Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Muschebubu

Keine Sorge, wird ja nicht passieren  ::)  Ich weiß, die Diskussion hat immer was von Henne und Ei und wer wohl zuerst da war. Aber zumindest versuchen könnte verdi ja die Mitgliederwerbung. So muss ich mir ja denken, die sind ja schon selbst von der Sache nicht überzeugt.

Zurück zum Thema... Zumindest nehme ich für die diesjährige Verhandlungsrunde mal zur Kenntnis, dass es doch tatsächlich in der 2. Runde ein Angebot gibt, egal wie schlecht es ist.

daseinsvorsorge

Zitat von: PiratJack1991 in 17.01.2026 22:03Oh wie Wahr, wie Wahr. Bei der "Umfrage", die meine Persönliche Meinung, eher dazu galt neues Kanonenfutter, äh ich meine Mitglieder zu bekommen, habe ich 25 Prozent als Forderung angegeben, aber es konnte ja nicht gewertet werden, weil ich nicht wieder Mitglied werden wollte.  ::) 
Sie sind nicht mehr gewerkschaftlich organisiert, weil Sie für sich selber verhandeln wollen-Ok. Trotzdem nehmen Sie an Umfragen einer Gewerkschaft teil- wieso?

Konzentrieren Sie sich besser auf ihre eigenen Verhandlungen, gehen zu ihrem Chef und fordern 25%. Wenn er dies nicht erfüllen kann, drohen Sie sofort mit der Bewerbung auf andere Stellen. Bei soviel Druck sehe ich mindestens 12,5% - eher 15%- für Sie.

Johannes1893

Das erste ,,Angebot" ist nie ernst zu nehmen.

Ich bin mir sicher das man am Ende bei ähnlicher Laufzeit gestaffelt auf dieselben Prozente kommt wie im TVÖD (ggf. mit mehr Nullmonaten und im ersten Schritt weniger Prozente). Was jedoch nicht kommen dürfte ist eine Verbesserung der JSZ für die höheren EG. Damit geht die Schere im Vergleich zum TVÖD dann doch weiter auseinander.

Viel schlimmer dürfte langfristig die steigende Abgabenlast sein und das der TVÖD im kommenden Jahr ein dürftiges Ergebnis ,,vorlegen" dürfte. Weitere Reallohnverluste sind vorprogrammiert.

PiratJack1991

Zitat von: daseinsvorsorge in 17.01.2026 22:27Sie sind nicht mehr gewerkschaftlich organisiert, weil Sie für sich selber verhandeln wollen-Ok. Trotzdem nehmen Sie an Umfragen einer Gewerkschaft teil- wieso?
Ich bin nicht mehr in der Gewerkschaft, weil jedes Mal, bei einem Miesen Ergebnis, sagt wurde, das ist das beste Ergebnis seit Ever.
Zudem fühlte ich mich von der Gewerkschaft nicht vertreten, wobei das für die Gewerkschaft gilt, der Personalrat bei uns im Haus ist ganz in Ordnung.
Liebe Grüße
PiratJack1991

LogiJöw

Zitat von: daseinsvorsorge in 17.01.2026 22:27Sie sind nicht mehr gewerkschaftlich organisiert, weil Sie für sich selber verhandeln wollen-Ok. Trotzdem nehmen Sie an Umfragen einer Gewerkschaft teil- wieso?
...

Wenn ich mein Auto abgeschafft habe, darf ich dann auch kein Taxi mehr fahren? Nicht gewerkschaftlich organisiert zu sein heißt nicht, kein Interesse an deren Arbeit oder Einschätzungen zu haben. Schwarz-Weiß-Logik hilft hier nicht weiter.

daseinsvorsorge

Zitat von: Muschebubu in 17.01.2026 22:23Keine Sorge, wird ja nicht passieren  ::)  Ich weiß, die Diskussion hat immer was von Henne und Ei und wer wohl zuerst da war. Aber zumindest versuchen könnte verdi ja die Mitgliederwerbung. So muss ich mir ja denken, die sind ja schon selbst von der Sache nicht überzeugt.
Falls Ihnen ein Tarifvertrag wichtig ist, könnten Sie sich natürlich auch von alleine denken: Wie kommen eigentlich Tarifverträge zustande? Wenn sie die Lösung haben, bestehen zwei Möglichkeiten:

1.)Sie wollen einen Tarifvertrg und wenden sich deshalb auch ohne persönliche Ansprache eigeninitiativ an die Gewerkschaft Ihrer Wahl , werden Mitglied und müssen dafür Beiträge  zahlen- je nach Gehaltsstufe bis zu €700,- jährlich.

2.)Sie wollen einen Tarifvertrag, dafür aber nichts bezahlen? Dank der negativen Koalitionsfreiheit erhalten Sie einen Tarifvertrag mit gleichen Leistungen wie für die Organisierten -aber für lau :wie geil ist das denn! Und ca, 80% im ÖD wählen die 2. Möglichkeit.Bessere AN kan sich kein AG wünschen.

Somit wird der Tarifvertrag als solches entwertet. Und wie gut das läuft, sehen wir in den Branchen ohne Tarifvertrag.

daseinsvorsorge

#66
Zitat von: LogiJöw in Gestern um 10:22Wenn ich mein Auto abgeschafft habe, darf ich dann auch kein Taxi mehr fahren? Nicht gewerkschaftlich organisiert zu sein heißt nicht, kein Interesse an deren Arbeit oder Einschätzungen zu haben. Schwarz-Weiß-Logik hilft hier nicht weiter.
Welche Erkentnisse ziehen Sie denn aus derArbeit der Gewerkschaften und wie hilfreich sind diese für ihre eigenen Verhandlungen mit dem AG?

daseinsvorsorge

Zitat von: Kaspar in 17.01.2026 16:00Zu Verdi, leider ist Verdi im öffentlichen Sektor ein absolut zahnloser Tiger. Es müssten Streiks in großer Zahl organisiert werden.
Um etwas zu bewegen, muss man schon seinen Arsch selber hochkriegen. Wie z.B. bei den Tarifverhandl7ngen der Autobahn Gmbh:Dienstag Nachmittag werden 28 Tunnelleitzentralen in NRW komplett bestreikt. Und das werden nicht nur Beschäftigte in den EGs mit ,,Sozialismuskomponente" sein.

MoinMoin

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 13:29Um etwas zu bewegen, muss man schon seinen Arsch selber hochkriegen. Wie z.B. bei den Tarifverhandl7ngen der Autobahn Gmbh:Dienstag Nachmittag werden 28 Tunnelleitzentralen in NRW komplett bestreikt. Und das werden nicht nur Beschäftigte in den EGs mit ,,Sozialismuskomponente" sein.
Aber es werden auch nicht nur Gewerkschaftler sein.
Um streiken zu können, wollen und zu dürfen, muss man nicht in der Gewerkschaft sein, dass wissen nur viele nicht.

Ich habe bisher bei den bei uns anberaumten Streiks auch artig mit gestreikt, als nicht Gewerkschaftler....

Und btw:  dort gibt es auch keine ,,Sozialismuskomponente" bei der JSZ, da kriegen all 100%, oder?


LogiJöw

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 12:08Welche Erkentnisse ziehen Sie denn aus derArbeit der Gewerkschaften und wie hilfreich sind diese für ihre eigenen Verhandlungen mit dem AG?

Aus der Arbeit und den Forderungen der Gewerkschaften ziehe ich meine Schlüsse, wie ich es am besten nicht mache. Das hat sich auch gelohnt bei meiner Verhandlung letztes Jahr. Und das diesjährige Ergebnis wird meine Taktik beeinflussen, denn wenn ich diesen Schrott akzeptieren würde, der im Raum steht, dann würde ich meinen Job schlecht machen. Man muss einfach machen und verhandeln, wie MoinMoin schon mal sinngemäß sagte.

Fakon

https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Warum-100-Euro-im-Supermarkt-nicht-mehr-reichen-id30254148.html

37% seit 2020 .. auch wenn das nicht stimmen mag, gefühlt ist es noch mehr. Was hat Verdi für uns in dieser Zeit erreicht? Wir sind auf dem selben Weg wie die USA wenn die Vermögensungleichheit zunimmt .. am Ende brauchts keinen ÖD und auch Gewerkschaften mehr, wenn Superreiche Oligarchen von "Freiheitsstädten" philosophieren, ohne Staat und ohne Regeln - Tesla ist nur ein Vorgeschmack.

https://www.business-punk.com/tech/bezos-thiel-sind-schon-drin-groenland-wird-zum-spielfeld-der-tech-elite/

oeffiHansel

Ich hatte heute mal etwas Zeit und Lust die Gehalts-, Renten-, Durchschnittslöhne und Löhne im TV-L und TVöD von 2015 bis 2025 zusammenzutragen, alle Öffi-Gehälter bezogen auf die auf Gruppe 13 Stufe 5.

https://drive.google.com/file/d/17gZDoVIUG5RL1D7d1cD5YvviZPQ8NE2h/view?usp=sharing

Der Grund für diese Zusammenfassung liegt an meinem letzten Rentenbescheid... Für die Leute denen das nicht aufgefallen sein sollte: Eure gesetzliche Rente wird durch die Gehaltsverhandlungen im öffentlichen Dienst sukzessive gedrückt...

Zusammenfassend läßt sich festhalten, dass sich die Gehälter in dieser Gehaltsgruppe/Stufe gerade so die Inflation ausgeglichen haben, vergleicht man das mit dem Mindestlohn, der Rente oder dem Durchschnittslohn, so stellt man sich wohl kaum die Frage, wo die finanzielle Wertschätzung hingeht. Aber ein warmes Klatschen ist ja auch was.

P.S. Das ist keine ChatGPT-Tabelle. Ich habe mir in der Tat die Mühe gemacht die Werte selbst zusaammenzutragen, aus den angegeben Quellen. Sollten dennoch Fehler enthalten sein, so steckt keine Absicht dahinter.

cyrix42

Also, der Vergleich zwischen dem Gehalt berufserfahrener Akademiker und dem Mindestlohn greift fehl. Der Mindestlohn soll eine Mindest-Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch eigene Erwerbsarbeit ermöglichen und entsprechend Lohnausbeutung verhindern. Da die erstgenannte Berufsgruppe (zu der ich auch zähle) offenbar nicht von irgendeiner Armutsgefährdung betroffen ist, gibt es keinen Grund, hier auf die Entwicklung des Mindestlohns zu schielen. Alles andere -- relativ zu denen, die ganz unten sind, geht es mir jetzt schlechter als vor 10 Jahren, weil es mir jetzt nicht so viel besser als denen weniger schlecht geht -- ist nur Standesdenken, welches die ganz unten auch ja unten halten will...

Die Rente läuft den Durchschnittslöhnen nach. Insofern ist dieser Indikator redundant.

Einzig der Vergleich mit den Durchschnittslöhnen ist also hier von Relevanz. Und da stellt sich eben die Frage, ob der öD im Allgemeinen und die in der TdL organisierten Arbeitgeber im Speziellen halt noch genügend Personal finden, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Wenn ja, dann reicht das Gehalt offenbar. Wenn nein, dann müssen die Löhne entweder erhöht, oder die nicht mehr zu bearbeitenden Aufgaben in andere Hände abgegeben bzw. gar nicht mehr erledigt werden. Je mehr der öD im Vergleich zu anderen Arbeitgebern im Lohn-Niveau abgehängt wird, desto eher wird man entweder Druck haben, die Löhne zu erhöhen; oder eben Aufgaben abrüsten zu müssen. Und meine Einschätzung der politischen Lage ist im Moment eher nicht, dass man dann freudestrahlend mehr ins Personal des öD investiert, sondern lieber Stellen kürzt...

oeffiHansel

Mir geht es hier nicht um Bashing und Neid, sondern stellt das lediglich einen Ist-Zustand dar. Man könnte auch eine mittlere Gehaltsgruppe/stufe wie die E8 Stufe 5 nehmen und würde feststellen, dass dort das Jahres-Brutto um gut 32% im TV-L von 2015-2025 gestiegen ist, im Vergleich zu den 25,5% in E13 Stufe 5. Auch das dient nur der Feststellung.... Eine weitere Feststellung könnte man machen, wenn man sich Sozialabgaben anschaut. Dann wird Einkommensverzicht mit Abgabenlast kombiniert.

Bei der Stellenkürzung bin ich ganz bei Dir, das sehe ich genauso bei uns. Die Folge ist allerdings auch, dass bestehendes Personal unmotiviert zur Arbeit geht...

Warnstreik

Als erstes Angebot 3 jahre > Inflationserwartung, Erhöhung von Zulagen und die stufengleiche Höhergruppierung ist doch schon mal was.

Ich frage mich aber, was genau hiermit gemeint ist:

ZitatPaket zur Weiterentwicklung des Eingruppierungsrechts (Strukturpaket):
   Ermöglichung abgestufter und leistungsdifferenzierter Eingruppierung mit entsprechenden Bestandsschutzregelungen
    Paralleltabelle für Lehrkräfte ab Schuljahr 2028/2029

Das erste hört sich nach etwas schlechtem für die AN an. Was und in welche Richtung eine Paralleltabelle für Lehrkräfte sein bzw. laufen soll weiß ich auch nicht. Hat jemand nähere Informationen?