Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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InfoPLS

Zitat von: Meierheim in 01.12.2025 15:50


Naja, der Unterschied zwischen Beamten und Angestellten liegt in der (nicht zu zahlenden) Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dafür gibt es weniger brutto (z.B. im Saarland A14/E14 immerhin 6280.- €), die Familienzuschläge werden meist durch die private Krankenkasse aufgefressen.

Also ich finde auch ein TB müsste keine Arbeitslosenversicherung zahlen, da er ebenfalls so gut wie unkündbar ist.  ;D
Hoffentlich ist hier im Forum auch ein wenig Humor erlaubt...

Tagelöhner

Zitat von: NelsonMuntz in 01.12.2025 14:01
Das ist ein Stück weit "Persönlichkeitshygiene"  ;) ;D 8)

Feiere ich, da definitiv etwas "dran" ist. Hatte ebenfalls vor langer Zeit die Möglichkeit der Verbeamtung und habe es dann aus diversen Gründen abgelehnt. Bereue es bis heute nicht, denn in diesem krassen starren Unterordnungssystem, das obrigkeitshörige Bücklinge mit Charakterschwäche in der Regel gutiert, wäre ich untergegangen.

Das mit der Arbeitslosenversicherung ist zutreffend, ich sehe es aber eher als "etwas" zurückgeben an denjenigen Teil der Berufstätigen, der den ganzen Laden noch am Leben halten muss und eher mal Gefahr läuft, die Arbeitslosenversicherung zu brauchen.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Faunus

Zitat von: MoinMoin in 02.12.2025 06:38
Zitat von: Farold in 01.12.2025 14:52
Kann man schon so sehen wie NelsonMuntz, aber wenn man schon in diesem System gefangen ist möchte man halt auch nicht Mitarbeiter Zweiter Klasse sein. Auch ist es statistisch belegt dass Beamte länger leben als Angestellte.
Aber nur weil man Beamter ist wird man nicht älter.
Es ist statistisch ebenso belegt, dass Akademiker länger leben, auch als Angestellte.
Aber der Akademische Beamter lebt deswegen nicht doppelt so lang.

Ich kenne jede Menge Akademiker, die Angestellte sind. Verringert sich jetzt deren Leben ::)


Gesunde Ernährung ist bei dem Überangebot an billigem, schnell zubereitetem Fertigfutter einfacher. Und es gibt halt genug Eltern, die Ihre Kinder halt gerne mit Süßkram statt frischen Gemüse aus Liebe vollstopfen. Dann noch der permanente Bewegungsmangel...

Das wäre doch mal eine Forderung: ein Recht auf ein gesundes, frisch zubereitetes Mittagessen für alle TV-L-Beschäftigte in ca. 15 min Gehweg incl. Rezept zum Nachkochen. 8)

ignaz

Zitat von: NelsonMuntz in 01.12.2025 15:52
Zitat von: Farold in 01.12.2025 14:52
Kann man schon so sehen wie NelsonMuntz, aber wenn man schon in diesem System gefangen ist möchte man halt auch nicht Mitarbeiter Zweiter Klasse sein. Auch ist es statistisch belegt dass Beamte länger leben als Angestellte.

"Gefangen" ist in diesem System nur der Beamte. Der TB kann jederzeit gehen, wenn ein anderer AG mit einem attraktiven Jobangebot wedelt.

Übrigens werden Beamte vor Ernennung gesundheitlich vorselektiert. Chronisch Kranke oder Dicke dürfen gar nicht in den Club. Das wird eben auch in längerer Lebenszeit münden.

Wenn man unbedingt Beamter werden will, siehe Hauruck's Beitrag. Wenn es nur um die PKV geht: Anstrengen und Versicherungspflichtgrenze hinter sich lassen.

Wo ist der Beamte denn gefangen? Gibt genug Möglichkeiten aus dem Beamtenverhältnis auszuscheiden und dann entsprechend zu gehen. Wird nur selten gemacht, zu groß die Vorteile im Wattebausch (Familienzuschlag, Pension, Zulagen, PKV usw.)
Bundeswehr und Polizei haben in 2024 aber bezüglich Austritten starke Zuwächse zu verzeichnen. Der Arbeitgeber zahlt dann entsprechend ordentlich in die Rentenkasse ein -> wird bei Zeitsoldaten auch so verfahren, außer Sie finden innerhalb des ersten Jahres nach dem verlassen des aktiven Dienstes eine neue Beamtenstelle.

Ganz so dramatisch ist das alles nicht. Der TB ist vielleicht etwas freier, sitzt aber auch nicht auf einer Karriereschiene (z.B. A9 - A11 und muss selbst tätig werden, wenn er mehr möchte.




Ornaki

Zitat von: NelsonMuntz in 01.12.2025 15:52
Zitat von: Farold in 01.12.2025 14:52
Kann man schon so sehen wie NelsonMuntz, aber wenn man schon in diesem System gefangen ist möchte man halt auch nicht Mitarbeiter Zweiter Klasse sein. Auch ist es statistisch belegt dass Beamte länger leben als Angestellte.

"Gefangen" ist in diesem System nur der Beamte. Der TB kann jederzeit gehen, wenn ein anderer AG mit einem attraktiven Jobangebot wedelt.


"Gefangen" ist auch ein Beamter nicht. Ich weis nicht woher der Irrglaube kommt... Als Beamter kann man sich genau so zu einem anderen Dienstherren Bewerben. Man kann auch den Beamtenstatus aufgeben und in die FW gehen...

Umlauf

Zitat von: ignaz in 02.12.2025 10:26

Der Arbeitgeber zahlt dann entsprechend ordentlich in die Rentenkasse ein


Das Word ordentlich kann ich hier nur als Euphemismus interpretieren.
Ein Beamter bekommt, auf Grund der fehlenden Sozialabgaben, ein relativ niedriges Brutto. Von diesem niedrigen Brutto wird die Nachversicherung berechnet.

Damit wird dieses Person rententechnisch schlechter gestellt als ein vergleichbarer Tarifbeschäftigter.

PS: stört mich nicht, da selber Tb.

NelsonMuntz

Das "gefangen" ist ja bewusst in Anführungszeichen gesetzt.

Wenn die Dienstherren dieses Landes im Rahmen der aA-Thematik auf die Idee kommen, die Wochenarbeitszeit für Beamte auf 42,5h zu heben, dann werden vielleicht auch einige ihre Urkunde zurückgeben?! Verhandeln wie bei den TB im Tarif oder gar individuell wie in der pW ist da aber nicht drin.


Desperado

Irgendwie driftet der thread hier immer weiter ab. Ich habe da noch mal was zum Thema und würde gerne wissen inwieweit das bei den Verhandlungen eine Rolle spielt.

Wie man in dem thread zu den PKV sieht kommt auf ja viele Beamte eine teilweise deutlichen Erhöhung zu. Bei mir sind das 1,5% vom Nettolohn. Das muss doch auch irgendwie berücksichtigt werden. Wenn man die ganzen anderen Verteuerungen so sieht wird auf den Reallohn bezogen wohl nix von der möglichen Tariferhöhung übrig bleiben.

NelsonMuntz

Zitat von: Desperado in 02.12.2025 12:27
Irgendwie driftet der thread hier immer weiter ab. Ich habe da noch mal was zum Thema und würde gerne wissen inwieweit das bei den Verhandlungen eine Rolle spielt.

Wie man in dem thread zu den PKV sieht kommt auf ja viele Beamte eine teilweise deutlichen Erhöhung zu. Bei mir sind das 1,5% vom Nettolohn. Das muss doch auch irgendwie berücksichtigt werden. Wenn man die ganzen anderen Verteuerungen so sieht wird auf den Reallohn bezogen wohl nix von der möglichen Tariferhöhung übrig bleiben.

Öhm, nein.

Auf welcher Grundlage sollte das argumentativ für zumeist gesetzlich versicherte TB im TV-L eine Rolle spielen?

Rowhin

Zitat von: Desperado in 02.12.2025 12:27
Irgendwie driftet der thread hier immer weiter ab. Ich habe da noch mal was zum Thema und würde gerne wissen inwieweit das bei den Verhandlungen eine Rolle spielt.

Wie man in dem thread zu den PKV sieht kommt auf ja viele Beamte eine teilweise deutlichen Erhöhung zu. Bei mir sind das 1,5% vom Nettolohn. Das muss doch auch irgendwie berücksichtigt werden. Wenn man die ganzen anderen Verteuerungen so sieht wird auf den Reallohn bezogen wohl nix von der möglichen Tariferhöhung übrig bleiben.

Naja, mit dem anderen Thread mitgezählt, diskutieren wir jetzt seit Mitte Mai. Es gibt halt nicht viel Neues. Nur der erste Schritt in der Choreographie wurde bisher getanzt.

Was deine Frage angeht: ist natürlich eigentlich so wie Nelson sagt: es sollte keine Rolle spielen. Die Fürsorge für die höheren Kosten der Beamten wird aber halt definitiv Nummer 17 auf der Liste der vielen Gründe sein, warum sich die armen Länder eine Erhöhung gar nicht leisten können.

Faunus

Morgen Kinder wird's was geben...
                            03.12 mit der 1. Verhandlungsrunde...
aber ziemlich sicher zur 1. nichts wirds geben!

IchLiebeBeamtentum

Nachdem hier die messerscharfen Beamtenanalysen abgesondert wurden, was denkt ihr, wie werden wir die nächsten 10 Jahre Erhöhungen erfahren? Wird uns die Wirtschaft um das Doppelte überholen?
Ich werde jetzt erstmal mit meiner fetten Beamtenpension shoppen gehen. Neid, Löwengebrüll, was auch immer ihr da draußen fühlt, lasst es hier weiter raus! Ein Schmaus auf dem Lokus!

Zinc

Zitat von: Faunus in 02.12.2025 17:35
Morgen Kinder wird's was geben...
                            03.12 mit der 1. Verhandlungsrunde...
aber ziemlich sicher zur 1. nichts wirds geben!

Die Antwort auf die Forderungen gab es doch bereits: "Das ist zu viel, das ist nicht leistbar... astronomische Forderungen". Es läuft wie jedes Mal.

Vollender

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in 02.12.2025 21:39
Nachdem hier die messerscharfen Beamtenanalysen abgesondert wurden, was denkt ihr, wie werden wir die nächsten 10 Jahre Erhöhungen erfahren? Wird uns die Wirtschaft um das Doppelte überholen?
Ich werde jetzt erstmal mit meiner fetten Beamtenpension shoppen gehen. Neid, Löwengebrüll, was auch immer ihr da draußen fühlt, lasst es hier weiter raus! Ein Schmaus auf dem Lokus!

Solche Aussagen schüren die Diskussion weiter an. Und helfen bei den Tarifverhandlungen zum TV-L nicht weiter.

Die Angestellten im TV-L haben mit der Beamtenschaft genug schweres Gepäck im Tarifrucksack. Verdi selbst weißt offiziell darauf hin auch für die Beamten zu verhandeln. Beamte haben daher doppelten Vorteil durch gewerkschaftliche Rückendeckung (auch ohne Streik) und eine tendenziell beamtenfreundliche Rechtsprechung, so mein subjektiver Eindruck. Da Richter und Beamte ähnliche Interessen haben (z. B. Besoldung, Versorgung) könnte man durchaus der Einsicht vertreten, sie neigen dazu solidarisch zu sein, wenn es um gemeinsame Vorteile geht. Auch wenn das offiziell gerne abgestritten wird.

@Tarifverhandlungen: Verdi-Mitglieder sollen hier mal berichten was da wirklich abläuft hinter den Kulissen. Das Ergebnis ist doch weitgehend schon klar, oder?

Faunus

Zitat von: Zinc in 03.12.2025 07:00
Zitat von: Faunus in 02.12.2025 17:35
Morgen Kinder wird's was geben...
                            03.12 mit der 1. Verhandlungsrunde...
aber ziemlich sicher zur 1. nichts wirds geben!

Die Antwort auf die Forderungen gab es doch bereits: "Das ist zu viel, das ist nicht leistbar... astronomische Forderungen". Es läuft wie jedes Mal.

Ich habe heute im Halbschlaf etwas aus dem Radio vernommen von "die Forderungen würden die unteren Lohngruppen übermäßig stark bevorzugen". Von wem es kam, k.A. - aber ziemlich sicher AG-Seite.
Gab es diese "Töne" schon in den vorherigen Verhandlungen? Ich kann mich echt nicht mehr erinnern.