Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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JahrhundertwerkTVÖD

Das Argument der Haushaltsplanung ist sehr schwach und auch nicht das Problem von Verdi.

Wer zwingt den die AG Seite dazu, zwei Verhandlungen verstreichen zu lassen ohne Gegenangebot?
Was passiert denn wenn z.B mit 2,5% kalkuliert wurde und plötzlich 4% benötigt werden? Dann muss entsprechend im laufenden Haushaltsjahr reagiert werden. Ist es das Problem der AN? Nein.
 

Warnstreik

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Heute um 13:08Das Argument der Haushaltsplanung ist sehr schwach und auch nicht das Problem von Verdi.

Wer zwingt den die AG Seite dazu, zwei Verhandlungen verstreichen zu lassen ohne Gegenangebot?
Was passiert denn wenn z.B mit 2,5% kalkuliert wurde und plötzlich 4% benötigt werden? Dann muss entsprechend im laufenden Haushaltsjahr reagiert werden. Ist es das Problem der AN? Nein.
 


Aber was bedeutet denn "benötigt werden"? Nehmen wir diese Verhandlungsrunde. Verdi sagt: 7% auf 12 Monate.  Schlichtung isst nicht vorgesehen. Wodurch sollten aus Sicht des AG auf einmal 7% und damit 4,5% mehr benötigt werden? Weil Verdi das fordert? Ehrlich? Die schütteln doch nur mit dem Kopf, und das mit Recht. Das ist auch der Grund, wieso ich es problematisch finde, dass sich dermaßen übertriebene Forderungen zum Standard entwickelt haben - und zwar weil jeder weiß, dass man das fordern muss um am Ende weniger als die Hälfte zu bekommen. Würden sich beide Seiten (informell) auf ihre "echten" Ansichten absprechen, dann könnte man deutlich zielgenauer verhandeln und kommunizieren. Dann sind Phantasieforderungen von beiden Seiten endlich aus der Presse...

Was für die nächsten Verhandlungen spannend wird: Es wird eine Arbeitsverdichtung geben durch den Verlust von älteren Arbeitskräften, der eher nicht aufgefangen werden kann. Aber selbst dann, kann bei so einem Austausch das Gehaltsniveau sinken - Es gehen Stufe 6er, es kommen 1-3. Hier kann man argumentativ ansetzen: Mehr Arbeit, weniger Leute, mehr Bedarf an teschnischer Expertise...    Sowas braucht man um wirklich auch Reallohnzuwächse zu begründen. Ein wenig hat man die Hoffnung, dass die AG das selbst begreifen, vor allem wenn man einige Stellenprofile nicht mehr besetzen kann. Dran glauben tu ich nicht.

Pädi07

Zitat von: Garfield in Heute um 09:54Für dich steht jetzt schon fest, dass bei einer Tarifverhandlung im April/Mai 2028 eine Erhöhung frühestens zum 01.01.2029 beschlossen wird und damit 2028 nur 1% Erhöhung greifen wird.
Wow, das ist ja mal ne starke Glaskugel.
Ich schrieb "Eher wahrscheinlich" und "Meine Vermutung". Wie kommst du auf "steht fest"?

JahrhundertwerkTVÖD

Diese prozentuale Erhöhung kurz vor Ende ist doch echt Blödsinn.
Kapiert Verdi nicht dass es sowohl in der Außenwirkung wie auch für die folgenden Verhandlungen dies absolut schlecht ist?

Die Bevölkerung argumentiert mit "die haben doch erst eine Erhöhung bekommen und kriegen den Hals nicht voll" + die zwischenzeitlich stattfindenden Tarifverhandlungen VKA mit vermutlich weiteren Erhöhungen. Das versteht der Außenstehende gar nicht dass es zwei unterschiedliche Verträge sind. Es wird nur gesehen dass die "faulen" Angestellten noch mehr wollen und den Hals nicht voll kriegen.

Die AG´s nutzen die letzte Erhöhung als Argumentation in den Verhandlungen.

Eigentlich seitens Verdi taktisch nicht so clever verhandelt.
Wenn schon nicht mehr Geld da ist, dann Erhöhung ab dem ersten Monat + Erhöhung im Folgejahr

cyrix42

Nun, mit dem letzten Erhöhungsschritt so kurz vor Laufzeitende kann man schon ein wenig skeptisch auf die nächsten Verhandlungen schauen:

In der Tarif-Runde 2019 wurde eine Lohnerhöhung um 1,29% zum 01.01.2021 bei Laufzeit-Ende 30.09.2021 beschlossen. Dennoch gab es in der nächsten Tarif-Runde die nächste Tabellen-Erhöhung (um 2,8%) erst am 01.12.2022, also fast 2 Jahre nach der letzten Erhöhung. (Davor gab es ab März 2022 die Corona-Einmalzahlung.)

losTV

Trauriges Ergebnis. Die Schere zum TVöD öffnet sich auch diese Runde weiter. Wichtige Zusätze wie z.B. die freiwillige Erhöhung der Wochenarbeitszeit, angepasste JSZ und der zusätzliche Urlaubstag fehlen leider. Und das Ende der Laufzeit auf Januar ist auch unschön. Von der 1% im letzten Monat gar nicht erst sprechen (vgl. 5,8% in 2-Schritten im TVöD mit kürzerer Nullrunde).
Dachte der TV-L würde sich viel mehr nähern, aber die Entfernung nimmt zu.


Takimo

Zitat von: Albeles in Heute um 12:52Es wird eine Mitgliederbefragung vom 23. Februar bis zum 9. März 2026 stattfinden. Die Teilnahme ist online möglich, wir veröffentlichen den Zugang am 23. Februar.

Ganz lieben Dank, dann warte ich ab.

Zinc

Zitat von: Takimo in Heute um 14:16Ganz lieben Dank, dann warte ich ab.

Ds
Zitat von: losTV in Heute um 13:39Trauriges Ergebnis. Die Schere zum TVöD öffnet sich auch diese Runde weiter. Wichtige Zusätze wie z.B. die freiwillige Erhöhung der Wochenarbeitszeit, angepasste JSZ und der zusätzliche Urlaubstag fehlen leider. Und das Ende der Laufzeit auf Januar ist auch unschön. Von der 1% im letzten Monat gar nicht erst sprechen (vgl. 5,8% in 2-Schritten im TVöD mit kürzerer Nullrunde).
Dachte der TV-L würde sich viel mehr nähern, aber die Entfernung nimmt zu.


Zitat von: Takimo in Heute um 14:16Ganz lieben Dank, dann warte ich ab.

Also unter den meisten Mitgliedern herrscht Spott und Hohn, aber es werden sich sicherlich wieder 25 Prozent der Träumer finden, die das absegnen. Das Ergebnis wird ja intern richtig schön geredet und jegliche Kritik  wird Kleinkind-like abgewehrt.

losTV

Die 25%-Grenze ist mMn ziemlich niedrig gehalten (aus mir unbekannten Gründen). Meistens werden bei "demokratischen" Entscheidungen/Wahlen ja "mehrheitlich" gefordert, sprich mind. 50,X%...

Verdi feiert weiterhin sich selbst, da die 25% leider so gut wie immer auffindbar sein werden (egal welches Ergebnis).

Ingenieur007

Die Tarifkommission ist das eigentliche Entscheidungsorgan. Sie orientiert sich theoretisch am Ergebnis der Umfrage, ist aber nicht formal daran gebunden. Das Ergebnis dürfte daher feststehen. Für mich waren diese ganzen Prozesse schon bei eigener Mitgliedschaft sehr intransparent. Wird Zeit für eine neue, moderne, digitale, politisch neutrale und zeitgemäße Art von Gewerkschaft. Vielleicht traut sich mal jemand da was aufzubauen. Keine Ahnung wie das geht. Es braucht Transformation die mit diesen Gewerkschaften nicht gelingt.

Garfield

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 18:05Keine Ahnung wie das geht. 

Hoffen, dass ein anderer die eigenen Wünsche umsetzt.
Die wahre Stärke des ÖD  ;D

seberus

Zitat von: Zinc in Heute um 16:04Ds
Also unter den meisten Mitgliedern herrscht Spott und Hohn, aber es werden sich sicherlich wieder 25 Prozent der Träumer finden, die das absegnen. Das Ergebnis wird ja intern richtig schön geredet und jegliche Kritik  wird Kleinkind-like abgewehrt.

Würde nicht Träumer sondern eher Realisten sagen.
Ich für meinen Teil habe keine Lust mit 20 anderen zum Streiken auf die Straße zu gehen während sich 4000 andere TV-L Beschäftigten in meiner Stadt nicht beteiligen.

Glaubt hier ernsthaft jemand, dass bei weiteren Streiks ein besseres Ergebnis raus kommt?

Und ja ich finde das Ergebnis auch nicht toll

IchLiebeBeamtentum

Du
Zitat von: seberus in Heute um 18:58Würde nicht Träumer sondern eher Realisten sagen.
Ich für meinen Teil habe keine Lust mit 20 anderen zum Streiken auf die Straße zu gehen während sich 4000 andere TV-L Beschäftigten in meiner Stadt nicht beteiligen.

Glaubt hier ernsthaft jemand, dass bei weiteren Streiks ein besseres Ergebnis raus kommt?

Und ja ich finde das Ergebnis auch nicht toll


Das Ohnmachtsgefühl macht sich breit.
Viele haben aufgegeben.

StreikenderBeamter

Zitat von: seberus in Heute um 18:58Ich für meinen Teil habe keine Lust mit 20 anderen zum Streiken auf die Straße zu gehen während sich 4000 andere TV-L Beschäftigten in meiner Stadt nicht beteiligen.
Das ist ein Henne/Ei Problem. Da die Verdi sich regelmäßig kaum um die höheren Gehaltsstufen kümmert, hat die Verdi kaum Mitglieder in diesem Bereich. Gleichzeitig treten diese entweder garnicht erst ein oder irgendwann aus, da sie sich von der Verdi schlecht vertreten fühlen weshalb die Verdi sich da auch nie drum kümmern wird.

Ich verstehe da aber natürlich auch die Verdi. Sie haben primär die unteren Gehaltsgruppen als Mitglieder und können denen schlecht verkaufen, dass die JSZ für alle z.B. auf 88.14% steigen würde was bei E5-E8 nichts bringen würde.

Gleichzeitig treten immer mehr Leute aus der Verdi aus, was sie noch schwächer macht weil noch weniger auf die Straße gehen. Das ist aber hausgemacht, weil die sich leider ständig übern Tisch ziehen lassen und das dann als Erfolg verkaufen. Heute wurden bei uns die Ergebnisse vorgestellt und es wurde etliche Male betont, dass sie ja zumindest das gleiche wie der TVöD rausgeholt haben und die Schere dadurch zumindest nicht größer wird, was faktisch falsch ist. Unterm Strich stehen zwar 5.8%, aber die JSZ wird bewusst verschwiegen, genau wie die Dreiteilung wodurch nunmal nach 27 Monaten Laufzeit bei 1000€ Startgehalt über 200€ weniger rauskommen (28.096,08€ vs. 27.852,65€). Es ist also definitiv ein schlechterer Abschluss! (Mögen zwar durch Zinseszins 5,90% vs 5,88% minimal mehr sein, aber das sind am Ende 21 Cent mehr Gehalt im Monat, ist also erst nach knapp 1000 Monaten ausgeglichen.)