Abschaffung Teilzeitanspruch

Begonnen von BAT, 26.01.2026 10:23

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Zimm

In der aktuellen Diskussion geht es um diejenigen, die ohne nachvollziehbaren Grund nur Teilzeit arbeiten, obwohl sie Vollzeit arbeiten könnten ("Lifestyle-Teilzeit"). Du kannst dir ja mal den eingangs im Thread verlinkten Artikel durchlesen.

In der Tat stellt sich die Frage, warum diese Gruppe mit einer geringeren Steuer- und Sozialabgabenlast auch noch belohnt wird.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 16:26Das ist ja eine Frage, wie weit die Arbeitszeit reduziert wurde. Möglicherweise sind es nur ein paar Stunden, die ja in der Umfrage zu den Tarifverhandlungen als reguläre Vollzeit nach Tarif ja gefordert wurden.

Ist denn ein Tarif mit 35 Stunden in der Woche auch Lifestyle? ;)
Die meisten haben doch noch nie die 48h gearbeitet, denn nur das ist Vollzeit.
Alles andere ist doch tariflich angeordnete Teilzeit.  8)

BAT

Also ich habe auch in Teilzeit ein Einkommen oberhalb der BBG ;)

MoinMoin

Zitat von: Zimm in Gestern um 18:55In der aktuellen Diskussion geht es um diejenigen, die ohne nachvollziehbaren Grund nur Teilzeit arbeiten, obwohl sie Vollzeit arbeiten könnten ("Lifestyle-Teilzeit"). Du kannst dir ja mal den eingangs im Thread verlinkten Artikel durchlesen.

In der Tat stellt sich die Frage, warum diese Gruppe mit einer geringeren Steuer- und Sozialabgabenlast auch noch belohnt wird.
Weil man keine Stundensteuer, sondern Einkommenssteuer hat.
Wenn ich auf TZ gehe, dann habe ich trotzdem eine höhere Steuer- und Sozialabgabenlast als viele andere VZ-Kräfte.

Und meinst du es gibt Menschen die ohne nachvollziehbaren Grund in TZ sind?
Mehr Freizeit oder Zeit für den Sport, oder ... ist durchaus für viele Menschen ein nachvollziehbarer Grund.

MoinMoin

Zitat von: cUmydQGVF5pEdG in Gestern um 17:30Welches Wort passt nicht? Asozial = gegen soziale Normen. Wenn ich Teilzeit arbeite und somit weniger Krankenkassenbeiträge zahle, als ich Vollzeit würde, aber trotzdem volle Krankenkassenleistungen bekomme, was ist daran nicht asozial?

Also dann ist auch der, der VZ arbeitet, aber mehr Geld verdienen könnte, asozial?

Fazit: Der der weniger zahlt und die gleiche Leistung bekommt ist asozial.

Also her mit der Kopfpauschale für die KV!

Warnstreik

Das war jetzt drastisch ausgedrückt - aber im Grunde stimmt es schon ein wenig. Ich finde in allen Belange faire Besteuerung mit ordentlich Progression sowie gehaltsabhängigen Beiträgen gut. Starke Schultern sollen mehr tragen.
Allerdings wird hier Teilzeit eben "belohnt". Bei der Steuer sogar überproportional. Die Frage kommt spätestens bei Sozialleistungen auf: Ab wann kann ich verlangen, dass man einen Vollzeitjob macht? Bei Wohngeld? Bei Aufstockung? Bei Rabatt auf die Kita wie z.B. in Hamburg? Bei der Bevorzugung bei sozialem Wohnungsbau?
Bevor man hier aber an die Teilzeitler rangeht, müsste man sich erstmal das Ehegattensplitting und vor allem die beitragsfreie Familienversicherung anschauen.

Andererseits ist Teilzeit auch ein Weg erstmal in einen Job zu kommen und war früher oft Instrument, um Entlassungen zu vermeiden.


FGL

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 19:27Also her mit der Kopfpauschale für die KV!
Entweder das oder die Beitragshöhe wird wie bei der PKV nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt.

Hugo Stieglitz

Zitat von: Zimm in Gestern um 18:55In der aktuellen Diskussion geht es um diejenigen, die ohne nachvollziehbaren Grund nur Teilzeit arbeiten, obwohl sie Vollzeit arbeiten könnten ("Lifestyle-Teilzeit"). Du kannst dir ja mal den eingangs im Thread verlinkten Artikel durchlesen.

In der Tat stellt sich die Frage, warum diese Gruppe mit einer geringeren Steuer- und Sozialabgabenlast auch noch belohnt wird.
Nun diese Gruppe erhält auch weniger Leistungen in Form geringerer Rentenansprüche und geringerer Lohnersatzleistungen. Die Behandlungskosten werden allerdings in gleicher Höhe übernommen.

Für mich als jemand der viel Wert auf Freiheit legt, ist hier ein klassischer Konflikt vorprogrammiert. Ob eine Person mehr arbeiten kann und es nicht tut, ist in erster Linie eine private Entscheidung, die den Staat nicht zu interessieren hat. Der Staat sollte sich dazu nicht mal eine Meinung bilden. Gleichzeitig stellt ein staatliches Sozialversicherungssystem einen Anreiz für den Staat dar, sich einzumischen, weil die Entscheidungen der Menschen Auswirkungen auf die Finanzieurng des Systems haben.

Wenn man diese Systeme nicht privatisieren will (was nicht in meinem Sinne ist) muss man hier in meinen Augen im Einzefall mit Ungerechtigkeiten leben.


Organisator

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 08:40Wenn man diese Systeme nicht privatisieren will (was nicht in meinem Sinne ist) muss man hier in meinen Augen im Einzefall mit Ungerechtigkeiten leben.

Das ist der Punkt. Ansonsten wäre es auch "assozial", einen geringen Bildungsabschluss zu haben und (in Vollzeit) einen schlecht bezahlten Job anzunehmen.
Ansonsten ist es auch "assozial" Kind oder erwerbsunfähig zu sein, da man da kostenlos die angesprochenen Krankenversicherungsleistungen erhält.

Bodycount02

Zitat von: Organisator in Heute um 09:09Ansonsten wäre es auch "assozial", einen geringen Bildungsabschluss zu haben

Sorry, da musste ich gerade lachen. Bin aber inhaltlich voll bei dir.

Warnstreik

Zitat von: Organisator in Heute um 09:09Das ist der Punkt. Ansonsten wäre es auch "assozial", einen geringen Bildungsabschluss zu haben und (in Vollzeit) einen schlecht bezahlten Job anzunehmen.
Ansonsten ist es auch "assozial" Kind oder erwerbsunfähig zu sein, da man da kostenlos die angesprochenen Krankenversicherungsleistungen erhält.

"Asozial" ist doch auch das falsche Wort. Jeder soll nach seiner Leistungsfähigkeit zur Gesellschaft beitragen - da wäre für mich eben nicht die Bildung oder der Job (dann wären viele im ÖD auch "asozial") relevant sondern eben ob er einer Arbeit nach seinen Möglichkeiten nachgeht.

Am Ende wieder so eine Diskussion, die keine echten Probleme angeht sondern wieder nur Unfrieden schafft indem man einzelne Gruppen an den Pranger stellt. Aber das ist eben der Modus Operandi unseren Kanzlers.

Finanzer

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:08Am Ende wieder so eine Diskussion, die keine echten Probleme angeht sondern wieder nur Unfrieden schafft indem man einzelne Gruppen an den Pranger stellt. Aber das ist eben der Modus Operandi unseren Kanzlers.

Es wird versucht, die Lage aufzuklären. Man schaut bei welchen Forderungen es welchen Widerstand gibt, um zu schauen welchen Verschärfungen man durchsetzen kann.

Wie damals, als Marcus Antonius Cäsar die Krone aufsetzte, welche er natürlich sofort empört zurückwies, als er die negative Reaktion des Volkes sah.

UNameIT

Zitat von: cUmydQGVF5pEdG in Gestern um 17:28Gegenüber Vollzeitarbeitenden, die auch volle Krankenkassen- und Sozialbeiträge zahlen.

Ich verdiene Teilzeit mehr als die meisten Vollzeit verdienen und zahle somit mehr ein als viele die Vollzeit arbeiten. Das alle Teilzeitarbeitenden so wenig einzahlen würden, ist auch nur ein Amenmärchen.

Bevor die Frage kommt, ich arbeite die andere Hälfte der Zeit ehrenamtlich - also auch "Lifestyle-TZ" für viele hier.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 20:43Allerdings wird hier Teilzeit eben "belohnt". Bei der Steuer sogar überproportional.
Nein da wird nichts belohnt.
Wenn etwas "belohnt" wird, dann ist es das geringe Einkommen.

Bin ich jetzt asozial oder werde ich belohnt, weil ich mich für einen Job entschieden haben bei dem ich wesentlich weniger in Vollzeit verdiene als vorher?
Wohl kaum.

Klingt hier aber so, als ob ich dafür bestraft werden müsste.

Organisator

Wir leben in einer freiheitlichen Grundordnung.

Insoweit nehme ich auch den gesellschaftlichen Konsens so wahr, dass jeder seine Arbeitskraft einbringen muss, um damit seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Darüber hinaus kann jeder entscheiden, wie er will.

Einen Zwang, seine Arbeitskraft bestmöglich zum Nutzen des Staates einzusetzen, vermag ich nicht zu erkennen.