen muss, weil die Immobilienpreise wie blöd explodieren ;)


Meine Lebensplanung sah eigentlich schon ein Eigenheim vor, aber bei den aktuellen Immobilienpreisen (die nur eine Richtung kennen) ist es einfach nicht drin, ganz egal wie günstig die Kredite sind. Klar könnte man noch die Option in Betracht ziehen etwas weiter "raus" ins ländliche zu ziehen, aber das stellt für uns keine echte Alternative dar :)