Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, 02.03.2026 19:00

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MoinMoin

Zitat von: BAT in 25.03.2026 14:02Vielleicht eine dumme Frage, aber wäre es möglich, dass ein Mieter sich vertraglich dazu verpflichtet, die Kosten für die Erneuerung der Heizanlange zu tragen? Oder spricht da im Vertragsrecht irgendwas dagegen?

Nennt sich Modernisierungsaufschlag.
Und wenn du unter 10k€ bleibst (§ 559c BGB), dann kannst pauschal 70% auf den Mieter umlegen.

BAT

Also nochmals, ich meinte, dass der Mieter selbst die Änderungen an der Heizanlage übernimmt. Sie also in Auftrag gibt und direkt bezahlt.

Hintergrund ist, dass ein Eigentümer seine Wohnung verkauft und selbst als Mieter dort verbleibt. Man könnte insofern den Kaufpreis z. B. um 20.000 € erhöhen.

MoinMoin

Zitat von: BAT in 25.03.2026 15:07Also nochmals, ich meinte, dass der Mieter selbst die Änderungen an der Heizanlage übernimmt. Sie also in Auftrag gibt und direkt bezahlt.
Hintergrund ist, dass ein Eigentümer seine Wohnung verkauft und selbst als Mieter dort verbleibt. Man könnte insofern den Kaufpreis z. B. um 20.000 € erhöhen.
Machen kann man alles. Wie haben Vertragsfreiheit.
Ein Mieter kann mit Erlaubnis des Eigentümers alles mögliche um-, an-, neubauen, auf seine Kosten.
Zwingen kann man den Mieter dazu aber nicht.

Aber während der Eigentümer die Kosten der Heizung absetzen kann (~40% Rabatt), kann der Mieter das nicht.

Fettschwanzmaki

Ich nehme als Bsp. mal ein ein Sechsparteien-Wohnhaus mit zentraler Gasheizung.

Zwei ältere Mieter wollen nicht modernisieren (lohnt nicht, bin bald tot), einer möchte Holz-Pellets (mag gerne Bäume), der eine lieber eine Ölheizung (hatten seine Eltern schon, der Keller riecht dann wie zu Hause), einer eine Volks-WP (gerade im Angebot) und der sechste baut sich zwei Systeme ein, damit er safe ist, wenn die Russen kommen oder eben auch nicht kommen.

Das ist doch totaler Quatsch, trotz theoretischer Vertragsfreiheit.

Als Eigentümer und Vermieter werde ich einen Teufel tun und mein Objekt baulich verhunzen lassen.

Des Weiteren bin ich mir relativ sicher, dass es in D. mindestens 99 Vorschriften gibt, die diese Vertragsfreiheit  bau-, emissionsrechtlich oder sonstwie beschränken.

D. gibt für den Import von fossilen Energieträgern ca. 80 Milliarden/Jahr aus (Preise VOR der jetzigen Entwicklung in Iran).

Die jetzige Bundesregierung zementiert diese Abhängigkeit, verunsichert alle Beteiligten, die sich bereits auf den Weg gemacht haben oder dies in naher Zukunft beabsichtigen und unterlässt es sträflich, staatlicherseits den Ausbau "der Netze" zu fördern und zu forcieren.

Die CDU/CSU und die jeweils von ihnen geführten Ressorts versagen hier auf ganzer Linie.

Dorothee Bär (CSU), Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Dr. Karsten Wildberger (CDU), Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung
Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr (einer der Sektoren, die Probleme bereiten)
Alois Rainer (CSU), Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft, Energie und humanoide KI

Verena Hubertz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (der zweite Sektor)
Carsten Schneider (SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Hr. Schneider hat die totale Arschkarte in diesem Kabinett. Ich hatte im Rahmen dieses Postings angefragt, ob er ein oder zwei Gedanken beisteuern möchte, aber er hat die 2.000 Polizisten vor Ort beim Castor-Transport unterstützt, ist etwas müde und hat mit der Orga der noch anstehenden Transporte jede Menge zu tun. Sind ja allein nur hier noch mindestens 50 Transporte bis 2027 (oder war 2028?), enger Zeitplan bei überschaubaren Kosten für den Steuerzahler.

Als verantwortungsvolle Person schmeiße ich meinen privaten Müll in der Stadt extra nicht in den Mülleimer, damit die Jungs und Mädels von der Stadtreinigung auch etwas zu tun haben (immerhin sind sie im TVöD).





Faunus

Muss mich berichtigen (bevor sich wieder jdn. an "Nebensächlichkeiten hochzieht" :))

Es sind 152 Castorbehälter, die max. zu je 3 transportiert werden können => gut 50 Castortransporter und nicht 152 Castor-Transporter ;)

BAT

Zitat von: MoinMoin in 25.03.2026 16:06Aber während der Eigentümer die Kosten der Heizung absetzen kann (~40% Rabatt), kann der Mieter das nicht.

Es wäre hierzu natürlich die Frage, wie viel Förderung die Beteiligten jeweils bekommen.

Und natürlich, ob der Käufer weiß, dass dort evt. Fernwärme eingeführt wird, und er dennoch mit 20 K mit dem Kaufpreis runtergeht. ;)

MoinMoin

Zitat von: BAT in 25.03.2026 19:22Es wäre hierzu natürlich die Frage, wie viel Förderung die Beteiligten jeweils bekommen.

Und natürlich, ob der Käufer weiß, dass dort evt. Fernwärme eingeführt wird, und er dennoch mit 20 K mit dem Kaufpreis runtergeht. ;)

Die 55% bekommen beide. Die 30% Einkommensbonus (<40T€ Haushaltsnetto) bekommen nur selbstnutzende Wohneigentümer.
Und der Vermieter kann die Restkosten (bei mir 10k) auf 1-5 Jahre verteilt abschreiben. Also nochmal ~40% (ja nach Einkommen)
Also warum sollte ein Verkäufer mit dem Preis runter gehen?
Klingt irgendwie merkwürdig das Konstrukt.


BAT

Der Verkäufer geht mit dem Preis NACH OBEN, weil er dem zukünftigen Vermieter vertraglich versichert, die Kosten für die Wärme in der Wohnung zu übernehmen.

In der Erwartung, 20 bis 30 K mehr zu bekommen, aufgrund der Fernwärmeeinführung aber kaum Kosten hat. Ein Pokerspiel sozusagen.

Fettschwanzmaki

Aah, wir leben in interessanten Zeiten. Wahrscheinlich ist jede Zeit interessant, aber das führt ja zu nichts.

Da haben wir zum 01.04.26 eine Maßnahme eingeführt, die die oligarchen Strukturen doch tatsächlich als kleinen Scherz empfunden haben dürften. Als kleines Dankeschön kostet der Diesel jetzt stellenweise über 2,50 €/l, E10 liegt derzeit bei 2,19 €/l, am 30.03.26 konnte ich noch einmal für 2,04 € nachtanken. Muss man halt kurz vor 12:00 Uhr tanken, zum Glück habe ich Gleitzeit... da ist jetzt jeder Wochentag wie Freitag im öD.

Anfang Februar, als der vulgäre Primat den ersten Flugzeugträger losgeschickt hat, habe ich noch einmal Heizöl für ~ 80 €/100 l netto bestellt, heute lag der Preis bei netto 143,50 €. Das macht bei meiner bestellten Menge ca. 1.000 € aus, die kann ich nicht mehr woanders ausgeben. Mein Frisör erhöht die Preise von 23 auf 28 €, da kommt keine Tariferhöhung mit, aber sie ist selbstständig und braucht das Geld.

Meiner Familie kann das bislang egal sein, wir haben eine gute Kostenstruktur und relativ gut bezahlte Jobs. Wir können tatsächlich noch sparen und Rücklagen bilden.

Eine jüngere Kollegin pendelt jeden Tag (einmal HO), sie meinte, dass sie im März erstmals über 500 € Dieselkosten gehabt hat. EG 9c, evtl. Stufe 3, zack, netto mal eben 500 € weniger, da helfen auch 38 Cent (oder ein wenig mehr) nur wenig. Sicher, ihr Problem... soll sie sich halt etwas Näheres suchen, gibt ja genug günstigen Wohnraum... jaja, wenn es nur immer so einfach wäre.

Nur eine kleine, tiefenentspannte Wasserstandsanzeige, mir graut es vor den nächsten Landtagswahlen.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur beliefen sich die Redispatchkosten 2025 auf über drei Milliarden Euro. Was soll´s, notfalls Sondervermögen...

Eine gelungene Überleitung zu meiner neuen, lobbyresistenten Freundin, Frau Katharina Reiche.

Anstatt den Netzbetreibern wirksam auf die Füsse zu treten, wird der Ausbau der Erneuerbaren in bestimmten Regionen – in den sogenannten kapazitätslimitierten Gebieten – unattraktiver gemacht und soll dadurch einen Anreiz zum Ausbau in anderen Regionen bieten. Ob sich diese Gebiete dann auch wirtschaftlich rechnen, steht auf einem anderen Blatt.

Das interessiert Frau Reiche aber nicht die Bohne.

Aufgrund der z. T. selbstverschuldeten Versäumnisse der besten Partei Deutschlands (natürlich der Christlich Söderalen Union), die den Bau von Nord-Süd-Stromtrassen jahrelang verzögert hat, kann das jetzt dazu führen, dass der Ausbau der Erneuerbaren im schönsten Bundeslang der BRD vollständig zum Erliegen kommt. Durch Reiches Ideen soll die Gefahr bestehen, dass über 90 Landkreise (von bundesweit 294) von dem Redispatch-Vorbehalt betroffen sein könnten - in Bayern könnten fast alle 71 Landkreise betroffen sein.

Dort würde sich ein Ausbau nicht mehr lohnen, stattdessen wirbt Söderli, weil er Christ ist und die Natur und Bäume (!) ihm heilig sind, für kleine, modulare Kernkraftwerke (SMRs). WinWinWin - fragt sich nur, für wen.

Die gute Nachricht zum Schluss:

Das kleine Startup Voltfang (drei ehemalige Studenten der RWTH Aachen) baut mittlerweile Batteriespeicher aus alten E-Autobatterien. Ein Obstbauer hier vor Ort war es aus vielerlei Gründen leid, den mit seinen PV-Anlagen (240 kWp) produzierten Strom nicht selbst nutzen zu können und hat in die Batteriespeicher-Technologie investiert.

Autarkie-Quote von gut 50 %, Eigenverbrauchsquote bei gut 60 %, im Sommer wird der Speicher trotz lfd. Eigenverbrauch geladen, im Winter nutzt er eine KI und eine App, um den Strom nachts günstig an der Leipziger Börse einzukaufen.




Warnstreik

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:47Eine jüngere Kollegin pendelt jeden Tag (einmal HO), sie meinte, dass sie im März erstmals über 500 € Dieselkosten gehabt hat. EG 9c, evtl. Stufe 3, zack, netto mal eben 500 € weniger, da helfen auch 38 Cent (oder ein wenig mehr) nur wenig. Sicher, ihr Problem... soll sie sich halt etwas Näheres suchen, gibt ja genug günstigen Wohnraum... jaja, wenn es nur immer so einfach wäre.

Bei einem Dieselpreis von 2,50€ und 18 Präsenztagen bei nem Verbrauch von 5,5 Liter fährt deine Kollegin pro Strecke über 100km. Auch wenn es von dir sicher sarkastisch gemeint war: Ja, die Kollegin sollte sich entweder einen neuen Job oder eine neue Bleibe suchen. Nicht nur wegen der monetären Kosten sondern auch wegen der mindestens 3 Stunden, die täglich nur fürs Pendeln draufgehen. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass sie die Pendelei bei nem Grenzsteuersatz von 35% auch mit über 200€ subventioniert bekommt.

Am Ende sind das alles Schicksale, die bei Einzelbetrachtung natürlich total dramatisch sind. Aber was will man ändern? Die Menschen möchten den Staat "nicht in die Heizungskeller lassen" und lieben ihren Diesel und gehen dem Kredo der "Technologieoffenheit" von CDU und FDP auf den Leim. Konsequenterweise gehören zu dieser Freiheit dann aber auch die Nachteile, oder?


BTW: Unter Robert Habeck hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon längst wirksame Maßnahmen um die Menschen kurzfristig zu entlasten. Unter Reiche gab es eine Maßnahme, die als Ausrede diente die Preise jetzt mal ordentlich anzuheben, man könne sonst ja nicht mehr reagieren. Mit der Pendlerpauschale entlastet sie - was auch sonst? - hauptsächlich Gutverdiener.   

BAT

Abgesehen davon, dass die Spritpreise im Rahmen der Arbeitsstunde pro Liter weiter günstig sind und mir in Bezug auf die Pendlerpauschale nicht bekannt wäre, dass die Bahn ihre Preise erhöht hätte oder Fahrräder teurer geworden sind, geht es hier um das Heizungsgesetz.

Petar Tudzharov

Abgesehen davon, dass es Menschen geben soll, deren Fahrtweg eine zumutbare Fahrradstrecke deutlich übersteigt oder die außerhalb hipper Großstädte nicht von im Minutentakt verkehrenden öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren können, gibt es Zeitgenossen, die ein paar Liter aus dem Heizöltank in den alten Diesel umleiten  8) . Insofern ist das Thema Heizung am Rande doch tangiert.

Organisator

Zitat von: Warnstreik in Heute um 08:56Fairerweise muss man aber auch sagen, dass sie die Pendelei bei nem Grenzsteuersatz von 35% auch mit über 200€ subventioniert bekommt.

So siehts nämlich aus - die Allgemeinheit subventioniert die individuelle Lebensentscheidung eines Einzelnen, weit zur Arbeit fahren zu wollen.

Dies, wie auch andere Subventionen führt zu dem marktverzerrenden Effekt, dass sich die Leute nicht wirtschaftlich sondern bequem verhalten. Und das auf Kosten der Allgemeinheit.

Warnstreik

Zitat von: Organisator in Heute um 11:29So siehts nämlich aus - die Allgemeinheit subventioniert die individuelle Lebensentscheidung eines Einzelnen, weit zur Arbeit fahren zu wollen.

Dies, wie auch andere Subventionen führt zu dem marktverzerrenden Effekt, dass sich die Leute nicht wirtschaftlich sondern bequem verhalten. Und das auf Kosten der Allgemeinheit.

Allerdings wird spätestens seit der Agendapolitik von den Menschen auch erwartet flexibler zu sein und Jobs nicht nur im näheren Umfeld anzunehmen. Dazu kommt, dass so das Ländliche aufgewertet und die Städte entlastet werden. So ganz verteufeln will ich dieses Instrument nicht, es fördert schon, was zumindest politisch gewollt ist. Ich bin mir aber auch sicher, dass im oben genannten Fall ein Elektroauto schon ziemlich schnell das Mittel der Wahl wäre. (abgesehen vom Umzug oder Jobwechsel)

@Petar Man kann auch seine Nummernschilder abmontieren und an der Tanke oder beim Bauern nebenan Sprit klauen. Ist sogar günstiger als das eigene Heizöl, und wenn man schon kriminell sein möchte...


Das Thema Heizungsgesetz gilt hier doch analog: jeder ist seines Glückes Schmied. Man wird sich derzeit nur bewußt, dass man sich mit Öl und Gas eben auch einem Risiko aussetzt.


BAT

Zitat von: Organisator in Heute um 11:29Dies, wie auch andere Subventionen führt zu dem marktverzerrenden Effekt, dass sich die Leute nicht wirtschaftlich sondern bequem verhalten. Und das auf Kosten der Allgemeinheit.

Das hat man vor allem beim 9 Euro Ticket gesehen ;)

Bei der Pendelei denke ich ist nur die Einkommenssteuer gemeint? Dan käme ja bei den Dieseln noch die Diesel-Subvention hinzu. Und beim E-Auto die Prämie und weniger KFZ-Steuer.

Aber verglichen mit dem OPNV ist das noch wenig. Wir subventieren uns noch mal tot.

Einfach mal mehr netto vom brutto und die Subventionen abschaffen, dann kann man sich auch sicher eine Heizung selbst leisten.