Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, 02.03.2026 19:00

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Rheini

Am Ende zählen doch viele Faktoren.

Fängt doch damit an, ob man etwas gut funktionierendes austauscht oder ob wg. eines Defektes, etwas neues her muss. Dann was man mit der Immobilie vor hat. Wohnt man noch länger im Gebäude und hat dadurch Zeit eine höhere Investition wieder hereinzubekommen oder verkauft man da Objekt und der Käufer wird die Investition nur zum Teil honorieren.

Dann natürlich auch der Zustand der Immobilie. Wenn ich ein A+ Haus habe, dann kann ich alles einbauen. Bei einem C/D/E/F/G Haus ist es sinnvoll VOR dem Einbau einer WP, zunächst das Haus zu sanieren, da zukünftige Sanierungen und damit eine zu große WP nicht sinnvoll ist (anders als bei z. B. einer Gasheizung die diese Probleme nicht machen.

Und es ist gibt nun mal rein real betrachtet im Extremfall Immobilien, die man besser abreißt und neu baut, als nur einen Euro zu investieren, insbesondere wenn das Grundstück nicht in München, Berlin oder Köln liegt. Und da fangen dann doch die realen Probleme an. Wenn in den nächsten Jahren die fossilen Energien teurer werden oder z. B. das Gasnetz abgeschaltet wird muss man den Leuten sagen, wie es weiter geht. Nicht jeder kann dann neu bauen oder sanieren, weil eben die Geldbörse nicht üppig gefüllt ist. Und wer will den Leuten dann sagen, dass man die Immobilie aufgeben muss und sich jetzt eine Mietwohnung nehmen soll.

Und wenn Du @MoinMoin fünf Leute kennst die das problemlos umgesetzt haben sollte man im Blick haben, in welcher Situation sich diese 5 Leute befinden. Wenn Du die anderen Leute sehen willst, musst Du nur mal durch die Eifel, Harz, Sachsen usw. fahren. Je ländlicher und abseits der Metropole Du dich bewegst, desto realer werden die Probleme der Energiewende.

Wir müssen da was machen und auch aufgrund der derzeitigen Konflikte im nahen Osten finde ich, dass jede sinnvolle PV Anlage und Windkraftanlage die wir hier aufbauen und durch WP oder Elektroauto nutzen, eine sinnvolle Investition ist. Aber halt nicht für alle und das sind nicht nur 1% der Immobilienbesitzer.

P. S. Und das mit der Klimaanlage, ist tatsächlich eine Milchmädchenrechnung. Sobald ich eine PV Anlage habe, baue ich mir auch eine Klimaanlage ein. Aber ich erhöhe dadurch den Strombedarf der nicht anderweitig genutzt wird. Ich gebe also Geld aus, für meine persönliches Wohlfühlen.  Eigentlich wäre es Klimapolitisch doch sinnvoller den genutzten Strom dafür zu nutzen, um fossile Kraftwerke abzuschalten und zu ersetzen. Es ist aber wie seit zig Jahren so bei den Autos, dass die sparsamer sein könnten, aber das durch den SUV Trend, höhere PS zahlen, mehr Gewicht usw. min. in derselben Höhe wieder zunichte gemacht wird. Eigentlich ein Irrsinn ...




MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Für viele Haushalte ist das eben nicht nur eine einzelne Maßnahme, sondern ein ganzes Investitionspaket – mit entsprechend höheren Finanzierungskosten.
Dann verfolgt man aber auch einen langfristigen Plan, für den man auch langfristig geplant (und Rücklagen oder Finanzierungskozepte) gebildet hat.

und wer da bei 5000€ mehr Investitionen, die sich in 10,15,20 Jahren  amortisiert haben überfordert sieht, der kann halt diese Investition in die Zukunft nicht machen und hat später mehr kosten wenn er Pech hat oder wenn Gas billig bleibt hat er auf das richtig subventions-Pferd gesetzt.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Und: das Problem endet nicht mit der Inbetriebnahme. Photovoltaikmodule und Wärmepumpen haben ihr eigenes Gewicht, Schneelasten und müssen Windkräften standhalten. Das bedeutet: Die Dachstatik muss sorgfältig geprüft und die Montage aerodynamisch geplant werden. Wer hier am falschen Ende spart oder auf unerfahrene Anbieter setzt, riskiert langfristig Schäden am Dachstuhl.
Richtig, alles beherrschbar und kalkuliert. Also was willst du damit sagen?
Nicht jedes Dach ist geeignet für ne PV Anlage?
Jipp, Stimmt!
Nicht jeder Standort holt das Maximale au der PV Anlagen?
Jipp, Stimmt! ich komme auf 80%
Was sagt uns das?
Jeder muss für sich das alles ausrechnen (lassen) und dann schauen ob er gewillt ist, diesen Beitrag zu leisten.
Auch wenn er im good case erst in 20 Jahren davon monetär profitiert.
Oder weil er glaubt in 15 Jahren damit Geld zu verdienen.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Selbst die beste Planung kann diese Einflüsse nur annähernd abbilden. Deshalb lohnt sich ein vorsichtiger Blick auf die Amortisation – idealisierte Rechnungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der reale Ertrag langfristig variieren kann.
Deswegen sollten seriöse Betrachtungen immer worst case Szenarien beinhalten. Was natürlich bei Werbeveranstaltungen nicht existiert und man sich selbst drum bemühen muss.

Rheini

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 21:41Dann verfolgt man aber auch einen langfristigen Plan, für den man auch langfristig geplant (und Rücklagen oder Finanzierungskozepte) gebildet hat.

und wer da bei 5000€ mehr Investitionen, die sich in 10,15,20 Jahren  amortisiert haben überfordert sieht, der kann halt diese Investition in die Zukunft nicht machen und hat später mehr kosten wenn er Pech hat oder wenn Gas billig bleibt hat er auf das richtig subventions-Pferd gesetzt.

Ich bezweifle stark das es nur 5k sind und sich immer amortisiert. Lies mal wie teilweise die WP Hersteller Wartungskosten aufrufen, die man bei einer alten Anlage nicht hat. Und wenn Du rein auf die Amortisierung schaust, kannst das mit dem Ende des Ukraine Krieges, evtl. natürlichen Ablebens einiger Machthaber und damit dem Druck der Wirtschaft möglichst günstig Energie zu produzieren (Reiches Vorstoß möglichst viele Gaskraftwerke zu bauen-der "vorsichtigen" Sichtweise das Deutschland seinen Industriestandort aufgibt obwohl wir nur zu 2% zum Treibhauseffekt beitragen), auch ganz schnell wieder kippen.

Ist dann halt schlecht für die Umwelt, aber die WP dann halt schlecht für deinen Geldbeutel.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Anders als ein Gasbrenner oder ein altes Fenster haben PV- und Wärmepumpenanlagen einen eigenen Lebenszyklus,
Ups der Gasbrenner läuft hundert Jahre???
Ich bin in der mega Glücklichen Lage, dass ich einen BWK habe, der seit 28 Jahren quasie kosten frei läuft.
Die Menschen drumherum, die vom gleichem Anbieter 3 oder mehr Jahre einen BWK gekauft haben, die haben durchaus viele Tausend€ an Wartungs/ Reperaturkosten gehabt
Also verstehe ich nicht dein Einwand.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Ja, aber bitte bedenken: Wenn man die Nistplätze unter den Modulen ignoriert, hat man nicht nur extra Arbeit mit Reinigung und Schutzvorrichtungen, sondern könnte sich irgendwann noch bei Nachbarschaftsunstimmigkeiten die Aufmerksamkeit von Tierschutz-Aktivisten einfangen, die sich symbolisch an die PV-Anlage ,,zur Rettung der Tauben" anbinden. Also aufpassen und lieber gleich vorsorgen, bevor aus kleinen Vögeln große Schlagzeilen werden. Scherz bei Seite - in meinem Umfeld freute sich ein Nachbar bspw. über das Gurren der Tauben, die ihn regelmäßig morgens weckten  ::) 
Ja, und bin auch dankbar für diesen Hinweis, aber bisher habe ich von dieser Problematik noch nie was gehört, bei denen die mehrere Dekaden PV Erfahrung haben. Muss ich mal nachfragen, ob sie zu den Tauben erweckten gehören.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Folgekosten müssen vollständig betrachtet werden – auf beiden Seiten. In der politischen und öffentlichen Diskussion werden bei neuen Systemen oft vor allem die Einsparpotenziale betont, während laufende Kosten wie Wartung, Versicherungen, Serviceverträge oder mögliche Reparaturen deutlich seltener thematisiert werden.
Auch da gehe ich voll mit.
Es werden halt gerne Milchmädchenrechnungen verkauft.

Rheini

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 21:57Ups der Gasbrenner läuft hundert Jahre???
Ich bin in der mega Glücklichen Lage, dass ich einen BWK habe, der seit 28 Jahren quasie kosten frei läuft.
Die Menschen drumherum, die vom gleichem Anbieter 3 oder mehr Jahre einen BWK gekauft haben, die haben durchaus viele Tausend€ an Wartungs/ Reperaturkosten gehabt
Also verstehe ich nicht dein Einwand.


Unsere Gasheizung ist 30 Jahre alt, kaum Reparaturen (max. 2-stelliger Betrag aufs Jahr) und hat Werte die mit modernen Heizungen vergleichbar sind.

Wenn ich das gegen eine WP tausche, muss ich die Kosten gegen den Betrag rechnen, den ich bei der Bank z. B. in Festgeld (derzeit ca. 3%) anlegen kann. Da wird es verdammt eng mit der Amortisierung. Und wenn ich dann in den nächsten Jahren mal was am Haus saniere weil kaputt oder ich es will (Haustüre, Fenster usw.), hätte ich eine WP die überdimensioniert ist und dadurch mehr Taktungen hat (eine der Hauptgründe einer verkürzten Lebensdauer bei WP) und dadurch auch oft anlaufen muss (verringert die Effizienz der WP). Meiner Gasanlage ist das alles egal. Die verbraucht dann einfach weniger und ob die 2x pro Stunde angeht oder 10x, ist der praktisch egal..

MoinMoin

Zitat von: Rheini in 08.03.2026 21:54Ich bezweifle stark das es nur 5k sind und sich immer amortisiert. Lies mal wie teilweise die WP Hersteller Wartungskosten aufrufen, die man bei einer alten Anlage nicht hat. Und wenn Du rein auf die Amortisierung schaust, kannst das mit dem Ende des Ukraine Krieges, evtl. natürlichen Ablebens einiger Machthaber und damit dem Druck der Wirtschaft möglichst günstig Energie zu produzieren (Reiches Vorstoß möglichst viele Gaskraftwerke zu bauen-der "vorsichtigen" Sichtweise das Deutschland seinen Industriestandort aufgibt obwohl wir nur zu 2% zum Treibhauseffekt beitragen), auch ganz schnell wieder kippen.

Ist dann halt schlecht für die Umwelt, aber die WP dann halt schlecht für deinen Geldbeutel.
Also ja, mein vorliegendes Angebot WP vs. BWK Austausch sind nach Förderung 4k mehr kosten für die WP
Mein WW solar anlage hätte ich laut Hersteller auch alle 2 Jahre warten müssen Kostenpunkt ~200 €
böse wie ich bin läuft der scheiß auch heute nach 20 jahren noch mit meiner nur einer Wartung.

Rheini

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 22:11Also ja, mein vorliegendes Angebot WP vs. BWK Austausch sind nach Förderung 4k mehr kosten für die WP
Mein WW solar anlage hätte ich laut Hersteller auch alle 2 Jahre warten müssen Kostenpunkt ~200 €
böse wie ich bin läuft der scheiß auch heute nach 20 jahren noch mit meiner nur einer Wartung.

Also bei mir kommt noch das Fundament der WP dazu, die Leitungen ins Haus, der Umbau der Leitungen im Heizungskeller und sicher fällt den Anbietern noch was ein. WP natürlich auch noch. Dann evtl. neue Heizkörper ..... und das als Investition obwohl die Gasheizung zuverlässig läuft.  Wenn ich dann im Jahr 500 Euro an Kosten bei der Energie spare plus der im vorigen Beitrag geschriebenen Probleme, setze ich derzeit weiter auf das Bewährte und lege das Geld an.

WimmelbuchLeser

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 22:01a, und bin auch dankbar für diesen Hinweis, aber bisher habe ich von dieser Problematik noch nie was gehört, bei denen die mehrere Dekaden PV Erfahrung haben. Muss ich mal nachfragen, ob sie zu den Tauben erweckten gehören.

Alles gut, ich kann verstehen wenn dieses Thema einen emotional sehr antreibt.

Vor drei Jahren haben viele den Wechsel getätigt. Die "grüne Welle" / der Hype war schon groß. Nachbarn von uns haben ihre ca. fünf Jahre alte Gasheizung (Erstheizanlage zum Neubau) abbauen lassen, um dann ein Jahr wartend WP mit PV installieren zu lassen. Leider dauerte die Installation an und sie hatten übergangsweise in der Winterzeit keine Heizanlage, weil der Abbau früher stattfand. Alles wie jeder möchte. Ich sage mir jedoch, lieber den Spatz in der Hand - als die Taube auf den Dach  ;D

Rheini

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 22:11Also ja, mein vorliegendes Angebot WP vs. BWK Austausch sind nach Förderung 4k mehr kosten für die WP
Mein WW solar anlage hätte ich laut Hersteller auch alle 2 Jahre warten müssen Kostenpunkt ~200 €
böse wie ich bin läuft der scheiß auch heute nach 20 jahren noch mit meiner nur einer Wartung.

Und wenn man ne weitere Milchmädchenrechnung aufmachen möchte. Die Förderung kommt ja nicht vom Himmel, sondern muss durch Steuern finanziert werden.

WimmelbuchLeser

Und zum Abschluss:  ;)

Ich wollte eigentlich nur eine PV-Anlage aufs Dach bauen.
Der Solarteur meinte: ,,Super Idee, spart Stromkosten!"
Drei Monate später ruft der Naturschutz an:
,,Glückwunsch! Unter Ihren Modulen nistet jetzt eine seltene Taubenart."
Ich: ,,Und was heißt das für meine Anlage?"
Naturschutz: ,,Wartung frühestens nach der Brutzeit."
Vier Wochen später kommt noch ein Brief:
,,Update: Jetzt wohnen auch Fledermäuse da."

Fazit:
Ich habe keine Solaranlage mehr auf dem Dach –
ich betreibe jetzt offiziell ein Vogelschutzgebiet mit angeschlossenem Stromerzeuger.

o d e r

PV aufs Dach bauen ist wie ein Airbnb für Vögel:
Erst kommen die Tauben, dann die seltenen Arten –
und plötzlich darfst du selbst nur noch außerhalb der Brutzeit aufs Dach.  ;D


ImöDBeschäftigt

Hier hört es sich in manchen Beiträgen so an, als seien PV-Anlagen und WP so neue Technik, dass man erstmal nicht drauf vertrauen sollte...das ist doch aber nicht so.
Und man muss doch keine Pachtverträge für PV z.B. abschließen. Dann wartet man eben, bis man was angespart hat oder macht weniger drauf als das Maximum an Fläche wäre.
Eine WP wird bei grundsätzlich geeigneten Häusern auch ohne PV schonmal laufen.
Mein Vater pflegt bzgl. Investitionen im klimafreundlichere Alternativen immer zu sagen:
Wenn nichtmal die Leute Geld für entpsrechende Umrüstung in die Hand nehmen, die es könnten, dann macht es keiner, denn die, die es nicht können, können nicht.

Im Sinne unserer Kinder haben wir also umgerüstet, auch wenn das eine finanzielle Last bedeutet, die sich vielleicht nie klassisch "amortisiert"