Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Rheini

Dann liegt das Problem ja bei der richtigen Stelle. Und wenn der AG jetzt immer noch keine Leute einstellt dann hat dieser (und das darf er ja als AG) entschieden, dass die liegenbleibende Arbeit, liegen bleiben kann.

daseinsvorsorge

Zitat von: StreikenderBeamter in Gestern um 05:46Warum wird eigentlich immer nur so partiell gestreikt? Neulich haben Uniklinik Düsseldorf und ein Landesbetrieb gestreikt am gleichen Tag in der gleichen Stadt, aber man ist nicht zusammen rumgelaufen. Dazu hat ja auch noch die Autobahn GmbH gestreikt, keine Ahnung in welcher Stadt. Jetzt wird am 29.01. bei der Bildung gestreikt.

Einfach mal alle gemeinsam an einem Tag streiken, nach Bundesland möglichst in einer Stadt treffen und da dann ganz entspannt die Innenstadt lahmlegen.
Die große Mehrheit ist wohl mit den Angeboten der AGs soweit zufrieden.

Rowhin

Zitat von: Rheini in Gestern um 20:02Dann liegt das Problem ja bei der richtigen Stelle. Und wenn der AG jetzt immer noch keine Leute einstellt dann hat dieser (und das darf er ja als AG) entschieden, dass die liegenbleibende Arbeit, liegen bleiben kann.

Korrekt soweit in der Theorie - nur in diesem Fall versucht der AG die Leute einzustellen (drei Stellen sind ausgeschrieben), er findet nur niemanden, der den Job für das Geld machen will.

Rheini

Ja und? Dann bleibt die Arbeit halt noch länger liegen.

Das einzige Problem das ich derzeit für die AN sehe ist, dass irgendwann das Büro durch die Kartons mit unerledigter Arbeit überquillt. Dann würde ich um einen Archivraum bitten.

DiVO

Zitat von: Rowhin in Gestern um 20:33Korrekt soweit in der Theorie - nur in diesem Fall versucht der AG die Leute einzustellen (drei Stellen sind ausgeschrieben), er findet nur niemanden, der den Job für das Geld machen will.

Auch das ist in der Praxis eine Entscheidung des AG und unterstreicht sein Desinteresse an einer Problemlösung.

Wir haben im der Vergangenheit noralgische Stellen mithilfe eines Headhunters innerhalb weniger besetzt plus entsprechendes Gehalt für den Bewerber.

Das Ganze hat zwar ordentlich Geld gekostet, dafür hatten wir keine ewig lange Vakanz während der wir dann von externen Beratern Dienstleistungen hätten einkaufen müssen.

Rheini

Der AG kann ja auch nicht so belastenden Abteilungen, Personal verschieben usw. usw. usw.

Aber das ist immer noch die Entscheidung des AG.

NelsonMuntz

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 20:16Die große Mehrheit ist wohl mit den Angeboten der AGs soweit zufrieden.

Weißt Du, Du hast in der Sache ja gar nicht unrecht, aber Deine Art der Artikulation, Deine Überhöhung der Gewerkschaftsmacht, macht eben vieles von dem, was Du so formulierst, maximal unsympathisch.

Mal so als Analogie in das Jahr 1980 projiziert: "Dir gefällt das Leben in der DDR nicht? Werde Mitglied in der SED und werde aktiver Gestalter!"

Sei mir nicht böse, aber ich erhalte von der federführenden Gewerkschaft im öD kein attraktives Angebot, meine Interessen zu vertreten. Der öD von heute ist eben nicht vergleichbar mit der Industrie der Gründerzeit, in der ein "gemeinschaftlich-sozialistischer Kampfgeist" eine echte Daseinsberechtigung hatte. Verdi ist ein Dinosaurier, der nicht merkt, wie ihm seine eigene Wirkmacht gerade hier im öD wie Sand durch die Finger rieselt.

Das kann und darf ich konstatieren, auch ohne Mitglied dieses Vereins zu sein. In der Konsequenz bist du stolz auf Dein festgetackertes Tarifentgelt, ich freue mich heute über meine selbstverhandelte Zulage.

Und mal ganz ehrlich: Das ist doch eigentlich schade, oder?


daseinsvorsorge

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 23:16Weißt Du, Du hast in der Sache ja gar nicht unrecht, aber Deine Art der Artikulation, Deine Überhöhung der Gewerkschaftsmacht, macht eben vieles von dem, was Du so formulierst, maximal unsympathisch.

Mal so als Analogie in das Jahr 1980 projiziert: "Dir gefällt das Leben in der DDR nicht? Werde Mitglied in der SED und werde aktiver Gestalter!"

Sei mir nicht böse, aber ich erhalte von der federführenden Gewerkschaft im öD kein attraktives Angebot, meine Interessen zu vertreten. Der öD von heute ist eben nicht vergleichbar mit der Industrie der Gründerzeit, in der ein "gemeinschaftlich-sozialistischer Kampfgeist" eine echte Daseinsberechtigung hatte. Verdi ist ein Dinosaurier, der nicht merkt, wie ihm seine eigene Wirkmacht gerade hier im öD wie Sand durch die Finger rieselt.

Das kann und darf ich konstatieren, auch ohne Mitglied dieses Vereins zu sein. In der Konsequenz bist du stolz auf Dein festgetackertes Tarifentgelt, ich freue mich heute über meine selbstverhandelte Zulage.

Und mal ganz ehrlich: Das ist doch eigentlich schade, oder?


Schade ist, dass Sie meine Antwort kritisieren, von Ihnen aber keine Idee zur aufgestellten Frage kommt. Stattdessen schwadronieren Sie über das Leben in der DDR aus den 1980 Jahren.

Nicht,dass Sie noch im Sozialismus hängen bleiben. Na ja - im Überschwang über die selbst ausgehandelte Zulage kann man schon mal die Bodenhaftung verlieren.

Steve 69

@ daseinsvorsorge. Das du ein glühendes Mitglied und Verfechter von Verdi bist,haben hier mittlerweile alle verstanden. Willst du hier neue Mitglieder anwerben? Das wird dir mit deinen provokanten, unsympathischen Kommentaren aber sicher nicht gelingen. Lege doch mal deine rosarote Gewerkschafsbrille ab. Du musst doch eingestehen,dass die Ergebnisse der letzten Jahre doch ziemlich dürftig waren. Vor allem ab der EG 9. Warum ist der Abstand zum TVÖD denn so groß und wird vielleicht noch größer? Angebote der AG,den oberen EG eine höhere JSZ zu gewähren, wird als unsozial abgetan usw.Dann wundert man sich über Austritte oder fehlende Neumitglieder? Auch in Zeiten als der Organisationsgrad noch höher war,  waren die Abschlüsse nicht berauschend. Ich habe vor Jahren meine Konsequenz gezogen und bin ausgetreten,wie viele andere auch. Ich gehöre zu den glücklichen, die durch eigene Verhandlung über 16.5 eine Zulage bekommen, spare mir zusätzlich den Mitgliedsbeitrag. Für solch eine pozentuale Lohnerhöhung hätte Verdi über die normalen Tarifverhandlungen wahrscheinlich 20 Jahre gebraucht.

daseinsvorsorge

Zitat von: Steve 69 in Heute um 09:13@ daseinsvorsorge. Das du ein glühendes Mitglied und Verfechter von Verdi bist,haben hier mittlerweile alle verstanden. Willst du hier neue Mitglieder anwerben? Das wird dir mit deinen provokanten, unsympathischen Kommentaren aber sicher nicht gelingen. Lege doch mal deine rosarote Gewerkschafsbrille ab. Du musst doch eingestehen,dass die Ergebnisse der letzten Jahre doch ziemlich dürftig waren. Vor allem ab der EG 9. Warum ist der Abstand zum TVÖD denn so groß und wird vielleicht noch größer? Angebote der AG,den oberen EG eine höhere JSZ zu gewähren, wird als unsozial abgetan usw.Dann wundert man sich über Austritte oder fehlende Neumitglieder? Auch in Zeiten als der Organisationsgrad noch höher war,  waren die Abschlüsse nicht berauschend. Ich habe vor Jahren meine Konsequenz gezogen und bin ausgetreten,wie viele andere auch. Ich gehöre zu den glücklichen, die durch eigene Verhandlung über 16.5 eine Zulage bekommen, spare mir zusätzlich den Mitgliedsbeitrag. Für solch eine pozentuale Lohnerhöhung hätte Verdi über die normalen Tarifverhandlungen wahrscheinlich 20 Jahre gebraucht.
Jetzt schon der 2.Nichtorganisierte hintereinander, der endlich erkannt hat, für sich selber verhandeln zu müssen- anstatt in der Opferrolle auszuharren. Dazu Herzlichen Glückwunsch.

Ich fände es gut, wenn Sie das zu Ihrer Lebensaufgabe machen würden: Zeigen Sie dem Rest der Nichtorganisierten hier, wie man erfolgreich verhandelt anstatt das eigene Versagen auf Gewerkschaften abzuwälzen.

NelsonMuntz

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 23:35Schade ist, dass Sie meine Antwort kritisieren, von Ihnen aber keine Idee zur aufgestellten Frage kommt. Stattdessen schwadronieren Sie über das Leben in der DDR aus den 1980 Jahren.

Nicht,dass Sie noch im Sozialismus hängen bleiben. Na ja - im Überschwang über die selbst ausgehandelte Zulage kann man schon mal die Bodenhaftung verlieren.

;) - Keine Sorge! Ich laufe ja nicht trillernd und rote Fahnen schwenkend durch die Gegend, bin da völlig frei von jeglichen Sozialismus-Träumen.

Zur Sachlage und dem Organisationsgrad im öD haben wir uns doch schon umfassend ausgetauscht. Mein Beitrag für eine Clubmitgliedschaft würde in gar nicht allzu ferner Zukunft 4-stellig werden. Dafür erhielte ich aber keine ausreichende Unterstützung für meine Belange. Das ist insofern OK, weil die Gewerkschaft eben exklusiv die Interessen der Mehrheit ihrer Mitglieder vertritt. Da gehöre ich aber nicht dazu und könnte auch mit größtem Engagement gar nicht so viel erreichen (und da ich Kinder, Familie, Freunde und Hobbies habe, habe ich dafür eigentlich auch gar keine Zeit ;) ).

Am Ende ist es leichter, meine Interessen selbst zu vertreten. Das werden viele AN verstehen und mittelfristig auch viele AG. Mit Deiner Form der Agitation ("Ihr seid doch alle selbst schuld") und dem mangelnden Weitblick verdis bei der Mitgliederakquise marginalisiert sich die Gewerkschaftsmacht aber immer weiter. Das ist in Ordnung, einfach nur der Lauf der Dinge.


MoinMoin

Zitat von: daseinsvorsorge in Heute um 09:50Jetzt schon der 2.Nichtorganisierte hintereinander, der endlich erkannt hat, für sich selber verhandeln zu müssen- anstatt in der Opferrolle auszuharren. Dazu Herzlichen Glückwunsch.
Du verkennst, dass diese Personen, mich eingeschlossen, sich nicht in einer Opferrolle befinden oder fühlen.
Das Opfer in einer Rolle bist leider eher du, der nicht aktiv um breiteren Rückhalt sorgt, sondern willige Mitstreiter vergrault.

ZitatIch fände es gut, wenn Sie das zu Ihrer Lebensaufgabe machen würden: Zeigen Sie dem Rest der Nichtorganisierten hier, wie man erfolgreich verhandelt anstatt das eigene Versagen auf Gewerkschaften abzuwälzen.
Keine Sorge, genau das habe ich gemacht, in dem ich sowohl der Heeresleitung als auch den zukünftigen Mitarbeiter zeige, welches Gehalt sie zahlen/bekommen können.

Und nochmals, scheinbar liest du nicht verständig, wer sich hier zuletzt mit deinem Gerede auseinandergesetzt hat:
Du redest hier mit erfolgreichen Verhandlern, die mehr bekommen, als das tarifliche Minimum.

Während du nur bei deinem Minimumgehalt zu krebsen scheinst und dich darüber aufregst, dass unsereins die Gebaren der Gewerkschaften kritisieren.
Und offensichtlich unfähig bist für sich selber zu verhandeln, weil Papa Gewerkschaft macht es ja.

Ich persönlich werde weiterhin diesen Gewerkschaften nicht beitreten, solange sie massiv die Interessen meiner Zunft missachten und konterkarieren.
Ich werde weiterhin solidarisch streiken gehen (den Verdienstauswahl kann ich locker kompensieren) und "Menschenmasse" bei der Folklore generieren, auch wenn meine Interessen nicht vertreten werden.
Und ich werde weiterhin schlechte Tarifabschlüsse kritisieren, dabei aber eher die AG Seite als die Gewerkschaft im Fokus haben.

Tarifverträge haben nur einen Zweck: Sie sollen eine Untergrenze darstellen, die verhandlungsschwache Arbeitnehmer vor Ausbeutung etc. schützt.

Der Rest ist und bleibt immer den Vertragsparteien überlassen, egal ob Nichtorganisierte oder als GEwerkschaftsmitglied.

Desperado

Hier ein ganz guter Berichtaus der SZ. Keine Ahnung, ob der hinter ner paywall ist.

Ist auf jeden Fall recht positiv geschrieben, aber ohne neue Infos:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verdi-oeffentlicher-dienst-streik-li.3376068

Rowhin

Zitat von: Desperado in Heute um 10:41Keine Ahnung, ob der hinter ner paywall ist.

Ist er leider. Teaser liest sich aber gut.

daseinsvorsorge

[quote author=NelsonMuntz link=msg=439582  Mit Deiner Form der Agitation ("Ihr seid doch alle selbst schuld") und dem mangelnden Weitblick verdis bei der Mitgliederakquise marginalisiert sich die Gewerkschaftsmacht aber immer weiter. Das ist in Ordnung, einfach nur der Lauf der Dinge.
[/quote]
Das was Sie prophezeien, wünschen sich noch einmal die AGs. Diese wünschen sich weiterhin schwache Gewerkschaften, die aber tarifähig bleiben müssen.

Denn sonst gibt's bald keine Tarifverträge
mehr, auf die auch ca. 95% der Nichtorganisierten angewiesen sind, weil diese im Gegenteil zu Ihnen nicht selber verhandeln.

Das einzige, was ich daran kritisiere, ist dass man- warum auch immer - nicht selber verhandelt, das Angebot der AGs akzeptiert- dann aber auf die Gewerkschaften eindrischt. Das ist schon sehr frech