Tarifrunde TVöD 2025 - Diskussion I

Begonnen von E15TVL, 09.10.2024 18:47

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UNameIT

Zitat von: KlammeKassen in 18.12.2024 15:01
Zitat von: BVerfGBeliever in 18.12.2024 14:30
Wir haben nun mal ein progressives Steuersystem, bei dem Leute mit höheren Einkommen höhere (Grenz)Steuersätze zahlen als Menschen mit niedrigeren Einkommen.

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass Leute unterschiedlich stark von Freibeträgen ,,profitieren". Beispiel Pendlerpauschale (unter der Annahme, dass der Pauschbetrag schon anderweitig ausgeschöpft wurde):

1.) Wenn jemand mit 42% Grenzsteuersatz eine Pendlerpauschale von 1.000 € beantragt, bekommt er 420 € vom Finanzamt zurück. Oder sogar 470 €, wenn er in der Soli-Gleitzone ist (solange es den Soli noch gibt).
2.) Wenn jemand mit 30% Grenzsteuersatz eine Pendlerpauschale von 1.000 € beantragt, bekommt er hingegen nur rund 300 € zurück (bzw. noch etwas weniger, weil er ja mit 1.000 € weniger zvE nicht mehr bei 30% Grenzsteuersatz liegt).


Gleiches gilt für die Kinderfreibeträge. Und wie völlig richtig von @UNameIT angemerkt, ist das Kindergeld lediglich eine ,,künstlich gezogene Untergrenze", damit Menschen mit geringen Einkommen mehr bekommen, als ihnen nach der Steuerlogik eigentlich zustehen würde.

Das alles kann man gut oder schlecht finden. Aber zumindest die Fakten sollten doch wohl nicht in Frage gestellt werden.

Und das Thema kalte Progression könnte wie erwähnt völlig problemlos durch eine automatische jährliche Anpassung der Steuerfunktion an die jeweilige Inflation adressiert werden, aber das hatten wir ja schon..

Vielen Dank!

MoinMoin ist immer gleich sehr eingeschnappt, so dass das echt anstrengend ist. Angeblich ist man dann immer auf gewisse Dinge nicht eingegangen oder es wird felsenfest etwas behauptet, was jedoch nie durch Literatur belegt wird.
Ich bin auch der Meinung, dass man es einfacher haben könnte und direkt eine Anpassung in Höhe der Inflation automatisch vornehmen könnte, in anderen Staaten wird das teilweise auch so gemacht.

Darf ich mich dem anschließen? MoinMoin, dreht sich am Ende die Dinge doch immer so, wie er sie gerne hätte, bzw. wie sie in sein Weltbild passen.

SimsiBumbu

Zitat von: UNameIT in 19.12.2024 13:26
Zitat von: KlammeKassen in 18.12.2024 15:01
Zitat von: BVerfGBeliever in 18.12.2024 14:30
Wir haben nun mal ein progressives Steuersystem, bei dem Leute mit höheren Einkommen höhere (Grenz)Steuersätze zahlen als Menschen mit niedrigeren Einkommen.

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass Leute unterschiedlich stark von Freibeträgen ,,profitieren". Beispiel Pendlerpauschale (unter der Annahme, dass der Pauschbetrag schon anderweitig ausgeschöpft wurde):

1.) Wenn jemand mit 42% Grenzsteuersatz eine Pendlerpauschale von 1.000 € beantragt, bekommt er 420 € vom Finanzamt zurück. Oder sogar 470 €, wenn er in der Soli-Gleitzone ist (solange es den Soli noch gibt).
2.) Wenn jemand mit 30% Grenzsteuersatz eine Pendlerpauschale von 1.000 € beantragt, bekommt er hingegen nur rund 300 € zurück (bzw. noch etwas weniger, weil er ja mit 1.000 € weniger zvE nicht mehr bei 30% Grenzsteuersatz liegt).


Gleiches gilt für die Kinderfreibeträge. Und wie völlig richtig von @UNameIT angemerkt, ist das Kindergeld lediglich eine ,,künstlich gezogene Untergrenze", damit Menschen mit geringen Einkommen mehr bekommen, als ihnen nach der Steuerlogik eigentlich zustehen würde.

Das alles kann man gut oder schlecht finden. Aber zumindest die Fakten sollten doch wohl nicht in Frage gestellt werden.

Und das Thema kalte Progression könnte wie erwähnt völlig problemlos durch eine automatische jährliche Anpassung der Steuerfunktion an die jeweilige Inflation adressiert werden, aber das hatten wir ja schon..

Vielen Dank!

MoinMoin ist immer gleich sehr eingeschnappt, so dass das echt anstrengend ist. Angeblich ist man dann immer auf gewisse Dinge nicht eingegangen oder es wird felsenfest etwas behauptet, was jedoch nie durch Literatur belegt wird.
Ich bin auch der Meinung, dass man es einfacher haben könnte und direkt eine Anpassung in Höhe der Inflation automatisch vornehmen könnte, in anderen Staaten wird das teilweise auch so gemacht.

Darf ich mich dem anschließen? MoinMoin, dreht sich am Ende die Dinge doch immer so, wie er sie gerne hätte, bzw. wie sie in sein Weltbild passen.

Wo bleibt denn der Link?

KeuleMS

Die TK erhöht von 1,2 auf 2,45%. Na da habe ich mal von 2024 auf 2025 mit allen gesetzlichen Änderungen 73 Euro weniger netto in der Tasche ohne dass ich was dafür kann. Vielleicht gleicht das ja die Tariferhöhung aus (wenn denn eine kommt).

alterschlingel

Im Gesundheitswesen bzw. dessen Kosten läuft gerade ganz schön was aus dem Ruder !!

xirot

Zitat von: KeuleMS in 19.12.2024 15:13
Die TK erhöht von 1,2 auf 2,45%. Na da habe ich mal von 2024 auf 2025 mit allen gesetzlichen Änderungen 73 Euro weniger netto in der Tasche ohne dass ich was dafür kann. Vielleicht gleicht das ja die Tariferhöhung aus (wenn denn eine kommt).

Meine GKV hat erst im Sommer um 0,7 erhöht und erhöt jetzt nochmal um 1% auf zusammen 3,5% Zusatzbeitrag. Der Wahnsinn.

Zum Glück ist es für mich netto ja nur die Hälfte und davon nur 58%. Ich schau morgen was die BKK Firmus macht und dann wird über einen Wechsel entschieden.

BAT

Vieles sind ja politische Entscheidungen, da hat Lauterbach ja einiges auf dem Weg gebracht.

Schlimmer finde ich aber die doch sehr hoch ausgefallene Anhebung der BBG. Muss man nachschauen, ich bin glaube ein paar 100 € drüber (oder drunter?).... :P

KlammeKassen

Zitat von: NelsonMuntz in 18.12.2024 21:51
Zitat von: KlammeKassen in 18.12.2024 20:32

Ich sehe das auch ähnlich; wer 42 % Steuern zahlt, wird logischerweise mit jedem Euro Minderung mehr entlastet, als jemand, der nur 17 % Steuern zahlt (also Grenzsteuersatz).

Der Freibetrag ist für alle gleich; Kindergeld ist für die Leute, die nicht vom Kinderfreibetrag profitieren, halt die bessere finanzielle Lösung.

Unfair finde ich es daher auch nicht.

Gedankenexperiment:

2 Leute arbeiten - der eine bekommt 50k p.a., der andere bekommt 100k p.a.

Beide fahren das gleiche Auto und legen die gleiche Strecke zur Arbeit zurück.

Aber einer erhält die höhere Steuersubvention.

"Fair"? (Reine Frage der Gerechtigkeit, keine steuerjuristische Beleuchtung bitte)

Hätten wir eine Flat-Tax, hätten wir diese "Probleme" gar nicht. (Dafür vielleicht wieder andere ;))

Gerecht ist ja eigentlich: Wer mehr zahlt, bekommt auch mehr Erstattung.... liegt, wie bereits festgestellt, ja einfach an dem System hier.

Würde der 100 k = 30 % zahlen und der 50 k = 30 % zahlen, wäre das halt wieder anders.

KlammeKassen


[/quote]

Da Kinder jedoch nicht das Eigentum ihrer Eltern sind, gleichwohl jedoch die Zukunft unseres Landes darstellen, sollte man darüber nachdenken, eine gleichförmige Förderung für diese Kinder zu implementieren, bis diese sich selbst ernähren können (also im Ideal nach Abschluss der 1. Berufsausbildung).

[/quote]

Fraglich bleibt dies nur, wenn die Kinder Bürgergeldempfänger werden, zahlreiche Straftaten begehen, Sozialbetrug begehen und im Gefängnis-"Hotel" landen.

Müssen diese Eltern dann die Förderungen zurückzahlen?

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in 19.12.2024 08:59
Zitat von: xirot in 18.12.2024 20:22
Würde mich freuen wenn die entfernungspausche abgeschaft wird. Dann bin ich endlich gezwungen die tatsächlichen Kosten abzusetzen.
Kann man doch auch schon jetzt,
sofern es die Kosten für Öffis sind  ;D

insofern wäre nicht für die Abschaffung der Entfernungspauschale, sondern für die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit  zwischen Pauschale und tatsächliche Kosten (so wie es die Selbstständigen auch dürfen)

Meinst du also, dass er sein Auto als Öffi benutzen soll? Also jeden morgen einfach 4 Tramper einladen  :P

BAT

Die Absetzung tatsächlicher Kosten würde die Fahrgemeinschaften schlechter stellen, was ökologisch nicht gewollt ist.

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in 19.12.2024 09:37
Zitat von: KlammeKassen in 18.12.2024 15:01
MoinMoin ist immer gleich sehr eingeschnappt, so dass das echt anstrengend ist. Angeblich ist man dann immer auf gewisse Dinge nicht eingegangen oder es wird felsenfest etwas behauptet, was jedoch nie durch Literatur belegt wird.
Ich bin hartnäckig aber nicht eingeschnappt und sträube mich sehr gegen falsche Behauptungen, die aus fehlerhafte Interpretation von vermeidlichen Quellen stammen.
Und belege meine Behauptungen idR mit nachlesbaren Quellen.
Ja
das ist für euch anstrengend.
Zitat
Ich bin auch der Meinung, dass man es einfacher haben könnte und direkt eine Anpassung in Höhe der Inflation automatisch vornehmen könnte, in anderen Staaten wird das teilweise auch so gemacht.
Ja, ein automatisches verschieben der Stützpunkte auf Basis der durchschnittlichen Einkommenssteigerung des Vorjahres wäre guter Automatismus um die kalte Progression abzumildern.(natürlich sollte man dabei niemals nach Links schieben, was 2019/2020 der Fall gewesen wäre  :D )

Aber dann kann man sich nicht dafür feiern lassen und man kann dann nicht mehr in dem Gesamtpaket Klientelpolitik verstecken.

Ich hatte den Link nicht gesehen, den du gepostet hast, aus dem sich ergibt, dass die SPD und Grünen unbedingt die kalte Progression bekämpfen wollten.


zum automatischen Ausgleich: jap, definitiv.
Das zugrundegelegte Durchschnittseinkommen für den Rentenpunkt war in dem Jahr tatsächlich auch geringfügig abgesunken.

Hier sollte man sich dann am Bürgergeld orientieren und an der ausgezahlten Rente: sinken die Löhne, wird er beibehalten und nicht reduziert.

Ja heute wurde auch wieder gefeiert im Parlament wegen der Anpassung (Rat muss noch zustimmen).

BTW
Das ganze wird wohl dennoch ein krasses Minusgeschäft. Die Kassen sind mit den 0,8 % ja nicht annähernd ausgekommen (außer diejenigen, die so pleite sind, dass sie bereits unterjährig angehoben haben).

KlammeKassen

Zitat von: NelsonMuntz in 19.12.2024 09:50
Zitat von: BAT in 19.12.2024 09:25
Wenn im Maximum bis zu 70 Kinderkrankentage zur Verfügung stehen, ist die Arbeitsleistung dieser Kohorten nicht wirklich auf einer Stufe.

Hmmm, also fändest Du es eher gerechtfertigt, wenn es hier keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall der Kinder gäbe? Man könnte auch nach Anzahl der Kinder gestaffelt einen tariflichen Gehaltsmalus einbauen, um hier pauschal einen Ausgleich zu leisten.

Wie sähe das aber mit erwachsenen AN aus, die chronisch krank sind, oder die Besuch von Gevatter Krebs bekommen? Das ist ja genauso Mist!

Dann mal weg mit diesem Sozialkrempel Lohnfortzahlung! ... Bist ja auch schon Ü50 - Wünsche gute Gesundheit ;)

Die meisten meiner Kollegen melden lieber sich selbst krank  ;) - ist weniger bürokratisch und führt zu keinen Abzügen. Insofern es um Sachen geht, die nur ein paar Tage dauern.

xirot

Zitat von: BAT in 19.12.2024 19:26
Die Absetzung tatsächlicher Kosten würde die Fahrgemeinschaften schlechter stellen, was ökologisch nicht gewollt ist.

Wenn jeder die Kosten absetzt die zum erreichen des Arbeitsortes tatsächlich entstehen, wie wäre dann jemand schlechter gestellt der gar keine Kosten hat? :o

BAT

Schlechter gestellt im Vergleich zur derzeitigen Rechtslage.

Natürlich werden bei Fahrgemeinschaften Kosten abgesetzt, die gar nicht entstanden sind.

KlammeKassen

Zitat von: KeuleMS in 19.12.2024 15:13
Die TK erhöht von 1,2 auf 2,45%. Na da habe ich mal von 2024 auf 2025 mit allen gesetzlichen Änderungen 73 Euro weniger netto in der Tasche ohne dass ich was dafür kann. Vielleicht gleicht das ja die Tariferhöhung aus (wenn denn eine kommt).

Dabei ist die TK trotz der sehr krassen Erhöhung sogar insgesamt immer noch eine der günstigeren Kassen.......
Und bereits jetzt sagen die Krankenkassen, dass wohl 2026 eine weitere Anhebung stattfinden wird. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass es bei der Pflegeversicherung 2026 auch Erhöhungen geben wird.

Bei der Rentenversicherung könnte es nach letzten Schätzungen 2026 noch gerade gutgehen. Aber spätestens 2027 wird dort auch der Beitrag angehoben.

Megagut..... es braucht schon zig Prozent Tariferhöhungen immer, um die erhöhten Abgaben bei den Sozialversicherungen zu kompensieren.... und dann sind nur die Mehrbelastungen ausgeglichen und noch nichts für Inflation/Kaufkrafterhaltung getan.... Keine Ahnung wie das enden soll. Wird wohl lange nichts werden, kaufkraftmäßig wieder auf das Niveau von 2019 aufzuschließen.

Zumal die Arbeitgeber das auch erwirtschaften müssen. Mehrere Ökonomen sagen (auch aus Sicht der Unternehmen), dass die Sozialabgaben dringend bei 40 % gedeckelt werden müssten, um einigermaßen wettbewerbsfähig zu bleiben....... Hat die CDU ja auch im Programm drin, fraglich ist nur, wie man das finanzieren kann.