TVöD 2026: freiwillige Erhöhung der Arbeitszeit

Begonnen von Admin, 08.04.2025 14:40

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BAT

Zitat von: SozPädinJH in 18.12.2025 13:25

Aber es gibt ja immer mal welche, die zB. 5 Stunden reduzieren. Das kann man eher nicht nachbesetzen, für so etwas wäre eine Erhöhungsoption von anderen ja ideal.


Ich kann das Anliegen nach Erhöhung durchaus nachvollziehen.

Da die Regelung im TVÖD befristet ist, ist das aber - leider - auch wohl keine dauerhafte Lösung.

Aus Erfahrung werden solche Themen im TVÖD auch schnell mal wieder als Kompensation rausverhandelt. Aber abwarten...

Fitch

Ich würde auch auf 42 Stunden gehen wollen.

Ich arbeite in Wechselschicht, also nützt uns die 39 Stunden Woche nix. Anstatt einen Haufen Überstunden aufzubauen, kann man auch 42 Stunden nehmen und mehr Kohle bekommen.

thebiba

Unsere Verwaltung hat sich noch nicht dazu geäußert.
Es ist aber schon mal schön hier zu lesen, dass viele Kommunen davon keinen Gebrauch machen werden.
Gut so!
Die Arbeitszeit muss runter, nicht rauf.

MoinMoin

Keine Ahnung was daran gut sein soll, dass man anderen Menschen es nicht ermöglichen will mehr Geld zu verdienen.
Wenn die mehr Arbeit gegen mehr Geld wollen, dann hat das doch nichts mit Arbeitszeit runter zu tun.
Letzteres kann jeder jederzeit machen, darauf hat man einen Anspruch.

BAT

Insofern dürfte ja das Argument einer Arbeitgeber nicht stichhaltig sein, man müsste das dann ja irgendwie organisieren, wo kommen die zwei drei Stunden und damit die Aufgaben her.

Denn beim Anspruch auf Teilzeit ist ja oft, die gleiche Orga notwendig.

Dennoch halte ich von dieser Regelung nichts, allein weil schon wieder Sozialismus bei den Zuschlägen Einkehr gehalten hat.

Petar Tudzharov

ZitatDie Arbeitszeit muss runter, nicht rauf.

Das lässt sich oftmals durch eine Teilzeitvereinbarung erreichen.

Wie weit soll denn die Arbeitszeit noch abgesenkt werden? Work-Life-Balance wird gerne aus einer Wohlstandsituation heraus gefordert, die von Vorgängergenerationen durch Work und nicht durch Life erarbeitet wurde. Sofern sich mit der Reduzierung der Arbeitszeit nicht auf wundersame Weise eine kompensierende Produktivitätssteigerung einstellt, sinkt dadurch die Wertschöpfung und und unser Wohlstand erodiert.

BAT

Stimmt, die Wertschöpfung im öD mit 39/40 Stunden wird sicher weit über IGM mit 35 stunden liegen. ;)

Normale Arbeitszeiten wie 35 Stunden sind nicht Erosion des Wohlstandes, es ist der Wohlstand selbst.

UNameIT

Es muss einfach beides geben, runter und rauf. Wir sind zum Beispiel chronisch unterbesetzt und werden das auch noch ein paar Jahre sein. Statt unbezahlte Mehrstunden aufzubauen, kann man einfach die Arbeitszeit erhöhen. Klar wird trotzdem nicht alles geschafft, aber die Stunden arbeiten viele so oder so mehr. Überstunden anzuordnen ist durch die Megaprozesse sehr schwierig.
Zum Glück bietet unsere Kommune diese freiwillige Möglichkeit an. Es soll bald eine DV dazu veröffentlicht werden.

BAT

Sicherlich ist ein Korridor bei der Arbeitszeit eine gute Lösung - ähnlich wie übrigens beim Renteneintritt - aber maximal 42 Stunden halte ich da schon für sehr bescheiden.

Man merkt, dass die Tarifparteien diese Regelung eigentlich nicht wollten, aber irgendwas reinklecksen mussten als Kompensation für andere Sachen.

Anonym2000

Mein Arbeitgeber hat die Arbeitszeiterhöhung für unsere Mitarbeiter vorerst abgelehnt und das trotz sehr sehr gutem Betriebsergebnis :)

UNameIT

es geht ja nicht um das Betriebsergebnis, sondern darum ob der AG sagt, es ist genug Arbeit vorhanden, um die Stundenvon mehreren Mitarbeitern langfristig zu erhöhen.

Anonym2000

Zitat von: UNameIT in 29.12.2025 10:30es geht ja nicht um das Betriebsergebnis, sondern darum ob der AG sagt, es ist genug Arbeit vorhanden, um die Stundenvon mehreren Mitarbeitern langfristig zu erhöhen.

Das ist schon klar. Kurz zum klarstellen, es geht hier um eine Sparkasse. Argument war aber das es vom Geld nicht reicht. Das Langzeitarbeitskonto konnte nämlich auch nicht eingeführt werden weil dafür ist dann "zu wenig Arbeitskraft" da... beides widerspricht sich.
Auf der einen Seite möchte man seinen AN nicht mehr arbeiten lassen weil angeblich kein Geld da wäre, auf der anderen Seite behauptet man aber es wäre zu wenig Arbeitskraft da, man habe Fachkräftemangel etc.
Würde man uns die Arbeitszeit erhöhen lassen, hätte man sicherlich einiges an mehr Arbeitskraft... aber kostet ja Geld was ja auf keinen Fall mit unserem Betriebsergebnis zu bewerkstelligen wäre ;)


BAT

Es gibt aber auch Studien, die besagen, dass alles über sechs Stunden effiktiver täglicher ARbeitszeit, nichts bringt bzw. die Qualität verringert.

Mehr Arbeitsstunden sind nicht mehr erledigte Arbeit, es sind schließlich Menschen und keine Maschinen.

MoinMoin

Es gibt auch Studien die zeigen das die Verteilung der Wochenarbeitszeit auf 4 statt 5 Tage zu verteilen keine Absenkung der Arbeitsleistung bedeutet.

Und welche die Zeigen, dass wenn man länger Mittagspausen macht dann steigt auch die Arbeitsleistung, da man nach 5 h einen Leistungseinbruch hat und nach 2h Pause durchaus wieder 3 h volle Leistung erbringen kann. 

Insofern kommt es halt drauf an, wer wie wo was der AN macht, damit es sich für den AG lohnt, die Menschen länger arbeiten zu lassen.

BAT

Du hast es jetzt schon oft erwähnt. Ich bin mir sicher, dass sich keiner auf mindestens zwei Stunden Mittagspause einlassen wird, wenn er zudem noch 9,5 Sollstunden und eine Stunde Fahrzeit hat.

Aber wir sind uns dann ja einig, dass "mal drei Stunden mehr machen" pauschale nicht mehr erledigte Arbeit bedeutet, sondern im Zweifelsfall noch Einbussen auf die Qualität hat. Noch mehr als bereits bei den 39 Stunden.

Warum die AG hier aber in den TV versagen ist mir zunächst nicht zugänglich, dürfte aber mit Gründung von Verdi und vielen körperlich tätigen Berufen zu tun haben - unter dem Mantel des TVÖD