Tarifrunde TVöD 2025 - Diskussion I

Begonnen von E15TVL, 09.10.2024 18:47

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xirot

Zitat von: BAT in 28.10.2024 19:42
Du musst richtig lesen, von Gebäuden ist nicht die Sprache.

Willst du jetzt auf MoinMoin machen? Dukaten scheißen und die gelebte Praxis außen vor lassen. Niemand hat behauptet, dass es ein allgemeines Rauchverbot für Gebäude gibt. Nichts desto trotz ist es die gelebte Praxis am Arbeitsplatz.

NelsonMuntz

Zitat von: BAT in 28.10.2024 19:23
Zitat von: NelsonMuntz in 28.10.2024 14:26

Fun Fact: Ich habe selbst mal geraucht und war zu jener Zeit im Betriebsrat (in der pW). Ich habe das dort kommende Rauchverbot in den Gebäuden und die Pflicht zum Ausstempeln seinerzeit absolut und uneingeschränkt unterstützt.

Wann wurde denn das Rauchen in Firmen gesetzlich verboten, bis auf die Gastronomie? Das ist mir neu...

Nana, wir reden hier nicht über Gesetze, sondern über eine BV.

Nach einem Neubau des Verwaltungstraktes kam der Wunsch von Nichtrauchern auf, man könne doch jetzt mal ein wenig dem Nichtraucherschutz nachkommen und das Rauchen im Gebäude untersagen. Vorher galt: Rauchen ist immer und überall erlaubt - selbst bei Ka**en auf dem Klo glom der Stengel. Hierbei wurde auch die durch das Rauchen verschwendete Arbeitszeit wurde thematisiert.

Die Idee: Rauchen a) nur draußen und b) außerhalb der Arbeitszeit fand meine volle Unterstützung, obwohl ich selbst zu jener Zeit noch Raucher war. Rauchen ist halt Freizeit.

 

BAT

Achso. Das "kommende Rauchverbot" hat sich eher nach einer Einwirkung von außen angehört.

Und kann es auch nicht so im Rahmen des Mitbestimmungsrechts.

NelsonMuntz

Zitat von: BAT in 28.10.2024 20:01
Achso. Das "kommende Rauchverbot" hat sich eher nach einer Einwirkung von außen angehört.

Und kann es auch nicht so im Rahmen des Mitbestimmungsrechts.

Es war wirklich widerlich davor. Gelbe, klebende Wände - selbst als Raucher bekam man Brechreiz.

Von daher die Idee: Rauchen nur draußen und Ausstempeln beim Verlassen des Gebäudes - was dann auch so (mit meiner Zustimmung im BR) umgesetzt wurde.

Am Rande: Mit dem Rauchen habe ich erst ein paar Jahre später aufgehört, als die Ärzte nicht wussten, ob ich  COPD oder Lungenkrebs habe - war dann "nur" eine hartnäckige Lungenentzündung, aber die hat mehr geholfen als eine "Ausstempel-Pflicht" ;)

BAT

Herzlichen Glückwunsch.

Aber die genannten Parameter sind natürlich nicht geeignet, ein Rauchverbot zu erlassen. Eher ein Gebot, einen Malerbetrieb zu bestellen.

NelsonMuntz

Zitat von: BAT in 28.10.2024 20:20
Herzlichen Glückwunsch.

Aber die genannten Parameter sind natürlich nicht geeignet, ein Rauchverbot zu erlassen. Eher ein Gebot, einen Malerbetrieb zu bestellen.

Formalrechtlich hast Du da sicher einen Punkt. Außerhalb des öD werfen Leute aber auch Ihre Ideen, Wünsche und auch ihre Probleme in einen Topf und versuchen (ganz ohne Gesetze) eine einvernehmliche Lösung zu finden ... ich vermisse das manchmal im öD ;)

Aber im Ernst: Wer sich während eines 8h-Tages 10 Mal für eine Kippe im Raucherraum aufhält, hat definitiv jedes Recht verwirkt, die Kaffeepausen oder die kurzen Pläuschchen anderer MA zu monieren ;) ... die 30h-Woche mit 100% Leistung ist nur eine Illusion.

7564

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Realistisch?

Martin82

Die effektiv genutzte 30h-Woche ist keine Illusion.
6 Stunden kann man wunderbar effektiv nutzen. Ich fühle mich besser, wenn ich weiß, dass ich keine Pflichtpause und anschließend noch ein paar Stunden um auf 7:48 zu kommen absitzen muss und nachmittags etwas sinnvolles machen kann (Sport, Freizeit, Kochen, Haushalt usw).

Es wird wohl so kommen, dass die Arbeitszeit reduziert wird, weil es die allgemeine Stimmung im Land ist, die ich so wahrnehme. Arbeiten lohnt sich weniger als noch vor 5 oder 10 Jahren und das Bürgergeld wurde um satte 60 Euro während erhöht, während jeder Arbeitnehmer wegen der Inflation den Gürtel enger schnallen musste.
Für die AG wäre es dann die zweite Nullrunde in Folge, denn es wird für die 2 Stunden niemand zusätzlich eingestellt.
Aus Arbeitnehmersicht lohnt es sich wegen den gestiegenen Lohnkosten eher, dass eine TVÖD-Laufzeit von 10 Jahren ausgehandelt und die wöchentliche Arbeitszeit um 8 Stunden verringert wird, und dann kann man die 8 Stunden auf Minijobbasis Supermarktregale einräumen. Man vermeidet dann die horrenden Lohnnebenkosten. Win-Win-Situation für alle.

XLS

Zitat von: Martin82 in 29.10.2024 05:56
Die effektiv genutzte 30h-Woche ist keine Illusion.
6 Stunden kann man wunderbar effektiv nutzen. Ich fühle mich besser, wenn ich weiß, dass ich keine Pflichtpause und anschließend noch ein paar Stunden um auf 7:48 zu kommen absitzen muss und nachmittags etwas sinnvolles machen kann (Sport, Freizeit, Kochen, Haushalt usw).

Es wird wohl so kommen, dass die Arbeitszeit reduziert wird, weil es die allgemeine Stimmung im Land ist, die ich so wahrnehme. Arbeiten lohnt sich weniger als noch vor 5 oder 10 Jahren und das Bürgergeld wurde um satte 60 Euro während erhöht, während jeder Arbeitnehmer wegen der Inflation den Gürtel enger schnallen musste.
Für die AG wäre es dann die zweite Nullrunde in Folge, denn es wird für die 2 Stunden niemand zusätzlich eingestellt.
Aus Arbeitnehmersicht lohnt es sich wegen den gestiegenen Lohnkosten eher, dass eine TVÖD-Laufzeit von 10 Jahren ausgehandelt und die wöchentliche Arbeitszeit um 8 Stunden verringert wird, und dann kann man die 8 Stunden auf Minijobbasis Supermarktregale einräumen. Man vermeidet dann die horrenden Lohnnebenkosten. Win-Win-Situation für alle.

...ein belegbares Beispiel sind dahingehend auch die vielen Teilzeitkräfte, die aus meiner Sicht im Rahmen ihrer verkürzten Arbeitszeit rationaler Arbeiten. Fallzahlzuordnungen und auch Vertretungsregelungen lassen sich nicht immer haargenau auf die jeweiligen Teilzeitäquivalente übertragen, so dass es nicht selten ist, wenn z. B. eine 30 Stunden Kraft in die Vertretung einer Vollzeitstelle eingebunden ist. Die Teilzeitkraft schafft die Aufgaben der Vollzeitkraft i. d. R. in gleicher Qulität.

NelsonMuntz

Zitat von: Martin82 in 29.10.2024 05:56
Die effektiv genutzte 30h-Woche ist keine Illusion.
6 Stunden kann man wunderbar effektiv nutzen. Ich fühle mich besser, wenn ich weiß, dass ich keine Pflichtpause und anschließend noch ein paar Stunden um auf 7:48 zu kommen absitzen muss und nachmittags etwas sinnvolles machen kann (Sport, Freizeit, Kochen, Haushalt usw).

Die Raucher werden trotzdem rauchen und die Kaffeetrinker Kaffee trinken - Nicht vergessen: Arbeit ist eben auch Teil der persönlichen, sozialen Sphäre.

Darüber hinaus ist das natürlich eine Sache der individuellen Aufgaben. Ein Pförtner z.B. pförtnert so lange, wie er pförtnern muss. Da gibt es kein früher fertig, weil man so konzentriert und effektiv gearbeitet hat.

Zitat
Es wird wohl so kommen, dass die Arbeitszeit reduziert wird, weil es die allgemeine Stimmung im Land ist, die ich so wahrnehme. Arbeiten lohnt sich weniger als noch vor 5 oder 10 Jahren und das Bürgergeld wurde um satte 60 Euro während erhöht, während jeder Arbeitnehmer wegen der Inflation den Gürtel enger schnallen musste.
Für die AG wäre es dann die zweite Nullrunde in Folge, denn es wird für die 2 Stunden niemand zusätzlich eingestellt.
Aus Arbeitnehmersicht lohnt es sich wegen den gestiegenen Lohnkosten eher, dass eine TVÖD-Laufzeit von 10 Jahren ausgehandelt und die wöchentliche Arbeitszeit um 8 Stunden verringert wird, und dann kann man die 8 Stunden auf Minijobbasis Supermarktregale einräumen. Man vermeidet dann die horrenden Lohnnebenkosten. Win-Win-Situation für alle.

Wer oder was ist die "allgemeine Stimmung im Land"?

Und na klar: Ich reduziere unter Gehaltsverzicht meine Arbeitszeit (was in der Konsequenz bedeutet, dass ich mit meinen Leuten Projektarbeit zu Gunsten von Linientätigkeiten aufgeben und dann teuer zukaufen muss) und stelle mich im Anschluss in den Supermarkt zum Regale einräumen? So geht Zukunft!  :o ::)

Bei den Lasten durch Steuern und Abgaben bin ich ja bei Dir, aber das ist a) kein Tarifthema und b) nicht durch eine allgemeine Reduktion der Arbeitsleistung lösbar ... dann kann man auch direkt die LINKE wählen und vom "Wohlstand des Weniger" träumen.


NelsonMuntz

Zitat von: XLS in 29.10.2024 08:04
...ein belegbares Beispiel sind dahingehend auch die vielen Teilzeitkräfte, die aus meiner Sicht im Rahmen ihrer verkürzten Arbeitszeit rationaler Arbeiten. Fallzahlzuordnungen und auch Vertretungsregelungen lassen sich nicht immer haargenau auf die jeweiligen Teilzeitäquivalente übertragen, so dass es nicht selten ist, wenn z. B. eine 30 Stunden Kraft in die Vertretung einer Vollzeitstelle eingebunden ist. Die Teilzeitkraft schafft die Aufgaben der Vollzeitkraft i. d. R. in gleicher Qulität.

Mit der These gehst Du jetzt mal in ein Krankenhaus und überträgst Deine Ideen auf den Pflegebereich ;)

Martin82

Interessen von motivierten Arbeitnehmern mit Bruttoeinkünften zwischen 3500 und 10000 monatlich sind zurzeit von keiner Partei und keiner Gewerkschaft abgebildet, also wird es kein passendes Tarifergebnis geben. Es wird einen wahnsinnigen Sockelbetrag von 300 - 350 Euro geben und für den Rest 1%.

Ich bin sogar dankbar darum und genieße die beste Work-/Life-Balance meines Lebens. Gerne darf es auch wieder solche Nullrunden wie bei der letzten Tarifverhandlung geben.

BAT

Zitat von: NelsonMuntz in 28.10.2024 20:45

Aber im Ernst: Wer sich während eines 8h-Tages 10 Mal für eine Kippe im Raucherraum aufhält, hat definitiv jedes Recht verwirkt, die Kaffeepausen oder die kurzen Pläuschchen anderer MA zu monieren ;) ... die 30h-Woche mit 100% Leistung ist nur eine Illusion.

Nö, eigentlich wissenschaftlich belegt. Wenn auch in den Studien immer mit einem kleinem Unternehmenspool.

BAT

Zitat von: Martin82 in 29.10.2024 08:32
Interessen von motivierten Arbeitnehmern mit Bruttoeinkünften zwischen 3500 und 10000 monatlich sind zurzeit von keiner Partei und keiner Gewerkschaft abgebildet, also wird es kein passendes Tarifergebnis geben. Es wird einen wahnsinnigen Sockelbetrag von 300 - 350 Euro geben und für den Rest 1%.

Streiche bitte "zurzeit". Ich sehe doch etwas Sarkasmus in deinen Beiträgen. Aber es hat schon einen gewissen Kern, auch hier eine Steueroptimierung durch Teilzeit und evtl. geringfügige Beschäftigung zusätzlich einzugehen.

An eine Lösung für "die Mitte" glaube ich nicht mehr, wähle aber zumindest noch, im Bekanntenkreis bröckelt das eklatant.

BAT

Zitat von: NelsonMuntz in 29.10.2024 08:08

Die Raucher werden trotzdem rauchen und die Kaffeetrinker Kaffee trinken - Nicht vergessen: Arbeit ist eben auch Teil der persönlichen, sozialen Sphäre.


Völlig unnützes Beispiel, zum Rauchen wir aus gestempelt, zum Kaffee trinken nicht.