Bundesalimentationsgesetz

Begonnen von Admin, 15.04.2026 14:03

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clarion

Wenn alle Dienstherren wie Brandenburg ( plus x) agieren müssen, wird die Praxis der Verbeamtung nur noch auf absolute Kernbereiche beschränkt werden, und zwar bundesweit.

waynetology


GeBeamter

Zitat von: clarion in Heute um 06:34Wenn alle Dienstherren wie Brandenburg ( plus x) agieren müssen, wird die Praxis der Verbeamtung nur noch auf absolute Kernbereiche beschränkt werden, und zwar bundesweit.

Warten wir das Mal ab.

Die Konsequenz wäre ja, den Personalbedarf dann über Tarifbeschäftigte zu decken.
Die sind aber wegen den Sozialbeiträgen teurer als Beamte. Zudem wird durch die aA auch Druck auf den Tarif entstehen. Es ist ohnehin zu erwarten, dass sich der Trend in einigen Bereichen fortsetzt, dass das Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst gegenüber den Verdienstmöglichkeiten in der Wirtschaft unattraktiv bleibt.

Neulich gab es Mal irgendwo eine Rechnung, dass gemessen an der Lebenserwartung von Beamten und der für diese Zeit zu leistenden Pensionen, das Beamtenverhältnis immer noch günstiger für den Staat ist, als 30-40 Jahre Tarifbeschäftigung und anschließendes "Entlassen" in die Rentenversicherung.

Schnarchnase81

Zitat von: Alexander79 in Gestern um 14:01Achso, sorry, wusste nicht das bei einer Beförderung auf einem Dienstpostenbündelung eine neue Dienstpostenbeschreibung inklusive Stellenbewertung vorliegt.Echt?
Woher kommt die zusätzliche Verantwortung bei einem gebündelten Dienstposten?

Hier sieht man das eigentliche Problem mittlerweile an der gesamten Besoldungsproblematik.
Man erfindet eine scheinbare Verantwortung die gar nicht vorliegt.
Und das geht durch das gesamte Besoldungsgefüge, denn je mehr "Verantwortung" ich nenne es einfach höher bewertete Dienstposten man "erfindet", umso höher steigt auch der Obere selbst.

Richtig schön erkennt man das bei der Polizei.
Bei der BuPo oder Landespolizei Berlin fängt man mit A7 an, der Polizist in NRW im gD mit A9.
Wo kommt in NRW diese angebliche Verantwortung auf einmal her, das es nicht mehr möglich ist Beamte im mD einzustellen?

Solange man nicht ehrlich an die Sache rangeht und diese Auswüchse in Frage stellt, wird es auch nie mehr ein wirklich gerechtes amtsangemessenes Besoldungssystem geben.

Wenn man keine Ahnung hat, vielleicht nicht so weit aus dem Fenster lehnen, der Fall könnte tief sein! Diese ,,angebliche" Verantwortung wurde gutachterlich festgestellt! Ich meine, das Land hatte das sogar beauftragt, nur ging man von einem anderen Ergebnis aus. Einfach mal ,,Kienbaum Gutachten" googeln. Im Übrigen ist mit dieser zusätzlichen Verantwortung auch eine höhere Qualifikation verbunden: Abitur! Und die Ausbildung ist ein Bachelor Studium! Es gibt zwar auch noch übergeleitete, aber das werden immer weniger und schlechtere Arbeit machen diese jetzt nicht, da die Ausbildung vorher auch schon von einem Studium nicht so weit weg war...Klausuren im Gutachterstil usw. ...

Schneewitchen

Zitat von: GeBeamter in Heute um 07:22Warten wir das Mal ab.

Die Konsequenz wäre ja, den Personalbedarf dann über Tarifbeschäftigte zu decken.
Die sind aber wegen den Sozialbeiträgen teurer als Beamte. Zudem wird durch die aA auch Druck auf den Tarif entstehen. Es ist ohnehin zu erwarten, dass sich der Trend in einigen Bereichen fortsetzt, dass das Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst gegenüber den Verdienstmöglichkeiten in der Wirtschaft unattraktiv bleibt.

Neulich gab es Mal irgendwo eine Rechnung, dass gemessen an der Lebenserwartung von Beamten und der für diese Zeit zu leistenden Pensionen, das Beamtenverhältnis immer noch günstiger für den Staat ist, als 30-40 Jahre Tarifbeschäftigung und anschließendes "Entlassen" in die Rentenversicherung.

Berechnungen gibt es viele. Die Ergebnisse weichen teils erheblich voneinander ab.

Viel entscheidender ist die Tatsache, dass die DHn den Vergleich ja nicht über die Totalperiode einer klassischen Beamtenlaufbahn bzw. Angestelltenlaufbahn sehen.

Hier spielt es auch eine Rolle, dass die Politik i.d.R. immer nur in Legislaturperioden plant, denkt und handelt.

Auf der Basis dieses Betrachtungshorizont ist der Beamte immer attraktiver als der Angestellte mit den ganzen Abzügen für die Sozialversicherung. Auf dieser Denke heraus wurde und wird daher auch die Anzahl der Beamten immer mehr nach oben geschraubt, weil Beamte eben im laufenden Betrieb günstiger sind.

Das sich dann, wie sich aktuell zeigt, mit der Zeit eine massive, stetig steigende Pensionslast aufbaut, dass fällt, aufgrund der kurzfristigen Denkweise in der Politik, den Politikern auf die Füsse, die ab einem bestimmten Stand der Entwicklung zufällig gerade in der Verantwortung stehen.

So glaube ich nicht, dass es jetzt eine grundsätzlich Abkehr von der Verbeamtung geben wird. Man hat das doch in einzelnen Bundesländern auch schon bei den Lehrern versucht und festgestellt, dass dann die Bewerberzahlen zurückgegangen sind.

Shaelmar

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 08:17[...] Das sich dann, wie sich aktuell zeigt, mit der Zeit eine massive, stetig steigende Pensionslast aufbaut, dass fällt, aufgrund der kurzfristigen Denkweise in der Politik, den Politikern auf die Füsse, die ab einem bestimmten Stand der Entwicklung zufällig gerade in der Verantwortung stehen.
Stimme zu. Was auch nicht so ein Problem wäre, würden die Dienstherren wie vorgesehen entsprechende Rücklagen bilden, statt diese für Wahlgeschenke zu verballern.

Schneewitchen

Zitat von: Shaelmar in Heute um 08:56Stimme zu. Was auch nicht so ein Problem wäre, würden die Dienstherren wie vorgesehen entsprechende Rücklagen bilden, statt diese für Wahlgeschenke zu verballern.

Auch ein Problem, welches in dem Zusammenhang genannt werden muss.

Das "Verballern" ist dann nämlich auch wieder der kurzfristigen Denkweise geschuldet. Wenn kurzfristig Geld für irgendwas benötigt wird und Kredite gerade nicht aufgenommen werden sollen, dann greift man eben solche Rücklagen ab. Damit ist das kurzfristige Problem gelöst. Wenn das Geld dann bei der Finanzierung von Pensionen fehlt, dann wird das Problem ggf. erst in Jahren akut. Interessiert mich das dann als heute verantwortlicher Politiker, der möglicherweise nach der nächsten Wahl in der Versenkung verschwindet?

simon1979

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/janina-boettger/fragen-antworten/sehr-geehrte-frau-boettger-sollte-sich-das-alimentationsprinzip-des-beamtenrechts-nicht-nur-auf-die-person

"Als Linke sind wir grundsätzlich nicht dafür, den Staatshaushalt über Kürzungen beim Personal zu sanieren. Die Kolleg*innen im öffentlichen Dienst – verbeamtet oder nicht – sind aus unserer Sicht nicht zu gut bezahlt. Und schon gar nicht wollen wir Menschen durch Leistungskürzungen ,,für den Arbeitsmarkt mobilisieren". Eine echte Gleichstellungspolitik setzt aus unserer Sicht woanders an: bei guten, gut bezahlten Arbeitsplätzen, bezahlbarer Kinderbetreuung und fairen Aufstiegschancen."

Interessant was eine Abgeordnete der Linken im Bundestag zu unserer Besoldung sagt. Weil ich immer höre, die Linke ist unwählbar oder sie hasst den Staat und seine Bediensteten. Anscheinend ist das bei dem einem oder anderen Abgeordneten noch nicht angekommen.

Schneewitchen

Zitat von: simon1979 in Heute um 09:34https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/janina-boettger/fragen-antworten/sehr-geehrte-frau-boettger-sollte-sich-das-alimentationsprinzip-des-beamtenrechts-nicht-nur-auf-die-person

"Als Linke sind wir grundsätzlich nicht dafür, den Staatshaushalt über Kürzungen beim Personal zu sanieren. Die Kolleg*innen im öffentlichen Dienst – verbeamtet oder nicht – sind aus unserer Sicht nicht zu gut bezahlt. Und schon gar nicht wollen wir Menschen durch Leistungskürzungen ,,für den Arbeitsmarkt mobilisieren". Eine echte Gleichstellungspolitik setzt aus unserer Sicht woanders an: bei guten, gut bezahlten Arbeitsplätzen, bezahlbarer Kinderbetreuung und fairen Aufstiegschancen."

Interessant was eine Abgeordnete der Linken im Bundestag zu unserer Besoldung sagt. Weil ich immer höre, die Linke ist unwählbar oder sie hasst den Staat und seine Bediensteten. Anscheinend ist das bei dem einem oder anderen Abgeordneten noch nicht angekommen.


Die Damen und Herren der Linke haben nach langer Zeit das Gefühl, dass sie sich, im Windschatten der Unfähigkeit von CDU und SPD, im Aufwind befinden.

Um hier weitere Schritte nach vorne zu machen, brauchen diese Herrschaften noch mehr Rückhalt in der Wählerschaft. Letztlich ist derzeit jede Stimme wichtig.

Was macht man da in dieser Situation nicht? - Genau, man verdirbt es sich nicht mit einer ganzen Berufsgruppe. Es gibt in ganz Deutschland knapp 2 Mio. Beamte. Dazu kommen ggf. noch Partner und wahlberechtigte Kinder.

Diesen Pool an Wählerstimmen darf man nicht ignorieren.

Daher kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass Vertreter der Linke derzeit ihr Herz für Beamte keineswegs verschließen.

Lasst diese Partei aber mal in Regierungsverantwortung kommen, dann werden wir erleben, dass Vertreter dieser Partei plötzlich ganz anders reden und handeln.

Diese Verlogenheit nach dem Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern" ist aber selbstverständlich bei allen Parteien weit verbreitet.

Daher muss man extrem vorsichtig sein, aus derartigen Aussagen, wie oben wiedergegeben, finale Schlüsse zu ziehen....

Rheini

Zitat von: Alexander79 in Heute um 09:17Achso, in Berlin oder bei der Bundespolizei fängt man auch als Kommissar an?
Aber, jetzt hab ich wirklich Angst.
Stimmt ... 2 Gutachten, drei Meinungen, desweiteren hab ich auch nie behauptet das ein Polizist keine Verantwortung trägt.
Ja und?
Ich habe nie behauptet das die Polizisten ihre Laufbahnprüfung für den gD geschenkt bekommen, oder?
Das Gutachten ist von 1991, also mittlerweile 35 Jahre alt.
Man sollte mal ein neues Gutachten erstellen lassen, vielleicht reicht ja gD mittlerweile nicht mehr.
Und außerdem hab ich höchsten Respekt vor der Polizei, egal ob sie im gD oder mD ist.

Also könnte es doch sein, dass der A7 Polizist unterbezahlt ist oder kennst Du eine Untersuchung die was gegenteiliges behauptet? Also die Forderung "gleiche Arbeit- gleiches Geld" könnte ja dazu führen, dass die mD Polizisten in den gD überführt werden müssten. Stimmst Du da zu?

NvB

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 09:49Lasst diese Partei aber mal in Regierungsverantwortung kommen, dann werden wir erleben, dass Vertreter dieser Partei plötzlich ganz anders reden und handeln.

Diese Verlogenheit nach dem Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern" ist aber selbstverständlich bei allen Parteien weit verbreitet.

Daher muss man extrem vorsichtig sein, aus derartigen Aussagen, wie oben wiedergegeben, finale Schlüsse zu ziehen....

Bei wem man auf jeden Fall die richtigen Schlüsse ziehen kann sind SPD und CDU. Diese Parteien scheißen nun seit Jahrzehnten auf die Beamten.

Und ich sehe nicht, wie man als Beamter diese demokratiezersetzenden Parteien noch wählen kann. Wenn man ehrlich ist, müsste man, bevor man sich die AfD zu Herzen nimmt, eher mal CDU und SPD vorknöpfen. Und ich bin gewillt jede Partei zu wählen, die genau sowas endlich mal fordert.

tunnelblick

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 09:49Die Damen und Herren der Linke haben nach langer Zeit das Gefühl, dass sie sich, im Windschatten der Unfähigkeit von CDU und SPD, im Aufwind befinden.

Um hier weitere Schritte nach vorne zu machen, brauchen diese Herrschaften noch mehr Rückhalt in der Wählerschaft. Letztlich ist derzeit jede Stimme wichtig.

Was macht man da in dieser Situation nicht? - Genau, man verdirbt es sich nicht mit einer ganzen Berufsgruppe. Es gibt in ganz Deutschland knapp 2 Mio. Beamte. Dazu kommen ggf. noch Partner und wahlberechtigte Kinder.

Diesen Pool an Wählerstimmen darf man nicht ignorieren.

Daher kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass Vertreter der Linke derzeit ihr Herz für Beamte keineswegs verschließen.

Lasst diese Partei aber mal in Regierungsverantwortung kommen, dann werden wir erleben, dass Vertreter dieser Partei plötzlich ganz anders reden und handeln.

Diese Verlogenheit nach dem Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern" ist aber selbstverständlich bei allen Parteien weit verbreitet.

Daher muss man extrem vorsichtig sein, aus derartigen Aussagen, wie oben wiedergegeben, finale Schlüsse zu ziehen....

Franz Müntefering: "Es ist unfair, Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen."

Schneewitchen

Zitat von: tunnelblick in Heute um 10:14Franz Müntefering: "Es ist unfair, Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen."

Ein sehr schönes und im Kontext passendes Zitat👍😀!

Sunflare

Zitat von: clarion in Heute um 06:34Wenn alle Dienstherren wie Brandenburg ( plus x) agieren müssen, wird die Praxis der Verbeamtung nur noch auf absolute Kernbereiche beschränkt werden, und zwar bundesweit.

Kann uns theoretisch völlig Wurscht sein, wie die Zukunft des Beamtentums aussieht.

Amtsschimmel

Zitat von: Sunflare in Heute um 10:34Kann uns theoretisch völlig Wurscht sein, wie die Zukunft des Beamtentums aussieht.

Im Gegenteil. Mir ist ein kleiner Beamtenapparat mit aA lieber, als ein großer, unterbezahlter. Natürlich nicht zuletzt auch aus rein egoistischen Erwägungen. Aber der Beamtenstatus ist eben auch kein Selbstzweck oder reines Personalgewinnungsinstrument.