Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Vollender

Inhaltlich hat das durchaus negative Auswirkungen auf die Verhandlungen im TV-L und auf die Angestellten. Daher keine Neiddebatte sondern Fakt. Im übrigen sieht es bei Familien im Beamtentum bei höheren Gruppierungen deutlich besser aus als bei vergleichbaren Angestellten. Da wurde sogar der Kinderzuschlag den es einst im BAT gab gestrichen.

Farold

Natürlich hat die Sache mit dem Pförtner auch mit den Tarifverhandlungen zu tun.
Beispiel Baden-Württemberg: Der angestellte Pförtner befindet sich in der E3, der verbeamtete Pförtner in der A8 denn die A8 ist in Baden-Württemberg inzwischen das Eingangsamt, alles darunter wurde gestrichen. Es steht also die E3 der A8 gegenüber und das bei völliger Vergleichbarkeit von Ausbildung und Tätigkeit.
Ich sitze selbst mit einer Beamtin im Zimmer, auch hier völlige Vergleichbarkeit, nur beim Gehalt sind es mindestens 800 Euro mehr netto zu Gunsten der Beamtin. Gut, da geht noch die private Krankenversicherung ab aber dann hat sie immer noch mehrere hundert Euro mehr netto im Monat und dazu noch eine erstklassige Krankenversorgung wovon Angestellte nur träumen können. Und dass bei Vergleich von Rente und Pension immer die Zusatzversorgung der Angestellten von den Beamten ins Spiel gebracht wird ist eine Frechheit, denn für die Zusatzversorgung wird mir jeden Monat viel Geld abgezogen und noch viel mehr für die Rente, während der Beamte für seine Pension nur 0,2 % beisteuert.
Und jetzt die Verbindung zu den Tarifverhandlungen: Was haben Beamte dort zu suchen? Wenn Angestellte mehr bekommen hängen sich die Beamte an, bekommen diese aber durch Gerichtsurteile mehr grinsen sie uns ins Gesicht und sagen: Pech gehabt. Warum wird Solidarität nur von den Angestellten gefordert?
Die Gehaltsschere zwischen Angestellten und Beamten klafft immer weiter auseinander, zu Gunsten der Beamten natürlich. Verdi fungiert nur noch als Streikarm für den Beamtenbund, deshalb bin ich dort auch ausgetreten weil ich mit meinen Beiträgen nicht Lobbyarbeit für priviligierte Beamte und Pensionäre finanzieren möchte.
Dieses Nebeneinanderher von Beamten und Tarifbeschäftigten gehört endlich abgeschafft und gleicher Lohn für gleiche Arbeit bezahlt, das sollte Verdi einmal fordern. Diese Forderung wird es aber niemals geben, deshalb erwarte ich auch von diesen Tarifverhandlungen wieder einmal nichts denn es wird die gleiche Show abgezogen wie immer.

NelsonMuntz

Die Gegenüberstellung von TB und Beamten ist ein eigenes Thema - nicht zuletzt folgt die Besoldung/Alimentation von Beamten ganz eigenen Regeln.

Richtig ist: Die Übertragung der Verhandlungsergebnisse auf die Beamten ist als Forderung sinnbefreit, denn hierzu kann es keine zwingende, vertragliche Vereinbarung geben. Aus einer Erhöhung der Tariflöhne entsteht aber eine implizite Pflicht, die Besoldungen auch anzuheben (Nebenan kann man sich darüber ausführlich informieren). Das ist aber eine Frage der Besoldungsgesetzgebung, keine eines Tarifvertrags!

Der Fokus sollte also hier und in den Verhandlungen auf den TB und deren Bedürfnissen liegen.

Garfield

So funktioniert die Welt halt nicht. Wenn der verbeamtete Pförtner A8 erhält und sein Kollege nebenan E3, dann wird  irgendwann diese Beamtenstelle gestrichen und an seine Stelle ein E3 gesetzt und nicht der TB plötzlich auf E8 angehoben.

Dass einfach alle TB plötzlich das selbe Gehalt wie Beamte erhalten braucht Verdi gar nicht erst fordern, das wird nie passieren. Eher wird man den teuren Beamtenapparat massiv zurückfahren. Von Linnemann gab es ja auch schon einen Aufschlag, dass er das gern machen würde und ich denke früher oder später wird es auch so kommen. Bei den Lehrern wird es anfangen, andere Berufsgruppen werden folgen.

Man muss sich nur mal im Länderbereich anschauen, was Professuren kosten und was diese dann leisten. Da kann man sich schon fragen, ob das nicht auch als Anstellungsverhältnis gestaltet werden kann, bei dem man dann wenigstens echten Zugriff auf die Leute hat. 

Verfassungsmäßige

Zitat von: Zinc in 27.11.2025 09:13
Zitat von: IchLiebeBeamtentum in 27.11.2025 07:54
Eine einzige Neiddebatte.
Zieht man beim Single-Beamten die Krankenversicherung ab, kommt das gleiche raus wie im TVL.
Bitte wieder zurück zum Ausgangsthema.

Das ist totaler Quatsch.

Gib mal in den Rechner ein a8 Erfahrung 3 , Single ohne irgendwas und Eg8 Erfahrung 3. Da bekommt der Eg8 er im Monat paar Euro weniger, was aber dicke mit der Jahressonderzahlung wieder angeglichen wird. 350 Pkv ist doch mittlerweile Standard

Aleksandra

#200
Zitat von: Vollender in 26.11.2025 20:21
Zitat von: Mario Nette in 26.11.2025 19:47
Ist es denn so clever, die Anpassung der JSZ zu fordern? Ich denke es macht mehr sinn, die FOrderung aufs Tabellenentgeld zu lenken und die JSZ dann im Laufe der Verhandlungen mit einzubauen. Taktisch kann man da meiner Meinung nach keinen Vorwurf mach.

Betroffen von prozentual deutlich schlechterer JSZ sind höhere EG. Wenn man die JSZ nicht von Anfang an adressiert, könnte sie im weiteren Verlauf unter den Tisch fallen oder nur marginal berücksichtigt werden. Vielleicht Taktik der Gewerkschaften um für das eigene Klientel noch mehr raus zu holen.

Bleibt die Hoffnung auf Druck durch die AG bei höheren EG Gerechtigkeit herzustellen.

So ist es. Bei den Verhandlungen im TVÖD kam der Vorschlag mit der Anpassung der JSZ auch nur durch Druck der Arbeitgeber zustande. Schon bei der vorletzten Runde hatten die AG eine Angleichung der JSZ aufs Tableau gebracht und Wernecke hatte sich empört gezeigt und das als "krass unsozial" (Originalzitat) bezeichnet. Erst bei der letzten Runde konnten sich die AG dann in diesem Punkt durchsetzen.

Es ist also keinesfalls und unter keinen Umständen davon auszugehen, dass die Initiative zur JSZ-Angleichung durch die Gewerkschaften erfolgt. Dies kann nur auf Druck der AG erfolgen. Und da kann ich mir vorstellen, dass die AG im TVL nicht so wild dahinter stehen. Denn im TVL gibt es deutlich mehr Angestellte in den höheren EG-Regionen. Eine Anhebung der JSZ käme die Länder daher deutlich teurer als es bei den Kommunen der Fall ist.

Wir werden sehen wie es sich entwickelt. Aber meiner Vermutung ist daher, dass es im TVL keine Angleichung der JSZ geben wird, und falls doch, dann nur eine geringfügige Änderung. Die Frage wird sein, ob man in so einem Szenario dann auch mit den Gesamtprozenten noch mal ein Stück nach oben geht. Sollte das nicht der Fall sein, dann darf sich jeder Landesbeschäftigte zurecht verarscht vorkommen.

Nur mal so als Anhaltspunkt worüber wir sprechen. Im TVÖD gibt es für 2026 eine nominale Erhöhung von 2,8%. In diesem Jahr wird auch die JSZ angeglichen und für TVÖD 12/6 wird dadurch aus den 2,8% eine 3,99%. Bei TVÖD 13+ fällt die Erhöhung entsprechend sogar noch höher aus. Das ist so der Anker den man im Hinterkopf behalten sollte, wenn es darum geht einzuschätzen, welche Ergebnisse im TVL besser nicht unterschritten werden sollten, wenn man ein ähnliches Ergebnis wie im TVÖD haben will.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

simon1979

Zitat von: Farold in 27.11.2025 08:53
Natürlich hat die Sache mit dem Pförtner auch mit den Tarifverhandlungen zu tun.
Beispiel Baden-Württemberg: Der angestellte Pförtner befindet sich in der E3, der verbeamtete Pförtner in der A8 denn die A8 ist in Baden-Württemberg inzwischen das Eingangsamt, alles darunter wurde gestrichen. Es steht also die E3 der A8 gegenüber und das bei völliger Vergleichbarkeit von Ausbildung und Tätigkeit.
Ich sitze selbst mit einer Beamtin im Zimmer, auch hier völlige Vergleichbarkeit, nur beim Gehalt sind es mindestens 800 Euro mehr netto zu Gunsten der Beamtin. Gut, da geht noch die private Krankenversicherung ab aber dann hat sie immer noch mehrere hundert Euro mehr netto im Monat und dazu noch eine erstklassige Krankenversorgung wovon Angestellte nur träumen können. Und dass bei Vergleich von Rente und Pension immer die Zusatzversorgung der Angestellten von den Beamten ins Spiel gebracht wird ist eine Frechheit, denn für die Zusatzversorgung wird mir jeden Monat viel Geld abgezogen und noch viel mehr für die Rente, während der Beamte für seine Pension nur 0,2 % beisteuert.
Und jetzt die Verbindung zu den Tarifverhandlungen: Was haben Beamte dort zu suchen? Wenn Angestellte mehr bekommen hängen sich die Beamte an, bekommen diese aber durch Gerichtsurteile mehr grinsen sie uns ins Gesicht und sagen: Pech gehabt. Warum wird Solidarität nur von den Angestellten gefordert?
Die Gehaltsschere zwischen Angestellten und Beamten klafft immer weiter auseinander, zu Gunsten der Beamten natürlich. Verdi fungiert nur noch als Streikarm für den Beamtenbund, deshalb bin ich dort auch ausgetreten weil ich mit meinen Beiträgen nicht Lobbyarbeit für priviligierte Beamte und Pensionäre finanzieren möchte.
Dieses Nebeneinanderher von Beamten und Tarifbeschäftigten gehört endlich abgeschafft und gleicher Lohn für gleiche Arbeit bezahlt, das sollte Verdi einmal fordern. Diese Forderung wird es aber niemals geben, deshalb erwarte ich auch von diesen Tarifverhandlungen wieder einmal nichts denn es wird die gleiche Show abgezogen wie immer.

So wie du das schilderst, besteht natürlich eine Ungerechtigkeit gegenüber den Tarifbeschäftigten, aber den Spieß kann man auch umdrehen.

Bei uns in der Sozialhilfeverwaltung befinden sich Sachbearbeiter im mD und Tarifbeschäftigte. Sie machen ein und dieselbe Arbeit.
Die Stelle des Beamten ist eine A9 Stelle, er erhält seine Besoldung aber nach dem Eingangsamt A6. Bis er die Besoldung nach A9 erhält vergehen etwa 12 Jahre.
Die Stelle des Tarifbeschäftigten ist eine Stelle nach EG9a, er erhält sein Gehalt nach EG9a nach sechsmonatiger Probezeit.
Der Beamte erhält also erst nach ca. 12 bis 15 Jahren ein ähnliches Einkommen wie der Tarifbeschäftigte für die gleiche Arbeit.

Wo ist hier die Gerechtigkeit?

Und jetzt noch ein fiktives Beispiel für Rente/Pension, zur Vereinfachung mit willkürlichem Einkommen.

EG9a/ A9 fiktives Einkommen vor dem Ruhestand 4.000 €

Rente 48 % von 4.000 = 1.920 €
Pension 71,75 % von 4.000 =  2.870 € abzgl. PKV von aktuell ca. 500 € oder sogar mehr. Kommt auf den Einzelfall an.

Am Ende hat der Pensionär vielleicht 200 bis 300 € mehr, wenn überhaupt.

Somit ist in meinen Augen diese Neiddebatte bzw. Diskussion über eine Ungleichbehandlung zu Gunsten der Beamten unsinnig. Es mag einen Unterschied geben, aber aufgrund der Karriere und den unterschiedlichen Bezügen, die über den gesamten Zeitraum gezahlt werden, gleicht sich das über die Jahre aus.

alray

Also nochmal, keineswegs möchte ich die Beamten in irgendeiner weise an den Pranger stellen. Mir geht es um die Tarifverhandlung im TVL. Hier ist es nunmal so das die Anstellten maßgeblich davon abhängig sind, die Beamten ehr mal weniger.
Es sind auch die Zahlen die Arbeitgeber Vertreter präsentieren, diese sind idealisiert und entsprechen nicht den Kosten ansich, aber anderes Thema. Wir, aber auch der Staat braucht meines erachtens hohe Tarifabschlüße.
Warum:
1. es fließen mehr in die Sozialversicherungen an Beiträgen (klar Bund profitiert, na und)
2. das Geld wird meistens wieder ausgegeben hilft dem Inlandskonsum
3. die Zufriedenheit steigt (klar nur kurzfristiger Effekt, aber man fühlt sich belohnt)
4. ein niedriger oder gerade so Abschluß, hätte meines erachtens diesmal sehr gravierende Auswirkungen, denn die Schere ist schon fast am Anschlag und dienigen die abgehängt werden oder sind tendieren ihr Wählerverhalten zu ändern.
5. Alle Menschen sind aber darauf angewiesen, das es ein funktionierenden Öffentlichen Dienst gibt...und ich finde sie sollten Dienstleister haben die freundlich und verständisvoll sind, also auch ein Thema der Verantwortung des Diensherren gegenüber seinen Angestellten.

"Thema Krankenversicherung" mal zur Aufklärung...ich bin Übergrenzer und Angestellter ich zahle direkt an die gesetzliche Krankenkasse und nicht über die Lohnabrechnung. AG Anteil 407 Euro, Krankenkasse bucht 1104 Euro mtl ab. Die paritätische Aufteilung ist schon lange weg. Und warum bin ich in keiner Privaten, weil die Rente dafür nicht ausreichent sein wird.

Aleksandra

Zitat von: simon1979 in 27.11.2025 09:52
Rente 48 % von 4.000 = 1.920 €
Auch wenn wir uns hier so langsam vom Thema entfernen, so möchte ich das zumindest noch kurz einordnen. Die 48% sind eine fiktive Größe, und sie beziehen sich keinesfalls auf das letzte Einkommen vor Renteneintritt, sondern auf die gesamte Lebensdauer eines Erwachsenen, also auch auf die Zeit wo man nicht gearbeitet oder wenig verdient hat.
Ich hab das mal für mich durchgerechnet. Bei mir sind es z.B. eher 27% vom letzten Gehalt vor Renteneintritt, was ich an Rente bekomme. Und da sind so Effekte wie sinkende Rentensteigerungen nicht mal mit einberechnet. Effektiv wird es am Ende also sogar noch weniger werden.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

NelsonMuntz

Zu den Beamten gibt es ja ein aktuelles Urteil bezüglich der amtsangemessenen Alimentation. Dort wird final auch der Rahmen der Fortentwicklung der Besoldungstabellen bspw. anhand von Tariflohn- und Verbraucherpreisindizes definiert. Das ist dabei ein elementarer Unterschied: Beamte können klagen, TB nur verhandeln. Am Ende sind die Systeme so unterschiedlich, dass sich ein Vergleich, aber eben auch eine "gemeinsame Verhandlung" verbietet.

Technisch gesehen halte ich es für unglücklich, dass man in Behörden auf TB und Beamte treffen kann, die faktisch das gleiche tun, aber in unterschiedlichen Systemen mal hier und mal dort eine Übervorteilung wahrnehmen. Das ist einfach nicht besonders klug.


alray



Und jetzt noch ein fiktives Beispiel für Rente/Pension, zur Vereinfachung mit willkürlichem Einkommen.

EG9a/ A9 fiktives Einkommen vor dem Ruhestand 4.000 €

Rente 48 % von 4.000 = 1.920 €
Pension 71,75 % von 4.000 =  2.870 € abzgl. PKV von aktuell ca. 500 € oder sogar mehr. Kommt auf den Einzelfall an.

Am Ende hat der Pensionär vielleicht 200 bis 300 € mehr, wenn überhaupt.

Somit ist in meinen Augen diese Neiddebatte bzw. Diskussion über eine Ungleichbehandlung zu Gunsten der Beamten unsinnig. Es mag einen Unterschied geben, aber aufgrund der Karriere und den unterschiedlichen Bezügen, die über den gesamten Zeitraum gezahlt werden, gleicht sich das über die Jahre aus.
[/quote]

simon1979

Zitat von: NelsonMuntz in 27.11.2025 10:35
Zu den Beamten gibt es ja ein aktuelles Urteil bezüglich der amtsangemessenen Alimentation. Dort wird final auch der Rahmen der Fortentwicklung der Besoldungstabellen bspw. anhand von Tariflohn- und Verbraucherpreisindizes definiert. Das ist dabei ein elementarer Unterschied: Beamte können klagen, TB nur verhandeln. Am Ende sind die Systeme so unterschiedlich, dass sich ein Vergleich, aber eben auch eine "gemeinsame Verhandlung" verbietet.

Technisch gesehen halte ich es für unglücklich, dass man in Behörden auf TB und Beamte treffen kann, die faktisch das gleiche tun, aber in unterschiedlichen Systemen mal hier und mal dort eine Übervorteilung wahrnehmen. Das ist einfach nicht besonders klug.

Danke. Das System ist überholt und muss in vielen Belangen geändert werden. Aber dafür können weder die einen (TB) noch die anderen (Beamte) etwas.

Und es bringt überhaupt nichts eine der Seiten für das scheitern der Verhandlungen bzw. das Absenken der Forderung zu verantwortlich zu machen. Keiner von uns hier im Forum sitzt am Verhandlungstisch.

Ich hoffe einfach, dass mit dem neuen Urteil die Beamtenbesoldung grundsätzlich von den Tarifverhandlungen losgelöst wird.

alray

Renten gegenüber Pension:
leider völlig falsch und danke das du es gepostet hast, nicht falsch verstehen aber darin liegt ja das ganze Problem.
Ich persönlich bin Beamter mit drei Kindern, aber mal eine Berechnung für dich:

Eine durchschnittliche Beamtenpension bei einem Gehalt von 4.000 Euro brutto würde etwa
2.870 Euro brutto pro Monat betragen, basierend auf einem Ruhegehaltssatz von 71,75 % bei 40 Dienstjahren. Der genaue Betrag hängt von der Dienstzeit ab ..hier sind keine Zuschläge drin nur rein Gehalt, hier wird noch hälftig die Versicherung fällig und die Steuer ........unen habe ich das kurz herausgerechnet.........nur damit man weis was los ist

Bei einem Bruttogehalt von 4.000 € liegt die monatliche gesetzliche Bruttorente nach 45 Jahren Beitragsjahren bei
etwa 1.744 €. Von dieser Bruttorente müssen dann noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Einkommensteuer abgezogen werden, sodass die Nettorente deutlich niedriger ausfällt, etwa bei 1.400 € bis 1.460 €


Deshalb hohe Abschlüße sind essentiell für einen Angestellten.


Schnarchnase81

Zitat von: alray in 27.11.2025 11:28
Renten gegenüber Pension:
leider völlig falsch und danke das du es gepostet hast, nicht falsch verstehen aber darin liegt ja das ganze Problem.
Ich persönlich bin Beamter mit drei Kindern, aber mal eine Berechnung für dich:

Eine durchschnittliche Beamtenpension bei einem Gehalt von 4.000 Euro brutto würde etwa
2.870 Euro brutto pro Monat betragen, basierend auf einem Ruhegehaltssatz von 71,75 % bei 40 Dienstjahren. Der genaue Betrag hängt von der Dienstzeit ab ..hier sind keine Zuschläge drin nur rein Gehalt, hier wird noch hälftig die Versicherung fällig und die Steuer ........unen habe ich das kurz herausgerechnet.........nur damit man weis was los ist

Bei einem Bruttogehalt von 4.000 € liegt die monatliche gesetzliche Bruttorente nach 45 Jahren Beitragsjahren bei
etwa 1.744 €. Von dieser Bruttorente müssen dann noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Einkommensteuer abgezogen werden, sodass die Nettorente deutlich niedriger ausfällt, etwa bei 1.400 € bis 1.460 €


Deshalb hohe Abschlüße sind essentiell für einen Angestellten.

Du müsstest eher das Bruttogehalt von einem Beamten und einem Angestellten vergleichen, dessen Netto ungefähr gleich ist. Bei gleichem Netto ist das Angestellten-Brutto deutlich höher. Grundsätzlich sollte bei gleicher Grundqualifikation und vergleichbarer Tätigkeit zumindest das gleiche Netto anzunehmen sein, daher sollte dies als Basis und das dazu jeweils passende Brutto für den Vergleich genommen werden. Grundsätzlich hätte ein Angestellter ein deutlich geringeres Netto bei 4000€ Brutto, als der Beamte mit 4000€ Brutto, was dann an Tätigkeit und Qualifikation liegt. Eigentlich gilt auch der Grundsatz, dass Beamte in ihrem Dienstleben eher das geringere Netto haben, dafür im Alter dann die Pension.
Jetzt bitte nicht gleich lospoltern, dass das alles Quatsch ist, das ist nur der Grundsatz, wie es sein sollte und wie es gedacht ist. Dass das nicht immer passt und gerade im ÖD dieser Grundsatz durchaus nicht garantiert ist, ist mir bewusst.
Im gesamten ÖD spart der Arbeitgeber so viel er kann, und das es bei gleicher Tätigkeit innerhalb eines Büros Unterschiede im Einkommen zwischen Beamten und Angestellten gibt, ist sicher nicht gerecht. Allerdings sollte man nicht fordern, dass der Beamte ungerecht behandelt wird, weil der Angestellte ungerecht behandelt wird. Es sollte gefordert werden, dass der Angestellte auch gerecht behandelt wird.

Im Vergleich zur freien Wirtschaft passen die genannten Grundsätze dann schon eher, wobei die Angestellten im ÖD im Vergleich zur freien Wirtschaft auch schlechter wegkommen, nur das es, im Gegensatz zum Beamtentum, eigentlich nicht so sein sollte.
Kurzum: Beamte und Angestellte im ÖD sollten gegen die Arbeitgeberseite zusammenhalten und sich nicht in Neiddebatten zerfleischen.

troubleshooting

Zitat von: Goldene Vier in 26.11.2025 23:08
Hier mal die Intention der Nordländer FM:

https://www.mf.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/vierte-nord-finanzminister-konferenz-in-lubeck-lander-diskutieren-uber-die-aktuelle-haushaltslage-die-reform-der-schuldenbremse-und-gemeinsame-ziele-in-der-geldwasche-bekampfung-246809.html

Haushaltssituation der Länder und anstehende Tarifverhandlungen

Trotz einer teils positiven Oktober-Steuerschätzung bleibt die Haushaltslage der Länder weiterhin angespannt. Zur Finanzierung der notwendigen Ausgaben werden aktuell auch Kredite und Entnahmen aus Rücklagen benötigt. Die Handlungsspielräume bleiben begrenzt. Verschärft wird die Lage durch Steuerrechtsänderungen des Bundes sowie stark steigende Personal- und Sozialausgaben. Um die positive Tendenz der Oktober-Steuerschätzung zu einem Trend zu verstetigen, fordern die Nordländer gemeinsame Anstrengungen und ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund und Ländern, um die Wirtschaft weiter zu stärken.

Die angespannte Haushaltslage begrenzt zudem den finanziellen Spielraum für die Tarifverhandlungen, die im Dezember beginnen. Hinzu kommt die aktuelle Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die noch einer intensiven rechtlichen Prüfung unterzogen werden muss. In den kommenden Tarifverhandlungen fordern die Gewerkschaften 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, für die Laufzeit von nur einem Jahr. Dafür müssten die Länder in Deutschland insgesamt jährlich rund 4 Milliarden Euro zusätzlich aufbringen. Mit einer Übertragung auf die Beamtinnen und Beamten stiegen die Kosten auf etwa 12,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die norddeutschen Finanzressorts sind sich einig, dass diese Forderungen auch angesichts der Lage der öffentlichen Haushalte nicht realistisch sind.

Hmm, und parallel stellt der aktuelle MINT-Report fest, dass der Fachkräftebedarf zwar gesunken, aber immer noch hoch ist. Allein -Zitat: "rund 56.600 Personen im Segment der sogenannten MINT-Expertenberufe (Akademiker)".

Quelle: https://mintzukunftschaffen.de/2025/05/21/mint-fruehjahrsreport-2025-mint-fachkraeftemangel-gefaehrdet-zukunftsprojekte-163-600-stellen-unbesetzt/

Da interessiert es mich schon, wie man zB die offenen Stellen, sei es durch altersbedingtes Ausscheiden von MA oder durch Abwanderung zu besser bezahlenden AG, wiederbesetzen will? Nur zu sagen, die Forderungen sind unrealistisch und wir haben kein Geld, ist ein wenig einfach.
Wie ich damals meinem Meister sagte: Ich verstehe schon, dass du meinst nicht mehr zahlen zu können. Nur, versteh bitte auch, dass ich dann nicht weiter bei dir arbeiten kann. Gehalt ist eben auch eine Wertschätzung. Wenn die nicht angemessen ist, geht man halt bzw. fängt gar nicht erst an.
Die AG sollten die langfristigen Folgen berücksichtigen - machen sie halt nicht, weil nur in Haushaltsjahren gedacht wird.