Änderung der Eingruppierung

Begonnen von bittrash, 03.12.2025 09:33

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bittrash

Hallo,
vorab möchte ich erwähnen, dass ich die Suche bereits bemüht habe, jedoch nichts wirklich identisches gefunden habe. Falls ich etwas übersehen habe, freue ich mich über einen Hinweis.

Zum eigentlichen Thema:
Ich arbeite in Bayern an einem Uniklinikum als Data Engineer, bin aber nicht in der IT-Abteilung angestellt, sondern direkt in einer Klinik der Inneren Medizin. Hauptsächlich beschäftige ich mich mit Forschungsthemen.
Als ich vor gut 10 Jahren dort angefangen habe (ich war Erstbesetzung der Stelle, diese auch noch nicht wirklich definiert), sahen meine Aufgaben noch anders aus. Meist ging es um Aufgaben um das Datenmanagement zu verbessern.
Heute bin ich für Systeme und Daten verantwortlich, mit denen Forschungsprojekte für mehrere Millionen Euro realisiert werden.

Das Problem:
Ich wurde bei Einstellung in E11 eingruppiert. Die Aufgaben haben sich wesentlich verändert.
Die Klinik sieht den Anspruch einer Umgruppierung in bspw. E12, die Personalabteilung blockt vehement.
Als Grund wird angeführt, dass ich ja in den Erfahrungsstufen nach oben gewandert bin, es passt also alles.
Damit bin ich aber nicht einverstanden. Ich befürchte, dass in der Personalabteilung niemand meine Aufgaben beurteilen kann.

Meine Fragen:
Dies betrifft nicht nur mich, Kollegen haben vor 15 Jahren mit einfachen Aufgaben begonnen, arbeiten mittlerweile teilweise im wissenschaftlichen Bereich, die Personalabteilung bügelt jede Anpassung der Eingruppierung ab, auch mit geänderter Aufgabenbeschreibung der Stelle.
Liegt hier ein systematisches Problem vor? Wäre es hier sinnvoller, dass die Klinik neuen Stellen mit entsprechenden Eingruppierung ausschreibt und sich dann intern darauf beworben wird?
Änderungen bei den zu übernehmenden Aufgaben, werden grundsätzlich von der Personalabteilung (ohne wirkliche Begründung) als nicht ausreichend für eine Anpassung der Eingruppierung abgetan.

Vielen Dank für eure Hilfe!



MoinMoin

Zitat von: bittrash in 03.12.2025 09:33
Hallo,
vorab möchte ich erwähnen, dass ich die Suche bereits bemüht habe, jedoch nichts wirklich identisches gefunden habe. Falls ich etwas übersehen habe, freue ich mich über einen Hinweis.

Zum eigentlichen Thema:
Ich arbeite in Bayern an einem Uniklinikum als Data Engineer, bin aber nicht in der IT-Abteilung angestellt, sondern direkt in einer Klinik der Inneren Medizin. Hauptsächlich beschäftige ich mich mit Forschungsthemen.
Als ich vor gut 10 Jahren dort angefangen habe (ich war Erstbesetzung der Stelle, diese auch noch nicht wirklich definiert), sahen meine Aufgaben noch anders aus. Meist ging es um Aufgaben um das Datenmanagement zu verbessern.
Heute bin ich für Systeme und Daten verantwortlich, mit denen Forschungsprojekte für mehrere Millionen Euro realisiert werden.

Das Problem:
Ich wurde bei Einstellung in E11 eingruppiert. Die Aufgaben haben sich wesentlich verändert.
Die Klinik sieht den Anspruch einer Umgruppierung in bspw. E12, die Personalabteilung blockt vehement.
Als Grund wird angeführt, dass ich ja in den Erfahrungsstufen nach oben gewandert bin, es passt also alles.
Dann erkläre denen, dass sie sich an den Tarifvertrag halten müssen und der besagt, dass man aufgrund seiner auszuübenden Tätigkeiten eingruppiert ist.

Zitat
Damit bin ich aber nicht einverstanden. Ich befürchte, dass in der Personalabteilung niemand meine Aufgaben beurteilen kann.
Müssen sie auch nicht, sie müssen sich nur eine Rechtsmeinung bzgl. der Eingruppierung deiner auszuübenden Tätigkeiten besorgen.
Zitat
Meine Fragen:
Dies betrifft nicht nur mich, Kollegen haben vor 15 Jahren mit einfachen Aufgaben begonnen, arbeiten mittlerweile teilweise im wissenschaftlichen Bereich, die Personalabteilung bügelt jede Anpassung der Eingruppierung ab, auch mit geänderter Aufgabenbeschreibung der Stelle.
Liegt hier ein systematisches Problem vor?
Ja. Wenn einfach mal jemand ohne Befugnis anderen sagt sie sollen höherwertige Dinge ausüben, dann ist das ein  ein systematisches Problem.

Der Weg sollte immer der Sein, dass die geänderten Aufgaben von der Personalstelle den Angestellten zugewiesen werden.
Natürlich muss sich der AG vorher eine Rechtsmeinung gebildet haben, wie die Eingruppierung ist und diese dann entsprechend benennen und bezahlen.
Wenn der AN mit dieser Einschätzung nicht einverstanden ist, dann kann er sich eine eigenen Rechtsmeinung bilden und sein Entgelt entsprechend einfordern und muss dann eine Eingruppierungsfeststellungsklage machen.

Zitat
Wäre es hier sinnvoller, dass die Klinik neuen Stellen mit entsprechenden Eingruppierung ausschreibt und sich dann intern darauf beworben wird?
Was würde es daran ändern, dass der AG eine zu niedrige Einschätzung bzgl. der EG hat?

Zitat
Änderungen bei den zu übernehmenden Aufgaben, werden grundsätzlich von der Personalabteilung (ohne wirkliche Begründung) als nicht ausreichend für eine Anpassung der Eingruppierung abgetan.
Dann sind es halt unfähige Personaler die eben nicht verstanden haben, dass eine von ihnen geänderte Aufgaben Zuweisung sehr wohl eine Änderung der EG zur folge haben kann.
(Konkret: Ein Änderung der Aufgaben, die zu einer Höhergruppierung führt, darf nur Personal durchführen, die auch Arbeitsverträge unterschreiben darf.)

Also wenn du es schriftlich von der Personalabteilung hast, was deine aktuell auszuübenden Tätigkeiten sind, dann bilde dir eine Rechtsmeinung über die korrekte EG, fordere dein Entgelt ein und gehe, wenn der AG eine andere Meinung hat, zum Gericht.


MoinMoin

Ein Hinweis noch:
Pass auf, dass die Übertragung der höherwertigen Tätigkeit nicht zu einem Zeitpunkt passiert in der du in der EG11 Stufe 4 bist, das führt dich nämlich in die 12 Stufe 3 und dein monetärer Break Even Point ist fern in der Zukunft.
11s5 führt zur 12s5

Rowhin

Zitat von: MoinMoin in 03.12.2025 10:18
Zitat von: bittrash in 03.12.2025 09:33
Wäre es hier sinnvoller, dass die Klinik neuen Stellen mit entsprechenden Eingruppierung ausschreibt und sich dann intern darauf beworben wird?
Was würde es daran ändern, dass der AG eine zu niedrige Einschätzung bzgl. der EG hat?

Das einzige Argument, das mir hier einfallen würde, sind die üblichen "atmosphärischen Gründe" - damit sich weiterhin alle lieb haben. Ist natürlich grober Unfug, sich von sowas leiten zu lassen.

Wenn der AG in die neu geschafften Stellen 1:1 die Tätigkeiten schreibt, die aktuell bereits übertragen wurden, führt die Eingruppierungsfeststellungsklage zum selben Ziel und das evtl. schneller.

Denn § 12 TV-L ist da wirklich sehr, sehr eindeutig:

ZitatDie Eingruppierung der/des Beschäftigten richtet sich nach den Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltordnung (Anlage A). Die/Der Beschäftigte erhält Entgelt nach der Entgeltgruppe, in der sie/er eingruppiert ist. Die/Der Beschäftigte ist in der Entgeltgruppe eingruppiert, deren Tätigkeitsmerkmalen die gesamte von ihr/ihm nicht nur vorübergehend auszuübende Tätigkeit entspricht. Die gesamte auszuübende Tätigkeit entspricht den Tätigkeitsmerkmalen einer Entgeltgruppe, wenn zeitlich mindestens zur Hälfte Arbeitsvorgänge anfallen, die für sich genommen die Anforderungen eines Tätigkeitsmerkmals oder mehrerer Tätigkeitsmerkmale dieser Entgeltgruppe erfüllen

Sofern also die Tätigkeiten der EG 12 entsprechen, ist diese auch zu zahlen. Fertig.

Liefert denn die Personalabteilung irgendeine, wie auch immer fadenscheinige, Begründung für die Ablehnung? Oder einfach nur "Computer sagt nein"? Man könnte manchmal wirklich meinen, die Personaler würden jeden Cent den sie mit so Aktionen vermeintlich einsparen, selbst ausgezahlt bekommen, so wie das bei manchen AGs läuft...

bittrash

Zunächst vielen Dank für die Antworten.
Ich fühle mich soweit in meinem Wissen um den TV-L bestätigt.
Das Problem scheint hier tatsächlich die Umsetzung in der Realität zu sein.

ZitatJa. Wenn einfach mal jemand ohne Befugnis anderen sagt sie sollen höherwertige Dinge ausüben, dann ist das ein  ein systematisches Problem.

Der Weg sollte immer der Sein, dass die geänderten Aufgaben von der Personalstelle den Angestellten zugewiesen werden.
Natürlich muss sich der AG vorher eine Rechtsmeinung gebildet haben, wie die Eingruppierung ist und diese dann entsprechend benennen und bezahlen.
Wenn der AN mit dieser Einschätzung nicht einverstanden ist, dann kann er sich eine eigenen Rechtsmeinung bilden und sein Entgelt entsprechend einfordern und muss dann eine Eingruppierungsfeststellungsklage machen.

Hier geht es ja bereits los. Der AG (Klinik) kann die Aufgaben meiner Erfahrung nach nicht entsprechend formulieren, damit Pe (Personalabteilung) eine korrekte Eingruppierung vornehmen kann.
Daher läuft es seit Jahren so, dass jeder AN im forschenden/wissenschaftlichen Bereich seine Aufgaben selbst verschriftlicht. Die initiale Eingruppierung erfolgt stumpf per höchstem Bildungsabschluss, d.h. Bachelor E10 (ich hatte also noch Glück, dass sich bei mir für E11 eingesetzt wurde), Master E13, alles andere kommt eben maximal bis E9.
Meine Aufgaben bekomme ich stets von der Klinik, aber mehr grob als detailliert, bspw. wir wollen bessere Forschungsdaten. Was dafür alles notwendig ist, was dafür getan werden muss, wird komplett mir überlassen.

Korrekt wäre nach meinem Verständnis also:
Die mich beschäftigende Klinik erstellt eine detaillierte Tätigkeitsbeschreibung, die Personalabteilung prüft die Eingruppierung für diese Tätigkeiten und teilt dann das Ergebnis mit?
Ich sehe mich schon bei der Eingruppierungsfeststellungsklage, denn in der Klinik weiß niemand wie eine adäquate Tätigkeitsbeschreibung aussieht, in der Personalabteilung wird dann zunächst einfach geblockt.
Bei bisherigen Versuchen wurde als Grund der Ablehnung nur genannt, dass die Tätigkeiten nicht einer E12 entsprechen. Auf die Frage hin, ob überhaupt verstanden wird, was die Tätigkeiten sind, bekam ich dann schon keine Antwort mehr.

ZitatEin Hinweis noch:
Pass auf, dass die Übertragung der höherwertigen Tätigkeit nicht zu einem Zeitpunkt passiert in der du in der EG11 Stufe 4 bist, das führt dich nämlich in die 12 Stufe 3 und dein monetärer Break Even Point ist fern in der Zukunft.
11s5 führt zur 12s5
Vielen Dank, habe ich auf dem Schirm. Das Thema beschäftigt mich mittlerweile einige Jahre. Mit dem baldigen Wechsel in E11/5 wird es gerade wieder aktuell.

Faunus

#5
Bayern, (Elite-)Uni und TV-L
Eine einziges Trauerspiel!

Im Prinzip:
Schließe eine Arbeits-Rechtschutz ab, warte noch die Zeit ab, bis diese greift und dann such Dir eine Arbeitsrechtler mit besonderne Kenntnissen im TV-L.
Das ist scheinbar die einzige Sprache die bayer. Unis verstehen ;)


MoinMoin

Zitat von: bittrash in 03.12.2025 13:19
Hier geht es ja bereits los. Der AG (Klinik) kann die Aufgaben meiner Erfahrung nach nicht entsprechend formulieren, damit Pe (Personalabteilung) eine korrekte Eingruppierung vornehmen kann.
Natürlich kann der AG das! Dafür hat er dich, deinen Vorgesetzten oder wen auch immer der Arbeitsvorgänge erledigt haben will.
ZitatDaher läuft es seit Jahren so, dass jeder AN im forschenden/wissenschaftlichen Bereich seine Aufgaben selbst verschriftlicht.
Ja, auch das ist nichts ungewöhnliches. Wobei idR vorher ein VG oder jemand der sich Gedanken darüber gemacht hat dich einzustellen einen ersten Aufschlag gemacht haben dürft. Denn du hast idch ja auf eine Stellenausschreibung beworben. ;D
Und wenn du also die Tätigkeiten niedergeschrieben hast, der PA diese eingruppiert hat und dann sich überlegt hat, ob er das Geld dafür bezahlen will, dann wird er dir diese Aufgaben auch übertragen.
Zitat
Die initiale Eingruppierung erfolgt stumpf per höchstem Bildungsabschluss, d.h. Bachelor E10 (ich hatte also noch Glück, dass sich bei mir für E11 eingesetzt wurde), Master E13, alles andere kommt eben maximal bis E9.
Also wird gewürfelt und nicht tarifkonform gehandelt.

ZitatMeine Aufgaben bekomme ich stets von der Klinik, aber mehr grob als detailliert, bspw. wir wollen bessere Forschungsdaten. Was dafür alles notwendig ist, was dafür getan werden muss, wird komplett mir überlassen.
Man muss doch bei einer Tätigkeitsbeschreibung nicht ins Detail gehen. Es werden Arbeitsvorgänge nicht Arbeitsschritte benötigt.

Zitat
Korrekt wäre nach meinem Verständnis also:
Die mich beschäftigende Klinik erstellt eine detaillierte Tätigkeitsbeschreibung, die Personalabteilung prüft die Eingruppierung für diese Tätigkeiten und teilt dann das Ergebnis mit?
Detailiert? Nein. Arbeitsvorgänge durchaus.
So könnte ein Arbeitsvorgang lauten:
Aufbereitung der Forschungsdaten für die Pathologie.
Klar muss man dann für die Beurteilung es konkretisieren:
Ist es nur ein ETL prozess oder wird auch Analyse gemacht.
Natürlich kann das von EG9b bis EG13 alles sein. Kommt immer auf die Details an.


Zitat
Ich sehe mich schon bei der Eingruppierungsfeststellungsklage, denn in der Klinik weiß niemand wie eine adäquate Tätigkeitsbeschreibung aussieht, in der Personalabteilung wird dann zunächst einfach geblockt.
Bei bisherigen Versuchen wurde als Grund der Ablehnung nur genannt, dass die Tätigkeiten nicht einer E12 entsprechen. Auf die Frage hin, ob überhaupt verstanden wird, was die Tätigkeiten sind, bekam ich dann schon keine Antwort mehr.

ZitatEin Hinweis noch:
Pass auf, dass die Übertragung der höherwertigen Tätigkeit nicht zu einem Zeitpunkt passiert in der du in der EG11 Stufe 4 bist, das führt dich nämlich in die 12 Stufe 3 und dein monetärer Break Even Point ist fern in der Zukunft.
11s5 führt zur 12s5
Vielen Dank, habe ich auf dem Schirm. Das Thema beschäftigt mich mittlerweile einige Jahre. Mit dem baldigen Wechsel in E11/5 wird es gerade wieder aktuell.
Dann erläuter mir mal warum du der Meinung bist, dass deine Arbeit die tarifliche Kriterien der EG12 oder EG13 erfüllt.

DiVO

Was steht denn in deiner Tätigkeitsbeschreibung? Haben sich deine Aufgaben verändert, weil sie dir vom Arbeitgeber übertragen wurden oder weil du sie im Laufe der Zeit einfach an dich genommen hast?

Kläre als erstes ab, was deine tatsächlichen Aufgaben sind. Der Arbeitgeber ist nach § 2 Bundesnachweisgesetz dazu verpflichtet, dir eine "eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit" auszuhändigen.

Entsprechen die dort genannten Tätigkeiten der E12, dann steht sie dir zu. Sind in ihr alle Aufgaben enthalten, die du tatsächlich machst oder fehlen darin einige? Dann kannst du entweder eine Klarstellung fordern oder du machst entspannt exakt die Aufgaben, die in dieser Beschreibung enthalten sind. Wenn dich jemand fragt, warum du bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausübst oder diese unbearbeitet liegen lässt, antwortest du:

"Nicht Teil meiner Aufgabenbeschreibung."

MoinMoin

Zitat von: DiVO in 04.12.2025 06:32
Was steht denn in deiner Tätigkeitsbeschreibung? Haben sich deine Aufgaben verändert, weil sie dir vom Arbeitgeber übertragen wurden oder weil du sie im Laufe der Zeit einfach an dich genommen hast?

Kläre als erstes ab, was deine tatsächlichen Aufgaben sind. Der Arbeitgeber ist nach § 2 Bundesnachweisgesetz dazu verpflichtet, dir eine "eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit" auszuhändigen.
Diese Charakterisierung ist aber überhaupt nicht geeignet eine Eingruppierung darauf zu begründen.
Unterstützung der Geschäftsleitung bei Vorstandmeeting wäre eine solche Charakterisierung und die liegt in der Eingruppierung irgendwo zwischen EG3 (Tisch eindecken) und EG14 (Geschäftsberichtsanalysen erstellen und Analysieren)
Zitat
Entsprechen die dort genannten Tätigkeiten der E12, dann steht sie dir zu. Sind in ihr alle Aufgaben enthalten, die du tatsächlich machst oder fehlen darin einige? Dann kannst du entweder eine Klarstellung fordern oder du machst entspannt exakt die Aufgaben, die in dieser Beschreibung enthalten sind.
O Arbeitsverweigerung, abmahnwürdig, wenn die Tätigkeiten, die dein Cheffe dir aufträgt nicht eingruppierungsrelevant sind und sich noch unter der kurzen Charakterisierung wiederfinden kann.
Also der Detailgrad der kurzen Beschreibung ist halt sehr wischi wasschi.
Es reicht doch dort zu schreiben "Mitarbeiter in der Datenanalyse Abteilung" , oder?

Dünnes Eis.
ZitatWenn dich jemand fragt, warum du bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausübst oder diese unbearbeitet liegen lässt, antwortest du:

"Nicht Teil meiner Aufgabenbeschreibung."
wie gesagt dünnes Eis

bittrash

ZitatDann erläuter mir mal warum du der Meinung bist, dass deine Arbeit die tarifliche Kriterien der EG12 oder EG13 erfüllt.
Das ist eine wesentliche Frage  ;)
Ohne jetzt komplett ins Detail zu gehen, hier die wesentlichen Merkmale, die für E12 sprechen.

  • Im Grunde ist es so, dass ich mich vom Datenmanger, der eine Software bedient zum Data Engineer entwickelt habe, der professionellen Softwareentwicklung (Unit-Testing, Code-Reviews und Versionskontrolle) betreibt. Ich starte im Greenfield und erarbeite mir eine Lösung unter Einsatz eines komplexen Tech-Stacks. Dies mache ich eigenverantwortlich. Es gibt nur mich und keinen doppelten Boden.
  • Strategische Data Governance
  • Fachliche Compliance-Sicherung und Risikomanagement
  • usw.
Grundsätzlich ist es so, dass meine Arbeitsvorgänge durch hohe Verantwortung und Gestaltungsspielraum geprägt sind. Die Tätigkeit erfordert durch die alleinige Verantwortung für die Systemarchitektur und die Anwendung von Software-Engineering-Standards ein Maß an Selbstständigkeit.

Hier bewege ich mich eher im Bereich eines Ingenieurs.

ZitatWas steht denn in deiner Tätigkeitsbeschreibung? Haben sich deine Aufgaben verändert, weil sie dir vom Arbeitgeber übertragen wurden oder weil du sie im Laufe der Zeit einfach an dich genommen hast?
Die Aufgaben wurden mir nicht übertragen, haben sich aber so ergeben. Ich selbst wollte besser werden, bessere Lösungen und Arbeit machen, mein AG (Klinik) ist damit auch komplett zufrieden. Nur die Personalabteilung ist das Problem.

ZitatDenn du hast idch ja auf eine Stellenausschreibung beworben. ;D
Ja, vor 10 Jahren. Damals konnte sich niemand vorstellen, wohin die Reise geht.
Diese Beschreibung ist daher komplett unpassend. E11 habe ich eben bekommen, da ich einen Bachelor habe.

Mein Ziel ist nun eine wasserdichte Tätigkeitsbeschreibung zu erstellen, diese von meinem Chef unterzeichnen zu lassen und über den Personalrat die Prüfung der Eingruppierung zu starten.

MoinMoin

Zitat von: bittrash in 05.12.2025 10:31
ZitatDann erläuter mir mal warum du der Meinung bist, dass deine Arbeit die tarifliche Kriterien der EG12 oder EG13 erfüllt.
Das ist eine wesentliche Frage  ;)
Ohne jetzt komplett ins Detail zu gehen, hier die wesentlichen Merkmale, die für E12 sprechen.
Du musst darlegen wo da das tarifliche Merkmal besondere Schwierigkeit und Bedeutung erkennbar ist!
in deine Aufzählung sehe ich ein Punkt der EG13 ist und der Rest kann 9b bis 13 sein.

Zitat
Hier bewege ich mich eher im Bereich eines Ingenieurs.
der fängt bei EG10 an.
Zitat
ZitatWas steht denn in deiner Tätigkeitsbeschreibung? Haben sich deine Aufgaben verändert, weil sie dir vom Arbeitgeber übertragen wurden oder weil du sie im Laufe der Zeit einfach an dich genommen hast?
Die Aufgaben wurden mir nicht übertragen, haben sich aber so ergeben. Ich selbst wollte besser werden, bessere Lösungen und Arbeit machen, mein AG (Klinik) ist damit auch komplett zufrieden. Nur die Personalabteilung ist das Problem.
Ojee, da haben wir den Salat: Du machst dinge die der aG nicht übertragen hat??
Dann muss er dich auch nicht dafür bezahlen, sondern könnte dich abmahnen.

Zitat
ZitatDenn du hast idch ja auf eine Stellenausschreibung beworben. ;D
Ja, vor 10 Jahren. Damals konnte sich niemand vorstellen, wohin die Reise geht.
Diese Beschreibung ist daher komplett unpassend. E11 habe ich eben bekommen, da ich einen Bachelor habe.

Mein Ziel ist nun eine wasserdichte Tätigkeitsbeschreibung zu erstellen, diese von meinem Chef unterzeichnen zu lassen und über den Personalrat die Prüfung der Eingruppierung zu starten.
Ein fast guter Plan. Der Fehler in dem Plan ist, dass du mit dem Wisch vor Gericht nichts wirst.
Du musst deine Tätigkeitbeschreibung vom AG übertragen bekommen, nicht von subalteren Führungspersonal.
Also dein Plan sollte sein:

Eine Tätigkeitsbeschreibung deiner aktuellen Tätigkeiten aufstellen.
Dem Personalamt vorlegen mit der Bitte, zu bestätigen, dass dies dein aktuellen auszuübenden Tätigkeiten sind.
Natürlich mit dem Hinweis, wenn du nicht zeitnah die Bestätigung bekommst du leider nur doch die Dinge machen darfst, die in deiner 10 Jahren alten Beschreibung stehen.


Merke: Nicht die ausgeübten Tätigkeiten führen zu einer Eingruppierung, sondern die auszuübenden.

Organisator

Zitat von: MoinMoin in 05.12.2025 12:59
Also dein Plan sollte sein:

Eine Tätigkeitsbeschreibung deiner aktuellen Tätigkeiten aufstellen.
Dem Personalamt vorlegen mit der Bitte, zu bestätigen, dass dies dein aktuellen auszuübenden Tätigkeiten sind.
Natürlich mit dem Hinweis, wenn du nicht zeitnah die Bestätigung bekommst du leider nur doch die Dinge machen darfst, die in deiner 10 Jahren alten Beschreibung stehen.


Merke: Nicht die ausgeübten Tätigkeiten führen zu einer Eingruppierung, sondern die auszuübenden.

Man kann es nicht oft genug sagen!

bittrash

ZitatEine Tätigkeitsbeschreibung deiner aktuellen Tätigkeiten aufstellen.
Dem Personalamt vorlegen mit der Bitte, zu bestätigen, dass dies dein aktuellen auszuübenden Tätigkeiten sind.
Natürlich mit dem Hinweis, wenn du nicht zeitnah die Bestätigung bekommst du leider nur doch die Dinge machen darfst, die in deiner 10 Jahren alten Beschreibung stehen.

Spannend wie die Theorie und die Praxis hier doch auseinanderklaffen.
Hier macht jeder, was er vom direkten AG (Klinik) übertragen bekommt. Das weiß die Personalabteilung nichts davon. Ist ja auch irgendwie klar, dass sich bspw. über 10 - 20 Beschäftigung mal was ändert.
Den Laden könnte man so komplett zusperren.

ZitatDu musst darlegen wo da das tarifliche Merkmal besondere Schwierigkeit und Bedeutung erkennbar ist!
in deine Aufzählung sehe ich ein Punkt der EG13 ist und der Rest kann 9b bis 13 sein.
Wie gesagt, ich möchte hier nicht Punkt für Punkt ins Detail gehen.
Weiter im Raum stehen eigenständiges Beschaffungsentscheidungen, wissenschaftliche Mitarbeit (über Publikation belegt), usw.
Auf meiner Liste stehen mittlerweile schon einige Punkte.

MoinMoin

Zitat von: bittrash in 05.12.2025 16:21
ZitatEine Tätigkeitsbeschreibung deiner aktuellen Tätigkeiten aufstellen.
Dem Personalamt vorlegen mit der Bitte, zu bestätigen, dass dies dein aktuellen auszuübenden Tätigkeiten sind.
Natürlich mit dem Hinweis, wenn du nicht zeitnah die Bestätigung bekommst du leider nur doch die Dinge machen darfst, die in deiner 10 Jahren alten Beschreibung stehen.

Spannend wie die Theorie und die Praxis hier doch auseinanderklaffen.
Hier macht jeder, was er vom direkten AG (Klinik) übertragen bekommt. Das weiß die Personalabteilung nichts davon.
Ja, gewissermaßen kann man es als Theorie ansehen.
Aber was du schreibst ist falsch. Du hast nichts vom AG übertragen bekommen, sondern nur von einem X-belibigen Angestellten, der mutmaßlich für diese Zuweisung nicht befugt ist.
Dazu musst du begreifen, dass eine Tätigkeitsänderung, die zu einer Eingruppierungsänderung führt nur von jemanden seitens des AGs durchgeführt werden kann, der auch Arbeitsverträge ausstellen darf.

Also wenn der Mensch, der dir sagt was zu tun ist, auch dein AV unterschrieben darf, dann ok.
In der Regel sind es aber die Menschen in der Personalabteilung, die diese Befugnis haben.

Ansonsten wäre der korrekte Weg, dass dein Cheffe höherwertige und teurere Aufgaben benötigt, beantragt dies beim AG! also bei der Personalstelle und die genehmigen das und fertig.
Ist doch kein Selbstbedienungsladen.
ZitatIst ja auch irgendwie klar, dass sich bspw. über 10 - 20 Beschäftigung mal was ändert.
Den Laden könnte man so komplett zusperren.
Du musst unterscheiden zwischen EG relevante Änderungen, normale Änderungen, letzteres kann der Cheffe machen wie er will, dazu braucht keine vom Personal was wissen.

Denn glaubst du dass jeder Hans und Franz dazu befugt ist jemanden eine Lohnerhöhung zu verpassen???

Zitat
ZitatDu musst darlegen wo da das tarifliche Merkmal besondere Schwierigkeit und Bedeutung erkennbar ist!
in deine Aufzählung sehe ich ein Punkt der EG13 ist und der Rest kann 9b bis 13 sein.
Wie gesagt, ich möchte hier nicht Punkt für Punkt ins Detail gehen.
Weiter im Raum stehen eigenständiges Beschaffungsentscheidungen, wissenschaftliche Mitarbeit (über Publikation belegt), usw.
Auf meiner Liste stehen mittlerweile schon einige Punkte.
Alles sehr gut und sehr schön und sehr löblich.
Und klingt auch , dass die 12 da möglich ist. (und auch das da 13er Aufgaben gemacht wurden, die zu einer 12 führen wegen fehlendem Studium)
Allein: Solange jemand der Geld verteilen darf, diesen Arbeiten nicht zugestimmt hat, bedankt sich der AG für die kostenfreie höherwertige Leistung.

Bei Arbeitsgericht wird als erstes eben genau das vorzulegen sein:
Was sind die auszuübenden Tätigkeiten.
Und da zählen die Anweisungen deines Cheffe nicht dazu, sondern alleinig das was die Personalabteilung dir zugewiesen hat.
Klingt doof, ist es auch, aber auch notwendig, sonst könnte jeder kleiner Teamleiter seinen Mannen EG14er Verträge geben.

bittrash

Vielen Dank für die ganzen ausführlichen Antworten.
Ich kann das korrekte Vorgehen voll und ganz verstehen, erlebe in der Realität eben anderes, was nicht heißt, dass ich das so gut finde.

Zum Thema Geld, das kommt aus der Klinik und wird vom Klinikdirektor freigegeben.
Ansonsten hat man nur Berührung mit der Klinik.
Nur der Arbeitsvertrag wird von der Leitung der Personalabteilung unterschrieben.
Im Grunde müsste ja allen eine Beschreibung der gewünschten Tätigkeiten ausgehändigt oder zumindest mündlich mitgeteilt werden. Meine direkten Vorgesetzten kennen meine Tätigkeitsbeschreibung, in in Pe liegt aber überhaupt nicht.

Ihr seht, hier wird so einiges anders ausgelegt 😉