Autor Thema: Dauerhafter Einsatz im geh. Dienst als Beamter mittlere Dienst; Telekom  (Read 1590 times)

Tiga

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Ich habe mal davon gehört das auch Professoren sich beurlauben lassen um zeitweise in der Privatwirtschaft zu arbeiten. Das ist aber eine ganz andere Liga und ich weiß nicht was der wirkliche Unterschied zur In-sich- Beurlaubung ist.

Scheinbar bin ich der einzige der sich damit unwohl fühlt und dann ist es mein Problem. Trotzdem danke für die Bemerkungen und Tipps. Ich sehe das immer wieder als sehr wertvoll an auch andere Meinungen zu lesen.

2strong

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Ja, das wäre auch noch eine Option bei der BAnst PT nachzufragen was man dort von der Situation hält.
(...)
Es will nur nicht in meinen Kopf warum ich im Ruhestand bestraft werde. Der Angestellte bekommt eine Rente +Betriebsrente. Der Beamte im geh. Dienst bekommt eine angemessene Pension, für die Tätigkeiten die er im Berufsleben geleistet hat. Ich bekomme eine Pension auf Grundlage von Tätigkeiten die ich wärend meines Berufslebens nicht ausgeübt habe.
Ich würde bzgl. der Aufstiegsverfahren tatsächlich auf die BAnst PT zugehen - sowohl auf das Haus als auch auf den HPR. Im Bereich der Bahn ist das BEV ein zugänglicher und interessierter Ansprechpartner.

Im Übrigen sieht der Gesetzgeber in Fällen wie Deinem keinen Handlungsbedarf. Noch in 2007 steht in der Begründung zum DRAnpGBA:
"Die Versorgung kann durch die Beurlaubung im Vergleich zu den in der entsprechenden Tätigkeit beschäftigten Statusbeamtinnen und Statusbeamten entsprechend niedriger sein. Die Beamtin oder der Beamte ist zur Vermeidung von Versorgungslücken darauf verwiesen, ggf. eine private Zusatzversicherung abzuschließen."

Casiopeia1981

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Das Konstrukt der Insichbeurlaubung ist eigentlich mit den hergebrachten Grundsätzen des Beamtentums nicht vereinbar, deswegen gibt es für die von 2strong aufgeführten Fälle eine eigenständige gesetzliche Ermächtigung. Darüberhinaus sollte es nicht zulässig sein.

Wohlgemerkt: Ich rede von Insichbeurlaubung und Beschäftigung beim selben Dienstherrn. Erlaubt ist ein Sonderurlaub unter Wegfall der Bezüge und gleichzeitiger Beschäftigung bei einem Arbeitgeber im öffentlichen Interesse. Das ist aber dann aber eine Beschäftigung außerhalb des Dienstherrn.

Tiga

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Meines Wissen ist die Insichbeurlaubung auch z.B.: bei der Bundesagentur für Arbeit für eigene Mitarbeiter angeboten worden. Ich kann nicht bewerten ob es ggf. auch weitere Behörden probiert haben.
Ungünstig ist nur wenn hauptsächlich der Arbeitgeber profitiert. Wie in meinem Fall: Ich bekomme zwar den gleichen Lohn wie Angestellte, habe auch noch meine Sicherheiten aus dem Beamtentum. Mein Arbeitgeber zahlt aber nur einen geringen Satz in die Versorgungskasse und muss mir auch keine Betriebsrente zahlen. damit bin ich "günstiger" als alle anderen Arbeitnehmer oder Beamte im geh. Dienst.
Mir geht es hauptsächlich darum im Ruhestand gleichbehandelt zu werden wie jetzt in der aktiven Zeit.

Bastel

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Bekommt man die Besoldung nach (z.B) A oder bekommt man das höhere Angestellten Brutto?

WasDennNun

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Mir geht es hauptsächlich darum im Ruhestand gleichbehandelt zu werden wie jetzt in der aktiven Zeit.

Wenn ich es richtig verstehe ist doch die Ungleichbehandlung die, dass du nicht in einem höheren Statusamt kommst.
Das du jetzt höherwertige Dinge tust, dafür auch mehr Geld bekommst (als du bei einem verbleib in einem "normalen" Amt je bekommen hättest, wenn du nicht den Aufstieg gemacht hättest)
Wenn du gleich behandelt worden wärst wie die anderen Kollegen aus dem mD, dann würdest du natürlich nicht Tätigkeiten (und Bezahlung) eines höheren Dienstes bekommen, warum bist du nicht gegen diese Ungleichbehandlung angegangen und hast dich darauf eingelassen?

btw: Bei uns sind einige A9er die definitiv A12er Tätigkeiten machen und mit dem Z abgespeist werden, weil sie die Möhre des Aufstiegs vor der Nase haben.

Tiga

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Die Regelung sieht so aus, das man als insichbeurlaubter Beamter ein Angestelltengehalt bekommt, das um 15% geringer ist als das eines "echten" Angestellten. Das hat damit zu tun, dass der ISB Beamte keine Sozialabgaben (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung) zahlen muss. Krankenkasse und Pflegeversicherung bleiben. Somit ist annähernd gesichert, das beide Beschäftigungsgruppen einen vergleichbaren Lohn haben. Natürlich gibt es Unterschiede, je nach dem wie lange man den Job macht.
Daher bin ich mit der Situation in der aktiven Phase komplett zufrieden. Meines Erachtens gibt es keine Ungleichbehandlung.
Im Ruhestand sieht es dann leider anders aus. Ich falle sozusagen zurück auf die Versorgung eines Beamten im mittl. Dienst.
Ich will noch nicht einmal erreichen das ich den Aufstieg bekomme (das wäre schon zu spät für mich). Ich will nur eine Ausgleichszahlung im Ruhestand. Egal ob von der Telekom oder dem Bund. Für meine Leistungen in höherer Position über einen Zeitraum von 20 Jahren.

WasDennNun

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Nur damit ich diese missliche Situation richtig verstehe:
Du hast durch die Situation die Chance bekommen mehr Geld zu erhalten als du als mD Beamter bekommen hättest, ohne das du einen Aufstieg machen musstest und möchtest jetzt als Pensionär so gestellt werden, als ob du den Aufstieg gemacht hättest?
Bzw. so gestellt werden wie die angestellten Kollegen, obwohl du dich dagegen entschieden hast den selben Status wie diese einzunehmen?
Und dir fällt jetzt leider auf, dass du bzgl. deiner Altersversorgung etwas von dem mehr an Geld was du erhalten hast, hättest zurücklegen müssen, damit du im Ruhestand nicht nur auf der Pension deinen Statusamtes angewiesen bist (s. Hinweis von 2Strong).

Du akzeptierst die Ungleichbehandlung zwischen deiner aktuellen Position und der des Angestellten zur aktiven Zeit, willst die Konsequenz aber nicht akzeptieren, die sich daraus in der Rentenzeit ergibt?
Konntest du nicht ins Angestelltenverhältnis wechseln, damit diese zur Ungerechtigkeit nicht eintritt?

Tiga

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Ich sehe es etwas anders.
In der aktiven Phase bin ich mit "normalen" Angestellten gleichgestellt. Ich bin insichbeurlaubt und bekomme für meine höherwertige Tätigkeit eine angemessene Vergütung die vergleichbar ist mit dem Angestelltengehalt.
Ich habe nicht studiert also habe ich nicht die Voraussetzung um einen Dienstposten im geh. oder höheren Dienst anzunehmen und kann nur auf diesem Wege eine höherwertige Tätigkeit übernehmen.
In der Phase des Ruhestandes werde ich so behandelt als ob ich mein gesamten Berufsleben Beamter im mittl. Dienst war. Das finde ich nicht gerecht. Und warum soll/muss ich in der aktiven Phase vorsorgen wenn es der Angestellte nicht muss? Für Angestellt zahlt der Arbeitgeber und nur der Arbeitgeber in einen Kapitalkontenplan ein der dann im Ruhestand ausgezahlt wird. Für mich werden lediglich Versorgungsabschläge zurückgelegt.

Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich will nicht besser behandelt werden als Angestellt. Ich verlange nicht mehr Pension als ein Angestellter bekommt ich möchte nur gleichbehandelt werden oder zumindest eine Anerkennung der Leistungen im Berufsleben.

Organisator

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In der Phase des Ruhestandes werde ich so behandelt als ob ich mein gesamten Berufsleben Beamter im mittl. Dienst war. Das finde ich nicht gerecht.

Gab es nicht die Möglichkeit, sich aus dem Beamtenverhältnis entlassen zu lassen? Dann wärst Du doch mit einem "normalen" Angestellten gleichgestellt.

WasDennNun

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Ich sehe es etwas anders.
In der aktiven Phase bin ich mit "normalen" Angestellten gleichgestellt. Ich bin insichbeurlaubt und bekomme für meine höherwertige Tätigkeit eine angemessene Vergütung die vergleichbar ist mit dem Angestelltengehalt.
Ich habe nicht studiert also habe ich nicht die Voraussetzung um einen Dienstposten im geh. oder höheren Dienst anzunehmen und kann nur auf diesem Wege eine höherwertige Tätigkeit übernehmen.
Du findest also ungerecht, dass du mehr Geld verdienen durftest, als du als Beamte im mD hättest können, warst aber nicht bereit deinen Beamtenstatus aufzugeben?
Hast also gegenüber deinen angestellten Kollegen den Vorteil des Beamten mitgenommen und nicht bedacht, dass du weiterhin als mD in die Pension gehst.
Zitat
Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich will nicht besser behandelt werden als Angestellt. Ich verlange nicht mehr Pension als ein Angestellter bekommt ich möchte nur gleichbehandelt werden oder zumindest eine Anerkennung der Leistungen im Berufsleben.
Dann hättest du Angestellter oder weiter Dinge des mD oder den Aufstieg machen müssen.
Dieser Weg ist ja nun mal en Zwitter mit Vorteilen zu den einen Zeiten und Nachteile zu den anderen.
Wenn es dir erst jetzt klar wurde, dann ist das in der Tat sehr ärgerlich für dich.

Tiga

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Natürlich hätte die Möglichkeit bestanden aus dem Beamtenverhältnis auszusteigen. Das hätte allerdings finanzielle Nachteile mit sich gebracht, da der Arbeitgeber nur die geringen Beiträge eines Brutto Beamtengehalts in die Rentenkasse hätte nachzahlen müssen. Somit keine Lösung.

Vorteile eines Beamten. Ja ich habe mehr Gehalt. Es ist ja auch nicht mehr als gerecht für eine verantwortungsvollere Tätigkeit mehr Geld zu bekommen. Hätte jeder Beamte bei Telekom und Post machen können.

Aufstieg. Wenn dieser angeboten worden wäre. Hätte ich es ja versucht. Mir wurde diese Möglichkeit nicht gegeben. Angeblich kein Bedarf bei der Telekom.

Studieren. Ja hätte ich vor vielen Jahren machen können. Dann hätte ich nicht so viel Zeit und Engagement in meine Arbeit investiert und wäre heute nicht dort wo ich bin oder dann als Ingenieur an der gleichen Stelle. Und dann hätte ich auch die Pension die mir zusteht.
Wirklich blöder Fehler von mir. Ich sehe es ein.

WasDennNun

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Wirklich blöder Fehler von mir. Ich sehe es ein.
Dein einziger Fehler war mEn, dass du nicht bedacht hast, dass du das mehr, was du bekommen hast, in deine Altersversorgung hättest stecken sollen, sofern du dich nicht mit einer mD Pension zufrieden geben willst.
(So wie es ja schon vor Dekaden verkündet worden ist, siehe 2Strongs Anmerkung)

Wechsel ins Angestelltenverhältnis: Nein, weil ich dann jetzt mehr Rente hätte als ich Pension bekomme? Und deine Begründung ist, dass beim Übergang weniger in die Rente eingezahlt worden wäre als ein vergleichbarer Angestellter schon drin hätte? Und das weit vor der hälfte deines Berufslebens? Und jetzt beklagst du dich , dass es eben so ist wie es ist? Widerspricht sich etwas und klingt nach, damals nicht das Risiko eingehen wollend.
Verständlich, aber die Regeln waren ja klar.

Beamter bleiben: Mehr Netto haben als die vergleichbaren Angestellten und dieses nicht für die Altersversorgung nutzen? (hätte natürlich nicht bis zu einem A15 Pension gereicht, aber deinen jetzigen "Schaden" abgemildert.) Das war dann wohl eine Nachlässigkeit, die ärgerlich ist.

Aufstieg: Also bei uns wechseln die Beamten durchaus das Ressort und gehen dahin wo ein Aufstieg möglich ist, schade das dass dir nicht möglich war. Oder hast du das nicht ausprobiert, dich anderweitig umgesehen?

Studieren: Tja: jetzt hast du die bis zu A15 Tätigkeiten ohne Investition in deine Ausbildung oder Beamtenlaufbahn gemacht und bezahlt bekommen.  Keine Investion von dir = keine des AG in deine Altersversorgung. Ob das ein fairer Deal ist, mag ich nicht beurteilen.

Ich sehe das alles nicht als blöde Fehler, sondern jeweilige Entscheidungen, die du zurecht getroffen hast.
Klingt für mich, dass du bei allen diesen Entscheidungen dir jedoch nicht bewusst warst, dass du nur die mD Pension bekommst und diese späte Erkenntnis halt verständlicherweise nervig ist und dir jetzt auf die Füße fällt.

Organisator

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Ich finde, du hast richtig Glück gehabt!

Ohne die Telekom-spezifische Sondersituation hättest du im mittleren Dienst die Tätigkeiten des mittleren Dienstes gemacht und mittlerer-Dienst-Besoldung bekommen. Jetzt stattdessen übernimmst du deutlich höherwertige Tätigkeiten für deutlich mehr Geld ohne dein Beamtenverhältnis aufzugeben.

Innerhalb der Beamtenwelt alleine wäre dies nicht möglich gewesen, ohne zumindest studieren zu gehen usw.

Und die Regelungen hinsichtlich deiner Altersabsicherung waren auch von Anfang an bekannt und haben sich nicht verändert, also auch hier keine bösen Überraschungen.

Bastel

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Ich finde, du hast richtig Glück gehabt!

Sehe ich eigentlich auch so. Um als Angestellter auf eine Netto Rente von 1900€ zu kommen, muss man einiges einbezahlt haben...