Warum nur studentische Hilfskräfte?

Begonnen von AndreasHL, 06.07.2023 13:16

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was_guckst_du

..ich bin einfach gegen eine Überregulierung...ein typisch deutsches Verhalten, das oft kontraproduktiv ist...

und um das mal klarzustellen: ich persönlich käme nie auf die Idee, über die Höchstaltersgrenze hinaus arbeiten zu wollen. Ich würde es aber auch Anderen nicht verbieten wollen

und nun mache ich Feierabend...komme schon über meine 6 Std. ;)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

BAT

Ich denke, dass ist halt eine meiner Meinung nach falsche Auffassung von Arbeit.

Es gibt jene aus dem Arbeitsmarkt und halt jene des Ehrenamtes. Und bei zweitem sollten doch die Rentner zur Verfügung stehen. Ich habe eher den Eindruck, dass diese eher dem Ehrenamt entzogen werden, derzeit durch den Anstieg des realen Renteneintritts. Hier ist viel in dem Bereich zusammengebrochen.

Fraglich ist, was gesellschaftlich besser ist. Und mit meiner Auffassung, dass wir defintiv nicht zu wenig Arbeitsstunden am Markt zu Verfügung haben, bin ich in einer Minderheit. Verbleibe aber bei dieser Position.  ;)

Ach ja: und die Schüler/Studenten/ Azubis kommen auch nicht in den Quark, dem richtigen Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Warum wohl?


Faunus

Zitat von: AndreasHL in 06.07.2023 13:16

in unserer Landesbehörde (Land S-H) werden immer wieder studentische Hilfekräfte eingestellt. Es ist aber bekannt, dass auch ehemalige Kollegen, die noch fit sind, gerne nebenbei in unserer Behörde etwas dazuverdienen würden. Das zuständige Sozialministerium lehnt dies aber ab, keine Beschäftigung von Menschen im Rentenalter.


Warum?
Es durfte schon immer als Rentner (mit Einschränkungen) hinzuverdient werden.
Inzwischen darf man scheinbar Vollrente beziehen und Vollzeit arbeiten. Wer das mag... mir egal, aber ich finde es merkwürdig, u.U. aber notwendig für den einen oder anderen Vollrentenbezieher.


Zitat von: AndreasHL in 06.07.2023 13:16

Ist das reine Willkür oder geht es mal wieder um das liebe Geld? Nachfragen über unseren Amtsleiter ergaben nur, dass das so von oben gewünscht sei.


Würde ich jetzt Mal unter Altersdiskriminierung näher betrachten und der AG hat "immer recht"  8)

Fazit... ein AG, der mir schon Jahre vor meinem Ruhestand signalisiert, dass er mich nicht Mal mehr stundenweise haben will... der darf gleich sofort noch zusätzliche Hiwis einstellen, da ich leider einen altersbedingten Leistungsabfall erleide so "kurz" vor der Rente.

Und schon hast Du auch eine Begründung ;D

Faunus

Zitat von: BAT in 06.07.2023 15:04
Ich denke, dass ist halt eine meiner Meinung nach falsche Auffassung von Arbeit.

Es gibt jene aus dem Arbeitsmarkt und halt jene des Ehrenamtes. Und bei zweitem sollten doch die Rentner zur Verfügung stehen. Ich habe eher den Eindruck, dass diese eher dem Ehrenamt entzogen werden, derzeit durch den Anstieg des realen Renteneintritts. Hier ist viel in dem Bereich zusammengebrochen.

Fraglich ist, was gesellschaftlich besser ist. Und mit meiner Auffassung, dass wir defintiv nicht zu wenig Arbeitsstunden am Markt zu Verfügung haben, bin ich in einer Minderheit. Verbleibe aber bei dieser Position.  ;)

Ach ja: und die Schüler/Studenten/ Azubis kommen auch nicht in den Quark, dem richtigen Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Warum wohl?


Also ich habe ehrenamtlich ca. vom 19-28 , vom 35 - 42 Lebensjahr und bis vor kurzem nochmals 4 Jahre ehrenamtlich gearbeitet. Als Rentner stehe ich einem Ehrenamt nicht mehr zur Verfügung. Da habe ich mir doch ganz unverschämt eine andere Lebensplanung erlaubt!

Mit welchem Recht wird von Rentnern ehrenamtliche Tätigkeit erwartet?

BAT

Zitat von: Faunus in 06.07.2023 15:22

Mit welchem Recht wird von Rentnern ehrenamtliche Tätigkeit erwartet?

Keiner verlangt das. Nur verlange ich diesem Ansinnen, oder auch jenem mit dem Wohnmobil Monate unterwegs zu sein oder die Hälfte des Jahres in Pattaya zu leben, keine Steine in den Weg zu legen.

Eingedenk einer Regelung, die es dem Rentner mittlerer Art und Güte möglich macht, auskömmlich finanziell zu leben.

Faunus

Solange sie die Finger von den Minderjährigen lassen und der Kultur des Gastgeberlandes Respekt entgegenbringen... aber gerne doch.

MoinMoin

Zitat von: BAT in 06.07.2023 13:42
Zitat von: was_guckst_du in 06.07.2023 13:27
Zitat von: AndreasHL in 06.07.2023 13:16
Jemand eine Ahnung, was dahinter stecken könnte?

Viele Grüße

Andreas

...antiqiertes Denken!

Einspruch! Rente ist Rente und soll auch so bleiben. Man muss sich halt mal entscheiden, ob man arbeiten will oder Enten füttern möchte.

Widerspruch Rente ist Rente und uU ein nicht freiwilliger Zustand, so dass keine Entscheidung gefällt wurde.

Organisator

Zitat von: MoinMoin in 06.07.2023 16:04
Zitat von: BAT in 06.07.2023 13:42
Zitat von: was_guckst_du in 06.07.2023 13:27
Zitat von: AndreasHL in 06.07.2023 13:16
Jemand eine Ahnung, was dahinter stecken könnte?

Viele Grüße

Andreas

...antiqiertes Denken!

Einspruch! Rente ist Rente und soll auch so bleiben. Man muss sich halt mal entscheiden, ob man arbeiten will oder Enten füttern möchte.

Widerspruch Rente ist Rente und uU ein nicht freiwilliger Zustand, so dass keine Entscheidung gefällt wurde.

Rente ist eine Antragsleistung. Wer weiterarbeiten möchte, kann auch keine Rente beantragen und sie um einen Faktor erhöht erst später in Anspruch nehmen.

Grundsätzlich finde ich aber, jeder nicht Schulpflichtige sollte das Recht haben, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Insbesondere wenn man meint, dass die Rente nicht ausreichend ist.
Ökonomisch halte ich es auch für sinnvoll, erfahrene altgediente Mitarbeiter z.B. als Mentoren oder Berater einzusetzen. Wenn ich z.B. sehe, wie ein alter, erfahrener Handwerker erstmal seine Gesellen Kaffee holen schickt, nen Rundgang über die Baustelle macht und dann kraft seiner Erfahrung die Arbeit einteilt, (statt dass die Gesellen gleich anfangen), ist dem Arbeitgeber viel Zeit und Geld gespart.
Und wer Lust auf sowas hat, auch als Rentner, wäre profitabel für alle.

Faunus

Anekdote:
Muss in den 80er Jahren gewesen sein, als ein Konzern die "Alten" (AN 50plus) mit unter 25 Jahren Betriebszugehörigkeit in den Ruhestand gepresst und durch "billigere" Jüngere ersetzte.
Fazit: die hauseigene Betriebsfeuerwehr ist aus dem "Löschen" nicht mehr rausgekommen und wenn Unfälle/Leckagen Tagesgeschäft werden...Wer billig kauft, kauft 2x - Binsenweisheit von "Anno Schnuff"

Leider haben sich der Hauptteil der in den Zwangsruhestand versetzten Alten auch nicht mehr mit Prämien zum Zurückkommen überreden lassen.

Meinem Vater ist es auch so gegangen. Nur hat der sich den Popo vergolden lassen können, damit er freiwillig gegangen werden konnte, um dann 6 Monate später bei einem großzügigen Willkommen-zurück-Angebot zufrieden abwinken zu können.


BAT

Da diese Weisheiten von 50 auf 60 gelten, ebenso von 60 auf 70, ebenso von 70 auf 80. Was hat das mit der Ausgangsthematik zu tun?

Faunus

Zitat von: BAT in 06.07.2023 17:31
Was hat das mit der Ausgangsthematik zu tun?

Also ich schätze Dich Mal so ein, dass Du mit Nachdenken die Antwort auf Deine Frage selbständig findest.

MoinMoin

Zitat von: Organisator in 06.07.2023 16:50
Zitat von: MoinMoin in 06.07.2023 16:04
Zitat von: BAT in 06.07.2023 13:42
Zitat von: was_guckst_du in 06.07.2023 13:27
Zitat von: AndreasHL in 06.07.2023 13:16
Jemand eine Ahnung, was dahinter stecken könnte?

Viele Grüße

Andreas

...antiqiertes Denken!

Einspruch! Rente ist Rente und soll auch so bleiben. Man muss sich halt mal entscheiden, ob man arbeiten will oder Enten füttern möchte.

Widerspruch Rente ist Rente und uU ein nicht freiwilliger Zustand, so dass keine Entscheidung gefällt wurde.

Rente ist eine Antragsleistung. Wer weiterarbeiten möchte, kann auch keine Rente beantragen und sie um einen Faktor erhöht erst später in Anspruch nehmen.
Stimmt, habe ich glatt vergessen, weil leider habe wir in vielen Tarifverträgen die Auflösungssystematik mit erreichen des Regelalters, aber auch das hat man freiwillig unterschrieben.

Insofern ist meine Aussage nicht korrekt gewesen.
Hat man eigentlich Anspruch auf arbeitslosen Geld, wenn man (wegen der "Auflösungsklausel") arbeitslos geworden ist und "vergessen" hat die Rente zu beantragen?  :o

Faunus

Das Problem liegt darin, dass ALG-1 zwei Jahre vor Rentenbeginn nicht als anrechenbare Wartezeit zählt, d.h. dass u.U. eine abschlagsfreie Rente nicht erreicht wird, aber ALG-1 erhält man. Aber es gibt hier garantiert jemanden, der sich da sicher auskennt.

.

xap

Um beim Thema zu bleiben, ein Grund nur Werkstudenten einzustellen sind die sehr niedrigen Lohnnebenkosten. Bin da kein Profi, meine aber das diese % niedriger sind als bei 450€/520€ Jobs. Studenten dürfen auch gut 20h/Woche arbeiten.

PiA

'Echte' Werkstudenten die über der Minijobgrenze verdienen sind in der SV nur RV-pflichtig, der AG-Anteil liegt also bei nur 9,3% statt bei 28% wie bei den Minijobbern(, die 2% Minijob-LSt werden bei uns dem AN belastet, weil eine Nettolohnvereinbarung AT wäre).
'Dafür' zahlt der Werkstudi halt auch 9,3% AN-RV-Anteil.l, hat also einen niedrigeren Nettostundenlohn als ein Minijobber.