Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Vollender

Ja. Aber das Thema Sozialabgaben lässt sich in den Tarifverhandlungen nicht lösen. Also bitte deutliche prozentuale Steigerung der Tabelle, ohne Sockelbeträge. Und deutliche Anhebung der JSZ in höheren EG. Und keine Tricks bei Laufzeit etc.

koalitionsabsicht

Zitat von: Farold in 01.12.2025 10:04
Das ist weder Beamten-Bashing noch merkwürdige Neid. Es muss doch im Interesse aller sein dass nach Tarifverhandlungen das Lohngefüge zwischen verschiedenen Gruppen für identische Tätgkeiten nicht noch weiter auseinander triftet.
Generell: Was bringen Forderungen nach immer höheren Bruttolöhnen wodurch wiederum alles teurer wird und unterm Strich bleibt dann nichts mehr übrig? Was wir bräuchten wäre eine Haltelinie für Sozialabgaben. Ich zumindest bin mit meinem Bruttolohn mehr als zufrieden, was eben nicht passt ist der Nettolohn. Deshalb brauchen wir mehr netto vom brutto und deshalb sollten Sozialabgaben auf keinen Fall 40% übersteigen dürfen.

Höherer Bruttolohn ergibt mehr Rente und Arbeitslosengeld, wenn der Fall eintritt. Sozialabgaben bedeutet nicht immer: "verschwendetes Geld".

Verwaltungsfritze

Zitat von: Farold in 01.12.2025 10:04
Das ist weder Beamten-Bashing noch merkwürdige Neid. Es muss doch im Interesse aller sein dass nach Tarifverhandlungen das Lohngefüge zwischen verschiedenen Gruppen für identische Tätgkeiten nicht noch weiter auseinander triftet.
Generell: Was bringen Forderungen nach immer höheren Bruttolöhnen wodurch wiederum alles teurer wird und unterm Strich bleibt dann nichts mehr übrig? Was wir bräuchten wäre eine Haltelinie für Sozialabgaben. Ich zumindest bin mit meinem Bruttolohn mehr als zufrieden, was eben nicht passt ist der Nettolohn. Deshalb brauchen wir mehr netto vom brutto und deshalb sollten Sozialabgaben auf keinen Fall 40% übersteigen dürfen.

Die Sozialabgaben haben mit den Tarifverhandlungen rein gar nichts zu tun und entsprechend in den Verhandlungen auch nichts zu suchen.
Ebenso hat eine Verhandlung über die Netto-Gehälter dort nichts zu suchen, weil diese sich individuell nach den persönlichen Gegebenheiten des Einzelnen richten.
Insofern - was soll aus finanzieller Sicht denn sonst gefordert werden außer einer Erhöhung der Brutto-Löhne?

Rowhin

Zitat von: Verwaltungsfritze in 01.12.2025 11:06
Insofern - was soll aus finanzieller Sicht denn sonst gefordert werden außer einer Erhöhung der Brutto-Löhne?

Stufengleiche Höhergruppierung, Angleichung der Jahressonderzahlung, im weiteren Sinne die Wochenarbeitszeit. Mal als Beispiele ;)

Dass die Sozialabgaben dagegen nicht Teil der TV-L Verhandlungen sein können, sollte eigentlich klar sein.

Aloaboy

Zitat von: Farold in 01.12.2025 09:11
Ist es eigentlich nicht so dass bei jeder Gehaltserhöhung die Schere beim Nettogehalt zwischen Angestellten und Beamten immer weiter zu Gunsten der Beamten auseinander geht da bei den Angestellten automatisch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, zur Krankenkasse, zur Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung und zur Zusatzversorgung steigen? Müsste man bei Beamten somit nicht etwas weniger an Prozenten geben damit das nicht vollkommen aus dem Ruder läuft? Bei mir blieben nach der letzten Gehaltserhöhung im Rahmen einer Höhergruppierung von den 100 Euro Garantiebetrag gerade einmal 44 Euro netto übrig. Wie viel bleibt einem Beamten von 100 Euro an netto? Ich schätze mal so zwischen 70 und 80 Euro? Gerne darf man mich korrigieren wenn ich da falsch liege.

Man muss aber bedenken, dass das "mehr" beim Beamten auch in die Erhöhungen der PKV versickern. Ein Beamter muss ja im Grundsatz mehr ausgezahlt bekommen als ein Angestellter, andernfalls würde der Beamte weniger verdienen als der Angestellte.

Vollender

Mich würde echt interessieren, wie Gewerkschaftsmitglieder das wiederkehrende Prozedere mit den Tarifverhandlungen TV-L mit immer ähnlichem Muster sehen. Der TVöD ist meist eben doch der Taktgeber, der TV-L folgt irgendwie nach. Sollte hier nicht ein Umdenken wie auch immer endlich stattfinden?

DiVO

Zitat von: Vollender in 01.12.2025 09:45
Bringt auch nichts. Entweder man akzeptiert die (teils krassen) Unterschiede oder nicht. Ich wäre gerne verbeamtet, gibt es aber in unserem Bereich (warum auch immer) nicht. Andererseits: Berlin hat die Verbeamtung von Lehrkräften meine ich wieder eingeführt, um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern nicht weiter Lehrkräfte zu verlieren und die Attraktivität des Lehrerberufs in Berlin zu steigern. Warum wohl?

Weil es immer noch Leute gibt, die sich für vermeintliche Sicherheit in ein enges Korsett stecken lassen und so jede Selbstbestimmung inkl. beruflicher Freiheit aufgeben.

Modulator

Zitat von: Vollender in 01.12.2025 09:45
Bringt auch nichts. Entweder man akzeptiert die (teils krassen) Unterschiede oder nicht. Ich wäre gerne verbeamtet, gibt es aber in unserem Bereich (warum auch immer) nicht. Andererseits: Berlin hat die Verbeamtung von Lehrkräften meine ich wieder eingeführt, um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern nicht weiter Lehrkräfte zu verlieren und die Attraktivität des Lehrerberufs in Berlin zu steigern. Warum wohl?

Bei uns werden und wurden einige IT´ler verbeamtet.
Erst morgen wieder zwei ...

Rowhin

Zitat von: Modulator in 01.12.2025 13:46
Zitat von: Vollender in 01.12.2025 09:45
Bringt auch nichts. Entweder man akzeptiert die (teils krassen) Unterschiede oder nicht. Ich wäre gerne verbeamtet, gibt es aber in unserem Bereich (warum auch immer) nicht. Andererseits: Berlin hat die Verbeamtung von Lehrkräften meine ich wieder eingeführt, um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern nicht weiter Lehrkräfte zu verlieren und die Attraktivität des Lehrerberufs in Berlin zu steigern. Warum wohl?

Bei uns werden und wurden einige IT´ler verbeamtet.
Erst morgen wieder zwei ...

Wo ein Wille ist...

Farold

Dann sind die IT´ler ja sicher auch noch jung denn sonst würde die staatliche Altersdiskriminierung greiffen.

NelsonMuntz

Zitat von: Vollender in 01.12.2025 09:45
Ich wäre gerne verbeamtet, gibt es aber in unserem Bereich (warum auch immer) nicht. ...

Warum? Geht es Dir da nur ums Geld und/oder die stets kolportierte Ultra-Super-Duper-Premium-Behandlung als PKV-Patient?

Also ich arbeite gerne, auch gerne im öffentlichen Auftrag - aber ich diene keinem Herren!

Das ist ein Stück weit "Persönlichkeitshygiene"  ;) ;D 8)

Farold

Kann man schon so sehen wie NelsonMuntz, aber wenn man schon in diesem System gefangen ist möchte man halt auch nicht Mitarbeiter Zweiter Klasse sein. Auch ist es statistisch belegt dass Beamte länger leben als Angestellte.

Hauruck

Zitat von: Vollender in 01.12.2025 09:45
Bringt auch nichts. Entweder man akzeptiert die (teils krassen) Unterschiede oder nicht. Ich wäre gerne verbeamtet, gibt es aber in unserem Bereich (warum auch immer) nicht. Andererseits: Berlin hat die Verbeamtung von Lehrkräften meine ich wieder eingeführt, um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern nicht weiter Lehrkräfte zu verlieren und die Attraktivität des Lehrerberufs in Berlin zu steigern. Warum wohl?
Wie sieht es mit deinem Bereich in anderen Bezirken aus?
Ich musste mich damals bewegen = Bezirk wechseln, um für die gleichen Aufgaben von einer E9b auf eine A11 zu wechseln. Netto hat sich das für mich ausgezahlt : - ).

Meierheim

Zitat von: Aloaboy in 01.12.2025 11:28
Zitat von: Farold in 01.12.2025 09:11
Ist es eigentlich nicht so dass bei jeder Gehaltserhöhung die Schere beim Nettogehalt zwischen Angestellten und Beamten immer weiter zu Gunsten der Beamten auseinander geht da bei den Angestellten automatisch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, zur Krankenkasse, zur Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung und zur Zusatzversorgung steigen? Müsste man bei Beamten somit nicht etwas weniger an Prozenten geben damit das nicht vollkommen aus dem Ruder läuft? Bei mir blieben nach der letzten Gehaltserhöhung im Rahmen einer Höhergruppierung von den 100 Euro Garantiebetrag gerade einmal 44 Euro netto übrig. Wie viel bleibt einem Beamten von 100 Euro an netto? Ich schätze mal so zwischen 70 und 80 Euro? Gerne darf man mich korrigieren wenn ich da falsch liege.

Man muss aber bedenken, dass das "mehr" beim Beamten auch in die Erhöhungen der PKV versickern. Ein Beamter muss ja im Grundsatz mehr ausgezahlt bekommen als ein Angestellter, andernfalls würde der Beamte weniger verdienen als der Angestellte.
Naja, der Unterschied zwischen Beamten und Angestellten liegt in der (nicht zu zahlenden) Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dafür gibt es weniger brutto (z.B. im Saarland A14/E14 immerhin 6280.- €), die Familienzuschläge werden meist durch die private Krankenkasse aufgefressen.

NelsonMuntz

Zitat von: Farold in 01.12.2025 14:52
Kann man schon so sehen wie NelsonMuntz, aber wenn man schon in diesem System gefangen ist möchte man halt auch nicht Mitarbeiter Zweiter Klasse sein. Auch ist es statistisch belegt dass Beamte länger leben als Angestellte.

"Gefangen" ist in diesem System nur der Beamte. Der TB kann jederzeit gehen, wenn ein anderer AG mit einem attraktiven Jobangebot wedelt.

Übrigens werden Beamte vor Ernennung gesundheitlich vorselektiert. Chronisch Kranke oder Dicke dürfen gar nicht in den Club. Das wird eben auch in längerer Lebenszeit münden.

Wenn man unbedingt Beamter werden will, siehe Hauruck's Beitrag. Wenn es nur um die PKV geht: Anstrengen und Versicherungspflichtgrenze hinter sich lassen.