Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 20:01Deine Gattin erhält mehr zurück, als sie tatsächlich aufwenden muss.
Jipp, vor dem DTicket war es schon so und mit dem DTicket war die Diff Alter Preis Neuer Preis Stumpf mal Netto mehr auf dem Konto.

Und ich bekomme auch mehr, da die ~1000 Pauschale mir angerechnet werden und ich keine 300 an Ausgaben habe 8)

Fettschwanzmaki

Zitat von: Faunus in Gestern um 21:44Ich war für die Legalisierung, weil es teilweise ein echter Witz war, was an Insassen mit weniger als 30 g Marihuana in diversen JVAs in Bayern auf Steuerzahlerkosten einsaß! Das war zum Teil eine Lachnummer! Was damals im Englischen Garten Zivilpolizisten mit langen Haaren und ungewaschenen Jeans einen angebabbelt haben, ob man was zu verkaufen hätte... war ein echt armseliger Versuch eine 1/2 Generation an Jugend zu kriminalisieren, um seine Erfolgsstatistik im "Drogenmilieu" hochzutreiben.

Der Zusammenhang zwischen Wirkstoffgehalt und Psychosen, gerade bei Jugendlichen, bei denen die Hirnreifung noch nicht abgeschlossen ist, ist mir - natürlich (^^)  - bekannt und ich sehe das mehr als kritisch (Jugendschutz, Prävention).

Angststörungen, Psychosen, Apathie/Motivationsverlust/Antriebsschwäche/Schulabsentismus, Störung und/oder Schädigung der Gedächnisleistung, Konzentrationsschwierigkeiten u. a. können gerade bei jungen Konsumenten auftreten und treten auch verstärkt auf. Die jüngere Studienlage ist da recht eindeutig und da gibt es nichts, aber auch garnichts, zu bagatellisieren oder zu beschönigen.

Das hat aber nichts mit der Legalisierung als solches zu tun - den Stoff kann man sich weiterhin zu jeder Zeit mit jedem Alter auf dem "Schwarzmarkt" besorgen. Im Gegenteil, ein kontrollierter Anbau mit gemäßigten Sorten (was den THC-Gehalt angeht), könnte diese Phänomene vielleicht wieder verringern.

Letztendlich liegt aber auch das wieder am "Markt". Höherer Wirkstoffgehalt = "besserer" Kick = höherer Preis/Gewinn = abhängige Dauerkonsumenten. Manche politoxische Konsumenten gehen sogar so weit, dass sie das mittlerweile mit einem Heroinrausch vergleichen (multipler Substanzgebrauch, hier wohl eher Missbrauch).

Ob das nun an beigefügten synthetischen Cannabinoiden liegt oder an anderen Substanzen, die da beigemengt werden, entzieht sich meiner Kenntnis - kann aber wohl teilweise vermutet werden. Das vormals praktisch nicht vorhandene Suchtpotential von Cannabis hat sich aufgrund dieser absurden Marktzüchtungen in der jüngeren Vergangenheit (ca. 10-15 Jahre) leider ins Gegenteil verkehrt.

Ich bin da pragmatisch: Verbot und Verfolgung haben über Jahrzehnte nichts gebracht, neuere Zahlen sehen sogar eine Verringerung der "Jungkonsumenten" (nach der Legalisierung!), dabei aber einen Anstieg bei erwachsenen Konsumenten (Entkriminalisierung).

Die bekommen ihren Alltag trotz Konsum aber nach wie vor "geschissen", fallen nicht auf, sind angepasst und gehen verantwortungsbewusst z. T. anspruchsvollen Tätigkeiten nach. So what?

Ich bin einfach der Ansicht, dass sich da die Zahlen sehr genau angeschaut werden müssen und die Risiken nicht kleingeredet werden dürfen. Aber ich bin auch zu der Einsicht gelangt, dass die bisherige "Drogenpolitik" gescheitert ist - was aber auch "logisch" ist, denn es liegt in der Natur der Sache (Rauschverlangen, Eskapismus, Hedonismus am WE usw.).

Der Kokainkonsum nimmt z. Bsp. europaweit zu (Untersuchung von Abwasserproben), es kommen nahezu täglich neue synthetische "Wirkstoffgruppen" dazu, diese Flut werden wir ohne totale Überwachung nicht eindämmen können.

Diesem Erkenntnisgewinn verschließt sich u. a. die CSU/CDU seit Jahren/Jahrzehnten, nicht wirksame Rezepte aus dem alten Jahrtausend, aber was will man von alten, weißen Männern - außer Rolle rückwärts - auch schon groß erwarten?

NelsonMuntz

@Fettschwanzmaki:

Den gleichen Argumentationsaufbau kannst Du für MDMA, LSD, Magic Mushrooms, Kokain, Pep, Speed usw. verwenden: Viele bedachte Konsumenten, die ihr Leben "geschissen" bekommen, gewisse Nebenwirkungen, die man "beobachten" sollte, aber grundsätzlich die Erkenntis, dass Kriminalisierung und Verfolgung keine Wirkung zeigen.

Und nun?

Hier: "... was aber auch "logisch" ist, denn es liegt in der Natur der Sache (Rauschverlangen, Eskapismus, Hedonismus am WE usw."

... stellt sich mir die Frage, was Du von Oktoberfest und "Ballermann" so hältst? Kann ja eigentlich nur Verständnis sein, oder?

Wo sich mir aus einer "eher linken" Perspektive aber wirklich die Nackenhaare sträuben, ist die Tatsache, dass man für den legalen "Hedonismus der Vielen" auch bereitwillig Opfer auf seiten der psychisch Instabilen oder Sozialschwachen (hier ist der Begriff mal korrekt verwendet) in Kauf nimmt.

Da magst Du zwar trefflich auf konservative, alte, weiße Männer schimpfen, von der Argumentation her stehst Du aber auf der noch viel dunkleren Seite der Macht: Schon mal überlegt, FDP zu wählen? Was kümmern mich die Probleme der Anderen? ;)

Ernsthaft: Ich war selbst mal jung, hab viel erlebt und auch eine liberale Einstellung gehabt. Aber ich habe auch nicht wenige Menschen kennengelernt, die schlussendlich irgendwo hängen geblieben sind: Bei härteren Drogen, beim Alkohol, einer auch an einem Baum. Wenn man dann selbst Kinder hat, dann hat man doch ein großes Interesse, dass diesen ein solches Schicksal erspart bleibt. Ich bin jedenfalls froh, dass meine Kinder weder rauchen, noch betrunken oder bekifft nach Hause kommen.
 

Rowhin

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 08:15Wenn man dann selbst Kinder hat, dann hat man doch ein großes Interesse, dass diesen ein solches Schicksal erspart bleibt. Ich bin jedenfalls froh, dass meine Kinder weder rauchen, noch betrunken oder bekifft nach Hause kommen.
 
Ich mag dieses Argument - in seiner abstrahierten Version - nicht.

Hier das Simpsons "kann denn endlich mal jemand an die Kinder denken" Meme einsetzen.

Sicherlich meinst du es nicht so herablassend wie ich es kenne, aber ich habe zu oft in ähnlichen Diskussionen Dinge gehört wie "wenn ihr erst mal selbst Kinder habt, dann [ich übertreibe bewusst] gehört ihr endlich zu uns Erleuchteten und entwickelt erst Empathie". Vielleicht musste ich auch zu oft erklären, warum wir uns (aus persönlichen, gesundheitlichen, weiteren Gründen) gegen Kinder entschieden haben. Wer weiß.

Ja, für einen oder mehrere Menschen als Erziehungsberechtigter verantwortlich zu sein, schafft nochmal ganz neue Perspektiven. Ja, die Eltern-Kind-Beziehung ist (in vielen Fällen) noch mal eine ganz neue, positive Entwicklung. Natürlich sind Kinder schützenswert.

Aber ich brauche keine Kinder, um mich zu freuen, wenn mein soziales Umfeld nicht den Drogen verfällt. Ich brauche keine Kinder, um die Problem bei Alkohol-, Tabak und sonstigem Konsum zu erkennen. Den Schritt schaffe ich auch einfach so! Vielleicht nicht aus exakt derselben Perspektive wie Eltern, und nicht in allen Aspekten zum selben Grad, aber grundsätzlich sehr wohl.

Sorry, musste ich anscheinend eben loswerden.

Die Seite der Debatte "selber alles erlebt haben und trotzdem den eigenen Kindern dasselbe verbieten wollen" mache ich bewusst jetzt nicht auf, bewusst, weil das ein mieses Argument ist und a) gerade die eigenen Erfahrungen da auch negativ prägend sein können und b) deine Kinder diese Entscheidungen wahrscheinlich eigenständig treffen und dafür Gründe haben.

highperformer

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:52Ich bin da pragmatisch: Verbot und Verfolgung haben über Jahrzehnte nichts gebracht, neuere Zahlen sehen sogar eine Verringerung der "Jungkonsumenten" (nach der Legalisierung!), dabei aber einen Anstieg bei erwachsenen Konsumenten (Entkriminalisierung).

Vor allem als Nicht-Konsument bemerkt man einen deutlichen Anstieg. Früher hat man das Zeug kaum gerochen, wenn man zuhause konsumiert hat, hat man schön das Fenster zugelassen. Heute reicht es, wenn der Nachbar in 200 m Entfernung wohnt und konsumiert und du kannst selbst nicht mehr lüften. Oder am Bahnhof, wo der halbe Bahnsteig nicht mehr nutzbar ist aufgrund des Gestanks.

Da ist mir ein Alkoholiker tausend mal lieber. Das Bier riecht wenigstens nur zwei Meter weit ...

Letztlich geht es ja nicht nur darum, was verboten ist und was nicht, oder was schädlich ist oder was nicht, sondern eben auch um die Begleitumstände. Da wir es gerade mit dem Deutschland-Ticket hatten: Wenn Schwarzfahren nur noch eine Ordnungswidrigkeit ist, fahre ich vllt. sogar für 0 €, da der Kontrolleur kein Festhalterecht mehr hat und daher auch schon die zivilrechtlichen Ansprüche mangels Personalien scheitern.

Faunus

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:52Der Zusammenhang zwischen Wirkstoffgehalt und Psychosen, gerade bei Jugendlichen, bei denen die Hirnreifung noch nicht abgeschlossen ist, ist mir - natürlich (^^)  - bekannt und ich sehe das mehr als kritisch (Jugendschutz, Prävention).

Angststörungen, Psychosen, Apathie/Motivationsverlust/Antriebsschwäche/Schulabsentismus, Störung und/oder Schädigung der Gedächnisleistung, Konzentrationsschwierigkeiten u. a. können gerade bei jungen Konsumenten auftreten und treten auch verstärkt auf. Die jüngere Studienlage ist da recht eindeutig und da gibt es nichts, aber auch garnichts, zu bagatellisieren oder zu beschönigen.

Du erweckst ein bischen den Eindruck, dass nichts erwiesen ist.
Die Zusammenhänge sind bewiesen und können nicht nur auftreten, sondern treten auf und zwar in einem Maße, dass niemand verantworten möchte!

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:52Das hat aber nichts mit der Legalisierung als solches zu tun - den Stoff kann man sich weiterhin zu jeder Zeit mit jedem Alter auf dem "Schwarzmarkt" besorgen. Im Gegenteil, ein kontrollierter Anbau mit gemäßigten Sorten (was den THC-Gehalt angeht), könnte diese Phänomene vielleicht wieder verringern.

Letztendlich liegt aber auch das wieder am "Markt". Höherer Wirkstoffgehalt = "besserer" Kick = höherer Preis/Gewinn = abhängige Dauerkonsumenten. Manche politoxische Konsumenten gehen sogar so weit, dass sie das mittlerweile mit einem Heroinrausch vergleichen (multipler Substanzgebrauch, hier wohl eher Missbrauch).

Ob das nun an beigefügten synthetischen Cannabinoiden liegt oder an anderen Substanzen, die da beigemengt werden, entzieht sich meiner Kenntnis - kann aber wohl teilweise vermutet werden. Das vormals praktisch nicht vorhandene Suchtpotential von Cannabis hat sich aufgrund dieser absurden Marktzüchtungen in der jüngeren Vergangenheit (ca. 10-15 Jahre) leider ins Gegenteil verkehrt.

Solange wir bei Drogen wirtschaftlich denken, wird sich nichts ändern! Da bleibt dann nur das fantasielose Verbot, aber bitte alleine für den "Handel". Als Staat einen Erwachsene wegen seiner 5 selbstgezogenen Pflanzen, den 5 g Kokain in der Schublade oder ...zu verfolgen, ist Zeitverschwendung. Allerdings würde ich Jugendliche hier in entsprechenden Einrichtungen Sozialdienst leisten lassen, wenn diese mit "Eigenbedarf" aufgegriffen werden.


Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:52Ich bin da pragmatisch: Verbot und Verfolgung haben über Jahrzehnte nichts gebracht, neuere Zahlen sehen sogar eine Verringerung der "Jungkonsumenten" (nach der Legalisierung!), dabei aber einen Anstieg bei erwachsenen Konsumenten (Entkriminalisierung).

Das hat nichts mit Pragmatismus zu tun, sondern mit Deiner "poitiven Einstellung" zur Legalisierung.
Niemand kann wissen, wie sich ohne Verbote die letzten Jahrzehnte unsere Gesellschaft entwickelt hätten. Allerdings geben die in Massen verschriebenen Rezepte mit Fentanyl & CO. in den USA einen doch erschreckenden Einblick, wo es mit einer Gesellschaft / Teilen einer Gesellschaft hingehen kann, wenn es "legal" ist, ein Suchtmittel zu nehmen.


Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:52Die bekommen ihren Alltag trotz Konsum aber nach wie vor "geschissen", fallen nicht auf, sind angepasst und gehen verantwortungsbewusst z. T. anspruchsvollen Tätigkeiten nach. So what?

Da haben wir scheinbar unterschiedliche Erfahrungen. Auffällig ist, dass der Personenkreis in meinem Umfeld, der vor über 40 Jahren regelmäßig & über Jahre gekifft hat, entweder das 60. Lebensjahr garnicht erreicht hat oder z.T. psychotisch ist, unter Beeinträchtigungen bei Gedächtnis/Konzentration leiden, eine übermäßigen körperlichn Verfall zeigen...  Ich kenne Menschen um die 60, die auftreten wie Greise um die 90.
Und ja, sie sind alle ihren Tätigkeiten zum Lebensunterhalt angepasst nachgegangen - solange es ging.


Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 22:52Ich bin einfach der Ansicht, dass sich da die Zahlen sehr genau angeschaut werden müssen und die Risiken nicht kleingeredet werden dürfen. Aber ich bin auch zu der Einsicht gelangt, dass die bisherige "Drogenpolitik" gescheitert ist - was aber auch "logisch" ist, denn es liegt in der Natur der Sache (Rauschverlangen, Eskapismus, Hedonismus am WE usw.).

Der Kokainkonsum nimmt z. Bsp. europaweit zu (Untersuchung von Abwasserproben), es kommen nahezu täglich neue synthetische "Wirkstoffgruppen" dazu, diese Flut werden wir ohne totale Überwachung nicht eindämmen können.

Diesem Erkenntnisgewinn verschließt sich u. a. die CSU/CDU seit Jahren/Jahrzehnten, nicht wirksame Rezepte aus dem alten Jahrtausend, aber was will man von alten, weißen Männern - außer Rolle rückwärts - auch schon groß erwarten?

Auch da machst Du es Dir etwas zu einfach. Wo wir heute ohne Verbote wären, weiß niemand. Außerdem hat die Flutung mit (bestimmetn) Drogen auch etwas mit Globalisiserung/Handlungsbeschränkungen aufheben/Zollabkommen/etc. zu tun. Es war noch nie so einfach im Tonnenmaßstab das Zeug von A über B nach C zu bekommen und dort dann an den Mann/die Frau zu bringen.
Die Strafverfolgung wird im Zuge der Globalisierung ebenfalls anziehen. Davon bin ich überzeugt. Ich werde nicht vor denen kapitulieren, die unseren Kindern/Bürgern die (illegalen) Drogen andrehen und dabei immer reicher werden. Im Gegenteil: das Oktoberfest in München hat nichts mehr mit Tradition, aber viel mit "Geld drucken" zu tun und ist durch die selbstverständlichen Alkoholexzesse und Querelen nur noch ein Ärgernis.



NelsonMuntz

@Rowhin:

Nein, das war nicht herablassend gemeint, sondern nur meine ganz eigene Perspektive.

Anders wird es vielleicht deutlicher: Wenn ich keine Kinder hätte, wäre ich bezüglich der Thematik evtl. auch heute "liberaler" und würde die Menschen eher ihrem selbstgewählten(?) Schicksal überlassen. Insofern ist die Erwähnung meiner Kinder auch Ausdruck meines eigenen, sozialen "Reifeprozesses".

Diesen Schuh musst und sollst Du Dir gar nicht anziehen ;)

Wo ich hingegen deutlich widerspreche, ist Deine These, ich würde meinen Kindern etwas verbieten wollen. Hier betreten wir dann aber tatsächlich ein Gebiet, bei dem die individuelle Erfahrung einer Elternschaft oder zumindest eine fachliche Expertise für eine sinnvolle Debatte Voraussetzung ist.

Rowhin

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 09:39@Rowhin:

Nein, das war nicht herablassend gemeint, sondern nur meine ganz eigene Perspektive.


Ja, ich weiß. Scheint nur so ein Triggerpunkt für mich zu sein, das Ganze. Kann ich auch nur selbst dran arbeiten ;)

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 09:39Wo ich hingegen deutlich widerspreche, ist Deine These, ich würde meinen Kindern etwas verbieten wollen. Hier betreten wir dann aber tatsächlich ein Gebiet, bei dem die individuelle Erfahrung einer Elternschaft oder zumindest eine fachliche Expertise für eine sinnvolle Debatte Voraussetzung ist.

Ja, genau das wollte ich mit b) sagen...wenn deine Kinder in einem Alter sind, wo Konsum oder dessen Absenz ein Thema ist, dann treffen sie sicherlich auch eigene Entscheidungen. Aber jetzt driften wir wahrscheinlich zu weit in die Erziehungsthematik ab, die hier weder unmittelbar relevant ist, noch bin ich befähigt, dazu viel zu sagen ;)

Warnstreik

Zitat von: Faunus in Gestern um 20:01Aber Du hast ein wunderbares Beispiel gebracht, wie pervertiert unser Steuersystem ist:
Deine Gattin erhält mehr zurück, als sie tatsächlich aufwenden muss.
Das ist doch ein schlechter Witz vom System.

Ist das wirklich "pervertiert"? Bei Pauschalen ist ja grade Sinn der Sache NICHT auf die echten Kosten für die Erstattung zu schauen. Und natürlich wendet auch MoinMoins Frau deutlich mehr Geld für die Steuer auf als sie über die Entfernungspauschale als Erstattung bekommt. (das ist übrigens der Unterschied zu CumCumm oder CumEx)

Der Grund war auch hier die Steuerung: Dadurch, dass auch es jeder bekommt, unabhängig von den vermeintlichen "echten" Kosten, lohnen sich Fahrgemeinschaften, lohnt sich der Nahverkehr oder es lohnt sich mal das Rad zu nehmen. Früher hat nur der bekommen, der wirklich persönlich die Straßen mit seinem Auto verstopft hat. (sorry für die Übertreibung)

Bob Kelso

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 19:04Ich könnte hierzu einen ellenlangen Beitrag schreiben, da müsstet ihr scrollen, aber ich halte mich relativ kurz.

Nein, können wir nicht.

Der homo oeconomicus ist eine Chimäre der Wirtschaftswissenschaften, aber Millionen von Fliegen können nicht irren.

Zucker ist Sucht (Hirnstoffwechsel), asoziale Medien sind Sucht (Hirnstoffwechsel, wird Zeit für eine Lenkungssteuer  ;D ), Plastik und CO² stellen übergeordnete Süchte dar (kapitalistisches Wirtschaftssystem, Externalisierung der Folgekosten u. a.).

Manche Dinge müssen staatlicherseits verboten werden, weil die gesellschaftliche Akzeptanz der notwendigen Veränderung auf dem "Vernunftweg" nicht bewirkt werden kann. Coca-Cola produziert täglich 1.500.000.000 Flaschen, überwiegend aus PET, greenwashing hin oder her. Hier fehlen massive Lenkungssteuern, zumal hier auch gleich der böse Zucker mit im Spiel ist.

Sollen Cola (oder generell überzuckerte Softdrinks) in PET-Flaschen (gilt übrigens auch für pures Wasser) deshalb verboten werden? Müssten sie eigentlich, sind ja gleich in mehrfacher Hinsicht schädlich. Sind sie das? Nein, die privatisierten Gewinne und daraus gespeisten Zahlungen der Lobbyisten wissen das zu verhindern.

Verbleites Benzin, Gurtpflicht, Katalysator - wie groß waren da die Widerstände, wie groß war die Unvernunft weiter Teile der Bevölkerung? Und das schreibt sich fort: bis heute sind manche Menschen der Ansicht, das E10 den modernen Motor schädigen würde und tanken lieber das teurere E5 (die anderen Kritikpunkte hinsichtlich der Herstellung von Bioethanol klammere ich mal aus).

Da kannste aufklären, bis man noch blöder wird...

Streng genommen wird hier auch keine Freiheit beschränkt, sondern lediglich der Preis der individuellen Selbstschädigung erhöht.

Jeder hat das Recht, sich vollkommen legal totzusaufen. Also will ich mich auch (theoretisch) - vollkommen legal - totkiffen können (was noch nicht einmal möglich ist).

F R E I H E I T !

"1922 war die giftige Wirkung von Bleiverbindungen schon bekannt, und ein Chemieprofessor warnte das damalige Bundesgesundheitsamt der USA im Herbst 1922 vor ernsten gesundheitlichen Gefahren bei einem Bleizusatz im Kraftstoff. General Motors zeigte jedoch größtes Interesse, den Zusatz auf den Markt zu bringen. Die US-Behörden ließen sich auf die Durchführung einer Studie über die Gesundheitsrisiken des Bleizusatzes ein, die allerdings von GM finanziert wurde und dem Konzern beziehungsweise Ethyl weitreichende Privilegien gewährte, darunter ein Anspruch auf kritische Kommentierung aller Versuchsunterlagen und ein Veto-Recht auf Publikation. Das im Oktober 1924 veröffentlichte Studienergebnis fiel dergestalt aus, dass sich der Verdacht auf Gesundheitsschädigung durch Bleibenzin-Abgase nachdrücklich zurückweisen ließ."

Tabak (unschädlich), Alkohol (unschädlich), Co2 (unschädlich), PFAS (unschädlich), Glyphosat (unschädlich), Zucker (unschädlich), asoziale Medien (unschädlich), KI (unschädlich), Contergan (unschädlich), radioaktive Strahlung (unschädlich), AfD (unschädlich)... to be continued...

und natürlich: Auf-Reihung der AfD! Das stellt antidemokratisches Bewusstsein in den Vordergrund!



Fettschwanzmaki

Zitat von: Faunus in Heute um 09:27Du erweckst ein bischen den Eindruck, dass nichts erwiesen ist.
Die Zusammenhänge sind bewiesen und können nicht nur auftreten, sondern treten auf und zwar in einem Maße, dass niemand verantworten möchte!

Jetzt muss ich mir glatt vor Verwunderung ein wenig den Kopf kratzen (und mich selbst zitieren):

"Der Zusammenhang zwischen Wirkstoffgehalt und Psychosen, gerade bei Jugendlichen, bei denen die Hirnreifung noch nicht abgeschlossen ist, ist mir (...) bekannt und ich sehe das mehr als kritisch (Jugendschutz, Prävention).

Angststörungen, Psychosen, Apathie/Motivationsverlust/Antriebsschwäche/Schulabsentismus, Störung und/oder Schädigung der Gedächnisleistung, Konzentrationsschwierigkeiten u. a. können gerade bei jungen Konsumenten auftreten und treten auch verstärkt auf. Die jüngere Studienlage ist da recht eindeutig und da gibt es nichts, aber auch garnichts, zu bagatellisieren oder zu beschönigen."

Aus meiner Sicht habe ich mich hier - zumindest für meine Verhältnisse - sehr klar und ohne Doppeldenk ausgedrückt. Ich verorte hier eindeutig ein Empfängerproblem, hast Du etwa vorher geraucht...?   ;D

ZitatDas hat nichts mit Pragmatismus zu tun, sondern mit Deiner "poitiven Einstellung" zur Legalisierung.
Niemand kann wissen, wie sich ohne Verbote die letzten Jahrzehnte unsere Gesellschaft entwickelt hätten. Allerdings geben die in Massen verschriebenen Rezepte mit Fentanyl & CO. in den USA einen doch erschreckenden Einblick, wo es mit einer Gesellschaft / Teilen einer Gesellschaft hingehen kann, wenn es "legal" ist, ein Suchtmittel zu nehmen.

Vollkommen unabhängig von meiner vermuteten "politischen Einstellung" kann ich das Präventions-Paradoxon in der Tat nicht auflösen. Allerdings weigere ich mich, das synthetische Opioid Fentanyl (und alle abgeleiteten Verbindungen) mit Cannabis in einen Topf zu werfen, und das trotz gestiegenen Wirkstoffgehalt an THC. "Normales" Cannabis mit Fentanyl gleichzusetzen, ist dann doch... hmmm... recht gewagt.

Fentanyl ist ein Medikament, das im Rahmen der Opioid-Krise in USA massenhaft von skrupelosen Ärzten verschrieben wurde, die zuvor von skrupelosen Pharmakonzernen von einer für beide Seiten gewinnbringenden Kooperation überzeugt werden konnten.

"Am Anfang der neuen Krise stand das verschreibungspflichtige Schmerzmittel Oxycontin (Eigenschreibweise OxyContin), das die Familie Sackler mit ihrem Unternehmen Purdue Pharma 1996 auf den nordamerikanischen Markt brachte und als schmerzstillend und mit einem angeblich sehr geringen Suchtpotenzial verbunden aggressiv bewarb.[8] Curtis Wright, der als Abteilungsleiter bei der Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung in den USA erteilte, verließ ein Jahr nach der Zulassung die FDA und wurde dann mit einer Einstiegs-Bonuszahlung von 400.000 US-Dollar bei Purdue Pharma angestellt.[9] Purdue Pharma behauptete, das Abhängigkeitsrisiko von Oxycontin liege unter einem Prozent.[10][11][12] So wendete Purdue Pharma jährlich neun Millionen US-Dollar für Essenseinladungen an Ärzte auf, um diese zu umwerben und darauf hinzuarbeiten, dass diese Oxycontin auch bei moderaten Schmerzen in hohen Dosen und über lange Zeiträume verschreiben.[10]"

Opiode, verbleites Benzin... auf den Kapitalimus und die menschliche Gier ist immer Verlass.

Dieses Agreement war dann wohl doch nicht so ganz legal, wie die um die Patienten besorgten Ärzte und Pharmakonzerne entrüstet feststellen mussten:

"Im Jahr 2007 wurden Purdue Pharma und drei Manager für die aggressive Vermarktung von Oxycontin in einem Vergleich zu einer Strafzahlung von 634,5 Millionen US-Dollar verurteilt.[47] 2019 verklagte als erster US-Bundesstaat Massachusetts acht Mitglieder der Familie Sackler, denen Purdue Pharma gehört.[50][51] In einer Sammelklage von US-Kommunen vor dem Bezirksgericht in Cleveland wird Walmart, Purdue, Mallinckrodt, CVS, Cardinal und anderen vorgeworfen, die Kommunen aus Profitgier vorsätzlich mit opioidhaltigen Schmerztabletten ,,überschwemmt" zu haben. Die Kläger berufen sich unter anderem auf den Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO).[20] Purdue Pharma (270 Mio. USD) und Teva (85 Mio. USD) leisteten vor Prozessbeginn Vergleichszahlungen, so dass deren Strafverfahren eingestellt wurden.[52] Es folgten jedoch weitere Klagen gegen die Pharmafirmen, insbesondere wurde Purdue Pharma auf Milliarden US-Dollar Schadensersatz verklagt und meldete daraufhin, obwohl es bis 2017 Einnahmen von 35 Milliarden US-Dollar verzeichnet hatte,[48][49] Insolvenz an.[53][54] Jedoch war die Insolvenzanmeldung der Eigentümer Sackler nur Mittel zum Zweck, da eine Insolvenz in den USA zur ,,juristischen Immunität" führt.[4] Die Insolvenz wurde deswegen im August 2023 auf Antrag des Justizministeriums durch den Obersten Gerichtshof der USA ausgesetzt und im Jahr 2024 durch dasselbe Gericht verworfen."

ZitatDa haben wir scheinbar unterschiedliche Erfahrungen. Auffällig ist, dass der Personenkreis in meinem Umfeld, der vor über 40 Jahren regelmäßig & über Jahre gekifft hat, entweder das 60. Lebensjahr garnicht erreicht hat oder z.T. psychotisch ist, unter Beeinträchtigungen bei Gedächtnis/Konzentration leiden, eine übermäßigen körperlichn Verfall zeigen...  Ich kenne Menschen um die 60, die auftreten wie Greise um die 90.

Was ist denn "regelmäßig" bei Dir? Stündlich, täglich, wöchentlich, nur am WE, einmal im Monat?

So wie Du das beschreibst, können das wirklich nur Hardcoe-Kiffer gewesen sein, und nein, genau die meine ich nicht, denn die bekommen schon viel eher ihr Leben nicht mehr "geschissen" - nicht erst mit 50 oder 60 Jahren.

ZitatAuch da machst Du es Dir etwas zu einfach. Wo wir heute ohne Verbote wären, weiß niemand. Außerdem hat die Flutung mit (bestimmetn) Drogen auch etwas mit Globalisiserung/Handlungsbeschränkungen aufheben/Zollabkommen/etc. zu tun. Es war noch nie so einfach im Tonnenmaßstab das Zeug von A über B nach C zu bekommen und dort dann an den Mann/die Frau zu bringen.

Das Angebot schafft die Nachfrage oder die Nachfrage schafft das Angebot? Henne oder Ei?

Trotz Verbote, Verfolgung und alles dazugehörige erleben wir u. a. eine Kokain-Schwemme. Das Zeug ist mittlerweile in einer Menge verfügbar (bei steigenden Konsum), dass die noch nicht einmal mehr strecken müssen.

Aber ich bin für Qualität, billig kauft man ja bekanntlich zweimal!

Noch einmal: seit der Legalisierung von Cannabis ist die Anzahl der jungen Erstkonsumenten rückläufig.

ZitatIch werde nicht vor denen kapitulieren, die unseren Kindern/Bürgern die (illegalen) Drogen andrehen und dabei immer reicher werden.

Find´ ich gut, auch wenn ich leicht schmunzeln muss (sry!). Dann bist Du sicher auch in einem entsprechenden Arbeitsfeld tätig?! Suchtmediziner, Suchttherapeut oder Sozialarbeiter, Beamter im LKA oder BKA (speziell für OK zuständig), als Zivilbeamter im Drogenderzernat vor Ort in Berlin oder Frankfurt/Main auf Runde...

Ich will mich hier garnicht großartig lustig darüber machen, Du verfolgst hier hehre Ziele und hast das Elend im Blick.

Während meiner beruflichen Laufbahn hatte ich - mal mehr, mal weniger - mit dieser Problematik zu tun. Und fast alle, die tagtäglich damit zu tun haben und an vorderster Front dort arbeiten, würden bei deiner Aussage bedächtig nicken und insgeheim denken: "Mein Gott, was für ein inkompetenter Idealist! Kann den jemand abstellen?"

Ich habe das sogar noch einmal umgeschrieben!  :)

ZitatIm Gegenteil: das Oktoberfest in München hat nichts mehr mit Tradition, aber viel mit "Geld drucken" zu tun und ist durch die selbstverständlichen Alkoholexzesse und Querelen nur noch ein Ärgernis.

Zum Alkohol komme ich an anderer Stelle.






Fettschwanzmaki

Zitat von: Bob Kelso in Heute um 18:01und natürlich: Auf-Reihung der AfD! Das stellt antidemokratisches Bewusstsein in den Vordergrund!

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.", A-Team

Bob Kelso

Zitat von: Fettschwanzmaki in Heute um 19:54"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.", A-Team


Die Produktion wurde auf Grund stark sinkender Einschaltquoten und massiv gestiegener "Kosten" eingestellt! 
Ein Modell für die Einstellung linksradikaler Positionen?

Liebe Grüße!
Hannibal!

MoinMoin

Zitat von: Fettschwanzmaki in Heute um 19:54"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.", A-Team
:-*
Zitat von: Bob Kelso in Heute um 20:10Die Produktion wurde auf Grund stark sinkender Einschaltquoten und massiv gestiegener "Kosten" eingestellt! 
Ein Modell für die Einstellung linksradikaler Positionen?

Liebe Grüße!
Hannibal!
5 Staffeln und fast 100 Folgen war doch damals wie heute eine gesunde Quote. Heutzutage wären das ja 10 Staffeln.
ob das ein gewünschtes Modell ist, für Xradikale Idioten wäre?

Fettschwanzmaki

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 08:15@Fettschwanzmaki:

Den gleichen Argumentationsaufbau kannst Du für MDMA, LSD, Magic Mushrooms, Kokain, Pep, Speed usw. verwenden: Viele bedachte Konsumenten, die ihr Leben "geschissen" bekommen, gewisse Nebenwirkungen, die man "beobachten" sollte, aber grundsätzlich die Erkenntis, dass Kriminalisierung und Verfolgung keine Wirkung zeigen.

Und nun?

Ich habe hier meine Haltung, vorwiegend zur Cannabislegalisierung, doch recht klar dargelegt.

Weiterhin habe ich für nahezu jede Substanz eine gesonderte Einschätzung. Da geht es um das Suchtpotenzial, mögliche Schädigungen, kontrollierte Qualität und Abgabe usw. usf.

Substanzen, die nur ein geringes Suchtpotential haben und bei "sachgemäßen" Gebrauch zu keinen psychischen und/oder körperlichen Schäden führen, sollten für erwachsene und gesunde Menschen kontrolliert zugänglich sein. LSD oder Magic Mushrooms sind dabei - zumindest nach meiner Auffassung - auch keine Partydroge.

In den letzten Jahren sind verschiedene Studien angelaufen, die diese psychotropen Substanzen in einem ärztlicherseits interdisziplinär begleiteten Therapie-Setting von u. a. Schwerstdepressiven, Patienten mit Angststörungen, Phobien und ähnlich gelagerten Störungsbildern erfolgreich einsetzen.

Und das nahezu ohne Nebenwirkungen, die sonst durch jahrelange Psychopharmaka-Medikation entstehen können. Das ist ein sehr komplexes und - zumindest für mich - ebenso spannendes Thema, vollkommen neue Therapieansätze, ich kann und will das hier nur anreißen.

Zitat... stellt sich mir die Frage, was Du von Oktoberfest und "Ballermann" so hältst? Kann ja eigentlich nur Verständnis sein, oder?

Nein, ganz und garnicht.

Ich hatte das an anderer Stelle bereits schon einmal angeführt. Die direkten und indirekten Kosten von übermäßigen Alkoholkonsum übersteigen die Kosten, die durch andere Substanzen verursacht werden, um ein Vielfaches.

Dazu gehört nicht nur das Leid des unmittelbaren Suchtkranken in unterschiedlichen Ausprägungsgraden, sondern auch und gerade die unter Alkoholeinfluss begangenen Körperverletzungdelikte, durch Alkohol verursachte Verkehrsunfälle, durch Alkohol enthemmte Partner, die sich mit häuslicher oder partnerschaftlicher Gewalt (mitsamt allen Folgekosten) in Szene setzen. Dazu kommen noch Kindeswohlgefährdung, FAS usw.usf. - da gibt es nahezu unzählige Aspekte.

Ich frage mich dabei auch immer: warum ist Alkohol in D. immer noch rund um die Uhr, fast überall problemlos verfügbar und so unfassbar billig? Und das, obwohl die volkswirtschaftlichen Kosten um ungefähr Faktor 10 höher sind, als durch entsprechende "Lenkungssteuern" eingenommen wird?

Cui bono? Das ist die eigentlich Frage.

ZitatWo sich mir aus einer "eher linken" Perspektive aber wirklich die Nackenhaare sträuben, ist die Tatsache, dass man für den legalen "Hedonismus der Vielen" auch bereitwillig Opfer auf seiten der psychisch Instabilen oder Sozialschwachen (hier ist der Begriff mal korrekt verwendet) in Kauf nimmt.

Ich hatte heute einen "fordernden" Tag und bin vllt. etwas "ungeduldig":

Der Begriff "Sozialschwache" ist in diesem Kontext komplett deplatziert. Die Sozialschwachen, die Du vermutlich im Kopf hast, konsumieren überwiegend Alkohol. Der Alkoholkonsum korreliert nachweislich mit dem sozioökonomischen Status und mit dem Bildungsniveau. Wenn ein "psychisch Instabiler" meint, sich selbst "medikamentieren" zu müssen, dann wird er das tun - mit oder ohne Legalisierung.

Ich bevorzuge dann eher die kontrollierte Abgabe. Bei der Gelegenheit könnte z. Bsp. auch eine Anbindung an einen Facharzt erfolgen, um die "psychische Instabilität" angemessen und wirksam therapieren zu können. So gehe ich auf den Schwarzmarkt, pfeife mir irgendwelchen gepanschten Mist rein, laufe messerschwingend durch die Gegend oder telefoniere mittels Cola-Flaschen mit Mama, die aber garnicht rangeht ("Nie ist sie da, wenn man sie mal braucht!").

ZitatDa magst Du zwar trefflich auf konservative, alte, weiße Männer schimpfen, von der Argumentation her stehst Du aber auf der noch viel dunkleren Seite der Macht: Schon mal überlegt, FDP zu wählen? Was kümmern mich die Probleme der Anderen? ;)

Ich bin ja selbst schon älter (für manche alt), weiß und stellenweise konservativ, ich verfüge dauerhaft und/oder zeitweise über Werte, habe Moralvorstellungen und kann dabei ab und an sogar moralisch flexibel sein - und jetzt? Der Topper ist aber, dass Du mir unterstellst, dass mich die Probleme anderer suchtkranker Menschen nicht interessieren würden.

Hast Du schon einmal mit Suchtkranken zu tun gehabt? Mit Schwerstalkoholkranken, die die Grenze zur kompletten Verwahrlosung in jeglicher Hinsicht überschritten haben und den letzten Rest der Menschenwürde in ihrer vollgepissten und vollgeschissene Unterhose dauerhaft eingelagert haben?

Dachte ich mir... denn genau das Gegenteil ist der Fall, "Deine" Haltung führt zu vermeidbaren Leid. Du magst das nicht vollkommen erst gemeint haben, schon klar, aber bei manchen Dingen verstehe ich nur wenig Spaß, weil die ganze Angelegenheit einfach viel zu ernst ist, viel zu viel Leid und Schaden verursacht.

ZitatErnsthaft: Ich war selbst mal jung, hab viel erlebt und auch eine liberale Einstellung gehabt. Aber ich habe auch nicht wenige Menschen kennengelernt, die schlussendlich irgendwo hängen geblieben sind: Bei härteren Drogen, beim Alkohol, einer auch an einem Baum. Wenn man dann selbst Kinder hat, dann hat man doch ein großes Interesse, dass diesen ein solches Schicksal erspart bleibt. Ich bin jedenfalls froh, dass meine Kinder weder rauchen, noch betrunken oder bekifft nach Hause kommen.

Dann scheinst Du ja zumindest als "Schutzfaktor" einigermaßen brauchbar gewesen zu sein (kleine Frotzelei ^^). Es müssen mehrere Risikofaktoren zusammenkommen und gleichzeitig mehrere Schutzfaktoren ausfallen, damit Kinder "auf die schiefe Bahn" geraten. Aber auch selbst in den besten Familien kann es vorkommen, dass die eigenen Kinder einen selbstschädigenden Weg einschlagen und u. a. suchtkrank werden.

Man hat als Eltern nicht alles in der Hand, irgendwann sind die eigenen Kinder eigene Menschen.