Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Gestern um 09:31

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MoinMoin

Zitat von: MasterNoname89 in Heute um 21:07Es geht um Schenkung/Erbe innerhalb der Familie nicht um irgendwelche Geldverschiebungen zwischen voneinander unabhängigen Parteien. Und ja, wenn deine Eltern dir 6.000 € im Monat schenken können, dann wohl dem. Und dann soll es gern auch steuerfrei passieren. Letztlich landet das Geld ja wieder im Wirtschaftskreislauf und wird dort ebenfalls besteuert.
Warum gibt ist es ein Unterschied, wenn ein Kind, dass die Eltern kaum gesehen hat steuerfrei gestellt wird und jemand anderes, der am Pflegebett 10 Jahre die Hand gehalten hat Steuer zahlen soll.


Oliver1976

Zitat von: MoinMoin in Heute um 21:03Also fändest du es legitim, wenn ich monatlich 6000€ steuerfrei geschenkt bekommen,.... von meinem AG? Oder jemanden dem ich irgendwie zur Hand gehen?
Wenn es nicht mit einer Gegenleistung verbunden ist, dann JA. Nur dann ist es eine Schenkung. D.h. ich sehe einen Unterschied darin, ob man Lohn für geleistete Arbeit bekommt oder etwas geschenkt.

Dein Onkel schenkt dir zum Geburtstag ein Auto. Diese Schenkung müsstest du, wenn das Auto über 20.000 € kosten würde versteuern. Von solchen Dingen halte ich einfach nichts.

Darfst man gerne anders sehen.

MoinMoin

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 21:08In BaWü bekommst du nichts unter 5000 € das vernünftig ist. Sogar das Heim der Mutter meiner Sekretärin kostet derzeit 6499 € im Monat. Davon hatten wir es erst letzte Woche. Bei der beträgt der Eigenanteil derzeit 2400 € im Monat. Wird auch durch den Verkauf der Wohnung der Mutter finanziert.
Zur Klärung: Ich rede nicht von den Kosten sondern von dem Eigenanteil, den man selbst berappen muss.
und wenn das in BaWü 5000€ ist, dann bin ich überrascht, was die da sich zurecht zaubern.
ZitatNachdem ich mich selbst im Detail damit noch nicht befassen musste, kann ich dir nicht sagen, wieso beide jeweils verkaufen mussten, um das Heim finanzieren zu können, wenn es laut deiner Aussage eine andere Möglichkeit geben würde. Ich weiß es einfach nicht.
ist halt ein klassischer Fehler (aufgrund der Uninformiertheit), dass man nicht Grundsicherung beantragt und dann sich das darüber "finanziert" und durch Grundbucheintragung (also Amt hat die Hand drauf) das überhastete Verkaufen des Objektes erspart.
Ob es jedes Amt macht kann ich allerdings nicht sagen.

Oliver1976

Zitat von: MoinMoin in Heute um 21:11Den Zusammenhang verstehe ich nicht.
Welche Geld-Leistung die irgendwer erhält (ich als Lohnempfänger, ich als Selbstständige, ich als Gutachter, ...) wurde denn durch nicht versteuerten Geld mir übertragen?
Frage: Wr muss für seine Eltern das Pflegeheim bezahlen?

Tipp: Wenn die Eltern kein Vermögen (<60T€) mehr haben, weil es für Pflege oder Party genutzt wurde, der bekommt sogar Wohngeld im Heim. (Wenn die Rente niedrig genug ist) Bei meiner Schwiegermutti ist es Ende des Jahres soweit, falls sie so lange noch lebt.

und wer für seine Eltern zahlen muss, weil sie im Heim sind, der hat entweder Junge Heim-Eltern (<Altersrente und nicht Grundsicherung) oder ist Gutverdiener >100T€

Alle anderen die zahlen, müssten nicht und sind Gutmenschen oder uninformiert.

Dann sind sie alle uninformiert. Jetzt weiß ich aber, dass ich mich entsprechend noch informieren muss.

MasterNoname89

Zitat von: hugodehippo in Heute um 21:11Und warum soll die Allgemeinheit für diese Kosten aufkommen wenn doch Vermögen vorhanden ist? Damit dass dann steuerfrei vererbt werden kann?

Weil sie es bei jedem macht, der die Möglichkeit gehabt hätte, eine Altersvorsorge aufzubauen, dies aber aus welchen Gründen auch immer nicht getan hat, sondern dafür 4 Mal im Jahr in den Urlaub gefahren ist und sich aller 2 Jahre eine Luxuskarosse geleast hat.

Zitat von: MoinMoin in Heute um 21:11Den Zusammenhang verstehe ich nicht.
Welche Geld-Leistung die irgendwer erhält (ich als Lohnempfänger, ich als Selbstständige, ich als Gutachter, ...) wurde denn durch nicht versteuerten Geld mir übertragen?

Das Beispiel Eigenheim, wurde durch versteuertes Arbeitseinkommen erwirtschaftet. Dabei wurde in der Regel ein Kredit aufgenommen auf den ebenfalls Steuern anfallen. Für das Haus und dessen Errichtung fiel nochmals Mehrwertsteuer an und die errichtenden Firmen führen ebenfalls mehrere Formen der Steuer an den Staat ab.

Aus welchem Grund sollte jetzt bei Weitergabe an die Nachkommen nochmals eine Steuer für diese anfallen?


Zitat von: MoinMoin in Heute um 21:11Frage: Wr muss für seine Eltern das Pflegeheim bezahlen?

Tipp: Wenn die Eltern kein Vermögen (<60T€) mehr haben, weil es für Pflege oder Party genutzt wurde, der bekommt sogar Wohngeld im Heim. (Wenn die Rente niedrig genug ist) Bei meiner Schwiegermutti ist es Ende des Jahres soweit, falls sie so lange noch lebt.

und wer für seine Eltern zahlen muss, weil sie im Heim sind, der hat entweder Junge Heim-Eltern (<Altersrente und nicht Grundsicherung) oder ist Gutverdiener >100T€

Alle anderen die zahlen, müssten nicht und sind Gutmenschen oder uninformiert.

Als Nachkomme muss man nur in bestimmten Fällen direkt für die Kosten aufkommen. Allerdings hat es für alle, egal welche Einkommenshöhe, direkte Auswirkungen auf deren Erbe, da dieses sich Monat für Monat um eben diesen erheblichen Betrag verringert und am Ende gen Null geht, wenn die Pflege über längere Zeit geht. Und wenn hier das Eigenheim als Vermögenswert vorhanden ist, dann wirds auch nichts mit Wohngeld.

Oliver1976

Zitat von: MoinMoin in Heute um 21:21ist halt ein klassischer Fehler (aufgrund der Uninformiertheit), dass man nicht Grundsicherung beantragt und dann sich das darüber "finanziert" und durch Grundbucheintragung (also Amt hat die Hand drauf) das überhastete Verkaufen des Objektes erspart.
Ob es jedes Amt macht kann ich allerdings nicht sagen.

Den Tipp merke ich mir definitiv

MoinMoin

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 21:17Wenn es nicht mit einer Gegenleistung verbunden ist, dann JA. Nur dann ist es eine Schenkung. D.h. ich sehe einen Unterschied darin, ob man Lohn für geleistete Arbeit bekommt oder etwas geschenkt.

Dein Onkel schenkt dir zum Geburtstag ein Auto. Diese Schenkung müsstest du, wenn das Auto über 20.000 € kosten würde versteuern. Von solchen Dingen halte ich einfach nichts.

Darfst man gerne anders sehen.
Also muss Erbe auch versteuert werden, weil man ja auf was verzichtet hat als Gegenleistung?
Und reine Schenkung unter Fremden dann nicht?
Du siehst hoffentlich, dass es halt ein Problem mit der Definition "Wenn es nicht mit einer Gegenleistung verbunden ist" geben könnte.

Oliver1976

Zitat von: MoinMoin in Heute um 21:25Also muss Erbe auch versteuert werden, weil man ja auf was verzichtet hat als Gegenleistung?
Und reine Schenkung unter Fremden dann nicht?
Du siehst hoffentlich, dass es halt ein Problem mit der Definition "Wenn es nicht mit einer Gegenleistung verbunden ist" geben könnte.
Zum philosophieren über Begriffsauslegungen ist es mir am Sonntagabend um 21.29 Uhr einfach zu spät. Sorry!

MoinMoin

Zitat von: MasterNoname89 in Heute um 21:23Aus welchem Grund sollte jetzt bei Weitergabe an die Nachkommen nochmals eine Steuer für diese anfallen?
Aus dem gleichen Grund warum mein Nicht-Nachkomme darauf steuern zahlen muss.
ZitatAls Nachkomme muss man nur in bestimmten Fällen direkt für die Kosten aufkommen. Allerdings hat es für alle, egal welche Einkommenshöhe, direkte Auswirkungen auf deren Erbe, da dieses sich Monat für Monat um eben diesen erheblichen Betrag verringert und am Ende gen Null geht, wenn die Pflege über längere Zeit geht. Und wenn hier das Eigenheim als Vermögenswert vorhanden ist, dann wirds auch nichts mit Wohngeld.
Schon mal darüber nachgedacht, dass dein Erbe erst dein Erbe ist, wenn der Vererbende TOT ist.
Vorher ist es nicht dein Erbe.
Aber es (nicht persönlich gemeint) gibt Erben, die verprassen das Erbe bevor sie geerbt haben, bzw. die denken sie hätten ein Anspruch auf das Vermögen der Eltern bevor diese unter der Erde sind.

Also Abgerechnet wird zum Schluss.
Und wenn die Menschen nicht mit "warmer Hand" ihr (selbst erarbeitetes oder ererbtes) Vermögen verteilen, dann wird e uU von den Pflegekosten aufgezehrt.

Oder wie ein Kollege mal meinte:
Ich fahre ab sofort 1. Klasse, sonst machen es meine Kinder von meinem Geld.

Und wg. Wohngeld im Pflegeheim, wenn noch ImmoVermögen da ist, das ist dann in der Tat Asche: Aber da könnte man das Vermögen "schützen", wenn man häusliche Pflege macht und dann gibt es auch "Wohngeld"

MoinMoin

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 21:29Zum philosophieren über Begriffsauslegungen ist es mir am Sonntagabend um 21.29 Uhr einfach zu spät. Sorry!
Stimmt.

Mein Fazit was Steuern angeht ist ganz (un)philosophisch:
Alles nach Zuflussprinzip und egal woher es kommt und mit einheitlichen Steuersatz, dann passt es auch auf dem Bierdeckel.

Prost.

Wenn auf der Rückseite die unterschiedlichen Freibeträge passen. ::)

MasterNoname89

Zitat von: MoinMoin in Heute um 21:34Aus dem gleichen Grund warum mein Nicht-Nachkomme darauf steuern zahlen muss.Schon mal darüber nachgedacht, dass dein Erbe erst dein Erbe ist, wenn der Vererbende TOT ist.
Vorher ist es nicht dein Erbe.
Aber es (nicht persönlich gemeint) gibt Erben, die verprassen das Erbe bevor sie geerbt haben, bzw. die denken sie hätten ein Anspruch auf das Vermögen der Eltern bevor diese unter der Erde sind.

Also Abgerechnet wird zum Schluss.
Und wenn die Menschen nicht mit "warmer Hand" ihr (selbst erarbeitetes oder ererbtes) Vermögen verteilen, dann wird e uU von den Pflegekosten aufgezehrt.

Das ist alles richtig. Dennoch ist es "Familieneigentum" und der Staat bedient sich insbesondere in diesem Fall daran, während er andere zu 100 % unterstützt, die entweder nie den Steuertopf gefüllt haben oder eben ihr Geld anstatt es sinnvoll zu sparen/anzulegen einfach so verprasst haben.

Entsprechend muss das (eigentlich spätere) Erbe weit vor dem Ableben per Schenkung übertragen werden, um es genauso  vor dieser Enteignung zu bewahren. Alle die sich aber im Vorfeld nicht mit diesen Gegebenheiten beschäftigen und darauf vertrauen, dass das Eigenheim eine sichere Anlage für die Nachkommen ist, deren Grundgedanke wird hier einfach nur getäuscht.

Denn genau dieser Gedankengang: "Ich baue ein Haus, damit es meine Kinder später mal besser im Leben haben" war insbesondere in den vergangenen Generationen überhaupt der Grund, sich über das gesamte Arbeitsleben hinweg zu verschulden und die damit verbundenen Einschränkungen in Kauf zu nehmen.

Heute kann man es etwas rationeller betrachten und sich sagen: bevor ich die ausufernden Mieten an irgendjemanden überweise, der davon auch nur seinen gehobenen Lifestyle finanziert, kaufe ich mir selbst etwas wo ich meine Sicherheit und Preisstabilität habe. Oder aber auch so wie früher.

Im Übrigen wird Wohnen zur Miete in den nächsten Jahren noch zu einem sehr problematischen Thema.

NelsonMuntz

Zitat von: MasterNoname89 in Heute um 21:56Das ist alles richtig. Dennoch ist es "Familieneigentum" und der Staat bedient sich insbesondere in diesem Fall daran, während er andere zu 100 % unterstützt, die entweder nie den Steuertopf gefüllt haben oder eben ihr Geld anstatt es sinnvoll zu sparen/anzulegen einfach so verprasst haben.

Das unglaublicher Unfug! Wenn Du Deinen Lebensstil nur aufgrund eines "Familieneigentums" an Leben erhalten kannst, dann bist genau Du derjenige, der sein Geld verprasst, anstatt es sinnvoll zu sparen oder anzulegen.

Kinder tragen keine Verantwortung für den Lebensweg Ihrer Eltern, wohl aber für ihr eigenes Fortkommen. Wenn wir "Anton und Berta" reaktivieren, dann kann eben jener Anton in der E5 das einzige Kind eines Chirurgen-Ehepaars sein, während die gute Berta in der E12 die Tochter eines einfachen Arbeiterehepaares ist, die die Pflegekosten ihrer Eltern mit tragen muss. Bezugnehmend auf die Tarifdiskussionen kommen viele aber zu dem Schluss, dass Berta zugunsten eines Antons ruhig etwas zurückstecken sollte.

Ungleichheit ist eine Funktion des Vermögens, weniger eine des Einkommens. Das hier ist eigentlich ein Faden zu den tariflichen Einkommen. Wollen wir diese leistungsorientiert stärken, dann müssen wir leistungslose(!) Einkommen entsprechend mehr zur Finanzierung des Gemeinwohls heranziehen.

Aber natürlich kann man als MA im öD auch der Meinung sein, die Dividenden einer Frau Klatten und final auch deren Erbe sollten 100% steuerfrei bleiben. Trickle down - Good luck! ;)