Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 290007 times)

TZSteinbock

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #2055 am: 05.09.2022 11:19 »
Warum sollte es die Länder interessieren, was der Bundeskanzler so von sich gibt? Ich meine, vertikale Gewaltenteilung und so...

Auch die Länder sind eben klassischer Arbeitgeber, der noch dazu auf Grund der Inflation nominelle Mehreinahmen hat. Was spricht also dagegen, diese an die Landesbediensteten als Ausgleich weiterzugeben....

nestor

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« Antwort #2056 am: 05.09.2022 11:40 »
Könnte man die Jahressonderzahlung nicht steuerfrei auszahlen?

TZSteinbock

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #2057 am: 05.09.2022 11:48 »
Könnte man die Jahressonderzahlung nicht steuerfrei auszahlen?

Einerseits ist die Jahressonderzahlung in der Regel bereits Tarifbestandteil und als solche fest geregelt. Hier müsste der Vertrag geändert werden. Taktisch unklug und aufwändig. Besser auf außertarifliche Einmalzahlungen  pochen, gerne auch über 24 Monate gestreckt, um es für die Arbeitgeberseite einfachen zu machen... weil der Brocken dann nicht gleich zu gross wird....

JesuisSVA

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #2058 am: 05.09.2022 11:51 »
Warum sollte es die Länder interessieren, was der Bundeskanzler so von sich gibt? Ich meine, vertikale Gewaltenteilung und so...

Auch die Länder sind eben klassischer Arbeitgeber, der noch dazu auf Grund der Inflation nominelle Mehreinahmen hat. Was spricht also dagegen, diese an die Landesbediensteten als Ausgleich weiterzugeben....

Was auch immer "klassische Arbeitgeber" sein mögen, Regierungsgeschwafel muss sie nicht interessieren. Ob irgendwas dagegen spräche, irgenwas an irgendwen weiterzugeben, kann dahingestellt bleiben, jedenfalls stellen Verlautbarungen des Bundeskanzlers keine Richtschnur des Handelns für irgendwen, der nicht für diesen arbeitet, dar. Und da Dein Aufhänger irgendeine Verlautbarung des Bundeskanzlers war...

Kaiser80

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« Antwort #2059 am: 05.09.2022 12:01 »
Könnte man die Jahressonderzahlung nicht steuerfrei auszahlen?

Einerseits ist die Jahressonderzahlung in der Regel bereits Tarifbestandteil und als solche fest geregelt. Hier müsste der Vertrag geändert werden. Taktisch unklug und aufwändig. Besser auf außertarifliche Einmalzahlungen  pochen, gerne auch über 24 Monate gestreckt, um es für die Arbeitgeberseite einfachen zu machen... weil der Brocken dann nicht gleich zu gross wird....

Die JSZ ist zusätzliches Entgelt für die im Bezugsjahr erbrachte Arbeitsleistung. Dies wird schon am Vergütungscharakter deutlich. Sie soll geleistete Arbeit zusätzlich honorieren, was auch durch die Verminderung der Jahressonderzahlung für Kalendermonate ohne Anspruch auf Entgelt deutlich wird.

Mir fehlt die Fantasie wie man dort aus der Einkommensteuerpflicht kommen soll/will...

TZSteinbock

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #2060 am: 05.09.2022 12:02 »
Warum sollte es die Länder interessieren, was der Bundeskanzler so von sich gibt? Ich meine, vertikale Gewaltenteilung und so...

Auch die Länder sind eben klassischer Arbeitgeber, der noch dazu auf Grund der Inflation nominelle Mehreinahmen hat. Was spricht also dagegen, diese an die Landesbediensteten als Ausgleich weiterzugeben....

Was auch immer "klassische Arbeitgeber" sein mögen, Regierungsgeschwafel muss sie nicht interessieren. Ob irgendwas dagegen spräche, irgenwas an irgendwen weiterzugeben, kann dahingestellt bleiben, jedenfalls stellen Verlautbarungen des Bundeskanzlers keine Richtschnur des Handelns für irgendwen, der nicht für diesen arbeitet, dar. Und da Dein Aufhänger irgendeine Verlautbarung des Bundeskanzlers war...

Ich erwarte aber von meiner Gewerkschaft, dass sie genau diesen Ball des BK aufnimmt.... zumal sie angesichts des letzten Abschlusses etwas gutzumachen hat...

JesuisSVA

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« Antwort #2061 am: 05.09.2022 12:22 »
Das war ber nicht die formulierte Erwartungshaltung. Formuliert wurde eine Erwartung an die "TVL" (gemeint war wohl die TdL):
Nach der gestrigen 3000€- Ankündigung des BK zum Thema Arbeitgeberzahlungen erwarte ich nun eine umgehende Reaktion der TVL. Beginnend ab Januar 2023 befristet auf 24 Monate jeweils 125 € monatlich Inflations-/Energiezuschlag für alle Beschäftigten - und das außertariflich - ohne die üblichen Taschenspielertricks im TVL....

TZSteinbock

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #2062 am: 05.09.2022 13:08 »
Das war ber nicht die formulierte Erwartungshaltung. Formuliert wurde eine Erwartung an die "TVL" (gemeint war wohl die TdL):
Nach der gestrigen 3000€- Ankündigung des BK zum Thema Arbeitgeberzahlungen erwarte ich nun eine umgehende Reaktion der TVL. Beginnend ab Januar 2023 befristet auf 24 Monate jeweils 125 € monatlich Inflations-/Energiezuschlag für alle Beschäftigten - und das außertariflich - ohne die üblichen Taschenspielertricks im TVL....

sorry .. natürlich meine ich die TdL..:-)

JahrhundertwerkTVÖD

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« Antwort #2063 am: 05.09.2022 14:35 »
Die JSZ auf 100% und dann ins Entgelt integrieren.
Hätte den Vorteil, dass die Ungleichbehandlung der EG´s endlich korrigiert wird und als fester Bestandteil der Tabelle kann es auch nicht wieder reduziert werden.

JesuisSVA

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« Antwort #2064 am: 05.09.2022 14:56 »
Klar kann es das. Ob die Tarifpartner nun eine Tabellenerhöhung und eine Abschmelzung der Jahressonderzahlung vereinbaren oder in Ermangelung einer Jahressonderzahlung einfach eine geringere Tabellenerhöhung (oder gar eine Reduzierung des Tabellenentgelts), macht keinen Unterschied.

JahrhundertwerkTVÖD

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« Antwort #2065 am: 05.09.2022 15:36 »
Klar kann es das. Ob die Tarifpartner nun eine Tabellenerhöhung und eine Abschmelzung der Jahressonderzahlung vereinbaren oder in Ermangelung einer Jahressonderzahlung einfach eine geringere Tabellenerhöhung (oder gar eine Reduzierung des Tabellenentgelts), macht keinen Unterschied.

Prinzipiell ist es auch möglich Morgen vom Bus überfahren zu werden...... schon klar.
Auch ist es möglich eine Gewerkschaft zu haben, welche die Interessen der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst vertritt und entsprechende Tarifverträge aushandelt. Die Wahrscheinlichkeit, diese zu finden ist sehr gering.
Der Vorschlag zur Reduzierung des Tabelenentgelts könnte glatt von Verdi kommen.

skiveren

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« Antwort #2066 am: 06.09.2022 21:25 »
Warum sollte es die Länder interessieren, was der Bundeskanzler so von sich gibt? Ich meine, vertikale Gewaltenteilung und so...

Auch die Länder sind eben klassischer Arbeitgeber, der noch dazu auf Grund der Inflation nominelle Mehreinahmen hat. Was spricht also dagegen, diese an die Landesbediensteten als Ausgleich weiterzugeben....

Was auch immer "klassische Arbeitgeber" sein mögen, Regierungsgeschwafel muss sie nicht interessieren. Ob irgendwas dagegen spräche, irgenwas an irgendwen weiterzugeben, kann dahingestellt bleiben, jedenfalls stellen Verlautbarungen des Bundeskanzlers keine Richtschnur des Handelns für irgendwen, der nicht für diesen arbeitet, dar. Und da Dein Aufhänger irgendeine Verlautbarung des Bundeskanzlers war...

Ich erwarte aber von meiner Gewerkschaft, dass sie genau diesen Ball des BK aufnimmt.... zumal sie angesichts des letzten Abschlusses etwas gutzumachen hat...
Was soll die Gewerkschaft gutmachen?
Die Diskussion ist überflüssig.
Zum 01.12.22 gibt es für die Länderbeschäftigten 2,8 % mehr..das wars..
Der Tarifvertrag ( natürlich ein katastrophaler ) läuft bis zum 30.09.2023..

Zinc

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #2067 am: 07.09.2022 09:08 »
Mal was anderes. War eigentlich die 39 Stunden-Woche Thema bei den letzten Verhandlungen? Oder weiß man schon, ob das in den nächsten Verhandlungen thematisiert wird? Habe hierzu nichts gefunden.

Meine Kollegin, die eine ähnliche Tätigkeit ausübt, jedoch nach TVöD beschäftigt ist, arbeitet Vollzeit in einer 39 Stunden-Woche. Sie ist auch eine Gehaltsstufe unter mir, wobei das in der Tabelle tatsächlich nur 7,06 Euro! netto Unterschied sind (selbe Stufe, selbe Steuerklasse etc.). Warum gibt es eigentlich zwischen TVöD und TVL solche Unterschiede? Unsere Tarifabschlüsse lagen zuletzt auch immer hinter denen des TVöD, oder war das nur meine Wahrnehmung?

WasDennNun

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« Antwort #2068 am: 07.09.2022 10:53 »
Mal was anderes. War eigentlich die 39 Stunden-Woche Thema bei den letzten Verhandlungen? Oder weiß man schon, ob das in den nächsten Verhandlungen thematisiert wird? Habe hierzu nichts gefunden.

Meine Kollegin, die eine ähnliche Tätigkeit ausübt, jedoch nach TVöD beschäftigt ist, arbeitet Vollzeit in einer 39 Stunden-Woche. Sie ist auch eine Gehaltsstufe unter mir, wobei das in der Tabelle tatsächlich nur 7,06 Euro! netto Unterschied sind (selbe Stufe, selbe Steuerklasse etc.). Warum gibt es eigentlich zwischen TVöD und TVL solche Unterschiede? Unsere Tarifabschlüsse lagen zuletzt auch immer hinter denen des TVöD, oder war das nur meine Wahrnehmung?
Weil die Struktur der Beschäftigten eben unterschiedlich ist.
und einige im TvL verdienen mehr als die TVöDler und umgekehrt.

Garfield

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« Antwort #2069 am: 07.09.2022 12:31 »
Mal was anderes. War eigentlich die 39 Stunden-Woche Thema bei den letzten Verhandlungen? Oder weiß man schon, ob das in den nächsten Verhandlungen thematisiert wird? Habe hierzu nichts gefunden.

Meine Kollegin, die eine ähnliche Tätigkeit ausübt, jedoch nach TVöD beschäftigt ist, arbeitet Vollzeit in einer 39 Stunden-Woche. Sie ist auch eine Gehaltsstufe unter mir, wobei das in der Tabelle tatsächlich nur 7,06 Euro! netto Unterschied sind (selbe Stufe, selbe Steuerklasse etc.). Warum gibt es eigentlich zwischen TVöD und TVL solche Unterschiede? Unsere Tarifabschlüsse lagen zuletzt auch immer hinter denen des TVöD, oder war das nur meine Wahrnehmung?

Generell ist das Thema auf dem Tisch, aber Verdi hat sich in den letzten Runden den Mitgliederbefragungen widersetzt und wollte lieber eine Schlagzeile mit möglichst großer Prozentzahl. Die Mehrheit liest Dinge wie Laufzeit, JSZ-Reduktion, Arbeitszeit etc eben gar nicht erst. Verdi hat 8% mehr Lohn rausgehandelt, geil! Verdi hat 1300 Corona-Prämie rausgehandelt, geil!

Und wenn ich mir die aktuelle Lage so anschaue, dann wird das auch in der nächsten Verhandlungsrunde wohl nichts werden. Alle schreien nur nach mehr Geld, finanzieller Entlastung, Inflationsausgleich, etc. Die mögliche steuerfreie Sonderzahlung wird garantiert auch in die Verhandlungsmasse geworfen.

Daher gehe ich nicht davon aus, dass Arbeitszeit überhaupt ein Thema sein wird.
Generell wäre der §6 des TV-L mMn längst mal eine Überholung wert. Da wird mit Werten von 2006 jongliert und es kommt ein völlig unverständlicher Wildwuchs bei den Arbeitszeiten heraus, den längst niemand mehr nachvollziehen kann. Eine Kollegin die in einer hiesigen Klinik in der Verwaltung arbeitet hat mich letztens in einem Gespräch korrigieren wollen, als ich sagte, "wir" arbeiten 39,5 Stunden. Ihrer "Sonderstellung" war sie sich gar nie bewusste geworden und der festen Meinung, alle im TV-L arbeiten gleich lange.