Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Warnstreik

Zitat von: Modulator in 26.01.2026 08:29Im Grunde ist es doch ganz einfach.
Warum soll ich mich für meinen Arbeitgeber engagieren, wenn er es nicht für mich tut und ich mich nicht angemessen entlohnt fühle?

Also mache ich Dienst nach Vorschrift.

Beim kleinsten Hüsteln zuhause bleiben.
Nicht mehr ans Telefon gehen, wenn gleich Dienstschluß (DS) ist.
Keine eMails mehr nach DS abrufen.
Auf Fehlermeldungen nicht mehr fix und nach DS reagieren.

Da gibt es einige legale Möglichkeiten.



Zum einen weil du trotz alledem bezahlt wirst - und das auch nicht auf Armutniveau. Zum anderen - und das finde ich viel wichtiger - weil du deinen Kollegen mit sowas vor die Füße spuckst. Du arbeitest nicht im Luftleeren Raum - wenn du das oben genannte Verhalten an den Tag legst, dann haben die mehr Arbeit oder kommen bei irgendwelchen Deadlines in Schwierigkeiten. Finde ich assi, muss aber jeder selbst wissen.

Modulator

Zitat von: Rowhin in 26.01.2026 11:16Die Frage ist, was man über "Kann"-, und was über "Muss"-Regelungen regelt. Da gibt es durchaus eine Balance.

Hier ist es an Verdi die Verhandlungen so zu führen, dass solcher Willkür Einhalt geboten wird.
Man kann doch keine Möglichkeiten vorsehen, die dann per Dekret einfach ausgehebelt werden.
Dann brauche ich das auch nicht vereinbaren und keine Tarifverträge.

"Es gibt keine Dienstwagen, weil der Hausmeister dagegen ist ..." - sorry, etwas überspitzt und nix gegen Hausmeister.


MoinMoin

Zitat von: ignaz in 26.01.2026 10:47Das die Möglichkeiten sinnvoll sein können, streite ich keineswegs ab. Nur wenn es keine Verpflichtung gibt, diese als AG auch anzuwenden und es immer wieder Möglichkeiten gibt, diese nicht anwenden zu müssen, so haben wir hier keine gleichmäßig faire Anwendung eines bindenden Tarifvertrages, oder?
Kannst du mal näher erläutern, welche Verpflichtung es denn tariflicher Natur geben soll?
Wenn ein AG diese Möglichkeiten nicht nutzt, weil er der Meinung ist, dass er auch ohne sie auskommt, dann ist das doch seine Entscheidung, dass er eben nicht die Stellen mit guten Leuten besetzt. Und der AG eine Tür weiter, der macht es und bekommt die guten Mitarbeiter. Wo ist das Problem?
Das man seinen hintern bewegen muss, damit man im Genuss der tariflichen Möglichkeiten kommt?

Und natürlich haben wir weiterhin eine gleichmäßig faire Anwendung eines bindenden Tarifvertrages!

Ein Tarifvertrag ist immer nur die Untergrenze, die ein AG nicht unterschreiten darf.

Bist du also der Meinung, dass es eine Obergrenze sein muss, damit du nicht weniger bekommst als der andere?


MoinMoin

Zitat von: Modulator in 26.01.2026 11:42Hier ist es an Verdi die Verhandlungen so zu führen, dass solcher Willkür Einhalt geboten wird.
Man kann doch keine Möglichkeiten vorsehen, die dann per Dekret einfach ausgehebelt werden.
Dann brauche ich das auch nicht vereinbaren und keine Tarifverträge.
Natürlich kann man Möglichkeiten vorsehen, die nicht alle nutze wollen, wir sind doch nicht in einem Einheitsstaat, wo über all die Lebensumstände identisch sind.

Und wenn ein AG meint, diese Möglichkeiten aktuell nicht nutzen zu wollen, so kann es in 5 Jahren anders aussehen und der AG will sie nutzen.

Daher ist es doch gut, dass man so etwas vereinbart, weil man dann nicht auf außertarifliche oder übertarifliche Dinge ausweichen muss, sondern einen Rahmen gebildet hat und man im tariflichen Bereich bleibt.

Aber dieses Gejaule, das diese Möglichkeiten Mist sind, weil sie mein AG bei mir nicht anwendet, ist doch kurzsichtig.

Modulator

Zitat von: Warnstreik in 26.01.2026 11:40Zum einen weil du trotz alledem bezahlt wirst - und das auch nicht auf Armutniveau. Zum anderen - und das finde ich viel wichtiger - weil du deinen Kollegen mit sowas vor die Füße spuckst. Du arbeitest nicht im Luftleeren Raum - wenn du das oben genannte Verhalten an den Tag legst, dann haben die mehr Arbeit oder kommen bei irgendwelchen Deadlines in Schwierigkeiten. Finde ich assi, muss aber jeder selbst wissen.

Dann hast du meinen Text nicht genau gelesen.
Ich war immer bereit mehr zu tun, über die normale Arbeitszeit hinaus oder auch nach Dienstschluss.
Ich habe Leute am Wochenende geholfen, weil es wichtig war. Am Samstag einen defekten Switch getauscht usw.
Ich habe bis nachts um 3 Uhr im Serverraum Probleme behoben, damit die Leute am nächsten Morgen arbeiten konnten und war trotzdem um 9 Uhr wieder im Dienst.
Das waren alles Arbeiten auf freiwillger Basis, die ich nicht hätte tun müssen.
Ich kann Switches auch tauschen, wenn alle im Dienst sind.
Vieles wird mit der Zeit als selbstverständlich angenommen, was es aber nicht ist.
Das ist dann vom Arbeitgeber her assi und nicht von AN-Seite aus.

DNV heißt dann nur, dass ich mich exakt an die Regeln halte.


Rowhin

Zitat von: MoinMoin in 26.01.2026 11:47Natürlich kann man Möglichkeiten vorsehen, die nicht alle nutze wollen, wir sind doch nicht in einem Einheitsstaat, wo über all die Lebensumstände identisch sind.

Und wenn ein AG meint, diese Möglichkeiten aktuell nicht nutzen zu wollen, so kann es in 5 Jahren anders aussehen und der AG will sie nutzen.


Eben. Man braucht beides - ein vernünftiges Mindestlevel, dass allen garantiert wird. Und zusätzliche Optionen, die den AG zur Verfügung stehen, wenn sie (der Meinung sind, dass sie) diese brauchen. Die Frage ist, was schiebt man in welche Kategorie, und wieviel individueller Freiraum steht dem einzelnen AG, bzw. dessen Vertreter dann überhaupt zur Verfügung, zusätzliche Instrumente anzuwenden.

Ein Bundesland wie Bayern oder BaWü ist halt "ein" AG, aber mit durchaus sehr unterschiedlichen Bedingungen und Bedürfnissen in der Organisationseinheit, die dann tatsächlich einstellt.

UNameIT

Zitat von: Warnstreik in 26.01.2026 11:40Zum einen weil du trotz alledem bezahlt wirst - und das auch nicht auf Armutniveau. Zum anderen - und das finde ich viel wichtiger - weil du deinen Kollegen mit sowas vor die Füße spuckst. Du arbeitest nicht im Luftleeren Raum - wenn du das oben genannte Verhalten an den Tag legst, dann haben die mehr Arbeit oder kommen bei irgendwelchen Deadlines in Schwierigkeiten. Finde ich assi, muss aber jeder selbst wissen.

Am Ende bedeutet das aber auch, dass sich nichts ändert. Nur wenn der AG die Arbeitsleistung nicht umsonst erhält, wird sich was an seinem Verhalten ändern. Man muss halt langfristig denken und nicht kurzfristig. Es bringt doch niemanden etwas überspitzt gesagt tausende von unbezahlten Mehrarbeitsstunden vor sich her zu schleppen.

Johann

Zitat von: Warnstreik in 26.01.2026 11:40Zum einen weil du trotz alledem bezahlt wirst - und das auch nicht auf Armutniveau. Zum anderen - und das finde ich viel wichtiger - weil du deinen Kollegen mit sowas vor die Füße spuckst. Du arbeitest nicht im Luftleeren Raum - wenn du das oben genannte Verhalten an den Tag legst, dann haben die mehr Arbeit oder kommen bei irgendwelchen Deadlines in Schwierigkeiten. Finde ich assi, muss aber jeder selbst wissen.
Sowas entwickelt sich aber auch einfach mit der Zeit. Ich war auch durchaus immer gewillt, die Aufgaben noch fertig zu machen, selbst wenn die Stempeluhr mir ab 20 Uhr keine Arbeitszeit mehr gönnt.

Das hat dann aufgehört, nachdem wir als 4-köpfiges Team über mindestens 2 Jahre beklagt haben, dass sich die 3 Kollegen, die gestorben sind, in Rente gingen oder die Abteilung gewechselt haben und deren Stellen nicht nachbesetzt wurden, langsam bemerkbar machen. Es hat noch lange auch so funktioniert, weil dann einfach die unterjährigen Instandhaltungsaufgaben weggefallen sind und man nur noch das Tagesgeschäft bearbeitet hat. Aber irgendwann fällt einem das auf die Füße und kracht. Vor allem wenn in mehreren Projekten dann auf einmal gleichzeitig die Hölle los ist.

Letztes Jahr war es dann so weit, dass es in mehreren Projekten gleichzeitig gekracht hat. Das zog sich über eine Woche und wurde bis hin zur Behördenleitung bekannt. Ich gehe davon aus, dass unsere Vorgesetzten, die seit Jahren erzählt haben, sie würden die Stellen nicht ausschreiben weil sie sowieso niemanden finden würden, richtig Feuer untern Hintern bekommen haben. Aber statt das Problem endlich mal anzugehen, kam unser Vorgesetzter dann auf uns zu und teilte uns mit, dass wir ab jetzt jeden Pups haarklein zu dokumentieren hätten. Das wäre das Problem gewesen, weswegen es geknallt habe. Und nicht, weil wir seit mehreren Jahren mit 4 statt 7 Personen mindestens den selben Workload schultern müssen.

Seitdem plane ich meine Arbeitszeiten auch eher um die privaten Termine als andersrum. Wenns brennt und ich nach 8h Arbeit ohne angeordnete Überstunden noch nicht fertig bin, brennts halt noch bis zum nächsten Tag weiter. Wirft zwar ein schlechtes Licht auf meine Behörde, aber das liegt nicht in meiner Gehaltsklasse.

Warnstreik

Zitat von: Modulator in 26.01.2026 11:54Dann hast du meinen Text nicht genau gelesen.
Ich war immer bereit mehr zu tun, über die normale Arbeitszeit hinaus oder auch nach Dienstschluss.
Ich habe Leute am Wochenende geholfen, weil es wichtig war. Am Samstag einen defekten Switch getauscht usw.
Ich habe bis nachts um 3 Uhr im Serverraum Probleme behoben, damit die Leute am nächsten Morgen arbeiten konnten und war trotzdem um 9 Uhr wieder im Dienst.
Das waren alles Arbeiten auf freiwillger Basis, die ich nicht hätte tun müssen.
Ich kann Switches auch tauschen, wenn alle im Dienst sind.
Vieles wird mit der Zeit als selbstverständlich angenommen, was es aber nicht ist.
Das ist dann vom Arbeitgeber her assi und nicht von AN-Seite aus.

DNV heißt dann nur, dass ich mich exakt an die Regeln halte.



Sorry, das hatte ich tatsächlich falsch verstanden und das ist deinerseits natürlich auch absolut richtig so wie du beschreibst.
Sogar eher im Gegenteil - ich würde gegen Arbeitszeitgesetze freiwillig nicht verstoßen, da kann zu viel Mist passieren. (für den 3-Uhr-Nachts-Fall) Ansonsten stimmt das aber so. Flexibel zum eigenen Nachteil bleibt man natürlich nur, wenn einem die Arbeitsumgebung gefällt (das hängt aber nicht nur vom Lohn ab).

daseinsvorsorge

Zitat von: Zinc in 26.01.2026 07:44Krass, darüber habe ich ja noch gar nicht nachgedacht! Danke, dass du uns mit deinem Urteilsvermögen hilfst, in komplexen Situationen sinnvolle Entscheidungen zu treffen  :D
Komplex wäre es, wenn die ewig Unzufriedenen auch mögliche sekundäre Gewinne miteinfließen lassen würden, um die Höhe des jetzigen Gehaltes mit ihren Gehaltsvorstellungen besser abzugleichen. Tun Sie aber nicht und wechseln mehrheitlich nicht den AG, sondern poltern einfach weiter.

StreikenderBeamter

Warum wird eigentlich immer nur so partiell gestreikt? Neulich haben Uniklinik Düsseldorf und ein Landesbetrieb gestreikt am gleichen Tag in der gleichen Stadt, aber man ist nicht zusammen rumgelaufen. Dazu hat ja auch noch die Autobahn GmbH gestreikt, keine Ahnung in welcher Stadt. Jetzt wird am 29.01. bei der Bildung gestreikt.

Einfach mal alle gemeinsam an einem Tag streiken, nach Bundesland möglichst in einer Stadt treffen und da dann ganz entspannt die Innenstadt lahmlegen.

Zinc

Zitat von: StreikenderBeamter in Gestern um 05:46Warum wird eigentlich immer nur so partiell gestreikt? Neulich haben Uniklinik Düsseldorf und ein Landesbetrieb gestreikt am gleichen Tag in der gleichen Stadt, aber man ist nicht zusammen rumgelaufen. Dazu hat ja auch noch die Autobahn GmbH gestreikt, keine Ahnung in welcher Stadt. Jetzt wird am 29.01. bei der Bildung gestreikt.

Einfach mal alle gemeinsam an einem Tag streiken, nach Bundesland möglichst in einer Stadt treffen und da dann ganz entspannt die Innenstadt lahmlegen.

Das frage ich mich auch immer. Irgendwie hat man gar keinen Effekt gespürt, medial war es kaum Thema.

sebbo83

Zitat von: Johann in 26.01.2026 12:19Sowas entwickelt sich aber auch einfach mit der Zeit. Ich war auch durchaus immer gewillt, die Aufgaben noch fertig zu machen, selbst wenn die Stempeluhr mir ab 20 Uhr keine Arbeitszeit mehr gönnt.

Das hat dann aufgehört, nachdem wir als 4-köpfiges Team über mindestens 2 Jahre beklagt haben, dass sich die 3 Kollegen, die gestorben sind, in Rente gingen oder die Abteilung gewechselt haben und deren Stellen nicht nachbesetzt wurden, langsam bemerkbar machen. Es hat noch lange auch so funktioniert, weil dann einfach die unterjährigen Instandhaltungsaufgaben weggefallen sind und man nur noch das Tagesgeschäft bearbeitet hat. Aber irgendwann fällt einem das auf die Füße und kracht. Vor allem wenn in mehreren Projekten dann auf einmal gleichzeitig die Hölle los ist.

Letztes Jahr war es dann so weit, dass es in mehreren Projekten gleichzeitig gekracht hat. Das zog sich über eine Woche und wurde bis hin zur Behördenleitung bekannt. Ich gehe davon aus, dass unsere Vorgesetzten, die seit Jahren erzählt haben, sie würden die Stellen nicht ausschreiben weil sie sowieso niemanden finden würden, richtig Feuer untern Hintern bekommen haben. Aber statt das Problem endlich mal anzugehen, kam unser Vorgesetzter dann auf uns zu und teilte uns mit, dass wir ab jetzt jeden Pups haarklein zu dokumentieren hätten. Das wäre das Problem gewesen, weswegen es geknallt habe. Und nicht, weil wir seit mehreren Jahren mit 4 statt 7 Personen mindestens den selben Workload schultern müssen.

Seitdem plane ich meine Arbeitszeiten auch eher um die privaten Termine als andersrum. Wenns brennt und ich nach 8h Arbeit ohne angeordnete Überstunden noch nicht fertig bin, brennts halt noch bis zum nächsten Tag weiter. Wirft zwar ein schlechtes Licht auf meine Behörde, aber das liegt nicht in meiner Gehaltsklasse.

Krass, und auch irgendwie unsere Story - nur das es bereits bis in der Politik bekannt ist und sich trotzdem nix ändert. Von einst 6 Sachbearbeiter sind wir nur noch 4, davon eine Stelle dauer-ausgeschrieben, weil sich keiner mehr findet und die andere wird gar nicht mehr nachbesetzt. Uns hängen gesetzlich verankerte Fristen im Nacken, um unsere Aufgaben zu erledigen. Das was wir tun müssen, führt jedoch zu Massenverfahren mit tausenden Stellungnahmen und unsere eigentliche Arbeit, welche eigentlich sehr vielfältig sein könnte, beschränkt sich nur noch auf ein Thema/ein Verfahren.

Selbst mehr Geld, ändert da nichts dran. Das ganze System - wir müssen Personal sparen versus wir brauchen mehr Polizisten und Lehrer - stimmt nicht mehr. Obwohl an allen Ecken Personal fehlt, werden weiterhin kaum noch Stellen nachbesetzt - und immer bemängelt, dass die Personalkosten steigen. Da stimmt eine Rechnung nicht. In der gesamten Landesverwaltung sind über 20% der Stellen offen und über die Hälfte der Stellen in irgendein Teilzeitkonzept. Der Haushalt wird doch aber auf 100 % Planstellen zusammengestellt?! Rein theoretisch könnte das verbliebene Personal 30% Gehaltserhöhung erhalten, ohne den Haushalt zu sprengen.

Machen die ganzen Boomer-Pensionäre durch ihre Beihilfen und Versorgungsleistungen das System kaputt?

Ingenieur007

Hallo, bin neu hier im Forum und arbeite als Ingenieur (TV-L). Hab schon ein paar Jahre auf den Buckel und werde in rund 10 Jahren beruflich aussteigen. Aber ein paar Fragen habe ich zu den TV-L Verhandlungen. Auch mit Blick auf junge Ingenieure und Neueinsteiger/Nachfolger.

1. Warum ist die JSZ offenbar kein Thema? Haben Gewerkschaften kein Interesse daran weil es vor allem höhere EG betrifft?

2. Warum sollen sich grade Neueinsteiger den TV-L vor allem bei höheren EG antun? 

Ich verstehe das man untere EG gut stellen möchte. Aber wird es nicht langsam Zeit, auch den höheren EG mal ein Zuckerle zu geben? Wir haben große Problem neue Leute zu bekommen in der Technik. Es gibt genug Stellen im TVöD und TV-V bei besserer Bezahlung. Der Abstand mit JSZ ist spürbar.

Gerne kommt das Argument mit Zulagen und man soll verhandeln. Wer tut sich grade als Neueinsteiger umständliche Verhandlungen um Zulagen an, wenn woanders gleich mehr Kohle lockt in der näheren Umgebung? Das der TV-L schlecht ist hat sich mittlerweile gut rumgesprochen...

Sind das keine Punkte die man als Verhandler mit bedenkt?

Rowhin

#224
Zitat von: Ingenieur007 in Gestern um 11:371. Warum ist die JSZ offenbar kein Thema? Haben Gewerkschaften kein Interesse daran weil es vor allem höhere EG betrifft?

Korrekt. Liegt auch daran, dass vor allem die unteren und mittleren EGs den Großteil der Mitglieder bei den Gewerkschaften ausmachen. Natürlich treten die zuerst für ihre Mitglieder ein.

Zitat von: Ingenieur007 in Gestern um 11:372. Warum sollen sich grade Neueinsteiger den TV-L vor allem bei höheren EG antun?

Eine Frage, die sich inzwischen viele stellen. Ich kann sehr gut verstehen, dass man Führungspositionen u.a. deswegen ablehnt, weil die zusätzliche Verantwortung im TV-L nicht proportional zur besseren Bezahlung steht.

Zitat von: Ingenieur007 in Gestern um 11:37Ich verstehe das man untere EG gut stellen möchte. Aber wird es nicht langsam Zeit, auch den höheren EG mal ein Zuckerle zu geben? Wir haben große Problem neue Leute zu bekommen in der Technik. Es gibt genug Stellen im TVöD und TV-V bei besserer Bezahlung. Der Abstand mit JSZ ist spürbar.

Dem würde ich zustimmen. Viele andere hier auch. Manche nicht.

Zitat von: Ingenieur007 in Gestern um 11:37Gerne kommt das Argument mit Zulagen und man soll verhandeln. Wer tut sich grade als Neueinsteiger umständliche Verhandlungen um Zulagen an, wenn woanders gleich mehr Kohle lockt in der näheren Umgebung? Das der TV-L schlecht ist hat sich mittlerweile gut rumgesprochen...

Es ist durchaus wichtig, auch Neueinsteigern ihre Möglichkeiten zu eröffnen. Leider passiert das an vielen Stellen nicht. Ja, es sollten mehr Leute auch im TV-L gut verhandeln. Aber ist schwierig, die Leute dahin zu bekommen, und anscheinend viel einfacher, die Leute zu beleidigen und als Verlierer abzutun, wenn sie es nicht tun. Schade.

Die Lösung kann ja auch nicht sein, dass man sagt, ja gut, wer verhandelt kriegt noch nen guten Deal, und den Rest speist man komplett ab. Beschweren darf sich keiner, weil wenn man nicht zu den Verlieren gehören will, die nach Tarifvertrag bezahlt werden, muss man halt selbst verhandeln.

Unabhängig davon, was ich für mich selbst verhandle - und ich bin bspw. mit meinen persönlichen, aktuell ausgehandelten Bedingungen durchaus zufrieden - kann ich trotzdem die Tarifparteien kritisieren. Genau so kann es valide Gründe geben, selbst nicht zu verhandeln, was auch nicht heißt, dass man die Tarifparteien dann nicht kritisieren darf.

Aber ich weiß, das sehen manche hier anders.

Zitat von: Ingenieur007 in Gestern um 11:37Sind das keine Punkte die man als Verhandler mit bedenkt?

Viel interessanter sind doch die Lachshäppchen!