Tarifrunde TVöD 2025 - Diskussion III - Schlichtung

Begonnen von E15TVL, 21.03.2025 16:25

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Tanathos

Zitat von: PeterSch in 26.03.2025 08:01
Zitat von: Umlauf in 25.03.2025 20:39
Zitat von: PeterSch in 25.03.2025 15:42
BVerfGBeliever hatte dir in der vorherigen Seite ein noch besseres Beispiel genannt:

Gehaltszuwachs E15Ü/5: 54,58% (5.570,00 € -> 8.604,56 €)
Gehaltszuwachs E1/2:     83,17% (1.286,00 € -> 2.355,52 €)


Man kann es aber auch in effektiven EUR-Beträgen ausdrücken:

E15Ü/5:               3.034,56 EUR (also effektiv fast das 3fache mehr, als derjenige in E1/2
E1/2:                   1.069,52 EUR

Das ist immer das Problem, wenn man von %-Sätzen spricht. Würden immer alle Gruppen um einen bestimmten %-Satz erhöht, würden die effektiven Beträge immer weiter auseinander gehen. Die Tabelle würde nicht gestaucht sondern auseinandergezogen.

Hier einen Mittelweg zu finden ist nicht ganz einfach.

Da hat aber jemand von Relationen und Verhältnissen keine Ahnung.
Das kann man sehr gut in Vomhundertsatz ausdrücken, besser bekannt als Prozent.

Garfield hat es sehr gut auf den Kopf getroffen:
https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php/topic,125816.msg401386.html#msg401386

Ja natürlich kann man das in Prozenten ausdrücken, aber eben auch in relativen Zahlen. Garfild hat es unrealisitisch ausgedrückt. Ich habe an keiner behauptet, dass jemand immer den gleichen EUR-Betrag mehr kommen soll (deswegen, wer lesen kann ist klar im Vorteil).

Hinweis an dieser Stelle: Ich bin in EG10/6, also auch nicht in einer einstelligen Entgeltgruppe!

Finde die Diskussion von einigen hier nur etwas scheinheilig. Da wird behauptet, dass Frau Faeser und Frau Welge (oder die anderen da oben) eh genug (oder zuviel) verdienen und damit den Bezug zur (ja wem eigentlich, der arbeitenden Bevölkerung?) verloren haben. Da triffts dann wiederum auch zu, was ich hier von einigen gelesen habe: "Jeder ist seines Glückes Schmied", er kann ja an deren Stelle treten. Das wird ja für die unteren EGs auch behauptet, man solle sich fortbilden oder studieren gehen.

Man kann nicht auf der einen Seite behaupten, die da oben verdienen eh zu viel und auf der anderen Seite, die da unten (die ja von der Inflation am meisten betroffen sind, da gerade auch Lebensmittel viel teurer geworden sind) sollen die gleichen %-Werte erhalten, wie die in den zweistelligen Entgeltgruppen.

Du ignorierst an der Stelle vollends, dass untere EGs bereits überproportional profitiert haben. Solidarität ist keine Einbahnstraße und nach gut 20 Jahren die obere EGs hierfür zahlen durften, ist es auch nur fair, dass obere EGs hier endlich ihren Teil haben wollen.

blanket

Zitat von: PublicHeini in 26.03.2025 09:50
Ich habe mal ein einfaches Szenario von 10 Perioden Tarifverhandlungen mit einem Sockelbetrag von 200€ und einer prozentualen Erhöhung von 3% erstellt. Zur Erläuterung: Dies sind jeweils die EG in Stufe 6. E15 hat das 2,98-fache von EG 1 usw.

   Sockelbetrag:200,00 € Periode 10      
   Proz.Erhöh.3%                        Änderung   
2,98   E 15    7.748,00 €     12.202,16 €    57%    2,23   
2,75   E 14    7.132,00 €     11.398,42 €    60%    2,08   
2,56   E 13    6.635,00 €     10.749,95 €    62%    1,96   
2,51   E 12    6.514,00 €     10.592,07 €    63%    1,93   
2,30   E 11    5.975,00 €     9.888,80 €    66%    1,80   
2,09   E 10    5.433,00 €     9.181,61 €    69%    1,68   
2,00   E 9c    5.182,00 €     8.854,11 €    71%    1,62   
1,93   E 9b    5.003,00 €     8.620,56 €    72%    1,57   
1,73   E 9a    4.483,00 €     7.942,07 €    77%    1,45   
1,54   E 8    3.995,00 €     7.305,34 €    83%    1,33   
1,47   E 7    3.829,00 €     7.088,75 €    85%    1,29   
1,43   E 6    3.708,00 €     6.930,87 €    87%    1,26   
1,38   E 5    3.570,00 €     6.750,82 €    89%    1,23   
1,31   E 4    3.411,00 €     6.543,36 €    92%    1,19   
1,27   E 3    3.296,00 €     6.393,31 €    94%    1,17   
1,22   E 2Ü    3.173,00 €     6.232,82 €    96%    1,14   
1,24   E 2    3.229,00 €     6.305,89 €    95%    1,15   
   E 1    2.596,00 €     5.479,97 €    111%   

Hier lässt sich mE deutlich sehen, wer hier den Vorteil eines Sockelbetrags hat. Es soll weder darum gehen, das niemand niemanden etwas gönnt. Es soll darum gehen, das Leistung, Verantwortung, etc sich auszahlen. Auch die unteren EG leisten sehr viel und haben auch in ihrem Kreis eine gewisse Verantwortung. Jedoch haben EG 9 und tiefer zum überwiegenden Teil mit 16 Jahren in erstes Ausbildungsgeld verdient und mit 19 stehen sie mit einem Gehalt von 3000€ (EG6/1), wo die oberen (EG 13) sich noch 5-6 Jahre in der Uni quälen und teils nur Kostendeckend Studentische Jobs haben, um sich später mit Glück 4.600€ (EG13/1) abspeisen zu lassen. Jeder ist seines Glückes Schmied und muss nicht im öD mit all seinen Guten und Schlechten Seiten arbeiten, jedoch sollte jeder fair (ob PW oder öD) entlohnt werden. Und die Tabelle zeigt, dass die Fairness nur mit einer stetigen Prozentualen Steigerung einher geht. Das sieht selbst die AG-Seite so, welch Schwachsinn sich Verdi wieder mit dem Sockelbetrag ausgedacht hat.




Sehr gut erklärt, allerdings wird VERDI in der derzeitigen Form immer mit Mindestbeträgen kommen. So ist die (wie in vielen Kommentaren hier bereits beschrieben) leider aufgestellt. Die Mitgliederstruktur bildet ja auch in den meisten Fällen nur bis E9 ab.

Selbst wenn die Arbeitgeber den höheren Entgeltgruppen 100 % JSZ geben möchte, ist VERDI dagegen. Dann gibt es das halt nicht.

Bleibt nur eigene Gewerkschaft ab E10, aber für einen Beitrag von 1 % Bruttogehalt ist es halt fraglich, ob sich das dauerhaft lohnt.

Bei 6.000 Brutto sind das 700-800 Euro im Jahr. Und das jedes Jahr.


Organisator

Zitat von: blanket in 26.03.2025 09:57
Bleibt nur eigene Gewerkschaft ab E10, aber für einen Beitrag von 1 % Bruttogehalt ist es halt fraglich, ob sich das dauerhaft lohnt.

Die Gewerkschaft ist ja nicht gezwungen, die Beiträge am Gehalt zu bemessen. Sie könnte auch einen für alle gleichen Beitrag nehmen.

PublicHeini

Quasi ein Sockelbetrag für alle Mitglieder. Dann sind doch alle wieder gleich betroffen?!?!?!

VielUnterwegs

Zitat von: blanket in 26.03.2025 09:57
Bleibt nur eigene Gewerkschaft ab E10, aber für einen Beitrag von 1 % Bruttogehalt ist es halt fraglich, ob sich das dauerhaft lohnt.

Bei 6.000 Brutto sind das 700-800 Euro im Jahr. Und das jedes Jahr.

Also noch nie über eine Gewerkschaftsmitgliedschaft richtig informiert!?! Da geht es nicht nur ums Geld, eine Mitgliedschaft hat viele andere Vorteile. Ohne die Gewerkschaften wären es nicht 800€ im Jahr...einfach mal Erhöhungen, die die Gewerkschaft erstritten hat vom Gehalt abziehen! Manchmal muss eben weiter als den eigenen Tellerrand schauen, aber das schaffen heute nur noch weniger, ICH, ICH, ICH

Helli04

Soll jetzt bei der Schlichtung auch eine Rentenreform beschlossen werden  ::)?

Dann wird die gesetzte Frist sicher überschritten  ;D.

Zum Thema: Scheint ja alles sehr geräuschlos über die Bühne zu gehen, man liest nichts. So sollte es aber auch sein meiner Meinung nach.

KaiBro

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall möchte einen Gesetzentwurf vorlegen, der Tarifverhandlungen und Schlichtungen vereinfacht.

U.a. ist vorgesehen:
#1) Jede Partei soll ein Schlichtungsverfahren eröffnen können, ohne dass sich die andere Partei darauf einlassen muss. Dann dürfe aber auch nicht gestreikt werden.
#2) Während der Schlichtung soll eine "Friedenspflicht" bestehen. Warnstreiks sollen nur vor Beginn der Schlichtung erfolgen dürfen, dann für höchstens zwei Stunden. Diese könnten wöchentlich wiederholt werden.
#3) Das Gesetz soll den Tarifparteien Verfahrensautonomie lassen. Das bedeutet: Wo es bereits Schlichtungsabkommen gibt, haben diese Vorrang.
#4) Warnstreiks sollen vier Tage vorher angekündigt werden. Außerdem soll eine angemessene Grundsicherung gewährleistet werden.

Der Gesetzentwurf ist in meinen Augen sehr arbeitgeberfreundlich, was auch zu erwarten war und würde in meinen Augen die Gewerkschaften "entmachten".

SusiE

An die Tarifbotschafter*innen

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

noch läuft die Schlichtung in der Tarifrunde mit Bund und Kommunen. Die Arbeitgeber haben sie angerufen, nachdem sie das Scheitern der Verhandlungen erklärt hatten. Falls Ihr noch Informationen zum Ablauf der Schlichtung benötigt, findet Ihr sie hier und im Flugblatt dazu.

Wir können noch nicht genau sagen, wann die Schlichtungskommission ihre Empfehlung vorlegen wird, wollen Euch aber so schnell wie möglich informieren.

Wir laden Euch ein zur Videokonferenz, die wir für Samstag, 29. März um 10 Uhr planen.

Bitte haltet Euch diesen Termin frei.


monkey

Zitat von: Helli04 in 26.03.2025 13:49
Zum Thema: Scheint ja alles sehr geräuschlos über die Bühne zu gehen, man liest nichts. So sollte es aber auch sein meiner Meinung nach.

Warum? Leaks sind doch viel spannender. Wenn es nach mir ginge, gäbe es Livestream von der Verhandlung und der Schlichtung.

KlammeKassen

Zitat von: Helli04 in 26.03.2025 13:49
Soll jetzt bei der Schlichtung auch eine Rentenreform beschlossen werden  ::)?

Dann wird die gesetzte Frist sicher überschritten  ;D.

Zum Thema: Scheint ja alles sehr geräuschlos über die Bühne zu gehen, man liest nichts. So sollte es aber auch sein meiner Meinung nach.

So soll das Schlichtungsverfahren laufen im öD. Deshalb weiß auch niemand, wo verhandelt wird.

KlammeKassen

Zitat von: SusiE in 26.03.2025 17:55
An die Tarifbotschafter*innen

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

noch läuft die Schlichtung in der Tarifrunde mit Bund und Kommunen. Die Arbeitgeber haben sie angerufen, nachdem sie das Scheitern der Verhandlungen erklärt hatten. Falls Ihr noch Informationen zum Ablauf der Schlichtung benötigt, findet Ihr sie hier und im Flugblatt dazu.

Wir können noch nicht genau sagen, wann die Schlichtungskommission ihre Empfehlung vorlegen wird, wollen Euch aber so schnell wie möglich informieren.

Wir laden Euch ein zur Videokonferenz, die wir für Samstag, 29. März um 10 Uhr planen.

Bitte haltet Euch diesen Termin frei.

Halt uns auch gerne auf dem Laufenden, danke  :D

Werwesen

Da Stillschweigen während der Schlichtungsverhandlungen vereinbart ist, ist das auch korrekt das man nichts hört.

Daryl

Ist morgen der letzte Tag der Schlichtung oder geht es ggfs. auch am Wochenende weiter?

monkey

Zitat von: Daryl in 26.03.2025 20:14
Ist morgen der letzte Tag der Schlichtung oder geht es ggfs. auch am Wochenende weiter?

Morgen ist Donnerstag. Warum sollten sie nicht am Freitag verhandeln? Gestartet wurde am Montag und geht maximal 7 Tage.

Ludi04

Tja - Ich denke wir sind alle an einem zeitnahen Abschluss interessiert - Sollte es aber trotzdem nach Schlichtung und 4. Runde zu einem unbefristeten Streik kommen, glaube ich auch dann nicht wirklich an einem Abschluss oberhalb der aktuellen Inflation. Die massiven Warnstreiks lassen den AG ja bisher auch ,,kalt" - was sollte sich ändern ? Irgendwann wird auch die AN-Seite mürbe, und ich habe derzeit den Eindruck, dass das die Taktik ist.