Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 120750 times)

Bastel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1005 am: 24.11.2021 18:41 »
Das ist sogar hochgradig relevant, weil z.B. ja Gesamtvoluminakostenangaben von der Arbeitgeberseite immer unter Einbezug der Beamten angegeben werden.

Problem der AG. Was die in Ihr Gesetz zur Beamtenbesoldung schreiben ist denen ihr Bier.

Doso

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1006 am: 24.11.2021 18:58 »
Von der Leitung der Ministerien und den Führungskräften im Öffentlichen Dienst erwarten wir, dass sie eine moderne Führungs- und Verwaltungskultur vorantreiben und für digitale Lösungen sorgen. Eigeninitiative und Mut der Beschäftigten müssen wertgeschätzt und belohnt werden.

Quelle:
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/koalitionsvertrag-der-ampel-parteien-im-wortlaut-darauf-haben-sich-spd-gr%c3%bcne-und-fdp-geeinigt/ar-AAR5oML?ocid=ientp


Merkt ihr auch diese enorme Wertschätzung durch die AG Seite in der Verhandlung ? :P

Soll ich lachen oder weinen?  :-X

wossen

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1007 am: 24.11.2021 19:23 »
@Bastel: Nuja, wenn die Gewerkschaften ausdrücklich sagen/fordern würden, dass die Einmalzahlung nicht (oder nur z.B. zur Hälfte) auf die Beamte übertragen werden sollte  ;D (mal anstelle der Standardforderung nach voller Übertragung)


Sozialarbeiter

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1008 am: 24.11.2021 21:03 »
Meine Güte, hier aus Hamburg hab ich schon das Gefühl, dass dir Streikbereitschaft hoch ist. Zumindest gab es deutlich mehr Streiks und Aktionen als in der letzten Verhandlung.
Mehr Streikaufrufe aber auch mehr Teilnehmer?

Ich weiß leider nicht wie die StreikBeteiligung in der letzten TVL Runde in Hamburg so war. Beim ersten Hamburgweiten Streiktag wurde die 2.000 Teilnehmermarke geknackt. Bei ca. 30.000 Angestellten entspricht das etwa 6-7%, wobei man ja einige Teilnehmer abziehen muss, die nicht tatsächlich Streiken. (zB Polizei/GdP)
Beim heutigen Streik waren wohl über 4.000 Teilnehmer da. Das entspricht dann einer Quote von ca. 13%.
Wie das einzuordnen ist, kann ich mangels Erfahrung nicht einschätzen.
Ich denke die Verdopplung der Teilnehmerzahl ist gut, wobei eine Verdoppelung leichter ist, je geringer die Basis ist von der man ausgeht. In der Gesamtbetrachtung bleiben 13% natürlich ein Schiss.

egotrip

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1009 am: 24.11.2021 21:31 »
Meine Güte, hier aus Hamburg hab ich schon das Gefühl, dass dir Streikbereitschaft hoch ist. Zumindest gab es deutlich mehr Streiks und Aktionen als in der letzten Verhandlung.
Mehr Streikaufrufe aber auch mehr Teilnehmer?

 wobei man ja einige Teilnehmer abziehen muss, die nicht tatsächlich Streiken. (zB Polizei/GdP)


Wie kommt man darauf?
Auch in der GdP gibt es einen deutlichen Stamm von Tarifbeschäftigten die in den letzten Tagen ihren Unmut in Streiks und aktiven Mittagspausen Luft gemacht haben.

Sozialarbeiter

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1010 am: 24.11.2021 21:37 »
Man muss die Beamten halt eig abziehen. Die Polizei war jetzt nur ein Beispiel, weil ich da weiß, dass ein paar Beamte mit dabei waren.

XTinaG

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1011 am: 25.11.2021 08:15 »
Die Grundschullehrer EG11 ist aus dem BAT erwachsen - die Möglichkeit Grundschullehrer zu werden war/ist in vielen Bundesländern sehr breit gefächert - von Fachlehrern, Erziehern mit Fachlehrerausbildung über Sonderpädagogen hin zu Studierenden an den Fachhochschulen bis zur pädagogischen Hochschule (die eine klassische Universität ist) und den Quereinsteigern gar nicht zu reden.
A9 war damals die klassisch zu erwartende Besoldung (also zu meiner Studienzeit) für die "Nichterfüller" bzw. später dann die A10.
Man wollte die Verdienstmöglichkeiten nicht zu sehr auseinanderdividieren - auf Betreiben des Philologogenverbandes (der in Bayern, BW und NRW sehr stark in der CDUCSU verbandelt ist - 2/3 der Schulleiter an Gymnasien waren 1990 zur Wende dort Mitglieder der CDU oder CSU) konnten sich die Gymnasiallehrer absetzen und später auch die Berufsschullehrer.
Die Grundschullehrer bleiben eines: Grundlegend bezahlt :)

Nein, im BAT war die Eingruppierung von Lehrkräften nicht geregelt, siehe die Vorbemerkung Nr. 5 zur Vergütungsordnung. Vielmehr war es so, daß die Vergütung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren war. Dies geschah in der Praxis durch arbeitsvertragliche Bezugnahme auf einen Erlaß oder andere Vergütungsrichtlinien es jeweiligen Bundeslandes. Mit dem BAT hatte das aber nichts zu tun.

Jockel

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« Antwort #1012 am: 25.11.2021 09:17 »
Die Entgeltgruppen der Lehrer richten sich nach der Entgeltordnung-Lehrer. Diese haben die Gewerkschaften mit unterschreiben. Darin ist das Maß zum einen die Besoldungsämter der vergleichbaren Laufbahnen in den Ländern (erinnert euch: Bildung und Laufbahnrecht sind Ländersache). Zum anderen wird nach der persönlichen Erfüllung dieser laufbahnrechtlichen Voraussetzungen und dem konkreten Einsatz geschaut.

In den Ländern, die ihre Grundschullehrämter (noch) mit A12 beglücken, ist das dann eben eine EG 11 (weil die EG9b sowohl A9 als auch A10 beinhaltet).

Kann man alles anders machen, ist aber Tariflage.

Prognose: Die Philologenverbände werden sich das noch ein bisschen ansehen und dann eine A14/EG14 als Basis für Studienräte fordern (zu recht).

Basteln, Stationsarbeit mit Vorlage von Cornelsen, Gitarre spielen und keine Klausuren (Grundschule) ist nicht das gleiche wie quasi-wissenschaftliche Fragestellungen im Diskurs "auf Augenhöhe" mit bald wahlberechtigten Schlaumeiern (Sek II).

Isi

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« Antwort #1013 am: 25.11.2021 09:38 »
Die Grundschullehrer EG11 ist aus dem BAT erwachsen - die Möglichkeit Grundschullehrer zu werden war/ist in vielen Bundesländern sehr breit gefächert - von Fachlehrern, Erziehern mit Fachlehrerausbildung über Sonderpädagogen hin zu Studierenden an den Fachhochschulen bis zur pädagogischen Hochschule (die eine klassische Universität ist) und den Quereinsteigern gar nicht zu reden.
A9 war damals die klassisch zu erwartende Besoldung (also zu meiner Studienzeit) für die "Nichterfüller" bzw. später dann die A10.
Man wollte die Verdienstmöglichkeiten nicht zu sehr auseinanderdividieren - auf Betreiben des Philologogenverbandes (der in Bayern, BW und NRW sehr stark in der CDUCSU verbandelt ist - 2/3 der Schulleiter an Gymnasien waren 1990 zur Wende dort Mitglieder der CDU oder CSU) konnten sich die Gymnasiallehrer absetzen und später auch die Berufsschullehrer.
Die Grundschullehrer bleiben eines: Grundlegend bezahlt :)

Nein, im BAT war die Eingruppierung von Lehrkräften nicht geregelt, siehe die Vorbemerkung Nr. 5 zur Vergütungsordnung. Vielmehr war es so, daß die Vergütung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren war. Dies geschah in der Praxis durch arbeitsvertragliche Bezugnahme auf einen Erlaß oder andere Vergütungsrichtlinien es jeweiligen Bundeslandes. Mit dem BAT hatte das aber nichts zu tun.

Dont feed the troll,
dummdummdummdumm

wossen

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« Antwort #1014 am: 25.11.2021 09:43 »
@XTxinaG: auch sonst ist eigentlich alles an Isis Beitrag falsch, selbstverständlich gab und gibt (!) eigentlich prinzipiell nur einen Weg Grundschullehrer zu werden (Seiteneinsteiger und so gab es eigentlich in der Vergangenheit eher an Gymnasien und Berufsschulen, aktuell halt durch aktuelle Bedarfe eher im Grundschulbereich). Der Weg ist halt: Lehramtsstudium Primarstufe + entsprechenden Vorbereitungsdienst mit 2 Staatsexamina (entsprechend dem Gymnasium). Das erste Staatsexamen der Primarstufe wurde allerdings bis in  die 1970/Anfang 80er nicht an Universitäten erworben (in Ba-Wü gibt es heute ja noch Pädagogische Hochschulen, die sind aber Unis praktisch gleichgestellt)

Gymnasiallehrer wurden schon immer besser bezahlt als Grundschullehrer, das ist auch nach A13/TVL 13 weiterhin der Fall, Grundschullehrer verbleiben wie auch Förderschullehrer im gehobenen Dienst, Sek. II Lehrer sind bekanntlich im höheren Dienst (das hat großen Einfluss darauf A14/TVL 14-Stellen und darüber hinaus zu erhalten)

Isi

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« Antwort #1015 am: 25.11.2021 09:46 »
Die Entgeltgruppen der Lehrer richten sich nach der Entgeltordnung-Lehrer. Diese haben die Gewerkschaften mit unterschreiben. Darin ist das Maß zum einen die Besoldungsämter der vergleichbaren Laufbahnen in den Ländern (erinnert euch: Bildung und Laufbahnrecht sind Ländersache). Zum anderen wird nach der persönlichen Erfüllung dieser laufbahnrechtlichen Voraussetzungen und dem konkreten Einsatz geschaut.

In den Ländern, die ihre Grundschullehrämter (noch) mit A12 beglücken, ist das dann eben eine EG 11 (weil die EG9b sowohl A9 als auch A10 beinhaltet).

Kann man alles anders machen, ist aber Tariflage.

Prognose: Die Philologenverbände werden sich das noch ein bisschen ansehen und dann eine A14/EG14 als Basis für Studienräte fordern (zu recht).

Basteln, Stationsarbeit mit Vorlage von Cornelsen, Gitarre spielen und keine Klausuren (Grundschule) ist nicht das gleiche wie quasi-wissenschaftliche Fragestellungen im Diskurs "auf Augenhöhe" mit bald wahlberechtigten Schlaumeiern (Sek II).

Da machen Berufsschullehrer oft nichts anderes -  und der große Vorteil der Gymnasiallehrer ist eben, dass sie A14 auch ohne Funktionsstelle behalten. Nur A15 kann ihnen wieder aberkannt werden wenn die jeweilige Funktion wegfällt.

Undauch die Gymnasiallehrer machen in den Klassen 5-7 wenig anderes als Bilder ausmahlen und dann in ner schönen Fremdsprache beschriften. Zudem können die Gymnasien schwer als "Brennpunktschulen" beschrieben werden. Immerhin stellen sie für sich doch den Anspruch die Elite der Deutschen Schüler auszubilden.

In meiner Studienzeit wurden die auf Lehramt studierenden in den Klausuren in extra Räume gesetzt und die Klausuren dann gekürzt denn sie waren ja keine "richtigen" Biologen...
Das kann sich geändert haben, ist jetzt 25 Jahre her.

Wenn der Staat die Vorassetzungen für die Lehrerausbildung vereinheitlicht (und das hat er) dann sollte er auch die Bezahlung annähern. Den Gymnasiallehrern bleiben ja die Möglichkeit eine Beförderung anzustreben und dann A14 (auf Lebenszeit ohne mehr zu leisten) oder A15 zu werden.

Isi

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« Antwort #1016 am: 25.11.2021 09:47 »
@xina: auch sonst ist eigentlich alles an Isis Beitrag falsch, selbstverständlich gab und gibt (!) eigentlich prinzipiell nur einen Weg Grundschullehrer zu werden (Seiteneinsteiger und so gab es eigentlich in der Vergangenheit eher an Gymnasien.

Gymnasiallehrer wurden schon immer besser bezahlt als Grundschullehrer, das ist auch nach A13/TVL 13 weiterhin der Fall, Grundschullehrer verbleiben wie auch Förderschullehrer im gehobenen Dienst, Sek. II Lehrer sind bekanntlich im höheren Dienst (das hat großen Einfluss darauf A14/TVL 14-Stellen und darüber hinaus zu erhalten)
dummdummdumm
http://seminare-bw.de/,Lde/Startseite/Staatliche-Seminare-fuer-Didaktik-und-Lehrerbildung/allgemeine-informationen-fachlehrkraft

https://www.lehrer-werden.nrw/chancen/multiprofessionelle-teams

35 % der Grundschullehrer haben keinen klassischen Lehramtsstudiengang besucht. Tut mir leid, aber eure alternativen Fakten sind echt schwer erträglich. Nee tut nicht leid, sondern weh.

wossen

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« Antwort #1017 am: 25.11.2021 09:50 »
Das sind Fachlehrer, das ist wieder eine ganz spezielle Konstruktion - die werden übrigens in aller Regel nicht an Grundschulen eingesetzt (sondern eher in Berufs- oder Förderschulen, etwa als Werkstattlehrer). Die werden ja auch A 9 oder A 10 bezahlt (anders als die Berufsschullehrer ab A 13)

Im Berufsschulbereich werden deine (angeblichen) 35% (kommt mir zu hoch vor) dann sicher noch um einiges getoppt werden...

Wie geschrieben, im Prinzip ist der Zugang zum Lehrerberuf eindeutig geregelt.

Isi

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« Antwort #1018 am: 25.11.2021 09:53 »
Auf eben jene hatte ich mich bezogen :D

Wie gesagt: 35% der Grundschullehrer - wenn das bedeutet "in aller Regel nicht an Grundschulen" okay, sowas kann man natürlich schreiben.
Und dann steht da: Fachlehrer werden geziehlt für Grundschulen ausgebildet um...
Egal, ich lass das sein, bringt eh nix!

wossen

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« Antwort #1019 am: 25.11.2021 10:10 »
Isis verlinkte:
Zitat
https://www.lehrer-werden.nrw/chancen/multiprofessionelle-teams

Dir fehlen einfach die elementaren Grundlagen, da geht es um Sozialpädagogen, das sind keine Lehrer, schon da sie i.d.R. nicht unterrichten (obwohl sie durchaus mal Stunden im Unterricht, etwa zu 'sozialem Lernen' machen; Rechtsanwälte erteilen übrigens häufiger Lehraufträge für Rechtskunde im Sek-I-oder Berufsschulbereich, sind dadurch aber keine Lehrer). Natürlich arbeiten an jeder Schule verschiedene Professionen...Den offenen Ganztag machen an allen Schulformen Erzieherinnen usw.

Natürlich ist das an ALLEN Schulformen mit Seiteneinsteigern und so flexibler geworden (und nicht so strikt wie im Rechts- und medizinischen Bereich), aber prinzipiell ist an Grundschulen wie auch an allen anderen Schulformen klar: 2 Staatsexamina im entsprechendem Lehramt (na gut, an Berufsschulen unterrichten sehr viele mit Gym-Lehramt und 2. Stex, aber das ist wieder durch die gemeinsame Sek. II-Stufenbefähigung gedeckt)
« Last Edit: 25.11.2021 10:23 von wossen »