Besoldungsrunde 2025-2028 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 14.02.2026 19:57

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Uriex

Zitat von: mpai in Heute um 13:08Ich könnte mir vorstellen, dass man aus den 12 Besoldungsgruppen nur noch 7-8 macht. Zwei pro Laufbahngruppe. Dann wäre es vermutlich auch einfacher mit dem Abstandsgebot. Oder habe ich einen Denkfehler?

Kann ich mir persönlich überhaupt nicht vorstellen, da es mit der Realität kollidiert. Welcher Idiot wird denn dann bspw. freiwillig Amtsleiter, wenn der Abteilungsleiter drunter genausoviel verdient? Gekniffen wäre in dem Fall immer der mit den "höherwertigen" Aufgaben. Dann müsste man wieder über ruhegehaltfähige Zulagen agieren, wo es allerdings keinen Unterschied zu jetzt geben würde.

Gäbe aber noch genug andere Schweinereien die erheblichen Verwaltungsaufwand auslösen. Spontan: Kürzung der Erfahrungsstufen mit anderen Laufzeiten, Kürzung von Besoldungsbestandteilen mit abschmelzenden Anpassungszulagen (bspw. Familienzuschlag analog § 91b LBesG) oder auch das fiktive Partnereinkommen mit Zulagen für die "Ausnahmen" die darunter verdienen (analog zur avisierten Bundesregelung oder § 71b LBesG).

Damit kannst du Verwaltungen schonmal für ein paar Monate lahm legen.

Schneewitchen

Genau solche Konstellationen habe ich schon mehrfach erlebt. Ich habe in einem Fall vor vielen Jahren einmal als Dienststellenleiter einen Mitarbeiter zugewiesen bekommen, der als Unterbringungsfall deklariert war. Der wurde zwei Stufen höher besoldet als ich und konnte aber nur Akten abheften (unter Aufsicht).

Der Fall ist sicher krass und eine Besonderheit. Aber auch unter "normalen" Verhältnissen habe ich solche "verdrehten" Besoldungen schon persönlich erlebt oder in meinem Umfeld.

Hier würde das allerdings, da gebe ich Dir Recht, vermutlich größere Dimensionen annehmen, die dann wieder irgendwie wegzuregeln wären.

Deinen weiteren Ausführungen kann ich nur beipflichten. Schließlich hat ja auch niemand behauptet, dass das künftige Besoldungssystem einfacher werden soll😉.

Uriex

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 14:32Deinen weiteren Ausführungen kann ich nur beipflichten. Schließlich hat ja auch niemand behauptet, dass das künftige Besoldungssystem einfacher werden soll😉.

Da sind die Gesetzgeber doch auch alle gleich: Man braucht maßgeschneiderte Gesetze für eine bestimmte Zielgruppe bzw. für minimale Kosten und wurschtelt sich irgendwie mit Sonderregelungen und Übergangsvorschriften zum Ziel. Und dann wundert man sich im nächsten Schritt wieder warum der Personalkörper im öffentlichen Dienst immer größer und teurer wird ;)

Uriex

@Admin Wäre es nicht evtl. sinnvoll einen neuen Thread "Diskussion zur amtsangemessenen Alimentation in NRW" aufzumachen? Die Diskussionen passen ja nicht mehr wirklich zur jetzigen Besoldungsrunde - die ja auch gesetzlich ausgegliedert wurde - und beziehen sich eher auf das "was wäre wenn" für uns Hobby-Wahrsager ;) Man könnte bspw. mit Post 953 beginnen

Schneewitchen

Zitat von: Uriex in Heute um 14:39Da sind die Gesetzgeber doch auch alle gleich: Man braucht maßgeschneiderte Gesetze für eine bestimmte Zielgruppe bzw. für minimale Kosten und wurschtelt sich irgendwie mit Sonderregelungen und Übergangsvorschriften zum Ziel. Und dann wundert man sich im nächsten Schritt wieder warum der Personalkörper im öffentlichen Dienst immer größer und teurer wird ;)

So sieht es aus! Den Schuh müssen sich nicht die Beamten anziehen. Die DH haben über die Zeit das System immer komplizierter gemacht. Ziel dabei war immer, die (berechtigten) Forderungen der Beamten so zu bedienen, dass hierbei die kurzfristigen wie die langfristigen Kosten minimiert werden konnten. Das konnte man nur durch immer neue Sonderregelungen und Übergangsregelungen bewerkstelligen. Vorläufiger Höhepunkt dieser kreativen Gestaltung des Besoldungsrechts ist hier das fiktive Partnereinkommen.

Die andere Seite ist die Aufblähung des Beamtenapparates. Über Jahrzehnte, bis heute, denken und handeln Politiker in Legislaturperioden. Immer neue Anforderungen wurden durch immer mehr Personal realisiert. Die Belastungen der Zukunft, in Form von Pensionen, haben dabei keine Rolle gespielt. Was interessiert einen Politiker schon, welche Haushaltsbelastungen 30 Jahre nach seinen Entscheidungen, der jeweilige Haushalt zu tragen haben wird.

Für ihn ist wichtig, dass er den Erfordernissen der Gegenwart Lösungen entgegen stellen kann. Finanzielle Langzeitfolgen? - Egal!

So eskaliert sich das ganze System langsam in die Unbezahlbarkeit!

Aber, und das sei betont, ist das nicht uns Beamten anzukreiden. Wir erfüllen täglich unseren Deal, auch und gerade, weil die Gegenseite ihre Gegenleistungsverpflichtung nur in Teilen erfüllt.


Robertbob

Zitat von: Uriex in Heute um 14:48@Admin Wäre es nicht evtl. sinnvoll einen neuen Thread "Diskussion zur amtsangemessenen Alimentation in NRW" aufzumachen? Die Diskussionen passen ja nicht mehr wirklich zur jetzigen Besoldungsrunde - die ja auch gesetzlich ausgegliedert wurde - und beziehen sich eher auf das "was wäre wenn" für uns Hobby-Wahrsager ;) Man könnte bspw. mit Post 953 beginnen
Meiner Meinung kann man das machen, nur sollte man diesen Thread bis Anfang 2027 stilllegen, da von Seiten des DH und des BVERFG wohl nichts abschließend beschlossen wird. Das hatte ich aber schon vor Wochen so zum Besten gegeben.