[Allg] Rentenreform und deren mögliche Auswirkung auf Beamte

Begonnen von Admin, 21.06.2026 18:02

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Schneewitchen

Zitat von: Organisator in 23.07.2026 11:12Eben - in allen anderen Ländern werden auch hoheitliche Aufgaben von Personen wahrgenommen, die ein Streikrecht haben.
Das besondere Dienst- und Treueverhältnis von Beamten geht über das Streikverbot hinaus, mehr in Richtung der Sicherung der FDGO durch besonders verpflichtete Staatsdiener mit einer besonderen inneren Verbundenheit dieser Personen.
Vor dem Hintergrund er Geschehnisse in der Weimarer Republik und der aktuellen politischen Lage ein gar nicht verkehrter Gedanke.

Wobei ein stabiles Beamtenwesen auch kein Garant gegen extreme politische Entwicklungen darstellt. Auch das zeigt die Weimarer Republik.

Im Zweifel siegt dann doch die Überzeugung, die Brecht einmal treffend so formuliert hat: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral."
Deus hic finitur

Organisator

Zitat von: Schneewitchen in 23.07.2026 11:17Wobei ein stabiles Beamtenwesen auch kein Garant gegen extreme politische Entwicklungen darstellt. Auch das zeigt die Weimarer Republik.

Im Zweifel siegt dann doch die Überzeugung, die Brecht einmal treffend so formuliert hat: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral."

Garant natürlich nicht. Ich habe aber die Hoffnung, dass Leute die aus innerer Überzeugung einen Schwur auf die FDGO geleistet haben eher Teil einer wehrhaften Demokratie sind, als der 08/15 - Arbeitnehmer.

Schneewitchen

Zitat von: Organisator in 23.07.2026 11:29Garant natürlich nicht. Ich habe aber die Hoffnung, dass Leute die aus innerer Überzeugung einen Schwur auf die FDGO geleistet haben eher Teil einer wehrhaften Demokratie sind, als der 08/15 - Arbeitnehmer.
👍
Deus hic finitur

Scull

Zitat von: Organisator in 23.07.2026 11:29Garant natürlich nicht. Ich habe aber die Hoffnung, dass Leute die aus innerer Überzeugung einen Schwur auf die FDGO geleistet haben eher Teil einer wehrhaften Demokratie sind, als der 08/15 - Arbeitnehmer.

Uff, mit Verlaub,

aber das liest sich durchaus als Abwertung des Angestellten.

Der Beamte als besonderer Mensch, na ich weiss nicht

MoinMoin

Zitat von: Organisator in 23.07.2026 11:29Garant natürlich nicht. Ich habe aber die Hoffnung, dass Leute die aus innerer Überzeugung einen Schwur auf die FDGO geleistet haben eher Teil einer wehrhaften Demokratie sind, als der 08/15 - Arbeitnehmer.
Ja, das war mal so, aber wenn ich die innere Haltung der jungen Beamten sehe, dann sehe ich da reines AN denken.

Schneewitchen

Zitat von: MoinMoin in 23.07.2026 11:47Ja, das war mal so, aber wenn ich die innere Haltung der jungen Beamten sehe, dann sehe ich da reines AN denken.

Das stimmt in vielen Fällen wohl leider.....
Deus hic finitur

Faunus

Zitat von: Scull in 23.07.2026 11:42Uff, mit Verlaub,

aber das liest sich durchaus als Abwertung des Angestellten.

Der Beamte als besonderer Mensch, na ich weiss nicht



Das ist keine Abwertung des Angestellten, sondern soll wieder zur Aufwertung des Beamten führen. Ich möchte mich mit der gedanklichen Leistung eines Bundesverfassungsrichters sicherlich nicht messen - da würde ich nur verlieren.

Nur findet im Normalfall einfach keine Bestenauslese mehr statt, sondern alles was bei 3 nicht auf den Bäumen ist, wurde bisher verbeamtet. Das aber läuft dem Gedanken des "Beamtentums" zuwider!
Deswegen können die Politiker ja einen beliebig einsetzbaren Spielball aus dem Beamtentum machen.

Faunus

Zitat von: Schneewitchen in 23.07.2026 11:17Wobei ein stabiles Beamtenwesen auch kein Garant gegen extreme politische Entwicklungen darstellt. Auch das zeigt die Weimarer Republik.

Im Zweifel siegt dann doch die Überzeugung, die Brecht einmal treffend so formuliert hat: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral."

In meiner Umgebung sind vor allem "anpassungsfähige AN" ohne "höhere Qualifikation" (waren zufällig gerade da) oder in der PW "Gescheiterte" mit fachlicher Expertise verbeamtet worden.
Im Kontext zu den Folgen vom ,,Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (April 1933) kommen mir heute schon ein paar Bedenken.

Organisator

Zitat von: Scull in 23.07.2026 11:42Uff, mit Verlaub,

aber das liest sich durchaus als Abwertung des Angestellten.

Der Beamte als besonderer Mensch, na ich weiss nicht

Das wäre nicht beabsichtigt. AN leisten vertragsgemäß Arbeit mittlerer Art und Güte entsprechend der übertragenen Tätigkeiten. Damit hört die Gegenleistung auch schon aus. Beamte hingegen müssen sich nicht nur beruflich sondern auch privat für die FDGO einsetzen - über die arbeitsvertragslichen Pflichten der Tarifbeschäftigten hinaus.

Dies ist keine Bewertung im Sinne von besser oder schlechterer Mensch sondern nur die Beschreibung der Verpflichtungen.

Organisator

Zitat von: MoinMoin in 23.07.2026 11:47Ja, das war mal so, aber wenn ich die innere Haltung der jungen Beamten sehe, dann sehe ich da reines AN denken.

Das ist dann aber ein Fehler des Dienstherren, der verpasst, die passenden Leute auszuwählen. Siehe auch das Beispiel von Faunus.

Solche Menschen dürften dann eben keine Beamte werden, bzw. liefern Munition für die Kritiker, die den Beamten nur eine einseitige Wahrnehmung der Privilegien unterstellen.

Scull

#70
Zitat von: Organisator in 23.07.2026 16:10Das wäre nicht beabsichtigt. AN leisten vertragsgemäß Arbeit mittlerer Art und Güte entsprechend der übertragenen Tätigkeiten. Damit hört die Gegenleistung auch schon aus. Beamte hingegen müssen sich nicht nur beruflich sondern auch privat für die FDGO einsetzen - über die arbeitsvertragslichen Pflichten der Tarifbeschäftigten hinaus.

Dies ist keine Bewertung im Sinne von besser oder schlechterer Mensch sondern nur die Beschreibung der Verpflichtungen.

Ok

Schneewitchen

Zitat von: Scull in Gestern um 09:22Ok, mittlerer Art und Güte, da habe ich meine massive Probleme mit der Forderung. Ich kann nur für mich selbst sprechen und sehe meine Arbeit definitiv ganz vorne mit dabei.

Wir werden hier rechtlich aber auch beamtenvergleichbar behandelt, wenn Höhergruppierungsanträge z.B. aufgrund des Stellenplans abgelehnt werden.

Er meint das nicht herabwürdigend. Jetzt bin ich kein Arbeitsrechtler. Ich vermute aber mal, dass arbeitsrechtlich bei der Arbeitsleistung eine Arbeitsqualität mittlerer Art und Güte anzunehmen ist ( gewissermaßen als Standard). Es dürfte arbeitsrechtlich schwierig sein, vertraglich unterstellen zu wollen, dass der Arbeitnehmer stets eine überdurchschnittlich Leistung zu erbringen hat.

Damit ist aber doch nicht ausgeschlossen ( weil auch vom AG gewünscht und erwartet), dass AN nicht auch Arbeitsqualitäten jenseits des Standards erbringen.
Deus hic finitur

Faunus

Zitat von: Organisator in 23.07.2026 16:12Das ist dann aber ein Fehler des Dienstherren, der verpasst, die passenden Leute auszuwählen. Siehe auch das Beispiel von Faunus.

Solche Menschen dürften dann eben keine Beamte werden, bzw. liefern Munition für die Kritiker, die den Beamten nur eine einseitige Wahrnehmung der Privilegien unterstellen.

Ja, der Dienstherr macht Fehler, die dazu führen, dass gute Leute erst garnicht kommen.
Das hat m.M. nach auch nichts mit Geld zu tun und eigentlich sollte das Bekenntnis zur FDGO eher ein Anreiz sein sich verbeamten zu lassen. Warum wird genau das bei einer Verbeamtung nicht mehr wahrgenommen? Warum ist man nicht stolz darauf verbeamtet zu sein? Warum ist in unserer Gesellschaft das Beamtentum irgendwo zw. Lachnummer und Neid?
Warum sind wir in Deutschland nicht stolz auf unsere Beamte?