[Allg] Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (2 BvL 4/18)

Begonnen von SwenTanortsch, 28.07.2020 14:39

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Rentenonkel

Das Land Sachsen hat bereits die Beihilfesätze für Familien spürbar nach oben geschraubt; diese Lösung wird daher als eine von mehreren bundesweit diskutiert.

Baesi123

Hallöchen

Das Bundesverfassungsgericht hat es im November 2025 unmissverständlich gemacht: Die Beamtenbesoldung in Deutschland ist systematisch verfassungswidrig. Nicht ein Bundesland, nicht einzelne Jahre sondern mehr als 10 Jahre und es wurde flächendeckend erkannt. Doch statt schnelle Abhilfe zu schaffen, folgen Verzögerungstaktiken, Umgehungsversuche und halbherzige Zwischenlösungen. Beamte können nicht streiken – das ist ein verfassungsmäßig so geregelt.

Stattdessen haben sie Rechtsschutz. Doch dieser Rechtsschutz ist in Wirklichkeit eine Farce,  Über 70 Verfahren häufen sich beim Bundesverfassungsgericht. Das Gericht hat selbst warnen müssen, dass seine Arbeitsfähigkeit durch diese Klagelawine gefährdet ist.
Ein Beamter reicht Klage ein. Jahre vergehen. Das Gericht entscheidet. Und dann? Dann reichen die Länder kein neues Besoldungsgesetz ein – sondern neue Umgehungen, sollten sie doch eins Einreichen dann möglicherweise wieder ein verfassungswidriges , welches wie auch immer durchs Gesetzgebungsverfahren gekommen ist. Und schon hat die Regierung ja etwas gemacht, was daraus wird, ist dann das Problem der nächsten Regierung. Das Rad dreht sich von vorne. Inzwischen haben sich Lebensumstände geändert, Kinder sind älter oder gegangen, die finanzielle Notlage ist real. Rückwirkende Ausgleichszahlungen sind zudem gesetzlich auf Kläger und anhängige Verfahren begrenzt – alle anderen gehen leer aus. Und das ist kein Einzelfall, im Fall Sachsen - Anhalt, ist das Gang und gäbe, leider.

Das ist kein Rechtsstaat. Das ist institutionalisierte Hinhaltetaktik. Es geht darum, dass der Staat sich selbst nicht an Recht und Verfassung hält. Das zerstört langfristig das Vertrauen ins gesamte System. Denn wenn der Staat seine eigenen Verfassungspflichten ignoriert, welche Konsequenz hat dann noch Gesetzestreue insgesamt?

Beamte sind die Wirbelsäule des funktionierenden Staates. Sie halten Infrastruktur am Laufen, schützen die Bevölkerung, erziehen Kinder, verwalten Justiz. Wer diese Menschen systematisch unterbezahlt und dann Jahre hindurch herumdoktert, statt sie anständig zu entschädigen, zersägt den Ast, auf dem er sitzt. Und ehrlich gesagt: Es ist verständlich, wenn solche Erfahrungen zu tiefem Zweifel führen.

Wenn ein Beamter jahrelang in Treue für den Staat arbeitet – auf Streikrecht verzichtet, rechtliche Einschränkungen akzeptiert, sich selbst und Familie in diesem ,,Dienst-und-Treue-Verhältnis" eingespannt sieht – und dann feststellen muss, dass die andere Seite diese Loyalität nicht erwidert, sondern ausnutzt, dann ist der Vertrauensbruch da.

Irgendwie fühlt es sich dann eben nicht mehr wie ein besonderes Dienstverhältnis an, sondern man wird behandelt wie der Kotdiener des Hofes.

Letztlich kann man alles Mögliche annehmen, aber ich glaube es wird immer mehr sichtbar, dass dem Staat gar nichts daran gelegen ist, verfassungsmäßig zu zahlen, hätte er doch schon machen können die letzten Jahre. Ich persönlich sehe schwarz und bin einfach enttäuscht.  Zu guter letzt würde ich es begrüßen wenn man sich in dem Forum hier nicht ständig persönlich angreift, man sollte an einem Strang ziehen , alles andere ist Zeit und Energieverschwendung.

Ozymandias

Viele Klagen werden ruhend gestellt - Auf Wunsch beider Seiten. Das sind in der Summe mehrere Tausend Klagen, die nur eine Nummer haben, aber nicht verhandelt und entschieden werden.

Die Landesverfassungsgerichte könnten eine schnellere Entscheidung herbeiführen. Der Weg wird aber nicht gegangen. Dazu müssten mutige Kläger mit ihren Ansprüchen spielen.

In Bayern könnte man eine Popularklage machen und das Partnereinkommen kippen - mit Signalwirkung.
Entweder als Community schreiben oder ca. 10-15k Crowdfunding Kosten mit Anwalt.